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Verfahren zur Vergütung von Gegenständen aus Legierungen von Kupfer
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Vergi'itung von Gegenständen aus
Legierungen 'von Kupfer, insbesondere von Messingblechen,mittels Reinigens und Glühens.
Zweck der Erfindung ist, ein durchweg gleichmäßiges und günstiges Gefüge zu erhalten.
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Die Erfindung besteht nun darin, daß ein unmittelbar vor dem Glühen
im stetigen Arbeitsgang von anhaftenden Fetten und sonstigen Unreinigkeiten gesäubertes
und getrocknetes Glühgut unter Vermeidung jeglichen Luftzuges schnell auf Glühtemperatur
gebracht und danach langsam abgekühlt wird.
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Durch eine solche Vergütung wird eine homogene Feinkörnigkeit des
Gefüges unter gleichmäßiger Beseitigung von inneren Spannungen erzielt. Um nun die
Voraussetzung für eine in jeder Beziehung gleichmäßige Wärmeabsorption bzw. -durchdringung
des zu glühenden Guts, insbesondere von Blechen, zu schaffen, ist es notwendig,
das Reinigen unmittelbar vor dem Glühvorgang geschehen zu lassen, um eine sichere
Gewähr zu haben, daß nachher nicht doch noch wieder Schmutzteile herankommen können,
und ferner soll die Reinigung am besten im kontinuierlichen Arbeitsgang bei abgewickeltem
Band oder Blech erfolgen, so daß tätsächlich jede Stelle in der Länge wie auch in
der Breite des Bandes von Fett o. dgl. befreit wird. Die vorangehende ummittelbare
Reinigung bildet also die Grundlage, daß das homogene Gefüge an allen Stellen des
Bleches erzielt wird.
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Es ist bereits bekannt, Metallbänder erst der höchsten Glühtemperatur
und sodann nach und nach geringeren Temperaturen aus-. zusetzen. Ebenso ist es.
auch bekannt, die Glühtemperatur schon im ersten Drittel des Ofens zu erreichen,
wodurch sich eine schnelle und plötzliche Erhitzung mit dem weiteren Vorteil ergibt,
daß in dem geschützten Raum des Ofens mehr Weglänge zum langsamen und kontrollierten
Abkühlen vorhanden ist.
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Diese Art des Erhitzens und Abkühlens zeigt jedoch die verfolgte Wirkung
nur in Verbindung mit der unmittelbar davorgeschalteten Reinigung und Trocknung
des Bleches.
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Gemäß der Erfindung wird zur Erzielung eines besonders feinkörnigen
Gefüges die Glühtemperatur ebenfalls bereits mindestens im ersten Drittel bzw. im
ersten Viertel der Ofenlänge erreicht. Das gleichmäßige Gefüge ergibt sich nun dadurch,
daß vom Blech die in regellosen Abständen haftenden Unreinigkeiten entfernt werden.
Diese Unreinigkeiten würden nämlich beim Glühen verkohlen und setzen die betreffenden
Stellen des Bleches nach dem Grundsatz schwarzer Körper einer stärkeren Wärmeeinwirkung
aus. Diese Stellen würden somit stärker erhitzt als die reinen Flächen, was sich
dann in regelloser
Kornausbildung und damit verbundenen Spannungen
im Blech äußert. Selbst wenn eine solche Verkohlung nicht eintritt, ist die Wärmeaufnahme
an den verunreinigten Stellen anders als an den sauberen. Soll eine absolute Gleichmäßigkeit
erreicht werden, so muß nach der Reinigung eine Trocknung erfolgen, um durch etwa
vorhandene ungleichmäßig starke Flüssigkeitsschichten ein ungleichmäßiges Glühen
zu vermeiden. Durch rasches Erhitzen auf die Glühtemperatur wird erreicht, daß im
Ofen eine lange Zone zur Abkühlung zur Verfügung steht, so daß während dieser langen
Abkühlungszeit Temperaturunterschiede geringster Art und dadurch bedingte Strukturunterschiede
nicht mehr eintreten können.
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Es ist ferner bereits vorgeschlagen worden, beim Härten von Werkzeugstahl
diesen vor dem Erhitzen zu reinigen. ],ei der Erfindung kommt es nun in Verbindung
mit dem Glühverfahren auf eine besondere Art der Reinigung an die unmittelbar vor
dem Glühen stattfinden muß und die insbesondere bei Blechen oder Bändern im abgewickelten
Zustand zu erfolgen hat. Die Reinigung selbst erfolgt zweckmäßig durch Eintauchen
des Gutes in eine fettlösende Behandlungsflüssigkeit und durch eine mechanische
Säuberung, wobei die nach dem: Bad noch anhaftenden Unreinigkeits- und Flüssigkeitsrückstände
vor Eintritt des Gutes in den Glühofen durch Dampfbespritzung in Verbindung mit.
weiterer mechanischer, trocknender Reinigung entfernt werden.
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Um eine der gleichmäßigen Wärmedurchdringung entsprechende gleichmäßige
Wärmeeinwirkung zu erzielen, erfolgt das Glühen zweckmäßigerweise durch Heizkörper,
die in ihrer Form und Abmessung der Form des Glühgutes angepaßt sind. Hierbei kann
der Glühvorgang im Horizontalglühofen Moder, was zweckmäßiger ist, in einem Glühofen
mit senkrechtem Ofenschacht erfolgen, bei welchem die Heizbleche am Einführungsende
des Glühgutes im Schacht frei aufgehängt sind. Durch die freie Aufhängung der Heizbleche
erfolgt deren Wärmeausdehnung allein in der Längsrichtung, also parallel zur Förderbahn,
wodurch eine gleichmäßige Wärmeeinwirkung gewährleistet ist.
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Auch die Anordnung der Heizbleche an der Einführungsstelle des Glühgutes
in den Ofen ist von besonderem Vorteil, weil in diesem Teil der Förderbahn das glühende
Material nicht jenen Zugspannungen unterworfen ist, die eintreten würden, wenn das
Gut etwa kurz vor den Zugrollen am Ofenausgang geglüht würde.
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Das Verfahren gemäß der Erfindung sei nachstehend an Hand der beiliegenden
schematischen Zeichnung an einem Durchführungsbeispiel erläuterte ,.
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Abb. i zeigt die Förderung des Glühgutes in Form eines gewalzten Blechbandes
durch die verschiedenen Apparate, unter Verwendung eines horizontalen Glühofens.
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Abb. z zeigt (las Glühband in einem senkrechten Glühofen.
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Das gewalzte Band i wird z. B. von einer Vorratsrolle 2 abgewickelt
und durchläuft unter Führung der Rolle 3, der Förderrollen. und der Rolle. 5 ein
Behandlungsbad, welches aus einer fettlösenden Flüssigkeit besteht. Nach Einwirkung
dieses fettlösenden Bades werden die an dem Band i noch anhaftenden Unreinigkeits-
und Flüssigkeitsrückstände durch die Vorrichtung 6 mit Dampf abgespritzt und unmittelbar
darauf das Band durch die Bürsten 7 unter Trocknung restlos gesäubert, so daß das
Band nunmehr vollkommen blank und frei von anhaftenden Substanzen in den Glühofen
8 eintritt. Im Glühofen sind unter und über dem Band Heizbleche 9 von ungefähr gleicher
Breite wie das Band angeordnet; die Anordnung der Heizbleche und die Einstellung
von deren Erhitzungstemperatur ist so geregelt, daß das Blech so rasch als praktisch
überhaupt möglich auf Glühtemperatur, für Messingbleche ungefähr etwa 700°, gebracht
wird. Alsdann erfolgt eine langsame gleichmäßige Abkühlung des Blechbandes durch
Einführung desselben in einen Kühlschacht.
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Gemäß Atib. a wird das. nach vorstehenden Angaben sauber gereinigte
Gut in einen senkrecht stehenden Glühofen ii eingeführt, dessen unteres Ende offen
ist, während das andere Ende in der gezeigten Weise in einen Wassertopf 13 eintaucht,
durch welchen das Glühgut geführt wird. Das Gut wird gleich an der Einführungsstelle
durch frei aufgehängte, ungefähr gleiche Breite wie das zu glühende Gut besitzende
Heizkörper sofort auf Glühtemperatur gebracht, sodann bei der weiteren Förderung
durch den langen Ofenschacht langsam und schließlich in der Wassertasse
13 endgültig abgekühlt.
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Die Verwendung eines Senkrechtofens hat die Vorteile der Platzersparnis,
der leichten Vermeidungsmöglichkeit von Luftzug, verbunden mit langsamer Abkühlung,
sowie der Möglichkeit der Aufhängung der Heizbleche, durch deren Ausdehnungsmöglichkeit
in der Längsrichtung jede nachteilige Einwirkung auf das Glühgut vermieden bzw.
die durchaus gleichmäßige Einwirkung der Wärme auf das Gut gewährleistet ist.
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Dadurch, daß die Glühbleche vor dem Glühen restlos gesäubert werden,
erreicht man ein absolut gleichmäßiges Durchglühen des Gutes, welches durch die
rasche Erhitzung
auf Glühtemperatur und die langsame Abkühlung
gemäß der Erfindung eine besonders homogene feinkörnige Struktur erhält.
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An Stelle von in dem Beispiel behandelten Walzgut können gemäß der
Erfindung ebenso natürlich gezogene oder gepreßte Drähte und Profile sowie Rohre
behandelt «erden.