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Strähngammercerisiermaschine Es sind bereits Strähngarnmercerisiermaschinen
mit einstellbarer beweglicher Streckwalze bekannt. Während hierbei der Grundabstand
zwischen den beiden Garnwalzen regelbar ist, bleibt der Hub der Streckwalze konstant.
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Demgegenüber besteht die Erfindung darin, daß der Hub der nockengesteuerten
Streckwalze mittels einer an dem Streckwalzenschwinghebel vorgesehenen, mit einer
Hilfsnockenscheibe zusammenarbeitenden Hilfsnockenrolle regelbar ist.
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Die Hilfsnockenrolle ist an einer in dem Streckwalzenschwinghebel
geführten, von Hand verstellbaren Schraubenspindel und die Hilfsnockenscheibe auf
der Hauptnockenwelle gelagert.
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Der nockengesteuerte Hub der Streckwalze ist der jeweils erforderlichen
Schrumpfung entsprechend durch Verschiebung der Hilfsnockenrolle in feinsten Abstufungen
etwa von o bis io°/o regelbar, wobei die feste Garnwalze mit der gewichtsbelasteten
Quetschwalze unverändert zusammenarbeitet. Die Hilfsnockenscheibe kann zu der größeren
Hauptnockenscheibe beliebig versetzt angeordnet sein, so daß gegebenenfalls der
Hub der Streckwalze allein oder zusammen mit dem Grundabstand zwischen den beiden
Garnwalzen regelbar ist.
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Auf der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Mercerisiermaschine
gemäß der Erfindung schematisch wiedergegeben.
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In dem Maschinengestell i' sind die ortsfesten Garnwalzen 2 gelagert,
die zusammen mit den Walzen 3 das zu mercerisierende Garn q. in Strähnform aufnehmen.
Je nach dem Abstand der Walzen 2, 3 voneinander besitzt das Garn :I einen gewissen
Durchhang und taucht in eine das Laugen- oder Spülbad aufnehmende Wanne 5 ein.
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Die Garn- oder Streckwalze 3 ist an einem Schwinghebel 6 gelagert,
der unter der Belastung des Gegengewichtes 7 um den Zapfen 8 schwenkbar ist. An
einem verlängerten Ansatz 9 besitzt der Schwinghebel 6 eine Rolle
io.
Eine in dem Maschinengestell gelagerte Hauptnockenwelle i i trägt eine Nockenscheibe
12, im nachstehenden Hauptnockenscheibe genannt. Die Rolle io rollt normalerweise
auf dem Umfang der Hauptnockenscheibe 12 ab, wodurch je nach der Form der Scheibe
12 bestimmte Schwingbewegungen des Hebels 6 und damit ein Annähern oder Entfernen
der Garn- oder Streckwalze 3 zu der Walze 2 bewirkt wird. Diese Bewegungen der Walze
3 sind für die Wirkungsweise der Maschine von ausschlaggebender Bedeutung. Ihre
Dauer richtet sich nach der Länge der Laugen-, Spül- oder Abquetschbehandlung des
Garnes 4.
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Um .die Größe des Hubes der Walze 3 ohne Auswechselung der Scheibe
12 verändern zu können, ist erfindungsgemäß an dem Schwinghebel 6 eine durch das
Handrad 13 verschiebbare Schraubenspindel 14 gelagert, die eine Hilfsnockenrolle
15 trägt. Diese Rolle 15 arbeitet mit einer auf der Welle i i sitzenden Hilfsnockenscheibe
16 zusammen. Der Arbeitsabschnitt der Hilfsnockenscheibe 16 liegt gemäß dem gezeichneten
Ausführungsbeispiel im Bereich des Kurventeiles der größeren Hauptnockenscheibe
12, der die Annäherung der Streckwalze 3 steuert.
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Durch diese Anordnung ist es möglich, die Hauptnockenrolle io zeitweise
auszuschalten, wie dies beispielsweise inAbb. i wiedergegeben ist. Die Rolle io
kann bei der angedeuteten Einstellung der Hilfsrolle 15 nicht an die tiefsten Stellen
der Hauptnockenscheibe 12 gelangen, sondern rollt nur auf den höheren Steuerkurventeil
ab. Dies wirkt sich an der Garn- oder Streckwalze 3 so aus, daß deren Ausschläge
bzw. Hübe während eines Behandlungsprozesses kleiner werden, d. h. die Maschine
ist jetzt für eine Garnsorte mit verhältnismäßig geringer Schrumpfung eingestellt.
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Die eingestellte Schrumpfung ist vorteilhaft an einer an dem Schwinghebel
6 angeordneten Skala 17 in Verbindung mit einem durch die Schraubenspindel i¢ weiterbewegten
Zeiger 18 direkt ablesbar.
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Während der Verschiebung der Garn- oder Streckwalze 3 arbeitet die
ortsfeste Garnwalze 2 mit der Quetschwalze i9 unverändert weiter. Die Quetschwalze
icg ist an einem Hebelgestänge 2o gelagert, das unter der Wirkung einer oder mehrerer
vorteilhaft innerhalb des Maschinengestelles liegender Gegengewichte 21 steht. Die
an sich bekannten Steuermittel für das Abheben und Heranführen der Ouetschwalze
i 9 sind auf der Zeichnung nicht wiedergegeben.
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Es ist mit dem Erfindungsgegenstand ohne weiteres möglich, die Maschine
für einen Mercerisierprozeß ohne Schrumpfung einzustellen und sie auch ohne Benutzung
der Hilfsnockenrolle und -scheibe arbeiten zu lassen.
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Der wesentlichste Vorteil der Erfindung besteht darin, daß der Ausschlag
bzw. Hub der Streckwalze regelbar ist. Die Erfahrung hat gezeigt, daß es nicht genügt,
den Grundabstand zwischen den Garnwalzen zu verändern und den Hub der beweglichen
Garn-bzw. Streckwalze konstant zu lassen. Man hat bereits zusätzliche Sicherungsmittel
vorsehen müssen, um ein Zerreißen bestimmter Garnsorten, die beispielsweise einen
kleineren Hub oder jeweils eine andere Vorspannung erfordern, zu verhindern. Durch
die Erfindung wird gleichsam die Form der den Hub der Streckwalze bestimmenden Nockenscheibe
verändert, so daß es zur Einstellung verschieden großer Hübe nicht erforderlich
ist, jeweils eine andere Nockenscheibe auf die Nockenwelle aufzuziehen. Diese Möglichkeit
stellt besonders deshalb einen wesentlichen Fortschritt dar, weil immer häufiger
Mischgespinste Verwendung finden, die, wie die Praxis und Laboratoriumsversuche
beweisen, ein sehr verschiedenes Verhalten während des Schrumpfens zeigen und nicht
alle um den gleichen Betrag gereckt werden können. Ein Überlagern von Gespinsten
mit größerer Schrumpfung an der Ouetschwalze und hierdurch bedingte Fadenbrüche
werden außerdem vollständig vermieden.