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Siedlungsbau mit übereinanderliegenden Wohnungsreihen und Laufgängen
Nach den üblichen Siedlungsplänen werden Eigenheime in Form von Einfamilienhäusern,
Doppelbäusern oder Häuserzeilen angestrebt, die im Gegensatz zu den sogenannten
Mietskasernen dem Siedler neben der Freude am Eigenbesitz das Gefühl größerer Selbständigkeit
vermitteln und hygienische Lebensbedingungen gewährleisten. Diese Pläne sind in
ländlichen Gegenden und in Außenbezirken von Großstädten im allgemeinen durchführbar.
Schwierigkeiten entstehen aber in allen den Fällen, wo nur teueres Siedlungsgelände
oder nur wenig umfangreiches Siedlungsgelände zur Verfügung steht, wie z. B. im
Weichbild einer Stadt. Andererseits bietet die Siedlung innerhalb von Städten den
Vorteil, daß im Gegensatz zu den Siedlungen in Außenbezirken keine Aufwendungen
für die Anlage und Einrichtung von Verkehrsmitteln, für Strom-, Wasserversorgung
usw. erforderlich sind. Ein weiterer Vorteil besteht darin, daß die mit einer Umsiedlung
aus dicht bewohnten Stadtteilen fast regelmäßig verbundene Vergrößerung der Entfernung
von der Arbeitsstätte vermieden wird.
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Es sind bereits mehrere Vorschläge. für Siedlungen in der Stadt bzw.
auf beschränktem Gelände gemacht worden. Einer dieser Vorschläge bezieht sich auf
ein Reihenhaus mit mehreren neben- und übereinanderliegenden Wohnungen, wobei jede
Wohnung aus zwei Stockwerken besteht und die längs den in jeweils gleicher Höhe
liegenden Wohnungen führenden Laufgänge an den unteren Stockwerken in etwa °/3 der
Stockwerkhöbe vorbeiführen. Nachteilig kann sich bei diesem Vorschlag vor allem
der Umstand auswirken, daß die unteren Stockwerke für Wohnzwecke ausscheiden und
nur Nebenräume enthalten können, für welche aber in der Regel kein ausreichendes
Bedürfnis besteht. Ein anderer Vorschlag empfiehlt für Siedlungszwecke mehrgeschossige
Gebäude, deren Außenseite in den oberen Geschossen gegenüber den darunterliegenden
Geschossen zurückversetzt ist, so daß terrassenartige Freiflächen entstehen, die
durch balkonartige Ausladungen erweitert werden. Hierbei wird aber auf einen individuellen
Charakter der Einzelwohnungen keine Rücksicht genommen.
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Demgegenüber schafft die Erfindung eine insbesondere für Städte geeignete
Siedlungsmöglichkeit, die im wesentlichen die gleichen erzieherischen und hygienischen
Vorzüge bietet wie die Außensiedlung in Form von Einzel- oder Doppelhäusern oder
Häuserzeilen, darüber hinaus aber eine vorteilhafte Bauweise bei geringem Platzbedarf
erlaubt.
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Der Siedlungsbau gemäß der Erfindung lehnt sich an die bekannten Vielwohnungsbauten
mit zwei oder mehr übereinanderliegenden Wohnungsreihen an, deren jede einen über
die ganze Baubreite reichenden Laufgang besitzt. Von diesem bekannten Vorschlag
unterscheidet sich der Erfindungsgegenstand dadurch, daß in gleicher Höhe jeweils
zwei Wohnungsreihen vorgesehen sind, deren Rückwände aufeinander zuweisen
und
daß jede Wohnungsreihe gegenüber der darünterliegenden Wohnungsreihe nach innen
zurückversetzt ist.
| Es ist besonders vorteilhaft und dem |
| des Wohnens entsprechend, jede Wohnu |
| reihe in zwei Stockwerken, einem Wo |
| geschoß und einem Schlafgeschoß, auszufüh |
| ren. |
Eine beispielsweise Ausführung des erfindungsgemäßen- Siedlungsbaus ist in der Zeichnung
dargestellt. Im einzelnen zeigen Abb. i einen Siedlungsbau mit zwei übereinanderliegenden
Wohnungsdoppelrei_hen in Ansicht, Abb. z eine Seitenansicht des Bauwerks nach Abb.
i, Abb. 3 die Tragkonstruktion in schematischer Darstellung, Abb. 4. einen Querschnitt
des unteren Stockwerks einer Wohnung, Abb. 5 einen Querschnitt des oberen Stockwerks
einer Wohnung.
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Das Bauwerk besteht aus vier Wohnungsreihen 1, 2, 3, 4 (Abb. 3). Die
beiden oberen Reihen 3 und q. sind gegenüber den unteren Reihen i und a zurückversetzt,
so daß zwischen den unteren Reihen ein über die ganze Länge des Bauwerks reichender
hofartiger Raum 5 entsteht, der sich nach oben zwischen den oberen Wohnungsreihen
in einem Entlüftungs- und Lichtschacht 6 fortsetzt. Der Hofraum 5 ist an den mit
Öffnungen 7 und Einfahrttor 8 versehenen Schmalseiten des Bauwerks abgeschlossen
(Abb.2). Die Öffnungen 7 ermöglichen eine Querbelüftung über die Gesamtlänge des
Bauwerks.
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Die Tragkonstruktion besteht aus senkrechten Fachwerken 9 (Abb. 3),
die im Abstand der Wohnungsbreite angeordnet sind und durch waagerechte, in einem
der Wohnungshöhe entsprechendem Abstand liegende Tragwände io und ii gegeneinander
versteift sind.
| Die gegenüber den oberen Wohnungsreihen 3 |
| und q. vorspringenden Teile der Tragwand i i |
| bilden die mit einem durchlaufenden Geländer |
| > versehenen Laufwege 13. Die obere Trag- |
| @d io dient zugleich als Dach für das Bau- |
O'An beiden Schmalseiten des Bauwerks sind je zwei zu den oberen Wohnungsreihen
führende Treppenhäuser 14 vorgesehen. Es genügt. natürlich auch ein Treppenhaus
auf jeder Seite. In diesem Fall müßte wenigstens einer der Laufwege 13 längs der
Schmalseiten des Bauwerks verlängert werden.
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Jede Wohnungsreihe setzt sich aus gleich großen zweistöckigen Wohnungen
15 zusammen.
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Das untere Stockwerk jeder Wohnung @Abb. q.) ist zweckmäßig als zusammenhängender
Wohnraum ausgeführt, von dem bei dem Ausführungsbeispiel ein Baderaum 16 mit Toilette
17 abgeteilt ist. Von dem unteren Stockwerk führt eine Treppe zu dem oberen Stockwerk
-(Abb. 5), das neben einem Vorraum 18 zwei Zimmer i9 und 2o enthält.