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Verfahren zum Abtauen des Eisbelages am Verdampfer oder Kühlkörper
eines Kälteapparates Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren und eine Vorrichtüng
zum Abtauen des Eisbelages am Verdampfer oder Kühlkörper insbesondere eines wärmebetriebenen
Kälteapparates. Das Abtauen kann entweder ganz selbsttätig erfolgen, d. h. der Abtauvorgang
wird beim Vorhandensein eines Eisbelages bestimmter Dicke selbsttätig eingeleitet
und nach dem Abtauen des Belages wieder selbsttätig beendigt, oder das Einleiten
kann auch willkürlich und die Beendigung des Abta.uvorganges selbsttätig erfolgen.
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Es sind bereits sowohl Vorrichtungen bekannt, die selbsttätig arbeiten,
als auch solche, die willkürlich betrieben werden. So ist es beispielsweise bereits
vorgeschlagen, ein Fühl= oder Prüforgan vorzusehen, das willkürlich oder selbsttätig
von Zeit zu Zeit in das Gebiet der möglichen Eisbildung geführt wird und beim Vorhandensein
von Eis eine vorübergehende Erhöhung der Temperatur des abzutauenden Kühlkörpers
hervorruft. Ferner ist bereits bekannt, für ein schnelles Erreichen einer derartigen
vorübergehenden Temperatursteigerung die Kocherdämpfe eines Ahsorptionskält.eapparates
zu benutzen, und zwar durch Aufreißen eines Flüssigkeitsverschlusses, Kocherdämpfen
den Zutritt zum Verdampfer freizugeben.
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Um die Bewegungen des Prüforgans in das Gebiet der möglichen Eisbildung
hervorzurufen, hat man ferner bereits vorgeschlagen, die beim Betrieb eines Kühlschrankes
geleisteten Türbewegungen zu benutzen. Dadurch wurde beim Öffnen der Schranktür
das Prüforgan in Richtung nach der Verdampferoberfläche bewegt und beim Vorhandensein
eines Eisbelages von einer besonderen Greifvorrichtung in dieser Lage festgehalten.
Dadurch wurde die Energiezufuhr zum Kälteapparat thermostatisch abgestellt. Obwohl
diese Vorrichtung in vielen Fällen zweckmäßig und genügend ist, kann es in anderen
Fällen erwünscht sein, die Abtauvorrichtung derart auszubilden, daß auch bei ausbleibendem
Türöffnen, d. h. ganz fehlender Bedienung des Schrankes, das Einleiten eines Abtauvorganges
erfolgen kann. Insbesondere in den Tropen oder sonst in Fällen, wo die Kühllufttemperatur
besonders hoch ist, so daß der Verdampfer des Kälteapparates stets frei von jedem
Eisbelag sein muß, um die erwünschte tiefe Kühlschranktemperatur aufrechterhalten
zu können, ist eine derartige selbsttätige Abtauv orrichtung von großem Wert. Es
sind bereits selbsttätig wirkende Abtauvorr ichtungen bekannt, bei denen ein als
Thermostat ausgebildetes Prüforgan in einem kleinen Abstand von der Oberfläche des
Verdampfers angeordnet ist. Der Abtauvorgang wird dabei selbsttätig eingeleitet,
sobald die Oberfläche der Eisschicht durch zunehmende Dicke an die Oberfläche des
Prüforgans gelangt ist. Diese Vorrichtung hat den Nachteil, daß das Abtauen sehr
unregelmäßig wird, weil die Eisbildung gerade
an der Stelle, wo
das Prüforgan angebracht ist, entweder gar nicht auftritt oder mit schwankenden
Strömungsverhältnissen der Kühlschrankluft stark schwankend ist.
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Die Erfindung bezieht sich auf eine Abtau'z= vorrichtung, bei der
ein Prüforgan in däs-. Gebiet der Eisbildung bewegt wird und beim Vorhandensein
eines Eisbelages eine vorübergehende Erhöhung der Temperatur des abzutauenden Kühlkörpers
bewirkt, und ist im wesentlichen dadurch gekennzeichnet, daß zum Bewegen des Prüforgans
mittelbar oder unmittelbar Temperaturschwankungen benutzt werden, die sich aus dem
Betrieb des Kälteapparates ergeben.
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Die Erfindung soll unter Hinweis auf die beilieg,dnden Leichnungen
näher beschrieben werden, wobei sich weitere kennzeichnende Merkmale der Erfindung
ergeben werden.
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In den Abb. i bis 3 sind drei Ausführungsbeispiele der Erfindung schematisch
dargestellt, und zwar zeigen die Abb. i und 2 im Längsschnitt zwei Abtauvorrichtungen
für elektrisch betriebene Kühlschränke. Die Abb. 3 zeigt eine Abtauvorrichtung eines
beliebig betriebenen Kühlschrankes. Die Abb.4 zeigt eine Einzelheit der Vorrichtung
gemäß Abb-3-In Abb. i bezeichnet io einen Abschnitt der Kühlschrankwandung und i
i die Wandung des im Schrank belegenen Kühlkörpers, z. B. des Verdampfers des Kälteapparates.
Diese Wandung i i ist mit einem Eisbelag 12 bedeckt dargestellt. In der Schrankwandung
io ist ein kreisförmiges Loch 14 vorgesehen, das teilweise von einem darin zentrierten,
ringförmigen Isolationsstück 13 ausgefüllt ist. Die zylindrische Innenwandung des
ringförmigen Isolationsstückes 13 ist mit einem Metallrohr 15 ausgekleidet, in dessen
beiden Enden je eine kragenförmige Hülse 16 bzw. 17 eingeschraubt ist, deren äußerer
Durchmesser größer ist als der-des Rohres 15. Mit Hilfe einer Haltemutter 18 bzw.
i 9 sind die kragenartigen Hülsen 16, 17 durch je eine dünne biegsame Membran 2i
bzw. 22 hermetisch abgedeckt. Diese Membranen, die aus Metall oder einem geeigneten
organischen Material bestehen können, tragen eine Stange :25 und an deren Ende einen
vorzugsweise aus Kautschuk hergestellten Knopf 28. Diese Stange bildet den Hauptteil
des Prüforgans. Die beiden Durchführungen der Stange 25 durch die Membranen 21,
22 sind durch besondere Abschlußpackungen 26, 27 gedichtet. Der zwischen den beiden
Membranen belegene hermetisch geschlossene Raum ist mit trockener Luft oder mit
einer Flüssigkeit gefüllt. Zwischen der Kühlschrankwandung io, und zwar deren nach
außen belegener Oberfläche, und der kragenförmigen Hülse 17 ist ein Bügel 29 festgeklemmt,
der zum Tragen des üblichen Kippschalters 33 der Kühlschrank-..heizung dient, die
vom Thermostaten 5i gesteuert wird. Ferner ist in dem Bügel 29 .;'e'iüe Übertragungsstange
43 in Löchern 31, 32 °'Wliigert. Die Bewegungsrichtung der Stange ;4# - ist etwa
parallel zu der Längsrichtung der -Stange a5 des Prüforgans, die selbst in diese
Richtung bewegt werden kann.
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Die beiden Stangen 43 und 25 sind durch eine nahezu senkrecht angeordnete
Übertragungsstange 42 miteinander verbunden, und zwar ist die Übertragungsstange
42 durch den Zapfen 44 drehbar mit der Stange 25 verbunden. Die Verbindung zwischen
den Stangen 42 und 43 ist derart ausgeführt, daß die Bewegung der Stange 43 in seiner
Längsrichtung in eine Drehbewegung der Stange 42 um den Zapfen 47 verwandelt werden
kann. Zu diesem Zweck ist die Stange 42 an ihrem unteren Ende mit einer langgestreckten
Aussparung 48 versehen, in die der Zapfen 47 der Übertragungsstange 43 hineinragt.
Die Stange 43 ist ferner an ihrem einen Ende mit einem vom Thermostaten 51 gesteuerten
übertragungsorgan 5o drehbar verbunden, und zwar durch ein Glied 49 derselben Art
wie das Glied 47, 48. Das andere Ende der Stange 43 ist mit einem Metallstreifen
52 starr verbunden, der seinerseits -unter Vermittlung einer Feder 46 wieder mit
einem zwischen den Zapfen 44 und 47 belegenen Punkt mit der Stange 42 verbunden
ist. Die Feder 46 hat den Zweck, die normalen gegenseitigen Stellungen der Stangen
42, 25 und 43 zu bestimmen. Die Stange 5o des Thermostaten 5 1 ist in bekannter
Weise mit dem üblichen nicht dargestellten Balg des Thermostaten verbunden und soll
zum Übertragen der Bewegungen des Balges dienen. Die Stange 42 stellt gewissermaßen
eine Fortsetzung der Stange 5o dar -und soll deren Bewegungen auf den Kippschalter
33 übertragen. Die Übertragung erfolgt in bekannter Weise dadurch, daß die Stange
42 an ihrem oberen Ende mit zwei Zungen 40 und 41 versehen ist, zwischen denen ein
Zapfen 39 des kippbaren Kontaktorgans 34 des Schalters belegen ist. Das Kontaktorgan
34 besteht im wesentlichen aus einem zugeschmolzenen Quecksilber enthaltenden Glasrohr,
durch dessen Wandung die beiden Anschlüsse 35 und 36 des Schalters durchgeführt
sind. Das Rohr ist an einer Wiege 38 befestigt, die um eine Welle 37 kippbar ist.
Bei der in der Abbildung gezeigten Lage des Rohres 34 ist die elektrische Verbindung
zwischen den Anschlüssen 35, 36 unterbrochen.
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Der Thermostat 51 enthält, wie bereits erwähnt, eine Balgvorrichtung
bekannter Art, die durch eine Leitung 53 mit dem Fühlkörper
54
des Thermostaten verbunden ist. Dieser Fühlkörper ist in dem Kühlraum angeordnet.
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Es sei zunächst der Fall steigender Temperatur ohne Beeisung des Verdampfers
betrachtet. Wenn die Temperatur im Kühlraum über einen bestimmten Betrag steigt,
werden im Fühlkörper 54 und im Thermostaten 51 Druckveränderungen hervorgerufen,
die eine Schwenkbewegung der Stange 5o bewirken. Diese Schwenkbewegung wird in eine
Geradliniebewegung der Stange 43 verwandelt, und zwar wird der Verbindungszapfen
47 zwischen den Stangen 43 und 42 dabei nach rechts bewegt. Dies hat zur Folge,
daß sich auch die Übertragungsstange 25 unter Vermittlung des Zapfens 44 parallel
mit der Stange 43 mitbewegt, ohne daß eine Schwenkung der Stange 42 erfolgt. Denn
bei diesem Vorgang hält die Feder 46 stets die gegenseitigen normalen Stellungen
der Stange 25, 42 und 43 aufrecht, solange keine Eisbildung im Verdampfer vorhanden
ist. Der Gummiknopf 28 bewegt sich also bei steigender Temperatur in Richtung auf
die Oberfläche des Verdampfers oder Kühlkörpers i i. Nun sind die einzelnen Gestänge
und übrigen Teile der Anlage derart bemessen und angeordnet, daß der Knopf 28 bei
rein seitlicher Verschiebung der Stange 42, d. h. bei Fehlen eines Eisbelages am
Verdampfer genügend weit an dessen Oberfläche herantreten kann, um eine Umstellung
des Schalters 33 durch reine Parallelverschiebung der Stange 42 zu ermöglichen,
indem die Zunge 4o den Zapfen 39 des Kippschalters mitnimmt. Durch diese Umstellung
wird der Strom zur Beheizung des Kälteapparates eingeschaltet, und die Temperatur
im Schrank beginnt zu sinken.
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Das Absinken der Temperatur bewirkt eine entgegengesetzte Druckänderung
im Fühlkörper und im Thermostaten 51, so daß eine Schwenkung der Stange 5o
nach links erfolgt. Diese Schwenkbewegung bewirkt in entsprechender Weise eine Parallelverschiebung
der Stange 42 mit sich selbst, bis die Zunge 41 gegen den Zapfen 39 stößt und den
Kippschalter wieder ausschaltet.
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Es sei nun das Arbeiten der Vorrichtung betrachtet, wenn Eis auf dem
Verdampfer liegt. Bei steigender Temperatur schwenkt die Stange 5o nach rechts und
sucht die Stangen 43 und 25, wie erwähnt, parallel nach rechts zu verschieben und
damit den Kippschalter mit einzuschalten. Hierbei wird der Knopf 28 in das Gebiet
der Eisbildung hineinbewegt, und trifft er dabei auf einen Eisbelag, so kann er
seine Rechtsbewegung nicht fortsetzen. Da aber die Stange 43 vom Thermostaten weiter
nach rechts bewegt wird, so kann sich jetzt die Stange 42 nicht mehr parallel mit
sich selbst verschieben, sondern muß um den Zapfen 44 schwenken, da dieser durch
den Eisbelag festgehalten wird. Hierbei wird die Feder 46 gespannt. Da das untere
Ende der Stange 42 bei steigender Temperatur vom Thermostaten nach rechts gedrückt
wird, wird der obere Teil der Stange 42 bei durch Eisbildung gesperrter Bewegung
des Zapfens 44 nach links geschwenkt. Hierdurch wird verhindert, daß die Zunge 4o
den Zapfen 39 umwerfen kann. Der Quecksilberschalter bleibt also ausgeschaltet,
weil er vom Prüforgan verriegelt ist.
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Das Abgeschaltethalten der Beheizung bewirkt ein Wärmerwerden des
Verdampfers und damit sein Abtauen. Da die Feder 46, wie oben erwähnt, bei vorhandenem
Eisbelag gespannt ist, sucht sie die Stange 25 und damit den Knopf 28 gegen den
Verdampfer i i zu pressen. Ist das Eis am Verdampfer genug abgeschmolzen, so hat
auch die Feder 46 die Stange 25 derart nach rechts gedrückt, daß die Stange 42 in
ihre Normalstellung zurückschwenkt, wobei die Zunge 4o den Zapfen 39 in die Einschaltstellung
des Schalters führt.
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Bei der nun wieder sinkenden Temperatur des Kühlschranks vollzieht
sich die Verschiebung des Gestänges nach links, wie oben beschrieben.
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In Abb. 2 ist ein weiteres Ausführungsbeispiel der Erfindung schematisch
dargestellt, wobei die Bezugszeichen gleich denen der Abb. i sind. Die Abtauvorrichtung
gemäß Abb. 2 ist mit einer zusätzlichen Wärmequelle verbunden, die zur Beschleunigung
des Abtauens dienen soll. Diese Wärmequelle kann mit dem abzutauenden Kühlkörper
wärmeleitend verbunden sein, so daß die von ihr gelieferte Wärme direkt zum Schmelzen
des Eises benutzt wird. Es ist jedoch häufig vorteilhafter, die Vorrichtung derart
aUszubilden, daß die zusätzliche Wärmequelle zum Aufreißen eines Flüssigkeitsverschlusses
benutzt wird, wie für Abb. 3 näher beschrieben. Dadurch kann diese Wärmequelle nämlich
erheblich kleiner als sonst sein.
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In der Abb. 2 ist mit 61 der Balg des zur Temperaturregelung des Schrankes
bestimmten Thermostaten bezeichnet. Dieser Thermostat kann an sich bekannter Art
sein, wobei die Bewegungen des Balges 61 durch gegliedertes Gestänge auf den Schalter
übertragen werden. Die Übertragung erfolgt durch die Stange 6o, die sich um einen
Drehpunkt 63 drehen kann und an einem Punkt 62 mit der Übertragungsstange 8i des
Balges drehbar verbunden ist. Der dazugehörige Schalter 34 wird, wie bereits bei
dem Beispiel der Abb. i erwähnt ist, von der Stange 6o gesteuert. Ferner sind mit
64 und 65 die beiden elektrischen Anschlüsse des Kälteappärates
bezeichnet.
Der Schalter 34, die Wicklungen eines Elektromagneten 67 und die Heizpatrone 66
des Kochers sind in Reihe zwischen den Netzanschlüssen 64 und 65 geschaltet. Von
den Anschlüssen sind zwei Leitungen 77,78 abgezweigt, die einen Nebenstromkreis
bilden, in dem ein zusätzlicher Ouecksilberschalter 74 und die bereits erwähnte
zusätzliche Wärmequelle 79 enthalten sind. Die Wärmequelle 79 kann aus einer Heizpatrone
im wesentlichen gleicher Art wie die Heizpatrone 66 bestehen. Der zusätzliche Schalter
74 ist gleicher Art wie der Schalter 34 des Thermostaten 51. Ferner ist der Schalter
74 in entsprechender Weise wie der Schalter 34 der Abb. i mit dem Prüforgan der
Abtauvorrichtung durch die Stange 42 gekuppelt. Die Kupplung sowie auch das Übertragungsgestänge
sind im wesentlichen gleich den entsprechenden Teilen der Abb. i. Der Antrieb der
Stange 43 erfolgt aber in einer anderen Weise, nämlich durch den Anker des erwähnten
Elektromagneten 6e. Dieser Anker besteht aus einer an dem Punkt 7o des Bügels 29
drehbar befestigten Stange 69, an deren den Polen des Magneten 67 zugekehrter Seite
eine eiserne Platte 68 befestigt ist. Die Stange 69 ist ferner an ihrem unteren
Ende mit der Stange 43 drehbar verbunden, und zwar derart, daß ein Zapfen 72 dieser
Stange in eine langgestreckte Aussparung der Stange 69 eingreift. Zur Sicherung
des Abstandes zwischen der Stange 69 und dem Magneten 67 ist eine Feder
71 vorgesehen, die beispielsweise aus einem um die Stange 43 gewickelten
Spiraldraht bestehen kann.
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Die Arbeitsweise der Abtauvorrichtung gemäß Abb.2 entspricht im wesentlichen
der der Abb. i. Es erfolgt also, wenn kein Eis am Verdampfer i i vorhanden ist,
nur eine Parallelverschiebung der Stange 42 in Richtung nach der Kühlschrankwandung
io, wobei die Lage des Schalters 74 unverändert bleibt. Der Unterschied zwischen
den beiden Vorrichtungen besteht aber darin, daß die Treibkraft bei der Vorrichtung
gemäß Abb. 2 von dem durch den, Kühlschrankthermostaten j i geregelten Hauptstrom
der Heizpatrone 66 stammt, der den Magneten 67 erregt, sobald der Thermostat 51
den Hauptstromkreis schließt, d: h. sobald der Fühlkörper 54 wegen steigender Temperatur
des Schrankes den Thermostaten 51 ansprechen läßt. Bei der Erregung des Magneten
67 wird der Anker 68, 69 angezogen und schwenkt dabei um den Punkt 7o. Die mit dem
unteren Ende der Stange 69 gelenkig verbundene Stange 43 wird dabei nach rechts
gedrückt, wobei die Stange 25 des Prüforgans ebenfalls nach rechts geführt wird.
Wenn nun eine Eisschicht bestimmter Dicke vorhanden ist, wird der Knopf 28 in seiner
Bewegung gehindert. Dies hat. züf Folge, daß der Drehpunkt 47 stehenbleibt und daß
bei Weiterbewegung der Stange 43 die Übertragungsstange 42 des Schalters, nicht
mehr parallel zu sich selbst bewegt wird, son= lern um den Punkt 47 gedreht wird.
Dadurch gelangt die Zunge 4o der Stange 42 so weit nach rechts, daß sie den Zapfen
76 anfaßt, wodurch das Schaltorgan 74 in bekannter Weise in seine Schließstellung
gebracht wird. Hierbei schließt der Schalter 74 den die Heiz= patrone 79 enthaltenden
Stromkreis. Die von der Heizpatrone 79 dabei erzeugte Wärme wird nun, wie bereits
beschrieben, dem Verdampfer oder einem Flüssigkeitsverschluß zugeführt, d. h. die
Wärmebewirkt in beiden Fällen eine Erhöhung der Temperatur des Verdampfers. Die
verschiedenen Apparatteile müssen nun derart bemessen sein, daß die Temperatur des
Verdampfers bis auf einige Grade über o steigt, so daß die Eisschicht abtauen kann.
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Bei der Schwenkbewegung der Stange 42 um den Punkt 47 wird die Feder
46 gestreckt und bleibt gestreckt, solange der Knopf 28 gegen die Eisschicht drückt.
Die Spannkraft der Feder 46 erstrebt, die Stange 4a in die entgegengesetzte Richtung
zu drehen, d. h. die Kraft sucht den Schalter in seine Ausschaltlage zu bringen.
Wenn daher die Dicke der Eisschicht wegen der zusätzlichen Wärmezufuhr zum Verdampfer
allmählich abnimmt, verschiebt sich der gegen die Eisschicht drtilckendeKnopf 28
nach rechts, wobei die Stange 42 .um den Punkt 44 gedreht wird, und zwar derart,
daß sich die Zungen 40, 41 nach links bewegen. Die Zunge 41 gelangt dabei allmählich
so weit nach links, daß sie den Zapfen 7(-) wieder faß.t und, wenn der Knopf 28
in die Nähe der Verdampferoberfiäche gelangt, die Zurückbewegung des Schalters 74
in die aus der Abbildung ersichtliche Lage bewirkt. Bei dieser Ausführungsform bleibt
während des Abtauvorganges die Beheizung des Kochers des Kälteapparates stets angestellt.
Mai: braucht deswegen keine besonderen Maßnahmen zu treffen, um bei Beendigung des
Abtauvorganges die Beheizung des Kälteapparates wieder .anzustellen. Die Kälteerzeugung
setzt vielmehr besonders schnell ein, und zwar wegen der während des Abtauvorganges
noch angestellten Beheizung des Kochers. Dies ist von großer Bedeutung, da die Kühlschranktemperatur
während des Abtauvorganges sehr hoch steigen kann und eine schnelle Unterkühlung
des Kühlraums erforderlich ist.
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Die beiden Abtauvorrichtungen gemäß Abb. i und 2 arbeiten mit elektrischer
Energie und kommen daher hauptsächlich in Frage, wenn auch die Beheizun:g des Kocher
elektrisch
erfolgt. In der Abb. 3 ist ein weiteres Ausführungsbeispiel der Erfindung dargestellt,
bei dem die Beheizungsart des Kälteapparates beliebig sein kann, so daß diese Vorrichtung
bei Standardkälteapparaten benutzt werden kann, die sowohl elektrisch wie mit Ga's
oder 01 betrieben werden können. E s wird jedoch auch bei Abb. 3 eine thermostatisclie
Regelung der Heizquelle vorausgesetzt, d. 1i. eine von Zeit zu Zeit erfolgende Herabsetzung
und Steigerung der Wärmezufuhr.
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Es unterscheidet sich die Vorrichtung gemäß Abb. 3 von den vorherigen
im wesentlichen dadurch, daß die Antriebskraft des Prüforgans aus einem Bimetallorgan
besteht, dessen Bewegungen von der Wärme des Kocherschornsteins geregelt werden.
Die Bezeichnungen entsprechen denen der vorherigen Abbildungen. Ferner ist mit io5
das Schornsteinrohr des Kochers iog bezeichnet. In üblicher Weise wird das ausgetriebene
Kältemittel durch eine vom oberen Teil des Kochers ausgehende Leitung i io nach
dem nicht dargestellten Kondensator geführt. Von der Leitung i i o ist eine Abzweigleitung
i i i vorgesehen, die nach dem Verdampfer i i des Kälteapparates führt und den Zweck
hat, Kältemitteldämpfe direkt in den Verdampfer leiten zu können. In der Abzweigleitung
i i i ist in an sich bekannter Weise ein Flüssigkeitsver schluß 114 vorgesehen,
der durch die vom unteren Teil des Kondensators ausgehende Leitung 112 mit kondensiertem
Kältemittel beschickt wird. Wenn der Spiegel des flüssigen Kältemittels bis auf
eine bestimmte Höhe gestiegen ist, läuft es in die Leitung 113 über und wird durch
diese Leitung in üblicher Weise dem Verdampfer zugeführt, solange Flüssigkeit in
dem Flüssigkeitsverschluß 114 bis zu der erwähnten Höhe vorhanden ist. Ist den Kocherdämpfen
der Weg durch die Leitung i i i durch Kondensat gesperrt, so werden alle Kältemitteldärnpfe
in üblicher Weise nach dem Kondensator geführt.
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Das Arbeiten des üblichen Kühlschrankthermostaten verändert die Kocherbeheizung,
damit die Schornsteintemperatur und somit auch die Stellungen des Bimetallorgans
103, die dazu benutzt werden, durch Vermittlung der Gestänge 42, 115 den Flüssigkeitsverschluß
114 aufzureißen. Hierzu hat man eine Abzweigung des Schornsteinrohres vorgesehen,
die aus einem vom Schornsteinrohr io5 ausgehenden Rohr io6, einer den Flüssig.-keitsverschluß
teilweise umschließenden Kaminen 107 und einer Rückfuhrleitung io8 zum Schornstein
zurück besteht. Dieser abgezweigte Weg der Abgase bzw. der Warmluft ist durch eine
Klappenvorrichtung 117 verschließbar. Diese Klappenvor r ichtung besteht aus einer
Abdeckplatte, die um eine Welle iiy drehbar ist, wie in der Abbildung gezeigt ist.
Sie ist ferner mit einer Hebelstange 118 verbunden, die an dem Punkt i -2o mit der
Stange 115 drehbar verbunden ist. Die Abdeckplatte 117 befindet sich im Inneren
des Schornsteinrohres und ist vorzugsweise in ihrer Längsrichtung gekrümmt, so daß
sie gegen die Oberfläche der Schornsteinwandung dicht anliegt. Die Hebelstange sowie
auch der Punkt 12o befinden sich dagegen außerhalb des Schornsteinrohres und liegen
in der Abbildung hinter diesem Rohr. Die Stange i 15 ist mit einem Zapfen 116 versehen,
um den die Zungen 40, 41 der Stange 42 greifen können.
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Zwischen der Austrittsstelle des Schornsteinrohrs aus dem Kocher und
der Abzweigstelle der Abzweigung io6 ist das Bimetallorgan 103 angeordnet. Die Anordnung
dieses Organs geht näher aus der Abb. 4 hervor. Es besteht aus einem spiralförmig
gewickelten Bimetallstreifen, dessen eines Ende durch eine Klemmvorrichtung io4
an dem Schornstein wärmeleitend befestigt ist und dessen anderes Ende mit Hilfe
einer Riegelmutter io2 mit einer Stange ioi fest verbunden ist. Die Stange ioi ist
vermittels eines Gliedes ioo mit der Stange 42 drehbar verbunden. Die Drehung kann
in der Horizontalebene erfolgen.
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Bei einer Änderung der Temperatur des Bimetallstreifens erfolgt in
bekannter Weise eine Deformation, deren Kraft für die Betätigung des Prüforgans
25, 28 benutzt wird. Wenn beispielsweise der Thermostat des Kälteapparates die den
Kocher iog beheizende Gasflamme abstellt bzw. vermindert, sinkt die Temperatur des
Schornsteins tos und so -mit auch die des Bimetallstreifens 103. Diese Temperaturänderung
hat eine Verschiebung der Stange ioi nach rechts zur Folge, wobei diese Bewegung
in bereits beschriebener Weise eine Verschiebung des Prüforgans in die gleiche Richtung
bewirkt. Wenn dabei kein Eis am Verdampfen i o vorhanden ist, erfolgt nur eine Parallelverschiebung
der Stange 42, indem die beiden Zungen 40, 4i nach rechts bewegt werden, ohne daß
die Zunge 4o den Zapfen 116 anfaßt. Es erfolgt deswegen keine Änderung der Lage
dieses Zapfens. Wenn dagegen ein Eisbelag vorhanden ist, wird die Bewegung des Knopfes
28 und dadurch der Stange 25 gebremst, was, wie in dein vorigen Beispiel beschrieben
ist, eine Drehung der Stange 42 um den Punkt 47 zur Folge hat. Die Verschiebung
der Zunge 4o dieser Stange erfolgt dabei so weit nach rechts, daß der Zapfen 116
gefaßt und mitbewegt wird. Diese Mitbewegung wird
von der Hebelstange
i i8 auf die Abdeckplatte i i7 übertragen, so daß diese Platte in die in der Abbildung
gestrichelte Lage gebracht wird. Dadurch öffnet-sich der Abzweigweg io6, 107, io8
des Schornsteins, so daß warme Gase die Kammer 107 durchstreichen und eine
schnelle Erwärmung und Verdampfung des im Flüssigkeitsverschluß 114 enthaltenen
Kältemittels bewirken. Durch diese Verdampfung öffnet sich schnell die Gasverbindung
zwischen dem Rohr iio und dem Verdampfer i i, wodurch Kocherdämpfe durch die Leitung
i i i unmittelbar in den Verdampfer treten können. Dadurch erwärmt sich der Verdampfer,
so daß das Eis abschmilzt. Da aber der Knopf 28 des Prüforgans stets gegen die Eisschicht
drückt, bewegt sich dieser Knopf je nach dem Abschmelzen der Eisschicht in der Richtung
nach der Verdampferoberfläche und wird deswegen allmählich in die Lage gelangen,
wo die Zunge 4o nicht mehr den Zapfen 116 anfaßt. Der Zapfen und dadurch die Stange
115 wird sich dewegen allmählich wieder nach links bewegen, wodurch die Abdeckplatte
i 17
durch Eigenschwere wieder in ihre Schließlage zurückfällt.
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Die Erfindung ist auf die gezeigten Ausführungsbeispiele nicht beschränkt.
Vielmehr muß sich die Ausbildung der verschiedenen 'feile der Abtattvorrichtung
nach der Art des Kälteapparates sowie auch nach der Art der Beheizung richten. So
muß z. B. der Schalter 33 der Abb. i beim Gasbetrieb durch ein Ventil ersetzt werden,
das von der Stange 4.2 gesteuert wird.
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Ferner kann es in vielen Fällen zweckmäßig und einfach sein, andere
Impulsquellen als den Kühlschrankthermostat zu benutzen. Als Impulsquelle für das
Einleiten des Abtauvorganges können im allgemeinen alle Temperaturschwankungen benutzt
werden, die sich aus dem-Betrieb des Kälteapparates ergeben und die genügend regelmäßig
auftreten, beispielsweise die Schwankungen der Absorber-Kondensator- oder sogar
Kühlmitteltemperatur.
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Da es erwünscht sein kann, das selbsttätige Abtauen willkürlich verhindern
zu können, empfiehlt es sich, die Anlage mit einer Vorrichtung zu versehen, durch
die das Einleiten des Abtauvorganges willkürlich verhindert werden kann. Dies kann
beispielsweise dadurch erreicht werden, daß ,die Nachgiebigkeit der Verbindung zwischen
den Gestängen 42 und 43 (Abb. i) vorübergehend vermindert wird. Zu diesem Zweck
kann ein von außen bedienter Handgriff o. dgl. vorgesehen sein, der ein geeignetes
Sperrorgan betätigt, das z. B. in die Öffnung 48 eingreift und somit die Drehbarkeit
der Stange 42 um den Zapfen 4; aufhebt. Dadurch bleibt die gegenseitige Lage der
beiden Stangen 42 und So stets die gleiche, unabhängig davon, ob die Bewegung der
Stange 25 nach rechts bis zur Oberfläche des Verdampfers oder nur bis zu einem Eisbelag
erfolgt. Durch die somit geschaffene starre Verbindung zwischen den Stangen 42 und
So wird der Schalter 33 stet in einer Stellung gehalten, die der Einstellung des
Thermostaten entspricht. Wenn daher z, B. der Thermostat auf maximale Kälteleistung
eingestellt wird, schaltet der Schalter 33 den Kälteapparat an, ganz unabhängig
ob ein Eisbelag am Verdampfer vorhanden ist oder nicht. Wenn ein Eisbelag vorhanden
ist, wird die Bewegung der Stange 25 nach rechts gehindert, und da wegen der Verriegelung
des Gliedes 47, 48 der Punkt 44 dennoch weiter .nach rechts bewegt wird, würde eine
Deformation der Stange 25 eintreten können. Dies kann aber einfach dadurch vermieden
werden, daß die Stange 25 in zwei durch eine Feder miteinander verbundene Teile
geteilt wird, so daß sie in ihrer Längsrichtung genügend nachgiebig wird. Diese
Feder muß jedoch so steif sein, daß sie bei dem Aufheben der Sperrung des Gliedes
48, 47, d. h. während des normalen Betriebes der Abtauanlage, als eine .starre Verbindung
der beiden Teile der Stange 25 wirkt.