DE655417C - Verfahren zur Herstellung von mit Kautschuk impraegnierten Zwirnen und Geweben aus Pflanzenfasern - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von mit Kautschuk impraegnierten Zwirnen und Geweben aus Pflanzenfasern

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DE655417C
DE655417C DES110246D DES0110246D DE655417C DE 655417 C DE655417 C DE 655417C DE S110246 D DES110246 D DE S110246D DE S0110246 D DES0110246 D DE S0110246D DE 655417 C DE655417 C DE 655417C
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    • DTEXTILES; PAPER
    • D06TREATMENT OF TEXTILES OR THE LIKE; LAUNDERING; FLEXIBLE MATERIALS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
    • D06MTREATMENT, NOT PROVIDED FOR ELSEWHERE IN CLASS D06, OF FIBRES, THREADS, YARNS, FABRICS, FEATHERS OR FIBROUS GOODS MADE FROM SUCH MATERIALS
    • D06M15/00Treating fibres, threads, yarns, fabrics, or fibrous goods made from such materials, with macromolecular compounds; Such treatment combined with mechanical treatment
    • D06M15/693Treating fibres, threads, yarns, fabrics, or fibrous goods made from such materials, with macromolecular compounds; Such treatment combined with mechanical treatment with natural or synthetic rubber, or derivatives thereof

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  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Textile Engineering (AREA)
  • Yarns And Mechanical Finishing Of Yarns Or Ropes (AREA)
  • Woven Fabrics (AREA)

Description

  • Verfahren zur Herstellung von mit Kautschuk imprägnierten Zwirnen und Geweben aus Pflanzenfasern Es ist bekannt, Textilfäden aus Pflanzenfasern zwecks Erzielung von Wolleffekten einer Ouell- und Schrumpfbehandlung im ungespannten Zustande auszusetzen. Weiterhin ist es bekannt, einem gewöhnlichen Zwirn vor dem Merzerisieren eine stärkere Drehung als die gewünschte Enddrehung zu geben und diesen Zwirn nach dem Merzerisieren teilweise wieder aufzudrehen, um die durch das Merzerisieren bewirkte Härtung des Fadens zu beseitigen. Ein derart behandelter Zwirn behält also im Endergebnis eine übliche Zwirnung bei, und seine Fasern bleiben gegeneinandergedrückt. Ferner ist bekannt, Zwirne mit einer der Drehrichtung der Vorgarne entgegengesetzten Drehrichtung herzustellen, um einen glatten Zwirn zu erzielen.
  • Bekanntlich besitzen nun Textilien eine von der Art der Garne abhängige besondere Elastizität. Beim Drillen von Vorgarnen erzeugt man einen Eingriff der verschiedenen Fasern ineinander und erhält Garne, deren Zerreißfestigkeit und Elastizität bis zu gewissen Grenzen mit dem Maß der Drehung zunimmt. Der Höchstwert der Zerreißfestigkeit wird durch eine sog. kritische Drehung erhalten, während der Höchstwert der Elastizität durch eine zusätzliche Drehung erzielt wird. Zwirnt man mehrere derartige stark gedrehte Vorgarne zusammen, so erhält man einen mehrfachen Zwirn, dessen Endelastizität gesteigert ist.
  • Andererseits ist es bekanntlich unmöglich, plastische Stoffe, wie Kautschuk, ohne eine besondere Vorbehandlung der Fasern in das Innere der Garne einzubringen, sobald die den Fasern gegebene Drehung eine verhältnismäßig niedrige Grenze erreicht hat.
  • Es besteht nun ein großes Bedürfnis nach Garnen und Geweben aus Pflanzenfasern, welche eine hohe Zerreißfestigkeit und gleichzeitig eine große Elastizität auch dann besitzen, wenn sie mit einem elastischen oder plastischen Stoff, wie Kautschuk, imprägniert sind.
  • Die bekannten Textilien genügen diesen Forderungen im allgemeinen nicht. Beispielsweise besitzen die mehrfachen Zwirne zwar eine ziemlich große Anfangselastizität, jedoch infolge der Zusammendrückung ihrer Fasern nur eine geringe Imprägnierfähigkeit und sind zudem in der Querrichtung nur noch wenig zusammenpreßbar; aus diesem Grunde wirken sie aufeinander wie Feilen ein, wenn sie sich berühren und Biegungswirkungen ausgesetzt sind. :Andere Textilien lassen sich zwar weitgehend imprägnieren, besitzen jedoch den Nachteil, daß ihnen eine größere Elastizität völlig fehlt.
  • Die Erfindung bezweckt, diese Nachteile zu beseitigen und Zwirne oder Gewebe aus Pflanzenfasern herzustellen, welche bei hoher Imprägnierfähigkeit gleichzeitig eine hohe Zerreißfestigkeit und eine große Elastizität vor und auch nach der Imprägnierung besitzen. Zu dem Zweck gibt man der Vereinigung von zwei oder mehreren so weit in gleicher Richtung gedrillten Vorgarnen, daß sie sich praktisch nicht mehr strecken lassen, einen etwa gleichen entgegengesetzten Drall und behandelt diese Zwirne bzw. die daraus erzeugten Gewebe im ungespannten Zustande mit Quell- bzw. Schrumpfungsmitteln, wie starken Laugen oder Säuren. Hierauf wird das Textilgut mit Lösungen oder Dispersionen von natürlichem oder künstlichem Kautschuk oder Balata, vorzugsweise mit natürlicher oder konzentrierter Kautschukmilch, imprägniert und gegebenenfalls vulkanisiert.
  • Die mit Kautschuk noch nicht imprägnierten Zwirne nach der Erfindung sind wenig gedrillt, also ganz offen, haben eine glatte und plastische Oberfläche und sind in Querrichteng zusammenpreßbar; deren aufgequollene und zusammengeschrumpfte Fasern sind nicht gegeneinandergedrückt, trotzdem aber untereinander stark eingehängt. Die Zerreißfestigkeit und Elastizität dieser Zwirne ist höher als bei normalen Garnen; bei gleichem Gewicht haben sie z. B. eine um 5o °/o höhere Dehnung. Außerdem ist die bleibende Elastizität eines derart behandelten Zwirnes wesentlich vergrößert.
  • Die aus diesen Zwirnen so hergestellten Textilien können dank ihrer erhöhten Zusamrnendrückbarkeit in der Querrichtung leicht mit Kautschuk oder einer ähnlichen elastischen oder plastischen Masse mehr oder weniger tief imprägniert werden, beispielsweise nicht nur bis in die Mitte der Zwirne, sondern bis in die Mitte der Einzelfasern. Nach einer derartigen Imprägnierung ist die Zerreißfestigkeit und Elastizität noch weiter gesteigert, und es ist in diesem Zustande möglich, den Grad der bleibenden Elastizität des Erzeugnisses zu regeln und zu fixieren.
  • Die mit Kautschuk imprägnierten Zwirne und Gewebe werden entweder so verwendet, wie sie aus der Imprägnierflotte herauskomirren, oder noch mit einem geeigneten Fällmittel, wie Essigsäure, nachbehandelt, dann getrocknet und gegebenenfalls vulkanisiert. Vor oder nach dem Trocknen, aber vor dem :\Tulkanisieren kann den Geweben eine Spannung entweder in einer oder beiden Richtungen der Gewebe erteilt werden, um einen Teil der elastischen Dehnung aufzuheben. Beim Trocknen oder Vulkanisieren wird hierauf die so gegebene Anfangsdehnung, die dann als Ausgangspunkt für die elastischen Dehnungen dient und die bleibende Elastizität bestimmt, fixiert. Durch eine derartige Behandlung der Gewebe wird nicht nur die Elastizität der Gewebe in einer Richtung, in der sie fehlen soll, beispielsweise in der Querrichtung eines Riemens, aufgehoben, sondern die gesamte oder ein Teil der bei der Schrumpfung verlorengegangenen Oberfläche wiedergewonnen. Man kann sogar im Falle eines sehr elastischen Gewebes über die Anfangsabmessungen hinausgehen und das Gewebe in diesen neuen Abmessungen fixieren.
  • Für das Verfahren nach der Erfindung eignet sich insbesondere Baumwolle, jedoch auch andere Pflanzenfaserstoffe, wie Jute, Leinen, -Hanf, Ramie. Beispiel r Man gibt einem Baumwollvorgarn einen Drall von zoo Drehungen nach rechts. Parallel zu diesem Vorgarn ordnet man ein in der gleichen Weise hergestelltes zweites Vorgarn an und gibt der so gebildeten Vereinigung einen Drall von Zoo Umdrehungen nach links um eine den beiden Vorgarnen gemeinsame Achse. Der entgegengesetzte Drall bewirkt, daß der Zwirn aufquillt, wobei die gegenseitige Zusammendrückung der Fasern untereinander gänzlich aufgehoben oder aber wenigstens stark vermindert wird. Den so erzeugten entgegengesetzten gedrillten Zwirn taucht man dann im rohen oder gekochten Zustande in Form eines Stranges in eine Natronlauge von 5 bis 35° Be bei einer Temperatur von 8 bis i8° C während einer Dauer von 5 bis 30 Minuten ein. Die Konzentration der Lauge wird j e nach der zu erzielenden Quell- und Schrumpfungswirkung verändert. Bei Verwendung einer Natronlauge von 35° Be von einer Temperatur von z8° C und einer Behandlungsdauer von 30 Minuten erhält man eine starke Quellung und eine 30 °/o betragende Zusammenziehung. Ein in dieser Weise behandelter Zwirn besitzt wertvolle Eigenschaften hinsichtlich Zerreißfestigkeit und Elastizität. Er hat außerdem den Vor- i zug, daß er sich nicht aufdreht und daß seine Fasern stark ineinander eingehängt sind. Beispiel 2 Vorgarnen aus oberägyptischer Baumwolle von 32 bis 33 mm Faserlänge; gekrempelter Qualität 2,5 (2,5 m auf 0,5 g), 2fädig, werden Zoo Drehungen auf das Meter nach rechts für jedes Vorgespinst und eine entgegengesetzte Drehung von Zoo Drehungen zur Vereinigung der -beiden Vorgarne gegeben. Gewicht der Zwirne war 0,52 g auf i m, wobei die Fasern nicht gespannt sind.
  • Bei in dieser Weise hergestellten entgegengesetzten Zwirnen wurden die im folgenden angegebenen Werte ermittelt, und zwar bezieht sich die Reihe I auf Zwirne vor der Behandlung mit Natronlauge, Reihe II auf Zwirne nach der Behandlung mit Natronlauge von 3o° Be bei i8° C während 15 Minuten und Reihe III auf mit Natronlauge von 20° Be bei 8° C während 30 Minuten behandelte, Reihe IV und V dagegen auf die entsprechend gequollenen und geschrumpften und noch durch 4stündiges Eintauchen in natürlichen Latex mit Kautschuk imprägnierten, sodann mit Essigsäure behandelten, getrockneten und vulkanisierten Zwirne:
    Roh Gebäucht Gebäucht und gebleicht
    Zwirne Zerreiß- Dehnung Zerreiß ! Dehnung Zerreiß- Dehnung
    festigkeit in beim Reißen festigkeit in I beim Reißen festigkeit in beim Reißen
    kg in °/o kg in °/o kg in
    I 5,000 g,oo 5,60o io,8o 5,60o 10,80
    il 7,420 23,90 8,68o 26,75 8,965 29,20
    III 7,60o 23,00 8,56o 29,3o 8,66o 31,00
    IV 8,700 2o,30 8,goo 2i,89 8,48o 2o,57
    V 8,730 18,65 8,840 19,15 8,85o 18,2o
    Die Zerreißfestigkeit und die Dehnung von gemäß der Erfindung entgegengesetzt gedrillten imprägnierten Zwirnen ist also erheblich größer als die eines üblichen, mehrfachen imprägnierten Zwirns desselben Gewichts, desselben Textilstoffes und desselben Imprägnierstoffes. Diese vorteilhafte Wirkung beruht darauf, daß die gewöhnlichen mehrfachen Zwirne nur an der Oberfläche imprägniert werden können und bei ihnen durch das Imprägnieren außerdem die Querzusammen-' drückbarkeit vermindert wird. Bei den imprägnierten Zwirnen nach der Erfindung wird dagegen die erhöhte Dehnung zum größten Teil durch Spannen der eigentlichen Fasern bewirkt, andererseits ist die Streckung dieser Zwirne infolge der besonderen Anordnung der Fasern und des Fehlens einer Zusammendrückung der Fasern sehr viel besser möglich als in einem gewöhnlichen imprägnierten mehrfachen Zwirn. Außerdem bewirkt die Gleichmäßigkeit des Erzeugnisses nach der Erfindung, daß alle Fasern gleichmäßig beansprucht werden,'woraus sich die Steigerung der Zerreißfestigkeit erklärt.
  • Die mit Kautschuk noch nicht imprägnierten Zwirne und Gewebe gemäß der Erfindung sind überall dort anwendbar, wo Textilien mit erhöhter Zerreißfestigkeit und Elastizität erwünscht sind und nachträglich mit Kautschuk imprägniert werden sollen, beispielsweise für Seile; geflochtene Schnüre, zur Anfertigung von Fischnetzen, Beuteln, Schnürbändern für Schuhe, ferner für Gewebe zur Herstellung von Transmissionsriemen, Gurten, Transportbändern, Bewässerungs- oder Feuerschläuchen, Planen, stoßfesten Säcken, Kratzenbeschlägen oder Umkleidungen.
  • Die nach der Erfindung mit Kautschuk imprägnierten einfachen und mehrfachen Zwirne sowie die Gewebe können ebenfalls bei allen Erzeugnissen angewendet werden, bei denen mit Kautschuk beladene Textilien als solche gebraucht und die gegebenenfalls noch in andere Stoffe, beispielsweise in Kautschuk, eingebettet werden sollen, beispielsweise Webcords, Transmissions- oder Transportbänder bzw. -seile, Seilerwaren, Netze, Senkel, Kratzenbeschläge, Bremsbeläge, Bänder zum Absorbieren von Vibrationen, Schläuche, Luftreifen, Stiefelsohlen, gegen Säure undurchlässige und gegen Wasser durchlässige Gewebe.
  • Für Webcords kann man entweder die Gewebe aus den noch ungeschrumpften Zwirnen bilden und die fertigen Gewebe mit Schrumpfmitteln behandeln, darauf mit Kautschuk imprägnieren, koagulieren und trocknen, oder man kann die Gewebe aus bereits geschrumpften imprägnierten, koagulierten und getrockneten Zwirnen herstellen. In beiden Fällen muß man dafür sorgen, daß während der Behandlung kein merklicher Zug auf den Zwirn ausgeübt wird. Dank der erhöhten, bleibenden Elastizität derartiger Webcords eignen sich diese besonders zur Herstellung von Luftreifen nach der Flachbandmethode. Wegen der hohen Zusammendrückbarkeit dieser Webcords in der Querrichtung ist es außerdem möglich, ohne Nachteil eine viel größere Zahl von Bahnen zu Wickeln bestimmter Dicke zusammenzudrücken als bisher; dadurch besitzen aus derartigen Wickeln hergestellt, Luftreifen eine größere Elastizität und eine höhere Zerreißfestigkeit pro mjm2.

Claims (2)

  1. PATENTANSPRÜCHE: i. Verfahren zur Herstellung von mit Kautschuk imprägnierten Zwirnen und Geweben hoher Zerreißfestigkeit und großer Dehnung aus Pflanzenfasern, dadurch gekennzeichnet, daß man der Vereinigung von zwei oder mehreren so weit in gleicher Richtung gedrillten Vorgarnen, daß sie sich praktisch nicht mehr streeken lassen, einen etwa gleichen entgegengesetzten Drall gibt, diese Zwirne bzw. die daraus erzeugten Gewebe im urigespannten '@Z@ande mit starken Laugen oder Säuren -behandelt, dann mit Lösungen oder Di-? spersionen von Kautschuk oder seinen Ersa:,stoffen imprägniert und gegebenenfalls köaguliert und vulkanisiert.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch r, dadurch gekennzeichnet, daß man das Textilgut nach dem Imprägnieren mit Kautschuk, jedoch vor dem Vulkanisieren oder sogar vor dem Trocknen spannt und im gespannten Zustande vulkanisiert.
DES110246D 1932-10-04 1933-07-19 Verfahren zur Herstellung von mit Kautschuk impraegnierten Zwirnen und Geweben aus Pflanzenfasern Expired DE655417C (de)

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