DE652002C - Vorrichtung zur Erhoehung der Bremswirkung - Google Patents
Vorrichtung zur Erhoehung der BremswirkungInfo
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- B—PERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
- B60—VEHICLES IN GENERAL
- B60T—VEHICLE BRAKE CONTROL SYSTEMS OR PARTS THEREOF; BRAKE CONTROL SYSTEMS OR PARTS THEREOF, IN GENERAL; ARRANGEMENT OF BRAKING ELEMENTS ON VEHICLES IN GENERAL; PORTABLE DEVICES FOR PREVENTING UNWANTED MOVEMENT OF VEHICLES; VEHICLE MODIFICATIONS TO FACILITATE COOLING OF BRAKES
- B60T8/00—Arrangements for adjusting wheel-braking force to meet varying vehicular or ground-surface conditions, e.g. limiting or varying distribution of braking force
- B60T8/32—Arrangements for adjusting wheel-braking force to meet varying vehicular or ground-surface conditions, e.g. limiting or varying distribution of braking force responsive to a speed condition, e.g. acceleration or deceleration
- B60T8/321—Arrangements for adjusting wheel-braking force to meet varying vehicular or ground-surface conditions, e.g. limiting or varying distribution of braking force responsive to a speed condition, e.g. acceleration or deceleration deceleration
- B60T8/3235—Systems specially adapted for rail vehicles
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Description
Beim Abbremsen von Schienenfahrzeugen, insbesondere aus höherer Geschwindigkeit,
ist es wichtig, eine möglichst große Bremsverzögerung zu erreichen, ohne daß es jedoch
beim Bremsen zu einem Gleiten der Räder auf den Schienen kommt. Bei geringeren Geschwindigkeiten, bei denen die Klotzreibung
größer ist als die Haftung zwischen Rad und Schiene,, sorgen zwar die bereits bekannten
Bremsdruckregler dafür, daß die Räder des Fahrzeuges nicht schleifen, die Wirkung dieser
bekannten Bremskraftregler ist jedoch insofern beschränkt, als ihre Einstellung wegen der Abhängigkeit der Klotzreibung
von verschiedenen bisher noch nicht ganz geklärten Einflüssen schwierig und daher
keine sichere Gewähr geboten ist, daß bei Anwendung dieser Mittel ein Gleiten der
Räder dauernd vermieden wird.
Durch die Erfindung soll einerseits eine möglichst große Verzögerung beim Bremsen
aus hoher Geschwindigkeit erzielt und andererseits die Haftung zwischen Rad und Schiene praktisch voll ausgenutzt werden.
An Hand der Fig. 2 sollen die beim Bremsen eines Fahrzeuges zu berücksichtigenden
Verhältnisse näher erläutert werden. Die erreichbare. Verzögerung läßt sich mit Hilfe
der Formel p = //s · g bestimmen, wobei die
Radhaftung mit μ3 bezeichnet ist und g die
Schwerkraft bedeutet. - Nach neueren Messungen kann die Radhaftung μ$ mit 0,135 bis
zu Geschwindigkeiten von 160 km pro Stunde als ziemlich gleichbleibend angenommen werden
(vgl. Fig. 2, Kurve für /i-Schiene); aus Sicherheitsgründen wird man jedoch nur
95% dieses Wertes als zulässig annehmen. Es ergibt sich somit eine größtmögliche Verzögerung
von p = 0,135 ' 9.81 · 0,95 = 1,25 m
pro Sekunde2.
Für die Klotzreibung ergibt sich aus der Kurve μΒ der Fig. 2 eine Klotzreibungsziffer
von μΒ = 0,072 bei einer Geschwindigkeit
von 160 km pro Stunde. Setzt man eine I3o%ige Abbremsung voraus, so läßt sich die
Verzögerung bestimmen zu p = 0,072 ■ 9,81 · 1,3,
also ungefähr 0,092 m pro Sekunde2. Somit ist
erwiesen, daß zwischen der auf Grund der Radhaftung erzielbaren größten Verzögerung
und der durch Klotzreibung zu erzielenden Verzögerung ein Unterschied besteht, der in
Fig. 2 in der Abweichung der Kurven für μ-Schiene und 1,3 μ-Bremse zum Ausdruck
kommt. Dieser Unterschied kann aber mit der gewöhnlichen Luftdruckbremse allein nicht ausgenutzt werden. Eine leidliche Ausnutzung
dieses Unterschiedes wurde bereits dadurch versucht, daß man als zur Luftbremse zusätzliche Bremse eine Wirbelstrombremse
vorsah, welche teils durch entsprechende Bemessung, teils durch Regelung ihrer Erregung
ein mit der Geschwindigkeit abnehmendes
*) Von dem Patentsucher ist als der Erfinder angegeben worden:
Fritz Rampacher in Berlin-Charlottenburg.
Drehmoment entwickelt, um den zwischen μ5
und 1,3 μΒ bestehenden Unterschied auszugleichen.
Die Anwendung einer solchen Bremse bietet aber praktisch Schwierigkeiten
da es nicht leicht ist, beim Entwurf einer Wirbelstrombremse diese Abhängigkeit ve
auszubestimmen und diese nach dem Einbau' im Bedarfsfalle einzustellen bzw. nachzustellen.
Diese Schwierigkeiten treten sofort
ίο dann ein, wenn die der Berechnung der
Wirbelstrombremse zugrunde gelegten Kurven von /ts und insbesondere von μΒ mit den
praktisch auftretenden Werten nicht überein-. stimmen. Auch ist die Bemessung einer
solchen Zusatzbremse wesentlich davon abhängig, wie lange und in welchem Maße die
Zusatzbremse wirken soll, denn diese Bedingungen beeinflussen die Abmessungen einer
solchen Zusatzbremse.
Bei der Erfindung ist die Luftdruckbremse für die bei Höchstgeschwindigkeit höchstzulässige
Bremsung auf
^s 0.135
μβ 0,072
ungefähr 185 °/o eingestellt, und alsdann wird abhängig von der Fahrgeschwindigkeit der
Bremsdruck derart verändert, daß die Bremsreibungskraft μΒ der Radhaftung * auf der
Schiene μΒ stets möglichst entspricht.
Der Bremsdruck muß demnach, um diese Forderung zu erfüllen, nach der in Fig. 2
dargestellten Kurve — - k = Abhängigkeit
μΒ
von der Geschwindigkeit geregelt werden. Der Wert k bedeutet eine Maßstabgröße, die
der in Fig. 2 dargestellten Kurve— zugrunde
gelegt ist. Der Maßstab k kann zu 1 oder
auch 100 % angenommen werden, wobei bei-
spielsweise als ioo°/oiger Wert
zu
setzen ist. Die Kurve—- als solche kann
rechnerisch ermittelt werden, indem man die bei Höchstgeschwindigkeit zulässige Bremsung
—^-=1,85 mit 100 °/0 annimmt. Für
eine beispielsweise bei einer Geschwindigkeit von 10 km auszuführende Bremsung ergibt
sich an Hand der Kurvenwerte für /ts und μΒ
als neuer Punkt der Kurve -^- .= —°>'5° o
μh,„ 1,85-0,18
= 44,6%.
In Fig. ι und 3 ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung dargestellt.
Mit ι ist das Rad bezeichnet, an das der Bremsklotz 2 durch eine an den Hebel 4 angreifende
Druckstange 3 angedrückt wird.
Die vom Bremszylinder 14 ausgeübte Bremskraft Z wirkt gleichfalls auf den Hebel 4 ein.
Der die wirksame Länge des Hebels 4 bestimmende gemeinsame Gelenkpunkt 23 der
,Hebel 4 und 16 ist innerhalb eines im Hebel 4
,'.Vorgesehenen Langloches 11 durch die Ein-'wirkung
des in einem Gehäuse 5 angeordneten :Vj!ö.lbens 6 auf den Hebelarm 16 verschiebbar,
Wodurch sich das Übersetzungsverhältnis zwischen Bremszylinderdruck und Klotzdruck
ändern läßt. Der Kolben 6 wird entgegen der Kraft einer Feder 7 vom Luftdruck gesteuert.
Der Druck im Gehäuses wird durch einen Hahn oder ein Ventil 13 dadurch geregelt,
daß auf einen an dessen Absperrkegel angeordneten Stellhebel 17 die eine oder andere
zweier Erregerspulen 18 oder 19 einwirkt.
Die Erregung dieser Spulen erfolgt über ein polarisiertes Relais 10, das von einer von der
Geschwindigkeit abhängigen Tachometerdynamo 15 gegebenenfalls mit Strom ver-
sorgt wird. Um nun die Luftzufuhr im ■ Kolben 5 mittels des Hahnes oder Ventils 13
in Abhängigkeit von der Geschwindigkeit regeln zu können, wird die Spannung der
Tachometerdynamo 15 mit der Spannung einer Batteries über einen als Spannungsteilerwiderstand
wirkenden Widerstand 9 verglichen, der seinerseits bei Änderung des Übersetzungsverhältnisses am Hebel 4 geändert
wird.
Die Wirkungsweise der neuen Einrichtung ist folgende:
Steigt die Fahrgeschwindigkeit an, so wird die von der Tachometerdynamo 15 erzeugte
Spannung überwiegen, und der Anker des polarisierten Relais 10 bewegt sich unter dem
Einfluß der Erregung entgegen der Federkraft der Mittelhaltung 22 nach unten. Dadurch
wird das· Kontaktpaar 20 geschlossen und die Spule 18 erregt, die den Stellhebel 17
anzieht und damit die Stellung des Ventils 13 derart ändert, daß die von links kommende
Hauptleitung geschlossen und über die rechts abgehende Leitung Luft aus dem Zylinder 5
ausgelassen wird. Infolge des Ablassens der Luft aus dem Kolbengehäuse 5 sinkt der
Kolben 6 nach unten und bewegt den Gelenkpunkt 23 des Hebels 16 in dem Langloch 11
gleichfalls nach unten. Durch diese Verschiebung des Gelenkpunktes 23 wird die Bremsklötzkraft so lange geändert, bis bei
iner bestimmten Fahrgeschwindigkeit die größere Spannung der Tachometerdynamo durch die Bewegung des Hebels 16 auf dem
Spannungsteiler 9 einer größeren Batteriespannung entgegensteht, so daß mach einiger
Zeit ein Ausgleich herbeigeführt wird und das polarisierte Relais 10 in seine Mittelstellung
zurückgeht.
Bleibt nunmehr die Luftbremse angestellt, so wird sich mit sinkender Fahrgeschwindigkeit
der Relaisstrom umkehren, der Anker
des Relais ίο wird sich nach oben bewegen und dadurch die Spule 19 erregen. Die erregte
Spule 19 zieht den Verstellhebel 17 des Ventils 13 an, und von links her aus dem
Hauptdruckbehälter strömt Luft in das Gehäuse 5. Unter dem Einfluß der einströmenden
Luft wird sich der Hebel 16 auf dem Spannungsteiler 9 so lange nach unten bewegen,
bis die Batteriespannung wieder gleich der Tachometerspannung ist und das Relais 10 in seine Mittellage zurückkehrt,
wodurch die Aberregung der Spule 19 bewirkt wird. Im Fahrbetrieb bleibt das Ventil
13 so lange in Ruhestellung, wie nicht gebremst wird. Erst bei Beginn der Bremsung
wird der Steuerkreis des Luftventils 13 eingeschaltet und regelt den Bremsklotzdruck
schnell auf den der Fahrgeschwindigkeit entsprechenden Wert.
Durch die Änderung des Übersetzungsverhältnisses bzw. des Bremsklotzdruckes ist es
mit Hilfe der Erfindung möglich, wie aus den Kurven gemäß Fig. 2 ersichtlich, über einen
Geschwindigkeitsbereich von 30 bis 160 km den Klotzdruck derart zu bemessen, daß er
dem Verhältnis zwischen Klotzreibungs- und Radreibungsziffer entspricht. Auf diese Weise
kann auch bei höheren Geschwindigkeiten eine volle Ausnutzung der Adhäsionskraft der
Räder erreicht werden. Bei auf höheren Wert eingestelltem Bremsdruck kann bei Geschwindigkeiten,
bei denen an sich eine verhältnismäßig geringe Adhäsion besteht, mit Hilfe einer zusätzlichen Schienenbremse der Raddruck
und damit die Adhäsion vergrößert werden, um eine volle Ausnutzung des Bremsdruckes
zu erreichen. Um eine geschwindigkeitsabhängige Beeinflussung des Luftdruckes zu erzielen, könnte man dies auch anstatt mit
der angegebenen Tachometerdynamo mit Hilfe eines Antriebselektromotors erreichen, der
beispielsweise gleichzeitig mit einem von einem Fliehkraftregler verstellten Segment
die Verstellung des Übersetzungsverhältnisses und die Verstellung einer Kontaktscheibe so
lange bewirkt, bis der Hebel in der Mitte zwischen beiden für Auf- und Abwärtssteuerung
bestimmten Kontakten dieser Scheibe liegt.
Claims (3)
1. Vorrichtung zur Erhöhung der Bremswirkung für Schienenfahrzeuge mit
Hilfe von eine Übersetzungsänderung des Bremsgestänges in Abhängigkeit von der Geschwindigkeit bewirkenden Steuerelementen,
die durch eine elektromagnetische Vorrichtung beeinflußt werden, dadurch gekennzeichnet, daß die Erregung der
elektromagnetischen Vorrichtung (Relais 10) von der Differenz einer der Geschwindigkeit
entsprechenden Spannung und einer von einem an eine Spannungsquelle angeschlossenen Spannungsteiler über
einen von den erwähnten Steuerelementen verschobenen Regelkontakt abgenommenen Spannung geändert wird.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß bei Einstellung
des Bremsdruckes auf einen so hohen Wert, daß die Bremskräfte angenähert gleich oder größer sind als die Adhäsionskräfte
bei Verstellung der Steuerelemente, die Erregung einer Schienenbremse verändert wird, die den Raddruck vergrößert.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1, bei der der Bremsdruck auf einen bestimmten
Mindestwert eingestellt ist, dadurch gekennzeichnet, daß durch die Verstellung der Steuerelemente eine zusätzliche Wirbelstrombremswirkung
ausgelöst wird.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DES113199D DE652002C (de) | 1934-03-11 | 1934-03-11 | Vorrichtung zur Erhoehung der Bremswirkung |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DES113199D DE652002C (de) | 1934-03-11 | 1934-03-11 | Vorrichtung zur Erhoehung der Bremswirkung |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE652002C true DE652002C (de) | 1937-10-23 |
Family
ID=7532332
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DES113199D Expired DE652002C (de) | 1934-03-11 | 1934-03-11 | Vorrichtung zur Erhoehung der Bremswirkung |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE652002C (de) |
-
1934
- 1934-03-11 DE DES113199D patent/DE652002C/de not_active Expired
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