DE649178C - Verfahren zur schmelzelektrolytischen Erzeugung von Reinaluminium aus durch Reduktion von tonerdehaltigen Ausgangsstoffen hergestellten Aluminiumlegierungen - Google Patents

Verfahren zur schmelzelektrolytischen Erzeugung von Reinaluminium aus durch Reduktion von tonerdehaltigen Ausgangsstoffen hergestellten Aluminiumlegierungen

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DE649178C
DE649178C DER85891D DER0085891D DE649178C DE 649178 C DE649178 C DE 649178C DE R85891 D DER85891 D DE R85891D DE R0085891 D DER0085891 D DE R0085891D DE 649178 C DE649178 C DE 649178C
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C25ELECTROLYTIC OR ELECTROPHORETIC PROCESSES; APPARATUS THEREFOR
    • C25CPROCESSES FOR THE ELECTROLYTIC PRODUCTION, RECOVERY OR REFINING OF METALS; APPARATUS THEREFOR
    • C25C3/00Electrolytic production, recovery or refining of metals by electrolysis of melts
    • C25C3/06Electrolytic production, recovery or refining of metals by electrolysis of melts of aluminium

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  • Organic Chemistry (AREA)
  • Electrolytic Production Of Metals (AREA)
  • Manufacture And Refinement Of Metals (AREA)

Description

  • Verfahren zur schmelzelektrolytischen Erzeugung von Reinaluminium aus durch Reduktion von tonerdehaltigen Ausgangsstoffen hergestellten Aluminiumlegierungen Die derzeit üblichen Verfahren der schmelzelektrolytischen Erzeugung von Reinaluminium setzen im allgemeinen entweder das Vorhandensein eines schon ziemlich weit vorgereinigten Aluminiums oder einer praktisch reinen Aluminiumverbindung voraus. Diese Verfahren sind daher auch gewöhnlich mit dem Mangel größter Umständlichkeit und Weitläufigkeit behaftet, der zu einem entsprechend hohen Gestehungspreis des Beinaluminiums führt. -Nachdem aber beim Aluminium die Nachfrage nach größter Reinheit immer mehr in den Vordergrund tritt, so ist eine Lösung des Problems der einfacheren und billigeren Erzeugung von Beinaluminium von größter Bedeutung für - die ganze Aluminiumindustrie.
  • Nach dem bekannten Vorschlag. zur Reinaluminiumerzeugung auf dem Umwege einer reinen Zwischenverbindung werden Aluminium enthaltende Ausgangsstoffe mit Kohle und Schwefeleisen reduzierend auf eine Aluminiumoxydaluminiumsulfid enthaltende Schmelze verarbeitet. Aus dieser wird dann auf dem Wege eines allerdings recht verwickelten Reinigungs- und Aufbereitungsverfahrens die reine Tonerde erzeugt, die dann der schmelzelektrolytischen Verarbeitung auf das Metall dient.
  • Viele Vorschläge befassen sich.mit der direkten Herstellung von Reinaluminium aus unreinen Aluminiumlegierungen.
  • Es ist nach dieser Richtung hin vor allem das Verfahren von Betts mit dem dreigeschichteten Bade zu nennen, das in Amerika zu, einer gewissen Bekanntheit gelangt ist. Die größte Schwierigkeit dieses Verfahrens besteht darin, die dreifache Schichtung des Bades während der Elektrolyse aufrechtzuerhalten. Da nun die Unterschiede in den spezifischen_ Gewichten der Schichten, näm-,lich der unreinen Aluminiumausgängslegierung; der Elektrolytzwischenlage und des reinere Aluminiums, gering sind, so ist es schwierig, den Elektrolyten so zusammenzusetzen bzw. während des Betriebes so zusammengesetzt zu erhalten, daß diese dreifache Schichtung erhalten bleibt.
  • Die große Zahl von Vorschlägen zur Erzeugung eines nach dieser Richtung hin geeigneten Elektrolyten sind der beste Beweis für die Schwierigkeit des Problems; in der Tat gelingt die Durchführung des Verfahrens auch nur dann, wenn eine sehr weitgehende Überwachung des Betriebes durchgeführt wird. Ein weiterer Nachteil ist der, daß das Verfahren nicht stetig ist. Das äußert sich natürlich in einem entsprechend höheren Preis des erzeugten Beinaluminiums.
  • Zur Herstellung von Beinaluminium aus unreinen Legierungen, insbesondere auch solchen, die Carbide enthalten, ist weiterhin vorgeschlagen worden, dem Aluminiumbade während der Elektrolyse durch die Aluminiumoxyd enthaltende Decke hindurch eine Aluminiumsiliciumlegierung zuzusetzen.
  • Man hat ferner während der Elektrolyse der unreinen Aluminiumlegierung versucht, die Verunreinigungen durch Behandeln des Metallbades mit geschmolzenem oder in Lösung befindlichem Aluminiumoxyd auf dem Wege chemischer Umsetzung zu entfernen.
  • Diese Verfahren haben jedoch keine praktische Bedeutung erlangt.
  • Interessant sind die Vorschläge der Erzeugung von Reinaluminium aus Rohaluminium und schwach verunreinigten Legierungen, wonach das zu raffinierende Gut als feste Anode und eine feste Kathode verwendet werden. Das Elektrolytbad besteht aus Halogeniden des Aluminiums und der Alkali-oder Erdalkalimetalle.
  • Die Abscheidung des Aluminiums findet bei einem großen Teil dieser Verfahren unter intermediärer Bildung von Aluminiumoxyd bzw. Aluminiumhalogeniden durch den während der Elektrolyse an der Anode abgeschiedenen Sauerstoff bzw. des abgeschiedenen Halogens statt, die aus der im Elektrolyten enthaltenen Alutniniumv erbindung abgeschieden werden.
  • Die nach dem Verfahren gemäß der Erfindung zu verarbeitenden unreinen Aluminiumlegierungen werden in bekannter Weise durch Reduktion von tonerdehaltigett Ausgangsstoffen, wie Ton oder Bauxit, hergestellt. Von den bekannten Vorschlägen unterscheidet sich die Erfindung dadurch, daß die Aluminiumlegierungen entweder unter Zusatz von Flußmitteln, wie Kryolith oder Alkalichlorid, in einer ersten Stufe oxydierend behandelt und hierdurch in eine tonerdehaltige Schmelze umgewandelt werden, oder daß die Aluminiumlegierungen mit Schwefel bzw. Schwefel enthaltenden Verbindungen, z. B. Metallsulfiden, in einer ersten Stufe behandelt und hierdurch in eine Aluminiumsulfidschmelze umgewandelt werden, und daß dann die jeweils erhaltene Schmelze nach Überführung in eine elektrolytische Zelle in einer zweiten Stufe des Verfahrens in üblicher Weise elektrolysiert wird. Der Vorteil des Verfahrens ist in erster Linie darin zu erblicken, daß ein Aluminium von sehr hohem Reinheitsgrad trotz Ausgang von unter Umständen stark verunreinigten Stoffen in einem Verfahren erzielt wird, das keiner sorgfältigen Überwachung oder zusätzlicher Reinigungsverfahren bedarf, weichen Nachteil die bisher bekannten Herstellungsverfahren von Reinaluminium ja in hohem Maße aufweisen. Das gilt insbesondere von Methoden, die, wie z. B. die nassen Aufschlußverfahren, zur Erzeugung von Aluminium enthaltenden Zwischenprodukten führen, und jenen Methoden, die eine umständliche Reinigung der erzeugten Tonerde zur Notwendigkeit machen. _ Gegenüber diesen sämtlichen bekannten Vorschlägen ist hier ein überaus einfacher und wirkungsvoller Weg zur Erzeugung eines Aluminiums von überraschend großer Reinheit von 98,9 °/o oder mehr geschaffen.
  • In der nachfolgenden Tabelle ist eine Auswahl von Ergebnissen aufgeführt, bei denQat Aluminiumlegierungen mit verschiedenen Eisen- und Siliciumgehalten durch Einführen von Sauerstoff unter gleichzeitiger Hinzufügung von Kryolith erfindungsgemäß be- i handelt wurden:
    Diese Tabelle läßt erkennen, daß auch aus stark unreinen, insbesondere Fe- und Sihaltigen Rohlegierungen, das Aluminium als. reines A1203 abgeschieden werden kann, während je nach dem Fortschreiten des Verblasens ein Ferrosilicium mit verschiedenem Aluminiumgehalt erzielt wird. So gehören Versuch i und 2,. ferner Versuch 4, 5 und 6 jeweils zusammen. Aus Versuch i und 2 geht hervor, daß man reinstes A1203 erhält, gleichgültig, ob man aus der Legierung To 0/0 oder aber 9o 0/0 des Aluminiums herausoxydiert. Entsprechendes gilt für die Versuche 4, 5 und 6.
  • Wenn man Rohlegierungen mit verhältnismäßig geringen Gehalten an Fe und Si zu oxydieren hat, so wird man in der Praxis natürlich mit Nachsätzen arbeiten, d. h. in der Weise, daß man eine Legierung mit beispielsweise o,65 0/0 Fe + Si auf ungefähr To 0/0 bis 2o 0/0 des Ausgangsmaterials verbläst, neue Rohlegierung zuführt, diese wiederum auf etwa To 0/0 bis 2o 0/0 verbläst, wiederum nachsetzt usw. Dadurch wird allmählich der Gehalt an Fe und Si in der rentierenden Schmelze ansteigen, und man kann ihn, wie dies aus Versuch 6 hervorgeht, sogar so weit steigern, bis zum Schluß des Verblasens praktisch ein Ferrosilicium mit geringen Mengen von A1 verbleibt.
  • Die Überführung des Aluminiumgehaltes der Ausgangsmaterialien in eine Aluminiumsulfidschmelze geschieht in einfachster Weise dadurch, daß man Schwefel oder Schwefel enthaltende Materialien dem Schmelzbad zusetzt bzw. in dasselbe einrührt oder umgekehrt in die Sulfidschmelze das aluminiumhaltige Ausgangsmaterial einträgt.
  • Ausführungsbeispiel Eine Rohlegierung mit 10,27 0/0 Fe und 11,52 0/0 Si Rest Al wird mit Schwefeleisen in äquimolaren Mengen der AI-Legierung geschmolzen und zur Reaktion gebracht. Die Analyse der ausgebrachten Sulfidschmelze ergab: .
    5295 % S,
    4552 % Al,
    0,210/, 0,010/, Fe
    98,691/o
    Rest wahrscheinlich Sauerstoff, -welche durch anodische bekannte Einwirkung auf den sulfidischen Elektrolyten entsprechend den geringen Si- und Fe-Gehalten ein Aluminium mit 98,8 0/0 A1 und mehr ergibt.
  • Werden zur Schwefelung Metallsulfide benutzt, so geht das Metall derselben natürlich in den Metallregulus über bzw. scheidet es sich neben ihm ab, falls keine oder nur geringe Löslichkeit gegenüber dem Al besteht. Das vorliegende Verfahren kann daher unter Umständen auch zur Metallgewinnung benutzt werden.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur schmelzelektrolytischen Erzeugung von Reinaluminium aus durch Reduktion von tonerdehaltigen Ausgangsstoffen, wie Ton Oder Bauxit, hergestellten Aluminiumlegierungen, dadurch gekennzeichnet, daß in einer ersten Stufe des Verfahrens die Aluminiumlegierungen entweder unter Zusatz von Flußmitteln, wie Kryolith oder Alkalichlorid, oxydierend behandelt und hierdurch in eine ton-@erdehaltige Schmelze umgewandelt werden oder mit Schwefel bzw. Schwefel enthaltenden Verbindungen, z. B. Metallsulfiden, behandelt und hierdurch in eine Aluminiumsulfidschmelze umgewandelt werden, und daß-, dann in einer zweiten Stufe des Verfahrens die jeweils erhaltene Schmelze in eine elektrolytische Zelle übergeführt und in üblicher Weise elektrolysiert wird.
DER85891D 1932-09-13 1932-09-13 Verfahren zur schmelzelektrolytischen Erzeugung von Reinaluminium aus durch Reduktion von tonerdehaltigen Ausgangsstoffen hergestellten Aluminiumlegierungen Expired DE649178C (de)

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