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Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von doppelwandigen Beleuchtungsglocken
aus Glas Die bisherigen Ausführungsformen von doppelwandigen Beleuchtungsglocken
oder Schirmen aus Glas weisen im allgemeinen den Nachteil auf, daß der von den zwei
schalen-oder tellerförmigen Teilen der Doppelwand eingeschlossene Zwischenraum an
den beiden nach der Mitte zu gelegenen Wandenden offen ist und daher Feuchtigkeit
und Staub in diesen Zwischenraum eindringen und die dort an den Innenflächen der
Doppelwand angebrachte Verspiegelung beschädigen und zerstören können. Diese Möglichkeit
besteht insbesondere beim Gebrauch derartiger doppelwandiger- Glasglocken im Freien,
wo die Verspiegelung allen schädlichen Witterungseinflüssen ausgesetzt ist und infolgedessen
die spiegelnde Wirkung bald verlonengeht.
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Man hat schon versucht, diesem Übelstand dadurch abzuhelfen, daß man
den ringförmigen offenen Spalt, den die beiden Teile der Glockenwand am verjüngten
Ende bilden, durch einen Abschlußkörper z. B. aus einer bildsamen erhärtenden Masse
abdichtet. Die Anbringung eines solchen Abdichtkörpers ist aber umständlich, und
außerdem haben die hierfür geeigneten Massen meist eine von Glas verschiedene Ausdehnungszahl,
so daß sich bei Temperaturänderungen unterschiedliche Ausdehnungen von Glaswand
und Abdichtkörper ergeben und infolgedessen entweder die Glaswand zum Zerspringen
gebracht wird oder eine die Abdichtwirkung des Einsatzkörpers aufhebende Fuge zwischen
diesem und der Glaswand entsteht.
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Man hat auch schon doppelwandige Glasglocken mit dauernd zuverlässigem
Abschluß des zwischen den beiden Teilen der Doppelwand vorhandenen; die Verspiegelung
enthaltenden Zwischenraumes dadurch geschaffen, daß man Glas mittels der Pfeife
ohne Verwendung einer Form zu einem kugelförmigen Gebilde blies und darauf den unteren
Teil der Kugel nach innen in Richtung nach der Pfeifenmündung drückte, wobei die
einander genäherten und miteinander in Berührung gebrachten Schalen an ihrem Scheitel
in bildsamem Zustande miteinander vereinigt wurden. Da hierbei keine Form verwendet
wird, fallen' die doppelwandigen Glasglocken mit allseitig geschlossenem Hohlraum
aber meist ungenau und unter sich verschieden aus.
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Demgegenüber werden gemäß der vorliegenden Erfindung die beiden Schalen
der Doppelwand durch Blasen des Reflektors in der Form erzeugt und darauf nur an
ihren nach der Mitte zu gelegenen Teilen einander genähert und dadurch zum Zusammenschluß
gebracht.
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Zu diesem Zweck kann erfindungsgemäß der Mittelteil der inneren der
zwei Schalen-oder tellerförrnig geblasenen Doppelwände durch einen verschiebbaren
Stempel etwas angehoben und gedehnt werden, so daß @er
mit dem benachbarten
Teil der anderen Schale zur Berührung und zum Verschmelzen kommt. Statt dessen kann
man auch auf die äußere Schale der Doppelwand einwirken, indem man ihren an der
Mitte befindlichen Teil durch einen im Durchmesser verkleinerbaren Ring oder ein
ähnliches 1-Iittel nach der Achse der Glasglocke hin verschiebt und dadurch zum
Zusammenschluß mit dem oberen Teil der inneren Schale bringt. Das Zusammendrücken
und Verschmelzen der beiden Schalen erfolgt vorteilhaft nach Eintreten einer gewissen
Verfestigung der in der Form geblasenen Doppelwand.
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Die Verspiegelung der Innenfläche der abgeschlossenen hohlen Doppelwand
erfolgt in bekannter Weise dadurch, daß in der Doppelivand an dem nach der Mitte
zu gelegenen Ende ein oder mehrere kleine Löcher vorgesehen werden, die nach dem
Erkalten des Glases gebohrt oder gleich beim Blasen und Verschließen der Doppelwand
ausgespart werden. Durch diese Löcher wird die Verspi2gilungsmasse in flüssigem
Zustand in den Hohlraum der Doppelwand eingegossen und dort in üblicher Weise auf
der Innenfläche der hohlen Doppelwand in gleichmäßiger Schicht ausgebreitet. Hierauf
werden die Löcher durch Pfropfen aus Kork oder bildsamer Masse dicht abgeschlossen.
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Eine erfindungsgemäß hergestellte doppelwandige Glasglocke zeichnet
sich durch die Einfachheit und Billigkeit der Herstellung aus. Die ganze Glasglocke
weist eine außerordentlich hohe Haltbarkeit selbst bei längerer Benutzung im Freien
auf.
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Die Zeichnung läßt eine zur Ausführung des Verfahrens nach der Erfindung
geeignete Vorrichtung beispielsweise in einer Ausführungsform sowie die näheren
Einzelheiten dieses Verfahrens erkennen.
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Die in der Zeichnung im Längsschnitt dargestellte Form, in -welcher
die doppelwandige Glasglocke in der Gestalt einer Schale geblasen -wird, besteht
aus einem Innenteil i und aus einem Außenteil e. Der Außenteil e setzt sich aus
zwei Hälften zusammen, die in bekannter Weise um je einen Zapfen 3 schwenkbar sind.
In der Mitte des Innenteils i ist eine Achse .l verschiebbar geführt, -welche an
dem verjüngten Ende des Innenteils i in einen an dessen Außenfläche sich anschließenden
Stempel s übergeht und mittels eines angelenkten, am Fuß 6 der Form gelagerten Hebels
angehoben -werden kann. Der Außenteil e der Form -weist an dem eingeschnürten Ende
eine Öffnung 3 auf.
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Für die Herstellung der Glasglocke werden zunächst die beiden Hälften
des Außenteils 2 der Form auseinandergeklappt, so daß der Innenteil i freiliegt.
Hierauf setzt man reit der Pfeife 15 das Glaskülbel auf den Stempel 5 auf und bläst
die innere Schale 9 der Doppelwand der Glasglocke entlang der z. B. mit Ruß bedeckten
Oberfläche des Innenteils i der Form. Wenn diese Wand 9 gebildet ist, klappt man
die beiden Hälften des Außenteils 2 der Form in die angegebene Stellung zusammen,
so daß jetzt durch weiteres Blasen die äußere Schale io der Doppelwand der Glasglocke
an der ebenfalls mit Ruß überzogenen Innenfläche des Außenteils 2 der Form entsteht.
Die aus diesem Formteil e austretende Glasmasse ergibt eine Abschlußhaube i i. Während
dieser Formung der inneren und der äußeren Schale der Doppelwand der Glasglocke
wird die Pfeife und damit der sich bildende Glaskörper in bekannter Weise ständig
gedreht.
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Nach Herstellen des Glashohlkörpers 9, i o, i i hört man finit dem
Drehen der Pfeife 15 auf, hält aber weiterhin den Glaskörper unter Druck, um ein
Einsinken zu verhindern. Nunmehr hebt man den Stempel s mittels des von Hand oder
durch einen Fuß zu bedienenden Hebels 7 an, so daß er sich von dem Innenteil i der
Form entfernt und dabei nur den Mittelteil 12 der inneren Schale 9 der Doppelwand
unter geringer Dehnung in die geslrichelt angedeutete Labe 12' überführt, in der
dieser Glasteil 12 den gegenüberliegenden Teil 13 der äußeren Doppelwand i o berührt
und an diese angedrückt ist. Dadurch kommen diese beiden Glaswandteile 12 und 13
zum Verschmelzen, und es entsteht .ein luftdichter Abschluß des Hohlraumes i q.
der doppelwandigen Glasglocke.
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Zur Entnahme des Glashohlkörpers aus der Form werden die beiden Hälften
des Außenteils 2 der Form wieder auseinandergeklappt und nach Abkühlen des Glaskörpers
im Kühlofen die Abschlußhaube i i über der Verschlußstelle 13 der beiden Doppelwände
abgesprengt und der entstehende Rand abgeschliffen sowie der Mittelteil 12 z. B.
durch Ausbohren entfernt. Hierauf wird seitlich der Verschlußstelle 13, wie bei
doppelwandigen Glasglocken bekannt, in die äußere Doppelwand i o ein kleines Loch
16 gebohrt und durch dieses die Verspiegelungsflüssigkeit in den Hohlraum 1 4 der
Doppelwand 9, 1o eingefüllt. Nach gleichmäßiger Verteilung und Aufbringung der Verspiegelungsschicht
auf der Innenfläche dieses Hohlraumes 14 wird das Loch 16 durch einen Pfropfen z.
B. aus bildsamer Masse luftdicht verschlossen, womit die doppelwandige spiegelnde
Glasglocke fertiggestellt ist. Statt eines Loches 16 kann man im Bedarfsfall auch
zwei oder mehrere Löcher geringen Durchmessers vorsehen.
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Der Außenteil der Form kann statt aus zwei Hälften auch aus mehreren
schwenkbaren
Stücken zusammengesetzt sein oder auch aus einem einzigen
in der Achsrichtung der Form heb- und senkbaren Stück bestehen. Ferner kann die
Glasglocke nicht nur aus Klarglas, sondern, wie bei doppelwandigen verspiegelten
Beleuchtungsglocken bekannt, auch aus anderem Glas, z. B. Farbglas, beispielsweise
aus Gelbglas, hergestellt werden. Schließlich kann die Erfindung außer zur Bildung
doppelwandiger Beleuchtungs-. glocken auch zur Erzeugung anderer doppelwandiger
Glaskörper, bei denen der Hohlraum der Doppelwand luftdicht abzuschließen ist, mit
Vorteil Verwendung finden.