DE64376C - Verfahren zur Herstellung wetterbeständiger Wandglasgemälde - Google Patents
Verfahren zur Herstellung wetterbeständiger WandglasgemäldeInfo
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Classifications
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- B44C1/00—Processes, not specifically provided for elsewhere, for producing decorative surface effects
- B44C1/28—Uniting ornamental elements on a support, e.g. mosaics
Landscapes
- Finishing Walls (AREA)
Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
KLASSE 32: Glas.
Nachdem die sogenannte Schnittpause nach der Zeichnung des auszuführenden Bildes angefertigt
ist, werden die Schnittlinien auf starkes Cartonpapier übertragen. Diesen Schnittlinien
entsprechend werden aus dem Cartonpapier die Schablonen und nach diesen die einzelnen
Glasstücke geschnitten. Die Glasstücke werden nun je nach dem Werth des auszuführenden
Wandglasbildes bemalt oder unbemalt mit ihrer Vorderseite auf ein mit Klebstoff bestrichenes
Papier oder dergleichen aufgelegt, nachdem zuerst die Schablone auf die Vorderseite der
Glasstücke aufgeklebt wurde, so' dafs sich also die Schablonen zwischen der Papierfläche und
den Glasstücken befinden. Zugleich wird dabei in die Fugen zwischen die Glasstücke mit. den
Schablonen ein Metallstreifen gebracht, welcher nach oben rückwärts über den Rand der
Glasstücke hervorsteht, nach unten vorn auf dem Papier etc. aufsteht. Je nach der beabsichtigten
Dauerhaftigkeit des auszuführenden Wandglasbildes kann für die Streifen verschiedenes
Metall und verschiedene Formen gewählt werden. Bei der einfachsten Art werden Bleistreifen
von ungefähr 1 mm Dicke und 12 mm Breite verwendet, und wird der hervorstehende
Rand, nachdem die Glasstücke dicht gegen einander getrieben sind, wellenförmig eingebogen.
Für dauerhaftere Ausführung wird entweder gewöhnliches breites Fensterblei oder ein doppelter, auch U-förmiger Streifen in
gleicher Weise verwendet. Aufserdem kann bei diesen Streifen, insbesondere bei Verwendung
besserer Metalle, nach Fertigstellung des Glasgemäldes der vordere Rand etwas verstärkt
oder umgebogen und der hintere Rand gezähnt sein. Statt der beschriebenen Metallstreifen
können auch Stifte oder Nägel ζ. Β. von Kupfer verwendet werden. Dieselben sind
verkehrt keil- oder lanzettförmig und haben flache runde, sternförmige oder sonst entsprechend
gestaltete Köpfe. , -
Nachdem nun das Wandglasbild mit der Schablone in einzelnen Theilen oder im Ganzen
auf Papier aufgeklebt ist, wird auf die Mauer ein guter weifser Mörtel aufgetragen, und bevor
derselbe erhärtet das Wandglasbild in diesen fest hineingedrückt, so dafs sich überall
der Mörtel dicht an das Glas anlegt und auch die hervorstehenden Streifen ganz dicht
umschliefst. Sobald der Mörtel erhärtet ist, wird das Papier abgewaschen, und sodann auch
die Schablone entfernt.
Nun steht der Rand der eingelegten Streifen oder Nägel um die Stärke des Schabloncartons
über das Glasbild vor. Dieser vorstehende Rand dient dazu, an demselben eine Einrichtung
anzubringen, welche ein eventuelles Herausfallen der Glastafeln nach Loslösen vom
Putz verhindert. Die Einrichtung läfst sich leichter an einem vorstehenden als einem mit
der Bildfläche abschneidenden Rand anbringen. Um einen vorstehenden Rand zu erhalten, werden
deshalb, wie oben erwähnt, die Schablonen auf die Vorderseite der Glasscheiben aufgeklebt,
so dafs nach Einsetzen des ganzen Bildes in den Mörtelputz und Wegnahme des Papieres
und der Schablonen die Metallstreifen oder Nägel um die Cartonstärke der Schablonen
über die Bildfläche vorstehen.
Bei einfachen Streifen kann jetzt der der Stärke der Schablone entsprechend über die
Claims (1)
- Oberfläche der Glasstücke tretende Rand verkittet oder mit Zinn überlöthet werden, wobei sowohl Kitt wie Zinn etwas über den Rand der' Glastafeln greifen, um diese bei eventuellem Loslösen von der Mauer gegen das Herausfallen zu sichern.Bei Doppelstreifen wird mit einem harten Instrument zwischen deren beiden Wänden entlang gefahren und dadurch diese dicht an das Glas angedrückt; erst dann wird der so gebildete Zwischenraum verlöthet, wodurch das Glasbild vollkommen wetterdicht abgeschlossen ist. Bei Verwendung von Stiften genügt es, die Fugen nachträglich mit Kitt zu verstreichen oder dieselben zu schwärzen.Sollte sich, wie bereits erwähnt, im Laufe der Zeit das glatte Glas von der Mauer loslösen , so wird dasselbe dennoch durch die eingemauerten Stifte oder Nägel an derselben festgehalten. Die eingebetteten Nägel oder Stifte dienen deshalb als Sicherung des eingelegten Glasbildes.Soll dem Wandglasbild nachträglich, falls es nicht schon vor dem Zuschneiden geschehen ist, der Glasglanz benommen werden, so geschieht dies leicht durch Abreiben mit Schmirgel oder durch Säure etc. Die Farbenwirkung wird dadurch nur wenig beeinträchtigt. Von dem weifsen Mörtelgrund, auf dem die Glasstücke unmittelbar aufliegen, hebt sich die Farbe des Glases hell leuchtend ab, die dazwischen liegenden feinen Zinnlinien geben dem Ganzen einen dem Zellenemail ähnlichen hohen Reiz. Auch die mit runden, sternförmigen oder sonstwie geformten Stiftköpfen durchsetzten Malereien werden hierdurch in ihrer Flächenwirkung nur gehoben. Falls kein hinlänglich weifser Mörtel vorhanden ist, kann auch die Innenseite der Glasstücke, welche auf dem Mörtel aufliegt, mit einem weifsen Ueberzug versehen oder Opalglas verwendet werden.Die neue Wandmalerei ist wetterbeständig, denn die Oberfläche wird von Glasstücken, welche nicht angegriffen werden, gebildet, während die Fugen durch das Verlöthen oder Verkitten vollkommen luftdicht abgeschlossen sind.Die Leuchtkraft der Farben kann durch aufsen sich auflegenden Staub oder Schmutz nur zeitweise beeinflufst, aber nie dauernd verändert werden. Bei Verwendung von gutem Mörtel können die einzelnen Glasstücke nicht herausfallen, da die gezähnten, wellenförmig oder dergleichen in den Mörtel greifenden Metallstreifen durch das Verlöthen auch die Fugen nach aufsen keilförmig verschliefsen.Die Ausbesserung etwaiger Beschädigungen geschieht leicht dadurch, dafs man das zersprungene Glasstück herausnimmt, den Mörtel aus der so entstandenen leeren Zelle herauskratzt und diese Zelle mit Gyps ausfüllt, worauf ein neues Glasstück eingesetzt, verlöthet und verkittet werden kann.Pate ν τ-Anspruch:Verfahren zur Herstellung wetterbeständiger Wandglasgemälde, darin bestehend, dafs die nach Art der gewöhnlichen Glasmalerei zugeschnittenen und entsprechend bemalten oder unbemalten Glasstücke auf ihrer Vorderseite mit den betreffenden Schablonen beklebt und der Zeichnung des herzustellenden Gemäldes entsprechend mit ihrer so beklebten Vorderseite auf ein mit Klebstoff bestrichenes Papier oder dergleichen gelegt, sodann die hierbei entstehenden Fugen durch gewellte oder gerauhte Metallstreifen oder Nägel ausgelegt werden, worauf nach dem Trocknen des Klebstoffes das so erhaltende Glasbild mit seiner Kehrseite und den auf derselben vorstehenden Nägeln oder Metallstreifen in auf der zu dekorirenden Mauer aufgetragenen Mörtel eingedrückt wird und nach dem Trocknen des letzteren Papier und Schablonen entfernt und die um die Stärke der Schablone des Glasbildes vorstehenden Nägel oder Streifenränder derart verlöthet, verkittet oder umgelegt werden, dafs ein Herausfallen der Glasscheiben nach eventuellem Loslösen von der Mauer verhindert ist, wobei beim Einsetzen von Nägeln zwischen den einzelnen Glasstücken gebildete Fugen verstrichen oder verlöthet werden.
Publications (1)
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