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Verseilmaschine zum Herstellen doppelt verseifter Adervierer für vieladrige
Fernmeldekabel in einem Arbeitsgang. Das Hauptpatent 588 567 betrifft eine Einrichtung
an Verseilmaschinen zum Herstellen von Adergruppen mit verbesserter Kapazitätssymmetrie;
diese wird bekanntlich, unter sonst gleichen Bedingungen, eine um so bessere, je
symmetrischer die Verseilungausgeführt ist. Die Einrichtung besteht in einer in
besionderer Weise ausgebildeten Bremsvorrichtung; die gekennzeichnet ist durch mit
mindestens zwei Bremsflächen unmittelbar auf jede Ader oder Adergruppe wirkende,
feststehendeoder bewegliche, in ihrer Bremsstärke für sich einstellbare Bremsen,.
deren zweckmäßigste Ausführung im.Patent 620 231 geschützt ist. Gemäß Patent 59876o
werden die Bremsen mit sehr großer Genauigkeit eingestellt. Gemäß Patent
592303 werden die zu verseilenden Adern nicht in der üblichen Weise auf Trommeln
gewickelt, sondern in Ringform aufgestapelt; zwischen Ringstapel und Bremse befinden
sich 'die Adern in der Versieilmaschine in praktisch spannungslosem Zustande, und
die Wirksamkeit der Bremsen wird durch' keine zusätzlichen, unkontrolliert und unregelmäßigen
veränderlichen Zugspannungen verfälscht: Die Erfindung betrifft eine Verseihnäschine
zum Herstellen von doppelt versehen Adervierern in, einem einzigen Arbeitsgang,
wobei die bekannten Einrichtungen so ausgebildet sind, daß sowohl -die Verseilungen
der Paare als auch die Verseilung des Vierers mit wesentlich verbesserter Symmetrie
erfolgt.
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Maschinen, die die beiden Paare und den Vierer in einem einzigen Arbeitsgang
herstellen, sind an sich bekannt. Es ist auch eine Maschine bekannt, die hierbei
mit .einer Einrichtung versehen ist, die die Symmetrie der Päarverseilungen verbessern
soll. Zu @diesem Zweck sind in-den beiden Jochen dieser Maschine die beiden für
.ein Paar bestimmten Adern auf ihren Vorratsspulen, die sich um eine gemeinsame
Achse drehen, untergebracht. Von den Vorratsspulen gelangen die Adern zu einer gemeinsamen
Scheibe, deren Drehachse ebenfalls am Joch befestigt ist. und durch die Adern in
Drehung um ihre Achse versetzt wird- Während der Drehurgen des Vers:eilkorbes läßt
man die Joche mit verschiedenen Geschwindigkeiten sich um -ihre eigenen Achsen drehen.
Durch die ge, ureinsame Scheibe soll erreicht werden, daß die beiden Adern mit unter
sich gleichen Längen in die Verseilung eingehen: - Es liegt auf der Hand, daß eine
solche Maschine::!eine befriedigende Verseilungs:syrnmetrie nicht hervorbringen
kann, Zunächst ist für die Symmetrierung der Vier.erverseilung nichts vorgesehen;
aber auch die Paarven seilungen werden nicht genügend symmetrisch. Die Vorratsspulen
werden durch die abgezogenen Adern in Bewegung versetzt;
die dadurch
hervorgerufenen Zugspannungen sind unregelmäßig veränderlich, und die Adern -befinden
.sich auf der gemeinsamen Scheibe in verschiedenen und veränderlichen Zuständen
der Spannung und werden ,in' diesem Zustand der Unregelmäßigkeit - -zü einem verseilten
Paar vereinigt. Die mehr gespannte Ader nimmt die weniger gespannte mit sich, und
die Verseilung wird im Ausmaße dieser Unregelmäßigkeit unsymmetrisch.
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Es sind auch Maschinen bekannt, in die die beiden für ein Paar bestimmten
Adern auf eine gemeinsame Vorratsspule gewickelt eingesetzt ugd von dieser während
der Drehungen des Verseilkorbes und gleichzeitigen Drehungen der Vorratsspulenachse
abgezogen werden. Hierbei müssen die beiden Adern auf der gemeinsamen Vorratsspule
sehr sorgfältig zueinander parallel, dicht nebeneinander und gleichmäßig gespannt
liegen, da alle diesbezüglichen Fehler als Symmetriefehler des fertigen Paares erscheinen.
Deshalb bedient man sich für die gemeinsame Aufwicklung der beiden Adern besonderer
Maschinen, die unter dem Namen Parallellegemaschinen bekannt sind, in denen die
beiden Adern parallel gelegt, zusammengeschnürt und auf die gemeinsame Spule gewickelt
werden. Auf der gemeinsamen Spule ist die gegenseitige Lage der beiden Adern genau
festgelegt; die Adern stellexi ein-mit unendlich langem Schlag verseiltes Aderpaar
dar, das bis auf die Veränderung der Schlaglänge während des Versedens keine anderen
Veränderungen erleidet.
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Die Wirksamkeit dieser Anordnung ist von der Güte der Wirksamkeit
der Parallellegemaschine bedingt, die ihrerseits mit den Mängeln .der Ablaufspulenbremsen
behaftet ist. Für die SymmetrIerung der Viererverseilung enthält auch diese Maschine
keine Vorkehrungen.
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Die überlegenheit der erfindungsgemäßen Maschine ergibt sich schon
daraus, daß bei ihr vier Bremsen gemäß dem Hauptpatent vorgesehen sind, die die
symmetrische Verseilung der beiden Paare und des Vierers sicherstellen. Hierbei
sind die beiden für die Aderreines Paares bestimmten Bremsen, zweckmäßig in der
Ausführung nach. Patent 6zo 231, miteinander starr verbunden und um eine
gemeinsame Achse drehbar; durch ihre Drehung um tdieeigene Achse kommt die Paarverseilung
zustande, während die Drehung des Verseilkarbes die Viererverseilung hervorbringt.,
In die so, ausgebildete Maschine werden. erfindungsgemäß die zu verseilenden vier
Adern in Form von zwei Doppelringen aufgestapelt eingesetzt; von einem solchen Stapel
laufen die beiden Adern voneinander getrennt und voneinander unabhängig ab; hierbei
dreht sich der Tragkörper, auf dem der Doppelring ruht, im gleichen Sinn wie das
zugehörige Bremsenpaar, aber um so viel schnelleer, wie :erforderlich ist, um eine
Verseilung der Adern vor deren Eintritt in die Bremsen zu verhindern. Die notwendige
Drehgeschwindigkeit des Tragkörpers berechnet sich in einfacher Weise aus der Drehgeschwindigkeit
des Bremsenpaares und der Schlaglänge des entstehenden Vierers.
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Der wesentliche technische Fortschritt des Erfindungsgegenstandes
wird durch die Größe der erzielten Verseilungssymmetrie gekennzeichnet. Nach .der
Patentschrift 598 76o müssen die -Bremsen so eingestellt werden, daß die Adern eines
Paares und die Paare eines Vierers in ihren Längen miteinander mindestens auf o,o5
% genau übereinstimmen. Bei Benutzung der erfindungsgemäßen. Maschine wird diese
Genauigkeit noch wesentlich überschritten, und es ist in einfachster Weise möglich,
die genannten Längenunterschiede unterhalb der Grenze von 0,003% zu halten.
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Dieerfindungsgemäße Maschine kannsinngemäß auch zum Herstellen von
mehrfach verseilten Adergruppen anderer Zusammensetzung vexwendet werden. Eine Maschine
zum Herstellen eines Doppelsternvierers z. B. wird man mit vier Bremsenpaaren und
mit vier Tragkörpern für die vier Doppelringe ausrüsten.