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Vorrichtung zum Ausrichten der einzelnen Bogen eines bandförmigen
Stapels Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist eine weitere Ausbildung und Verbesserung
der Vorrichtung nach Patent 613 126. Die gemäß diesem Patent bei Anwendung
einer vom vordersten Bogen aus hinter- und untereinander gestaffelten Bogenlage
und in, Verbindung mit nach unten aus dem Bogenweg zurücktretenden vorderen Anlegemarken
innerhalb des vordersten und obersten Bogens der Bogenlage und innerhalb der diesen
Bogen ausrichtenden Mittel angeordneten, im nachstehenden als. Zubringefördermittel
bezeichneten, der Förderung des Bogens nach seiner Ausrichtung unmittelbar aus seiner
gestaffelten Lage heraus in die Verarbeitungsmaschine dienenden Mittel sollen nicht
allein eine unmittelbare lückenlose Aufeinanderfolge der Bogen innerhalb der Verarbeitungsmaschine,
sondern im Bedarfsfalle auch deren Ein- und Hindurchführen in und durch diese unter
teilweiser gegenseitiger Überdeckung ermöglichen. Durch die vorliegende Erfindung
wird das gegenseitige Überdecken der Bogen in größerem Ausmaß und eine erhöhte Genauigkeit
des Ausrichtens möglich gemacht.
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Wenn die Zubringefördermittel, wie es in der Hauptsache bei den Ausführungsformen
des Patents 613 126 angenommen ist, eine mit derjenigen der Verarbeitungsmaschine
übereinstimmende Fördergeschwindigkeit aufweisen, ist das größtmögliche Ausmaß der
gegenseitigen Überdeckung der Bogen bei solchen Fördermitteln, die den vordersten
Bogen an seiner oberen Fläche allein oder zwischen sich erfassen (Ausführungsformen
nach Abb. i und 3 des Patents 613 126) immer gleich dem Flächenraum, der zwischen
der der Längsausrichtung dienenden Bogenvorderkante und der Angriffslinie der Zubringeförderrimittel
liegt, weil die letzteren infolge ihrer erwähnten Wirkungsweise einen Bogen jeweils
erst dann erfassen können, wenn sie den vorhergehenden freigegeben haben. Dieser
Flächenraum muß bei Anwendung eines Walzenpaares, als Zubringefördermittel (Abb.
3 des Patents 613 126) kleiner sein als der Staffelungsabstand, den die Bogen innerhalb
der Bogenlage aufweisen, weil ein solches Walzenpaar nur innerhalb der Staffelung
des vordersten Bogens, d. h. zwischen der Vorderkante dieses und der des nächstfolgenden
Bogens, untergebracht werden kann. Bei Anwendung einer über dem vordersten Bogen
angeordneten Saugwalze als Zubringefördermittel (Abb. i des Patents 613 i26)
kann das Unterschieben eines Bogens unter den vorhergehenden wohl in um so größerem
Ausmaß
erfolgen, je weiter die Saugwalze von der Bogenvorderkante entfernt ist, um so ungünstiger
wird jedoch auch ihre Wirkung, weil die Störungsmöglichkeiten bei dem aus der Ruhelage
heraus erfolgenden Inlaufsetzetr eines von einem andern teilweise überdeckten Bogens
mit der Größe der überdeckten Bogenfläche wachsen. Der gleiche Nachteil ergibt sich
bei Anwendung einer den vordersten Bogen innerhalb seines Staffelungsabstandes an
seiner Unterseite erfassenden Saugwalze (Abo. 2 des Patents 613 r26). Eine solche
kann allerdings den Bogen bei jedem Ausmaß der Überdeckung durch einen andern in
Lauf setzen, aber auch hierbei wächst die Gefahr der Ungenauigkeiten und der Störungen
mit der Größe der Überdeckung bei Bewegungsbeginn.
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Gemäß der vorliegenden Erfindung werden die innerhalb der Fläche des
regelgemäß gestaffelten vordersten und obersten Bogens der Bogenlage angeordneten
Zubringefördermittel, welche diesen Bogen unmittelbar aus seiner regelgemäß gestaffelten
Lage in die Verarbeitungsmaschine fördern, absatzweise mit einer Fördergeschwindigkeit
zur Wirkung gebracht, die um einen solchen Betrag größer ist als die Umfangsgeschwindigkeit
des Übernahmezylinders, daß das jeweils erwünschte Ausmaß der gegenseitigen Bogenüberdeckung
innerhalb der Verarbeitungsmaschine erzielt wird. Dadurch wird erreicht, daß das
Ausmaß des Unterschiebens eines Bogens unter den vorhergehenden bei Anwendung einer
Saugwalze über dem Bogen oder eines Walzenpaares nicht mehr allein abhängig ist
von der Entfernung zwischen der Angriffslinie dieser Zubringefördermittel am vordersten
Bogen und dessen Vorderkante und bei Verwendung einer Saugwalze unter dem Bogen
nicht allein von dem bei Beginn der Förderwirkung bereits vorhandenen Grad der Überdeckung,
vielmehr kann die überdeckung während der Förderung durch die erhöhte Fördergeschwindigkeit
vergrößert wenden, und der Betrag dieser Vergrößerung hängt ab von dem Unterschied
zwischen der .Fördergeschwindigkeit des vom Zubringefördermittel bewegten und des
vorhergehenden, bereits von der Verarbeitungsmaschine erfäßten Bogens. Es kann daher
eine bei Förderbeginn bereits vorhandene große, aus den genannten Gründen schädliche
Bogenüberdeckung vermieden und dennoch eine erhebliche Unterschiebung des Bogens
unter den vorhergehenden erzielt werden: Es sind bei gewöhnlichen Bogenanlegevorrichtungen,
die die einzelnen Bogen hintereinander mit größeren oder kleineren Zwischenräumen
der Verarbeitungsmaschine zuführen, Fördermittel bekannt, die vorüber-'gehend eine
höhere Fördergeschwindigkeit aufweisen als der Greiferzylinder der Verarbeitungsmaschine;
diese dient jedoch in Abweichung vom Erfindungsgegenstand ausschließlich dem Zweck,
den Bogen unter die Greifer des dauernd umlaufenden Greiferzylinders zu schieben.
Eine Zuführung der Bogen zur Verarbeitungsmaschine unter gegenseitiger Überdeckung
ist dabei nicht möglich.
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Die im Vergleich mit dem Übernahmezylinder der Verarbeitungsmaschine
höhere Fördergeschwindigkeit der Zubringefördermittel wird gemäß einem weiteren
Merkmal der Erfindung dazu benutzt, Ungenauigkeiten in der Längsausrichtung, die
nach erfolgtem Ausrichten durch die eigentlichen Ausrichtemittel etwa neu verursacht
werden, oder die aus sonstigen Ursachen bei der Zuführung der Bogen zur Verarbeitungsmaschine
noch bestehen, zu beseitigen. Zu diesem Zweck wird erfindungsgemäß einerseits die
Wirkung der Zubringefördermittel erst dann beendigt, wenn sie den Bogen an einem
auf dem Übernahmezylinder vorgesehenen Anschlag an sich bekannter Art mit der Vorderkante
so angelegt haben, daß er vor diesem Anschlag eine geringe Aufbauschung erfährt,
während andererseits in Verbindung mit dieser Maßnahme des Aufbauschens an sich
bekannte, genau senkrecht gegen die Bogenfläche be= wagte, unter dem oder ,den vorhergehenden
Bogen arbeitende Greifermittel benutzt werden, die, auf dem Übernahmezylinder angeordnet,
den Bogen während seiner Aufbauschung innerhalb deren Bereich erfassen. Auf diese
Weise erfährt der Bogen nicht nur eine nochmalige Längsausrichtung nach seiner Vorderkante,
sondern die Maßnahme des Aufbauschens erbringt in ihrem Zusammenwirken mit den genau
senkrecht gegen den Bogen und dessen Aufbauschung bewegten Greiferrnitteln den Vorteil,
daß die so erreichte nochmalige Längsausrichtung beim Erfassen durch die Greifermittel
nicht mehr gestört werden kann, weil die letzteren infolge ihrer genau senkrechten
Bewegung gegen den Bogen die Aufbauschung in gleichem. Maß sowohl nach dem Anschlag
wie auch der Bogenmitte zu auszugleichen bestrebt sind; sie fördern daher durch
diesen Ausgleich der Aufbauschung das scharfe Anliegen der Bogenvorderkante an dem
Anschlag.
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Es ist bereits bekannt, zum Zweck des Ausrichtens bei einzeln einer
Bearbeitungsmaschine zugeführten Bogen den betreffenden Bogen den mit einer gewissen
Geschwindigkeit umlaufenden Greifern oder Marken mit einer größeren Geschwindigkeit
derart zuzuführen, daß unmittelbar vor den Greifern
oder Marken
eine das Ausrichten begünstigende bzw. bewirkende Aufbauschung entsteht.
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In der Zeichnung ist der Erfindungsgegenstand in zwei dargestellt.
Es zeigen: Abb. i eine Ausführungsform der Vorrichtung in senkrechtem Längsschnitt,
Abb.2 eine Stirnansicht des den Bogen übernehmenden Zylinders der Verarbeitungsmaschine,
Abb.3 eine zweite Ausführungsform der Vorrichtung in senkrechtem Längsschnitt und
Abb. 4 eine teilweise Stirnansicht des Übernahmezylinders mit den Bogenführungsmitteln
zur Darstellung der Greiferwirkung. Alle Teile, die mit denjenigen der Vorrichtung
des Hauptpatentes 613 12,6 übereinstimmen, sind mit den entsprechenden gleichen
Bezugszahlen versehen. Als Zubringefördermittel ist in den Ausführungsbeispielen
der Zeichnung ein Förderwalzenpaar mit heb- und senkbarer Oberwalze angenommen;
die Erfindung bezieht sich jedoch auch auf die Verwendung von Saugwalzen als Zubringefördermittel,
wie sie im Hauptpatent 613 126 beschrieben sind, und auf andere, mit gleicher
Wirkung anwendbare Fördereinrichtungen.
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Der besseren Übersichtlichkeit halber ist in den Abb. i bis 3 der
Zeichnung nur der vorderste, soeben dem Übernahmezylinder der Verarbeitungsmaschine
zugeführte oder zuzuführende, in Abb. 4. dagegen auch der Barüberliegende, bereits
in die Verarbeitungsmaschine einlaufende Bogen dargestellt. Bei dem Ausführungsbeispiel
nach Abb. i wird die Unterwalze 51 des als Zubringefördermittel benutzten Förderwalzenpaares
50, 51 ununterbrochen von dem auf der Welle io' des Übernahmezylinders
io angeordneten Zahnrad 54 über das Zwischenrad 53 und das, auf der Walze 5o selbst
befestigte Zahnrad 52' angetrieben. Der gleiche Antrieb ist auch bei der Ausführungsform
nach Abb. 3 des Hauptpatents 613, 126 benutzt; während jedoch dort die Teilkreise
der Zahnräder 52 und 54 mit den Durchmessern der Walze So bzw. des Zylinders io
übereinstimmen, so daß sich bei diesen gleiche Umfangsgeschwindigkeiten ergeben,
ist hier bei dem Beispiel der Abb. i nur der Teilkreisdurchmesser des Zahnrades
54 so groß wie der Durchmesser des Zylinders io, dagegen hat das Zahnrad 52
der Walze So einen Teilkreis, der kleiner ist als der Walzendurchmesser. Dadurch
wird erreicht, daß die Umfangsgeschwindigkeit der Walze So, wie dies erfindungsgemäß
beabsichtigt ist, größer ist als diejenige des Zylinders io. Die Oberwalze 51, die
in dem auf der Welle 56 befestigten Hebelpaar 55 gelagert ist, wird über den ebenfalls
auf der Welle 56 sitzenden Hebel 57 und die an diesein angreifende Schubstange
58 von einer auf der Welle io' des Zylinders io befestigten, in der Zeichnung
nicht dargestellten Kurvenscheibe so im Tempo der Bogenzuführung gehoben und gesenkt,
daß sie sich nach erfolgtem Ausrichten des vordersten und obersten Bogens der gestaffelten
Bogenlage i auf diesen niedersenkt, der dadurch zwangsweise erfaßt und zum Zylinder
io gefördert wird, nachdem zuvor die Anlegemarken 12 der Längsausrichtung von der
auf der Welle io' befestigten Kurvenscheibe 59 unter Vermittlung der Schubstange
15 und des auf der Welle 13 der Anlegemarken 12 angeordneten Hebels 14 in die mit
vollen Linien gezeichnete Stellung zurückgeschwenkt wurden.
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Da durch die beschriebene Einrichtung die Fördergeschwindigkeit des
von den Walzen So, 5 1 erfaßten Bogens größer ist als die Umfangsgeschwindigkeit
des Zylinders io und daher auch größer als die Geschwindigkeit eines Bogens, der
von diesem bereits erfaßt ist und der teilweise noch über dein zwischen den Walzen
50, 51 befindlichen Bogen liegt, so ist ersichtlich, daß der von den Walzen 5o,
51 erfaßte Bogen während der vollen Dauer seiner durch diese Walzen bewirkten Förderung
immer mehr unter den vorhergehenden Bogen geschoben wird, und zwar ist das Gesamtausmaß
dieses Unterschiebens um so größer, je größer der Unterschied zwischen den Fördergeschwindigkeiten
beider Bogen ist.-Die erreichbare Überdeckung der Bogen ist daher nicht mehr wie
bisher auf die bei beendetem Ausrichten zwischen den Anlegemarken 12 und den Walzen
So, 51 liegende Bogenfläche beschränkt.
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Um auch die durch das ununterbrochene Umlaufen der Unterwalze So beim
Erfassen des vordersten, ausgerichteten Bogens möglichen Ungenauigkeiten zu vermeiden,
wird bei dem Ausführungsbeispiel nach Abb.3 auch die Unterwalze So nur absatzweise
angetrieben, derart, daß sie sich erst dann zu drehen beginnt, wenn sich die Oberwalze
51 bereits auf sie und damit auf den zwischen beidem befindlichen vordersten, ausgerichteten
Bogen niedergesenkt hat, so daß der Bogen zunächst während seiner Ruhelage sicher
und an genau richtiger Stelle zwischen den ebenfalls noch ruhenden Walzen 50,
5, zwangsweise erfaßt und erst dann mit Beginn der Drehung beider Walzen
zum Zylinder io gefördert wird.
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Zum absatzweisen Antrieb der Unterwalze So und zu deren Sicherung
gegen Verdrehung während ihrer Ruhelage dient ein Maltesergetriebe, dessen auf der
Welle io' des Zylinders io befestigtes Schaltrad.6o in das lose auf dem Bolzen 61
drehbare, vierteilige Malteserkreuz
62 eingreift. Mit den Malteserkreuz
62 fest verbunden und ebenfalls auf dem Bolzen 61 drehbar ist das Zahnrad 63, das
in Eingriff steht mit dem auf der Unterwalze 50 befestigten Zahnrad 6q..
Auf diese Weise bewirkt eine Viertelumdrehung des Zy= linders io auch eine Viertelumdrehung
des Malteserkreuzes 62, und die Übersetzung zwischen den beiden Zahnrädern 63 und
64 ist so gewählt, daß auch hier die Fördergeschwindigkeit der Walze 59 während
ihrer absatzweisen Drehung größer ist als diejenige des Zylinders io. Die oben beschriebene
Wirkung des Unterschiebens eines Bogens unter den vorhergehenden wird infolgedessen
auch hier erzielt.
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Die im Vergleich mit dem Zylinder io höhere Fördergeschwindigkeit
der Walzen 50, 51 wird nicht allein zur Vergrößerung der gegenseitigen Bogenüberdeckung,
sondern erfindungsgemäß weiterhin dazu benutzt, den dem Zylinder io zugeführten
Bogen vor seinem endgültigen Erfassen durch diesen einer nochmaligen Längsausrichtung
zu unterziehen, um etwaige noch vorhandene oder aus irgendwelchen Ursachen während
der Zubringeförderung neu hervorgerufene Ungenauigkeiten in der Längsausrichtung
zu beseitigen. Zu diesem Zweck ist der Zylinder io in an sich bekannter Weise mit
einem über seine Längsausdehnung sich erstreckenden und über seine Umfläche hervorragenden
An-.,schlag 65 versehen, gegen den die Vorderkante des mit erhöhter Färdergeschwindigkeit
zugeführten Bogens geleitet wird, was durch entsprechende Einstellung des Zylinders
io und der zeitlichen Betätigung der Zubringeförder-mittel 50, 51 erreicht wird.
Erfindungsgemäß wird dann, nachdem die Bogenvorderkante den. Anschlag 65 erreicht
hat, die Fördertätigkeit der Walzen 50, 51 so lange aufrechterhalten, bis ein geringes
Aufbauschen des Bogens vor dem Anschlag 65 des sich weiterdrehenden Zylinders io
herbeigeführt ist. Erst nach Bildung einer solchen Aufbauschung wird innerhalb dieser
der Bogen von den Greifermitteln des Zylinders io erfaßt und nach seinem Erfassen
die Förderung durch die Walzen 5o, 51 beendet. Die Greifermittel des Zylinders io
sind zu diesem Zweck unmittelbar mit dem Anschlag 65 vereinigt und wie folgt ausgebildet:
Der Anschlag 65 wird gebildet durch die eine Seitenfläche einer Schiene 66, die
in einer in der Umfläche des Zylinders io vorgesehenen, über dessen ganze Länge
sich erstreckenden Aussparung 67 untergebracht ist. Die Aussparung 67 ist so angeordnet,
daß sie eine radial gerichtete Verschiebung der Schiene 66 im Zylinder io zuläßt.
In den beiden Enden der Schiene 66 ist je ein Holm 68 verschraubt. Diese Holme führen
sich in Gleitlagern 69, die mit den Schrauben 7o an den Stirnflächen des Zylinders
io befestigt sind. An jedem Holm 68 wirkt eine daxübergeschobene Druckfeder 71,
die sich einerseits gegen die untere Stirnfläche des Gleitlagers 69 und andererseits
gegen einen auf dem Holm 68 befestigten Ring 72 legt. Die Federn 71 suchen daher
die beiden Holme 68 und die an ihnen befestigte Schiene 66 in Richtung nach der
Mitte des Zylinders io zu bewegen. Jeder der beiden Holme 68 trägt einen Bolzen
73, der sich durch ein Langloch 74 des Gleitlagers 69 nach außen erstreckt und der
von dem gabelförmigen Ende eines Hebelpaares 75 umfaßt wird. Das Hebelpaar 75 ist
auf den Enden der in der Längsrichtung durch den Zylinder io sich erstreckenden,
in dessen beiden Stirnwänden drehbaren Welle 76 verschraubt. Auf der einen Seite
ist auf der Welle 76 außerdem ein Rollenhebel 77 befestigt, dessen Rolle 78 auf
einer lose über der Welle io' angeordneten Kurvenscheibe 79 läuft. Die letztere
wird durch eine Vorrichtung 8o in ihrer Lage gehalten. Die Rolle 78 des Hebels 7
7 wird unter der Wirkung der Federn 71 dauernd gegen die Kurvenscheibe 79 gepreßt.
Auf diese Weise ergibt sich beim Umlauf des Zylinders io durch das Abrollen der
Rolle 78 auf der Kurvenscheibe 79 eine absatzweise, radial gerichtete, hin und her
gehende Bewegung der Holme 68 und der an ihnen befestigten Schiene 66.
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In Vierkantöffnungen der Schiene 66 sind, auf deren ganze Länge verteilt,
mehrere Stifte 81 geführt, derart, daß sie ebenfalls in radialer Richtung zum Zylinder
io verschiebbar sind. Sie tragen an ihrem oberen Ende je eine über die Anschlagfläche
65 der Schiene 66 ragende Platte 82, und an ihrem unteren Ende wirkt je eine Druckfeder
83, die sich mit ihrem einen Ende gegen die untere Fläche der Schiene 66 und mit
ihrem anderen Ende gegen einen auf dem Stift 8i befestigten Ring 84 legt, so daß
die Platte 82 dauernd gegen die Oberfläche der Schiene 66 gepreßt wird. Bei Verschiebung
der Schiene 66 nach der Mitte des Zylinders io zu bewegt sich demnach die Platte
82 mit ihrem über die Anschlagfläche 65 hinausragenden Ende in radialer Richtung
gegen die Umfläche des Zylin= ders io und legt sich gegen diese, wenn die Rolle
78 des Hebels 77 vom hohen Umfangteil der Kurvenscheibe 79 abgelaufen ist. Befindet
sich daher ein Bogen mit seiner Vorderkante an, der Anschlagfläche 65 der Schiene
66, so wird dieser zwangsweise zwischen den Platten 82 und der Außenfläche des Zylinders
io erfaßt. Da die Schiene 66 eine etwas größere radiale Bewegung ausführt, als dies
für das Erfassen des Bogens durch die Platten 8a
notwendig ist,
geschieht dieses Erfassen unter der Wirkung der Federn 83 von jeder Platte 82 für
sich unabhängig von den andern, so daß alle Platten 82 den Bogen gleichmäßig festhalten.
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Im Augenblick des Erfassens durch die Platten 82 ist nach obigem der
Bogen vor dem Anschlag 65 leicht aufgebauscht. Das gleichmäßige Anliegen der Bogenvorderkante
am Anschlag 65 ist daher gewährleistet, und da sich die Greiferplatten 82 senkrecht
gegen die Bogenfläche bewegen und sich dabei auf die Bogenaufbauschung legen, gleichen
sie die letztere sowohl nach dem Anschlag 65 wie auch nasch der Bogenmitte zu aus;
sie können daher keine vom Anschlag 65 weggerichtete, eine erneute Störung der Längsausrichtung
bewirkende Verschiebung des Bogens mehr bewirken, wie es bei um eine Achse schwingenden
Greifern trotz der Bogenaufbauschung der Fall wäre, weil solche Greifer sich in
Richtung des kleinen Pfeiles der Abb. q. gegen den Bogen bewegen würden, wodurch
ein Abdrängen der Bogenvorderkante vom Anschlag 65 eintreten könnte. Es ist infolgedessen,
wie ersichtlich, durch das Zusammenwirken der Bogenaufbauschung und der senkrecht
gegen den Bogen bewegten Greifer die ausgerichtete Lage des Bogens unbedingt gesichert,
wenn sein Einlauf in die Verarbeitungsmaschine unter der Förderwirkung des Zylinders
io beginnt.
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Das günstige Zusammenwirken der Bogenbauschung mit den senkrecht bewegten
Greifern wird besonders erkennbar, wenn berücksichtigt wird, daß entsprcehend dem
der Vorrichtung zugrunde liegenden Zweck des Unterschiebens eines Bogens unter den
vorhergehenden die Notwendigkeit besteht, einen Bogen am Anschlag 6,5 des Zylinders
io auszurichten, während dem er in erheblichem Ausmaß durch den vorhergehenden überdeckt
ist. Dabei wird durch die Förderung des Bogens bis zur Aufbauschung vor allem die
Reibung mit dem darüberliegenden Bogen überrunden und trotz des Gewichts des letzteren
ein sicheres Anlegen der Bogenvorderkante am Anschlag 65 gesichert. Die Aufbauschung
entwickelt sich unter diesen Umständen naturgemäß unmittelbar vor dem Anschlag 65,
wie es in Abb. 4 dargestellt ist, und es ist ersichtlich, daß gerade dabei die beschriebene
Wirkung der Greiferplatten 82 sich beim Erfassen des Bogens im Sinne einer Sicherung
der Bogenausrichtung geltend macht.
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In der Abb. 3 ist die Stellung der gesamten Teile der Vorrichtung
mit ausgezogenen Linien in demjenigen Augenblick gezeigt, in dem soeben das Ausrichten
des vordersten Bogens beendet ist. Im folgenden Augenblick wird zunächst die Oberwalze
51 durch den Ablauf der Rolle 86 vom hohen Umfangteil der Kurvenscheibe 87 auf den
Bogen niedergesenkt, während gleichzeitig die Anlegemarken 12 in die gestrichelte
Lage zurückkehren. Inzwischen ist die Rolle 85 des Schaltrades 6o aus der gestrichelten
in die strichpunktierte Stellung gelangt, und es beginnt nunmehr die Schaltbewegung
des Malteserkreuzes 62 und damit die Förderbewegung der Walzen 50,51. Die in Abb.
3 mit vollen Linien gezeichnete Stellung nimmt die Schiene 66 mit den Greiferplatten
82 in dem Augenblick ein, wenn das Niedersenken der Oberwalze 51 auf den Bogen beginnt,
während ihre beiden andern, mit gestrichelten Linien wiedergegebenen Stellungen
das Einlaufen des ebenfalls gestrichelt teilweise dargestellten Bogens unter die
Greiferplatte 82 und gegen den Anschlag 65 sowie den Verlauf seiner Aufbauschung
nach seinem Erfassen durch die Greiferplatten 82 zeigen.
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In den Beispielen der Zeichnung ist angenommen, daß der Zylinder io
auf jede Umdrehung einen Bogen in die Maschine einzieht. Wenn er statt dessen bei
jeder vollen Umdrehung zwei oder mehr Bogen einziehen soll, dann müssen naturgemäß
die Anschläge 65 und die Greiferplatten 8a ebenfalls in der entsprechenden Anzahl
vorgesehen und auch die Zubringeförder- und Ausrichtemittel entsprechend öfter betätigt
werden.