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Verteilungszunge für die Speisevorrichtung von Brikettwalzenpressen
Gegenstand der Erfindung ist die Ausbildung der Verteilungszunge für die Speisevorrichtung
von Walzenpressen, auf denen insbesondere kugel- oder eiförmige Briketts hergestellt
werden sollen.
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Durch die in derartige Speisevorrichtungen eingebauten, in ihrer Lage
verstellbaren Verteilungszungen wird in erster Linie die Breite des Durchschnittsquerschnittes,
der vor dieser Verteilungszunge mit der ihr gegenüberliegenden Walze gebildet wird,
sowie die Menge des den Walzen zuströmenden Preßgutes bestimmt. Gewöhnlich ist auf
den Preßwalzen eine größere Anzahl von Formreihen nebeneinander angeordnet. Man
hat nun von jeher beobachtet, daß durch verschiedene Einflüsse, in erster Linie
durch den Reibungswiderstand an den Seitenwänden des Fülltrichters, eine ungleichmäßige
Beschickung der verschiedenen Formreihen stattfindet. Insbesondere erhalten die
seitlich liegenden Formreihen weniger Preßgut als die in der Mitte liegenden.
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Man hat bereits die verschiedensten Vorschläge gemacht, um diesen
Nachteil zu beseitigen. So hat man schon vor vielen Jahren vorgeschlagen, die Verteilungszunge
derart zu krümmen, daß sie in der Mitte weiter vorspringt als an den Seiten, so
däß dadurch der Durchtrittsquerschnitt seitlich größer wurde als in der Mitte. Hierdurch
wird zwar der Nachteil teilweise beseitigt, aber jeweils nur für ganz bestimmte
Betriebsbedingungen, Arbeitsgeschwindigkeiten und Gutzusammensetzungen. Für eine
allgemeine Verwendbarkeit derartiger Walzenpressen ist es aber erforderlich, den
Durchflußquerschnitt in den verschiedenen Breitenzonen der Walzen beliebig ändern
und den jeweils herrschenden Betriebsverhältnissen anpassen zu können. Man hat versucht,
dieses Ziel auf den verschiedensten Wegen zu erreichen. Insbesondere ist man zur
Erreichung dieses Zieles von der einteiligen Ausführung der Verteilungszunge abgegangen
und hat sie aus mehreren unabhängig voneinander einstellbaren Teilen zusammengesetzt.
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Durch die vorliegende Erfindung soll ein Weg gezeigt werden, durch
den diese Unterteilung der Verteilungszunge und die damit in vielen Fällen verbundenen
Nachteile bezüglich der Bauart oder Wirkungsweise vermieden werden können. Zu diesem
Zweck wird die Verteilungszunge erfindungsgemäß aus einem federnden oder nachgiebigen
Material in einem Stück hergestellt und mit einer Biegungsvorrichtung verbunden,
die es gestattet, den Krümmungsbogen zu ändern. Durch eine solche Ausführungsform
der Verteilungszunge wird eine Anpassung an alle Betriebsverhältnisse ermöglicht.
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Die Erfindung ist auf der ,Zeichnung an einigen Ausführungsbeispielen
veranschaulicht.
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Fig. i ist ein senkrechter Schnitt, Fig. z ein waagerechter Schnitt
und Fig.3 ein senkrechter Schnitt bzw. eine Vorderansicht senkrecht zu Fig. r.
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Fig. q. zeigt im senkrechten Schnitt und
Fig. 5 in,
der-Aufsicht eine , ändere' Ausfüh@ rungsform der Erfindung.-In Fig. i ist a ein
Fülltrichter mit der- ii bekannter Weise verschiebbaren Verteilunge'` zunge f, die
an einem Schieberrahr@en c- star'c,.: oder drehbar befestigt ist. . Dieser Schiebej:
rahmen c wird durch ein Handrad d -und eine'' Gewindespindel e so betätigt, daß
der Füllungsquerschnitt b vergrößert oder verkleinert werden kann. -Die Verteilungszunge
f 'be#.itit an beiden Seiten kleine Nocken mit Gelenkeng und g1, durch welche auf
die biegsame . Gleitfläche, f ein Zug Ader Druck ausgeübt wird. Hierzu sind an diesen
Gelenken Gewindespindeln 12 und hl mittels Bolzen p und pl drehbar befestigt, welche
durch Handräder i und il bewegt werden. Wird durch diese Handräder i und ü ein Zug
auf die Spindeln h und hl und damit auf die Gelenke-.g und g 1 ausgeübt,
so wird die Krümmung- der- Zunge wergrößerx. Im umgekehrten Falle wird durch die
Handräder i und -ü und die Spindeln h u=nd ,hl auf die Gelenke g und .gl
ein Druck ,ausgeübt und hierdurch der Krümmungsbogen der Verteilungszunge 'f vergrößert,
d. h. der Krümmungsbogen der Gleitfläche.abgeflacht. Wird dieser Druck oder Zug
nur -,mit #einer der Spindehl h oder lzl allein ausgeübt, so wird diese Veränderung
des Krümmungsbogens nicht über die ganze Länge =des Bogens erfolgen, sondern nur
etwa über - die Hälfte des Bogens. Der Füllungsqtiersclmitt wird auch dann nur nach
einer SeitenRäche k oder k1 des Fülltrichters hin vergrößert und der -Gutdurchlaß
nur an dieser Seite-verstärktwerden.
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Fig. 3 veranschaulicht einen Qüerschnitt durch einen Fülltrichter
mit seinen beiden Seitenflächen h und hl mit dem mittleren Befestigungsstück m -und
-den 'seitlichen Gelenkbefestigungen#g !und gi.
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Die Erfahrung =hat gelehrt, daß für einen gewissen üblichen Zustand'
in -der -Zusammensetzung des Preßgutes von -vornherein ein gewisser Krümmungsbogen
der federnden Verteilungszunge f erforderlich ist. Die Verteilungszunge/ wird daher
von vornherein -bei der Herstellung auf diese Krümmung gebogen werden.
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Die Erfahrung hat ferner gezeigt, daß bei allen vorkommenden Veränderungen
des Gutes die Bogenhöhe des Krümmungsbogens -der Zunge im Höchstfalle -nur um -einen
Betrag von 3 bis 5 -mm vergrößert oder verkleinert zu werden braucht, um eine ,
ausreichende Füllung der seitlichen Formenreihen auf den Brikettwalzen zu - gewährleisten:
Die Nachgiebigkeit de's Werkstoffes, -aus welchem die Verteilungszunge f hergestellt
ist, -gestattet diese Veränderung der Bogenhöhe um 3 'bis höchstens 5 -mm, -ohne
daß- eine dauerr;de ungleichmäßige Verformung des Normkräm< rnungsbögens zu befürchten
ist.
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°_=' Weitere Ausführungsmöglichkeiten zeigen fiele Fig. ¢ und 5. An
einem Schieberrahmen c ' "g#Ai°ein Befestigungsblockm starr aufgehängt.
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fie biegsame Verteilungszunge f erhält auf 'der Rückseite mehrere
Blattfedern ia, die an ihren Enden Gelenke g und u 1 tragen. An diesen Gelenken
sind Zugstangen h und hl drehbar angeschlossen, die mit einem Auge an einem Bolzen
p befestigt sind. Auf dem gleichen Bolzen p sind Kurbelringe o, o1 und o2 befestigt,
welche gegen die Mitte der Blattfedern drücken. Auf dem gleichen Bolzen p sitzt
starr befestigt ein Schneckenrad g mit einer .Schnecke Y. Die Schnecke wird durch
ein Handrad s betätigt; die verbindende Achse w ist in einer Lagerbüchse t drehbar
verlagert.
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Durch Betätigung des Handrades s dreht die Schnecke r .das .Schneckenrad
g und damit den Bolzen. Die auf dem Bolzen starr befestigten Kurbelringe o, o1,
o2 .drehen sich mit, so daß ein mehr oder weniger großer Druck auf die Federn°n
hinter der biegsamen Verteilungszunge ausgeübt wird. Hierdurch wird der Krümmungsbogen
der Blattfedern n und dätht der Krümmungsbogen der Verteilungsxunge f hervorgerufen.
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Um nun auch den Füllungsquerschnitt nur an einer Seitenfläche ändern
zu können, kann ' die ganze Verteilungszunge um die Mittelachse .des Bolzens p gedreht
werden. Dies geschieht .dadurch, daß die Lagerbüchse t mit einer besonderen Stellvorrichtung
in bekannter- Weise durch Handrad u und Gewindespindel v seitlich verstellt werden
kann, so- -daß die Verbindungsspindel w zwischen dem Handrad s und der Schnecke
t^ um einen gewissen Winkel um die Mittellinie des Bolzens p geschwenkt wird. Durch
diese Anordnung wird der gleiche Erfolg erzielt wie bei der -ersten .Ausführungsform
nach Fig. i bis 3.
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Es liegt -auf der Hand, daß der Erfindungsgedanke -auch Anwendung
finden kann, um Krümmungen der Verfeilungszunge im ganzen oder an einzelnen Stellen
um eine nicht senkrechte, sondern beispielsweise um eine waagerechte oder in einer,
Winkel zur Senkrechten liegende Krümmungsachse zu biegen.