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Verfahren zur Herstellung kbhlenstoffarmer Eisen-Chrom-Legierungen
Die Erfindung betrifft eine Ausgestaltung des Verfahrens nach dem Patent
621794
zur Herstellung kohlenstoffarmer Eisen-Chrom-Legierungen, wie z. B.
kohlenstoffarmen Ferrochroms, chromlegierten Eisens und Stahls, bei denn: der chromhaltige
Rohstoff allmählich in Form einer gepulverten kohlenstoffreichen Chromlegierung,
beispielsweise gepulvertes Ferrochrom; mit etwa 6o bis 65 % Cr und etwa 6 bis i
o % C, zugeführt und mittels eines chromoxydreichen Schlackenbades raffiniert bzw.
entkohlt wird.
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Die vorliegende Erfindung ist im wesentliehen dadurch gekennzeichnet,
daß die kohlenstoffreicha Chromlegierung vor ihrer Einführung in das Verfahren gänzlich.
oder zum Teil einem vorbereitenden Rösten unterworfen wird. Dadurch wird der Vorteil
erreicht, daß dem Schlackenbade ein chromoxydreiches Gut zugeführt wird, das im
Gegensatz zu den sonst benützten Zusätzen aus Chromerz keine, die .ScMacken verdüauienden
Oxyde, wie Aluminiumoxyd und Magnesiumoxyd, oder nur einen geringen. Gehalt solcher
Stoffe enthält. Dadurch: kann das Schlackenbad trotz der reduzierenden Einwirkung
des Kohlenstoffgehältes -der Chromlegierung während des ganzen Schmelzverlau£es
auf einem hohen Chromoxydgehalt gehalten werden. Bei der Ausübung des Verfahrens
kann jedoch ein Teil des Chromoxydes in Form von Chromerz zugeführt werden, oder,
es kann. ein Zuschlag von Chromoxyd durch Oxydation von Chrom während des Schmelzverlaufes,
beispielsweise durch Zusatz von Eisenerz gehalten werden.
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Es ist nicht notwendig, die gesamte Menge der zu benutzenden Chromlegierung
dem Rösten zu unterwerfen. Es kann genügen, wenn nur ein Teil: dieser -Chromlegierungen
geröstet wird, in welchem Falle jedoch die Oxydation verhältnismäßig weit, unter
Umständen bis zur völligen Oxydation des Chroms, getrieben wird.
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Es hat sich indessen als am vorteilhaftesten erwiesen, die Hauptmenge
der Chromlegierung oder noch besser dis Gesamtmenge einer teilweisen Röstung zu
unterwerfen, und zwar derart, daß die Legierungsteilchen mit einer Oxydhaut ,überzogen
werden. Dadurch
wird erreicht, daß die Legierungsteilchen nicht
den zwischen den Elektroden urld dem Schlackenbade übergehenden :elektrischen Strom
leiten und wodurch gleichzeitig die sonst betnächtliche Vergasung von Chrommetall
vermieden wird, die bei der Einwirkung des Stromes bzw. des Lichtbogens auf. blanke
Metallteilchen entsteht. Außerdem wird der Stromübergang bei der Benutzung einer
Legierung, deren Oberfläche durch Oxyde geschützt ist, wesentlich ruhiger als sonst.
Ferner wird eine Bildung von Stickstoff vermieden, die sonst beim Spielen eines
freien Lichtbog tens gegen die nicht oxydierte OberßQäche der Ohromliegierungsteilchen
lentsteht.
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Die Oxydation, vorzugsweise gepulverten Ferrochroms o. dgl., die z.
B. durch einfache Röstungerfolgen kann, wird je nach der herzustellenden Legierung
verschieden. weit getrieben. Wird beispielsweise die Herstellung kohlenstoffarmen
Ferroehroms - mit einem Kohlenstoffgehalt von unter o,5% -erstrebt, so soll möglichst
ein Oxydationsgrad von 15 bis 40 % benutzt werden, d. h. 15 bis 40
% des Metallgehalts der Legierung sollen in Oxyde übergeführt werden, um die Aufrechterhaltung
eines Chromoxydgehalts etwa zwischen 5o bis 8o% in dem Schlackenbade zu ermöglichen.
-Bei der Herstellung von chromlegiertem Eisen, beispielsweise von rostfreiem Stahl,
kann mau sich mit einem ,erheblich niedrigerem Oxydationsgrad, z. B. zwischen io
bis i 5 % oder darunter, begnügen. In diesem Falle kann die Zusammensetzung des
S.chläkkenbades auch in anderer Weise leicht geregelt werden, beispielsweise durch
Zusatz -von Eisenerz. Zusätze von anderen Legie= rungsimletallen,-wie Nickel, können
bei dem beschriebenen Verfahren in :üblicher Weise entweder im Schmelzofen selbst
oder auch gänzlich oder teilweise erst nach .dem Abstich gemacht werden. Bei der
Herstellung von chromlegiertem Eisen oder -Stähl kann eine Nachregelung des Chromgehaltes
auch durch Zufuhr von kohlenstoffarnvem Ferrochrom o. dgl. stattfinden, nachdem
die Legierung aus dem Ofen entfernt worden ist.
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Die Oxydation der Chromlegierung bzw. die Restung kann. in an sich
bekannter Weise mit Luft, Sauerstoff; Wasserdampf oder anderen Oxydationsmitteln
bewirkt werden. Die Röstung wird vorzugsweise bei Tiemperatuxen zwischen 1200 und
1400' C ausgeführt. In gewissen Fällen, besonders wenn es sich um eine weniger wein
getriebene Oxydation handelt, können auch niedrigere Temperaturen, beispielsweise
bis zu goo° C herunter, benutzt werden. Die Rösfung des ge-
pulverten : Ferrochroms
kann durch Zusätze gefördert werden, die auflockernd wirken oder die Bildung von
Chromaten erleichtern. So arbeitet man beispielsweise unter Zusatz von Kalkstein
oder gebranntem Kalk oder anderen basischen Stoffen. Die Menge dieser Stoffe wird
zweckmäßig zwischen i bis 5 % CaO gehalten.
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Geeignete Öfen für die Röstung sind, wie an sich ebenfalls bekannt
ist, z. B. Kanalöfen, Drehöfen und Sintervorrichtungen. Das Röstverfahren bewirkt
gleichzeitig eine gewisse Entkohlung der Chromlegierung. So wurde z. B. bei einer
bei i2oo° C ausgeführten Röstung bis zu einem Oxydationsgrade von io% eine Entkohlung
von 20% gefunden.
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Die als Ausgangsstoff dienende Chrom-1egiexung soll vorzugsweise leinen
niedrigen Siliciumgehalt, am zweckmäßigsten unter i % Si, besitzen. Die günstigsten
Ergebnisse sind mit Chromlegierungen erreicht worden, die nur ein oder einige Zehntel
eines Prozentes von Si enthielten.
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Welche bedeutenden Vorteile durch die Arbeitsweise gemäß der Erfindung
gegenüber der 'Benutzung von natürlichem Chromerz erreicht werden, geht aus dem
nachfolgenden Beispiel hervor: Der Einfachheit halber sind hierbei die in dein oxydierten
Ferrochrom bzw. im Chromerz ,enthaltenen Eisenmengen nicht berücksichtigt worden,
weil dies für das Ergebnis ohne Einfuß ist. Nicht mitgerechnet sind ferner etwa
vorhandene Gehalte an Silicium, und anderen 4chlackenbildenden Verunreinigungen,
da diese ebenfalls ohne Einfluß auf das Endergebnis sind.
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Verglichen werden sollen folgende Besohickungen : .
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i. Beschickung, bestehend aus 12 t gerGsteteinn Fernochrom, d. h.
i o t Metall und 2 t durch das Rösten gebildetes Chromoxyd, z. Beschickung, enthaltend
i o t ungeröstetes Ferrochrom und Chromerz als Reduktiansmittel. Chromerz wird als
hochwertiges Erz mit 5 o % Cr2 03 und 300/0 schlackenbildenden Oxyden (Mg0, A1203,
SiO2) angenommen..
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Es wird in beiden Fällen unterstellt, daß i 5oo kg Chromoxyd durch
den Kohlenst3ffgeh4t des Ferrochroms reduziert werden.
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i. Beschickung, bestehend aus 12t geröstetem Ferrochrom und 5ookg
Ca0. Nach Reduktion von 15 oo kg Chromoxyd verbleiben als schlackenbildende Bestandteile
5oo kg Chromoxyd und 5ookg Ca0. Erhalten werden also ioookg Schlacke mit 50% Cr203
.und 5b% Ca;0.
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z. Beschickung, bestehend aus io t Ferroehrom, 5oo kg Ca;0 und Chromerz.
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a,) Es wird die gleiche Chromoxydmenge wie im Fall i zugeführt. Dazu
sind 40oo kg Chromerz erforderlich. Nach Reduktion vin
i Soo kg
Chromoxyd verbleiben als schlackenbildende Bestandteile 5oo kg Chromoxyd, 5oo kg
CaO und i Zoo kg ändere Schlackenbildner aus dem Chromerz (MgO, A1203, Si02). Erhalten
werden 22oo kg Schlacke mit 22,7% Cr203 und 22,7% Ca0.
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b) Es wird eine solche Menge Chromerz benutzt, daß die Schlacke denselben
Chromoxydgehalt wie im Fall i erhält. Dazu sind i o ooo kg Chromerz erforderlich.
Nach Reduktion von i5oo kg Chromoxyd verbleiben als Schlackenbildner 35oo kg Cr203,
500 kg CaO und 3oookg MgO+A1203+Si02. Die gesamte Schlackenmenge beträgt
somit 7oookg mit 5o % Cr203, aber nur 7,i5 % Ca0.
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Der Kalk dient zurr Verringerung des, Schwefelgehaltes der zu raffinierenden
Legierung und muß zu diesem Zweck einen wesentlichen Anteil der Schlacke bilden.
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Die Berechnungen zeigen, daß beim Arbeiten mit Chromerz als Entkohlungsmittel
ein hoher Chromoxydgehalt und eine starke schwefelreinigende Wirkung der Schlacke
kaum miteinander zu vereinen sind. Der sich nach Beispie12b ergebende Kalkgehalt
ist viel zu niedrig. Ein weiterer Kalkzusatz bedeutet aber eine entsprechende Herabsetzung
des Chromoxydgehaltes. Für die Durchführung des Raffinationsverfahrens ist eine
allzu große Schlackenmenge nachteilig, einerseits, weil ihre Schmelzung große Energiemengen
erfordert, andererseits, weil es erhebliche Schwierigkeiten bereitet, ein großes
Schlackenbad auf gleichförmig hoher Temperatur zu halten. Die im. Fall i berechnete
Schlackenmenge ist sehr klein. In der Praxis arbeitet man vorteilhaft unter Zusatz
geregelter Mengen Chromerz zu geröstetem Ferrochrom.