-
Brühvorrichtung aus keramischem Werkstoff Die Erfindung betrifft eine
Vorrichtung aus keranvschem Werkstoff, insbesondere Porzellan, zum Aufbrühen von
Tee, Kaffee u. dgl. Die Vorrichtung besteht raus einer Kanne und einem auf diese
drehbar aufgesetzten Brühgefäß mit Sieb im Boden..
-
Bei bekanntem. Brühvorrichtungen dieser Art nimmt das Sieb die ganze
Bodenfläche des Brühgefäßes ein, und es bedarf eines unter der Siebfläche liegenden
Abschlußbodens sowie einer durch diesen Boden mitgebildeten Ausflußtülle, um die
Zusammenwirkung mit dem Untergefäß zu ermöglichen.
-
Im Gegensatz zu dieser mehrteiligen Einrichtung, die einen erheblichen
Werkstoffaufwand erfordert, einen vermehrten Raumbedarf in der Höhe hat und für
keramische Fertigung beträchtliche Herstellungsschwierigkeiten bietet, wird gemäß
der Erfindung eine wesentliche Vereinfachung dadurch erreicht, @daß das Sieb durch
einen vertieften, außermittig liegenden Teil des Brühgefäßb.odens gebildet ist,
und daß zum Abdecken des Siebes der zum Deckelverschluß gehörige einseitige Vorsprung
des Kannenfalzes, also ein bereits vorhandenes Mittel, dient.
-
Nach der Erfindung sind ferner die in der Verschlußlage aufeinandertreffenden
Flächen des Siebes und des Falzvorsprunges plangeschliffen, und die Planschlifffläche
des Siebes liegt mit dem Fußrand des unmittelbar auf dem Öffnungsfalz der Kanne
aufgelagerten Brühgefäßes in einer Ebene. Dadurch wird eine ;gute Abdichtung und
ein leichtes Drehen des .Brühgefäßes ermöglicht.
-
Durch die Erfindung ist eine einfache, zuverlässig wirkende und.leicht
zu handhabende Brühvorrichtung für die Ausführung in keramischem Werkstoff, insbesondere
Porzellan, geschaffen.
-
Die Zeichnung veranschaulicht ein Ausführungsbeispiel der Erfindung.
-
Abb. i zeigt die Kanne mit Aufbrühgefäß in Seitenansicht, zur Hälfte
im Längsschnitt. Abb. 2 stellt leine Draufsicht der offenen Kanne bei abgenommenem.
Aufbrühgefäß dar. Die abgebildete Ausführungsform ist für die Herstellung aus Porzellan
oder einem sonstigen keramischen Werkstoff bestimmt.
-
Die offene Kanne a gestattet in bekannter Weise .das Aufsetzen des
mit Bodensieb ausgerüsteten Aufbrühgefäßes b derart, daß. dieses mit seinem unteren
Rand auf einem Falz c der Kanneröffnung lagert. Wie ebenfalls an
sich
bekannt ist, paßt der Deckel d sowohl auf das Gefäß .b als auch auf die Kanne a
und ist mit einem Verschlußteile versehen, der sein Herabfallen - in der Neigungslage
verhütet. Gemäß der Erfindung sind Gefäß und Kanne folgendermaßen eingerichtet:
Das Gefäß b hat einen zum größeren Teil vollwandig ausgeführten Boden/, der an einer
Stelle als Sieb g ausgebildet ist vorzugsweise derart, daß das Sieb. etwas tiefer
liegt als der übrige Gefäßboden f, der bei aufgesetztem Gefäß b sich über dem Falz
c der Kanneu befindet, während der Fußrand des Gefäßes b in ;gleicher Ebene mit
der Unterseite des Siebes g liegt. An seinem Umfange ist das kesselähnlich gestaltete
Gefäß.b mit Handhaben h ausgestattet. Es lagert mit seinem ringförmigen Fuß so auf
dem Falz c, daß ges um seine lotrechte Achse ,gedreht werden kann. Die Kanneu ist
an einer der A-fsgußtülle h benachbarten Stelle ihrer oberen öffnung mit einer nach
innen ragenden Fläche i versehen, welche durch einen Vorsprung des Falzes c gebildet
wird. Diese Fläche dient zum zeitweiligen Abdecken des Siebteils g des Gefäßbodens
f und ist an ihrer Oberseite plan geschliffen, um der:ebenfalls splan geschliffenen
Unterseite des Siebes g seine glatte Auflage zu bieten und somit einen dichten Abschluß
des Siebes g zu ermöglichen. Im übrigen ist der Teil i so gestaltet wie der
Falzvorsprung L in der oberen Öffnung des Gefäßes b. Dieser Vorsprung greift
in den Teile des Deckels d ein und dient in an sich bekannter Weise zur Deckelfesthaltung.
Den gleichen Zweck kann daher auch der Teil i erfüllen, wenn bei abgenommenem Gefäß
b der Deckel d auf die Kanne a aufgesetzt wird und dann mit seinem
Verschlußstück e über i greift. Der Öffnungsrand m der Kanne a umfaßt
den entsprechend eingezogenen Unterteilt des Gefäßes b, um diesem auf der Kanne
Halt zu geben und zugleich den für die Verwendung des Ganzen als Tischgerät @erforderlichen
Einklang der Form herzustellen. In dem Falz c der Kanne a sind Entlüftungslöcher
o so nahe an dem Rand angeordnet, daß sie auch bei aufgesetztem Gefäß b offen bleiben.
-
Beim Aufbrühen befinden sich Kanne a und Gefäß b in: der aus Abb.
i ersichtlichen Lage. Der Siebteil g des Gefäßbodens f liegt auf der Fläche! des
I#-'annenfalzes c auf und wird .durch sie nach unten abgedeckt. Der Deckeid sitzt
auf dem Gefäß b und greift mit seinem Verschlußteil e 'über den Vorsprung
L.
Das Aufbrühgefäß ist somit unten und oben abgeschlossen.
-
Nach Beendigung der gewünschten Brühdauer faßt man das Gefäß b an
den Handhaben h und dreht es, ohne es voxi der Kanne a abzuhaben, so weit, bis das
Sieb g die Fläche i verläßt und mit der freien öffnung der Kanne in Verbindung kommt.
Nun kann der Aufguß aus dem Gefäß b durch das Sieb g in die Kannea fließen.
Die von der eindringenden Flüssigkeit verdrängte Luft entweicht aus der Kanne a
durch die Tülle k und .die Löcher o. Diese vermitteln allein die Entlüftung, sobald
der Flüssigkeitsspiegel über die obere Ansatzstelle der Tülle hin der Kanne gestiegen
ist. Dadurch wird ein vollständiges Durchfiltern des Brühgefäßinhalts auch bei größeren
Gefäßen ermöglicht. Die durchgelaufene Flüssigkeit wird aus der Kanne a als starker
Auszug abgegossen. Hierauf kann man das Gefäß b wieder in die Siebverschlußlage
nach Abb. i bringen, Wasser nachgießen und den in dem Gefäß b verbliebenen Brübgutrückstand
nochmals ausziehen lassen.
-
Die Kanne a kann aber nicht nur als Auszugbehälter, sondern auch als
Tee- bzw. Kaffeekanne-benutzt werden. In diesem Falle ermöglicht die Erfindung eine
bequeme Regelung .der Stärke des Getränkes, indem man durch bloßes Drehen des Gefäßes
b größere oder geringere Teilmengen der Brühe in die Kanne a, überführen kann.
-
Im Gegensatz zu den bekannten, als sog. Maschinen ausgeführten Aufbrühvorrichtungen,
bei welchen lediglich die Kanne für den Tischgebrauch geeignet ist, gestattet die
Erfindung, Kanne und Obergefäß zusammen als Tischgerät zu verwenden, da das Ganze
zufolge seiner einfachen, geschlossenen Bauart nur Tals überhöhte Kanne f erscheint.
Dient aber die Kanne allein als Tischgerät, so bietet die Erfindung den Vorteil,
daß derselbe Teil i, der während des Brühens den Siebabschluß bildet, nun für die
Deckelfesthaltung nutzbar ;gemacht wird, indem er durch Zusammengreifen mit dem
Deckelteil e ein Herabfallen des Deckels d beim Neigen der Kanne in die Ausgießlage
verhindert.