DE61623C - Zäumung mit Blendvorrichtung - Google Patents

Zäumung mit Blendvorrichtung

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DE61623C
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Germany
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animal
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DENDAT61623D
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O. VON BRIESEN, Königl. Pr. General-Lieutenant z. D., in Dresden, Seidnitzerstr. 14
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Anticipated expiration legal-status Critical
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    • BPERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
    • B68SADDLERY; UPHOLSTERY
    • B68BHARNESS; DEVICES USED IN CONNECTION THEREWITH; WHIPS OR THE LIKE
    • B68B1/00Devices in connection with harness, for hitching, reining, training, breaking or quietening horses or other traction animals
    • B68B1/10Blinkers
    • B68B1/12Blinkers movable

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  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Mechanical Engineering (AREA)
  • Catching Or Destruction (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
KLASSE 66: Pferdegeschirr.
Der Gegenstand vorliegender Erfindung bietet gegenüber den bis jetzt bekannten Vorrichtungen zur Verhütung des Durchgehens ' der Pferde insofern eine wesentliche Neuerung und einen bedeutenden Vortheil, als an Stelle der üblichen Scheuklappen Klappen angewendet werden, welche das schöne, Pferdeauge frei und sichtbar lassen, dabei aber dem Führer die Möglichkeit geben, von seinem Sitz aus bei eintretender Gefahr des Wild- oder Scheuwerdens, sowie Durchgehens der Pferde die Klappen zu schliefsen und nach Beseitigung der Gefahr wieder öffnen zu können. Durch diese Manipulation wird nicht nur der Zweck des Blendens erreicht, sondern bei dem fühlbaren, aber für das Thier keineswegs schädlichen Schlag, den es gleichzeitig auf die Stirn erhält, die Neigung desselben zum Stillstehen wesentlich gefördert.
In der Zeichnung ist eine derartige Zä'umung mit Blendvorrichtung in Fig. 6 und 7 in der Anordnung veranschaulicht, und zwar zeigt Fig. 6 die Blendklappe aufser Gebrauch, also in Normalstellung, und Fig. 7 in Gebrauch, d. h. in der Blendstellung. Die Fig. 1, 2 und 3 zeigen die Seitenansicht, die Ansicht von hinten und den Schnitt einer Blendklappe allein in der Normalstellung, die Fig. 4 und 5 die Seitenansicht und den Grundrifs in der Blendstellung.
In diesen Figuren bezeichnet b die Blendklappe , welche an einer an den Backenstücken η des Zaumzeuges festgenähten, genieteten oder sonstwie befestigten Platte ρ mittelst eines Scharniers s oder anderen Gelenkes drehbar angeordnet ist. Die Blendklappe ist an der dem Auge zugekehrten Seite mit einem der Umgebung desselben genau sich anpassenden Polster t bekleidet, welches in der Mitte eine Vertiefung besitzt, damit das Auge selbst beim Blenden nicht berührt oder beschädigt werden kann. An der Platte ρ ist eine Sperrklinke k so angeordnet, dafs dieselbe beim Schliefsen durch eine an der Blendklappe b vorgesehene Oese ο durch- und vor dieselbe greift, während das Oeffnen nach Auslösen der Klinke selbstthätig durch Spiralfedern i, welche auf den verlängerten Scharnierdorn sΛ aufgesteckt werden und mit ihren Ausläufern i' i 2 einestheils gegen die Platte p, anderentheils gegen die Klappe b drücken, bewirkt wird (Fig. 4). Die Art der hierbei in Frage kommenden Federn kann aber auch ebensogut eine andere sein und ist Sache der speciellen Ausführung. Von den Oesen o1 der Blendklappen und den Oesen 02 der federnden Sperrklinke k führen die Leinen oder Lederschnüre / und I1, die dann weiter zu einer Leine /2, die in den Händen des Führers ruht, vereinigt werden
Um die Klappen in ihrer Blendstellung sichern zu können, damit sie bei einem etwaigen Schütteln des Pferdekopfes nicht nachgeben können, ist aufserdem an der Scharnierseite der Klappe eine federnde Stiftarretirung m (Fig. 8 Normalstellung und Fig. 9 Blendstellung) oder dem entsprechende andere Vorrichtung, welche sich leicht ein- oder auslösen läfst, dabei aber
doch gewissen Widerstand entgegenbringen kann, angebracht. Die Handhabung des Apparates ist folgende:
Tritt bei dem Pferde der Zustand des Wildoder Scheuwerdens ein, so genügt ein kurzer Ruck an der Leine /2, um beide Sperrklinken gleichzeitig auszulösen, wobei die Blendklappen vermöge der angerbachten Federn sich mit einem fühlbaren, aber für das Thier keineswegs zu starken oder schädlichen Schlag auf die Stirn vor die Augen legen (blenden) und dasselbe dadurch sofort zum Stillstehen zwingen. Nachdem sich das Pferd beruhigt hat, zieht man mit einer kleinen seitlichen Bewegung derselben Leine die Blendklappen etwas zurück, um sie dann mit einem kleinen Ruck in die Sperrklinken wieder einzudrücken und so die Normalstellung zu erhalten. Leicht scheuende oder unruhige Pferde können während des Ganges vor einem Gegenstande, den sie nicht passiren wollen, mit diesem Apparat geblendet werden, doch läfst man in diesem Falle denselben langsamer wirken.
Es ist rathsam, die Backenstücke η des Zaumzeuges, an welchen die Platten ρ befestigt sind, etwas stark und steif zu halten, damit diese beim Zurückziehen der Blendklappen genügend Widerstand bieten können. Für zwei Pferde wendet man entweder zwei Leinen an oder man verbindet dieselben zu einer einzigen.
Der Apparat läfst sich selbstverständlich nicht nur für Wagenpferde, sondern auch vortheilhaft für Reitpferde gebrauchen, zumal durch das freie und sichtbare schöne Pferdeauge das Gespann an Aussehen und Eleganz gewinnt.

Claims (1)

  1. PATENT-Anspruch:
    Eine Zäumung mit Blendvorrichtung, bei welcher die Blendklappen in ihrer Ruhestellung das Auge des Thieres frei und sichtbar lassen und mittelst kurzen Ruckes einer Leine, nach Auslösung der an denselben befindlichen Sperrklinken, sich so mit einem fühlbaren, aber keineswegs schädlichen Stirnschlag auf das Auge drücken, dafs durch die Wirkung des letzteren und das unmittelbar darauf folgende Blenden das Thier zum Stillstand gezwungen wird, und wobei nach erfolgter Beruhigung durch einen gleichen seitlichen Ruck der Leine nach Eingreifen der Sperrklinken die Klappen wieder in · ihre Normalstellung gebracht werden können, ohne dafs der Lenker bei beiden Handhabungen seinen Sitz zu verändern braucht.
DENDAT61623D Zäumung mit Blendvorrichtung Expired - Lifetime DE61623C (de)

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