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Mit Schnürrillen versehene Preßplatte für Ballenpressen für Faserstoffe
Bei mancherlei kolonialen Erzeugnissen, insbesondere aus Pflanzen gewonnenen, wie
z. B. Baumwolle, Jute, Sisallianf u. dgl., spielen die Frachtkosten von Übersee
eine große Rolle. Da die Fracht bei sperrigen Gütern nach dem Kubikinhalt berechnet
wird, sucht man die auszuführenden Rohstoffe auf ein möglichst kleines Raummaß zu
bringen. -Zu diesem Zweck werden die Faserstoffe in Ballen gepreßt, je nach der
Art der Stoffe in Jute einbenäht und dann mit Stricken oder Bändern verschnürt.
Das Pressen der Ballen geschieht zwischen sogenannten Schnürplatten, die auf der
dem Ballen zugekehrten Seite mit Öffnungen bzw. Rillen zum Durchziehen der Schnürbänder
nach dem Zusammenpressen der Faserballen versehen sind.
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Es ist bekannt, daß die Ballen bei Verwendung ebener Preßplatten nach
Aufheben des Preßdruckes eine erhebliche Ausdehnung in der Höhe erfahren, da die
Bandeisen die scharfen Ballenkanten einschnüren, so daß die dazwischenliegenden
Ballenflächen stark gewölbt werden und dadurch die Höhe der Ballen vergrößert wird.
Um dies zu vermeiden, hat man versucht, bei den Presseen Preßplatten mit gewölbter
Oberfläche zu verwenden, wodurch sich der vorerwähnte Übelstand aber .auch nicht
beseitigen ließ. Gemäß der Erfindung werden nun mit Schnürrillen versehene Preßplatten
verwendet, die an den Längsseiten mit einer Rundung versehen und quer zur Längsrichtung
gewölbt sind. Die zwischen den Schnürrillen liegenden Preßflächen sind auch in der
Längsrichtung der Platte gewölbt oder dachförmig ausgebildet, und an jedem Stirnende
der Platte steigt die zwischen Rillen- und Stirnwand befindliche Preßfläche nach
der Stirnwand hin an. Diese Ausbildung der Preßplatte bietet den Vorteil, daß infolge
der Wölbung der Schnürplatten zwischen den Schnürrillen quer, zur Längsrichtung
der Platten die Ballenoberfläche nach innen gewölbt wird, wodurch das Anziehen der
Bänder erleichtert wird. Durch die an den Längsseiten der Platten vorge. sehene
Rundung werden die Kanten der Ballen gerundet. Beim Schnüren legen sich dann die
Bänder um die gerundeten Ballenkanten. Beim Herausnehmen der Ballen aus der Presse
dehnen sich dann die Ballen wohl noch etwas nach oben aus; aber diese Ausdehnung
überschreitet dann nicht die Tiefe der durch die gewölbten Schnürplatten oben und
unten in die Ballen eingedrückten Mulde, so daß die obere und untere Ball@enfläche
dann mit den Schnürbändern praktisch in derselben Ebene liegen. Die Schnürbänder
erhalten keine zusätzlichen Zugbeanspruchungen mehr, die sich insbesondere ungünstig
auf die an den Ballenlängsseiten liegenden Verbindungsstellen der Bänder auswirkten.
Es kann also billigeres Schnürmaterial verwendet werden. Ein weiterer Vorteil der
Erfindung besteht darin, daß durch die Wölbung der Schnürplatte zwischen den Schnürrillen
in der Längsrichtung der Platte muldenartige Vertiefungen in der Preßfläche der
Schnürplatte
gebildet werden, die einer Ausdehnung des Ballens in der Längsrichtung während des
Pressens entgegenwirken. Gleichzeitig wird erreicht, daß sich die Fasern beim Zusammenpressen
des Ballens nur wenig in die Rillen eindrücken, da die Wölbungen nach den Rillen
hin abfallen. Die an jedem Stirnende der Platte zwischen Rillen- und Stirnwand befindliche
Preßfläche steigt nach der Stirnwand hin und wirkt einer Längsausdehnung des Ballens
entgegen.
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Es ist bei einer Ballenpresse vorgeschlagen worden, eine quer zur
Längsrichtung gewölbte Preßplatte mit vorstehenden schrägen Kanten zu versehen,
um Ballen mit abgeschrägten Ecken und Wölbung nach innen zu pressen; jedoch hat
die Preßplatte keine Schnürrillen.
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Auf der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes
dargestellt. Abb. i zeigt eine Preß- und Schnürplatte im Längsschnitt, Abb.2 im
Querschnitt und Abb. 3 in Draufsicht.
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Abb. q. zeigt zwei Preßplatten mit dazwischen befindlichem, gepreßtem
Ballen.
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Die Preßplatte i ist mit quer zu ihrer Längsrichtung verlaufenden
Rillen 2 versehen, durch- die nach dem Zusammenpressen des Ballens Schnütbänder
gezogen werden, um die Ballen nachher in der zusammengepreßten Form zu halten. Umeine
Auswölbung der oberen und unteren Seite der Ballen nach dem Verschnüren und Aufheben
des Preßdruckes zu verhüten, werden die Preßplatten zwischen den Rillen 2 mit einer
quer zur Längsrichtung der Platten verlaufenden Wölbung 3 (Abb. 2) versehen, so
daß beim Pressen in die Ballen an der Ober-- und Unterseite eine der Wölbung entsprechende
Mulde eingedrückt wird. An den beiden Längsseiten wird die Platte i mit einer vorstehenden
Rundung q. versehen, so daß beim Pressen die Ballenlängskanten gleich gerundet werden.
Nach beendetem Pressen werden die Bänder um diese gerundeten Kanten herumgelegt.
Beim Zusammenziehen. der Bänder läßt sich zwar eine Ausdehnung der Ballen nach oben
und unten wicht ganz vermeiden; diese Ausdehnung ist aber infolge der vorgepreßten
Rundung der Ballenkanten wesentlich geringer als bei scharfkantigen Ballen, so daß
die Ausdehnung der Ballen in der Höhe im allgemeinen nicht die Tiefe der in die
Ballen eingepreßten Mulde überschreitet. Nach Herausnehmen des Ballens aus der Presse
verlaufen dann die obere und die untere Fläche des Ballens ungefähr geradlinig.
Um beim Zusammenpressen der Ballen die Ausdehnung derselben in der Länge möglichst
zu beschränken, werden die zwischen den Rillen 2 befindlichen Flächen 3 der Platten,
auch in der Längsrichtung der Platten gesehen, mit einer Wölbung 6 versehen. Da
die Wölbungen 6 nach den Rillen 2 hin abfallen, so können sich die Fasern beim Zusammenpressen
des Ballens nur wenig in die Rillen 2 eindrücken. Jedes Stirnende der Platte i ist
mit einer Schrägfläche 7 versehen, die von der Wand 2' der ersten und letzten der
Rillen nach der betreffenden Stirnseite der Platte i hin ansteigt. Diese Schrägflächen
wirken ebenfalls einer Längsausdehnung des Ballens entgegen. Anstatt die Flächen
6 zu wölben, können diese auch dachförmig ausgebildet werden.
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Außer für koloniale Erzeugnisse läßt sich die Presse auch für europäische
Erzeugnisse, wie auch für Stroh, nutzbringend verwenden.