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Vorrichtung zur Bewegung der Lade Der Ladenantrieb nach dem Hauptpatent
5 8 i 63 r ermöglicht eine Erhöhung der Tourenzahl der Antriebswelle des Webstuhls
und hiermit auch .eine Zunahme der Zahl der Ausschwingungen der Ladenstelze.
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Solange die Webstühle als Losblattwebstühle ausgebildet sind, treten
der Anordnung des Getriebes nach dem Patent 581 631 keine Schwierigkeiten entgegen.
Sollen aber Festblattwebstühle mit der Getriebeanordnung nach dem Patent versehen
werden, so stößt die Ausnutzung der durch das patentierte Getriebe ermöglichten
Zunahme der Ladenaussc'hwingungszahl insofern auf Schwierigkeiten, als die zu vernichtenden
Kräfte beim Einfahren des Stuhls in die Zunge sehr hoch werden und auf-dem bei den
gebräuchlichen Zungenstühlen zur Verfügung stehenden kurzen Bremsweg, welcher nur
5 bis 7 mm beträgt, so stark ansteigen, daß sie das normale Maß überschreiten und
zur Zerstörung @einzelner 1@laschinenteile des Webstuhls führen können.
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.Nun sind zwar bereits Vorschläge bekanntgeworden bei Webstühlen,
insbesondere solchen mit Festblatt, einer übermäßigen Beanspruchung einzelner der
meist beanspruchten Getriebeteile dadurch vorzubeugen, daß diese beim Einfallen
des Stechers unter der Einwirkung von Federn formveränderlich gestaltet werden.
Auf diesem Vorschlag beruht auch die Bauart, die einerseits am Kurbelzapfen der
Antriebswellie eines Webstuhls, andererseits an der Weblade angreifende Schubstange
nicht unmittelbar, sondern mittelbar durch ein unter Federwirkung stehendes gelenkiges
Zwisch--nstück mit der Ladenstelze gelenkig zu verbinden. Der Angriffspunkt der
Schubstange liegt bei dieser Anordnung zwischen dem Drehpunkt des Zwischenstückes
an der Ladenstelze und dem Auftreffpunkt seiner im Zwischenstück vorgesehenen verstellbaren
Rast auf die Ladenstelze, wobei eine Feder im oberen Teil des Zwischenstückes den
Anschlag beim Einfallen des Stechers abschwächen soll.
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Aber auch durch diese Einrichtung wird der beabsichtigte Zweck um
deswilllen nur unvollkommen erreicht, weil der Bremsweg bei ihr nur ein sehr kurzer
bleibt, weil weiter die zu vernichtenden Kräfte zweckmäßig nur durch eine starke
Druckfeder vernichtet werden können und schließlich ausschlaggebend doch die Erschütterung
der Ladenstelze ist, welche auf sie beim Auftreffen der Rast des Zwischenstückes
ausgeübt wird. Die Feder bleibt also, wie man zu sagen pflegt, bei dieser Einrichtung
hart und vermag das Auftreten starker Erschütterungen in den bewegten Teilen des
Webstuhls nicht zu verhindern. Eine . sinngemäße Anwendung dieser Vorschläge auf
die Angriffsstelle der Schubstange
an dem kurzen Hebelarm des ungleicharmigen
Winkelhebels nach dem Hauptpatent würde daher ebensowenig zweckentsprechend sein.
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Dagegen kommt mann nach vorliegender Erfindung zu .einer völlig ausreichenden
Lösung des eingangs geschilderten Problems, wenn man die Einrichtung nach dem Hauptpatent
in der Weise ausbaut, daß man die Federung im Gelenke zwischen dem längeren Hebelarm
des an der Ladenstelze angreifenden ungleicharmigen Doppelhebels und der zum Exzenter
auf der Kurbelwelle führenden Schubstange anbringt, derart, dafr sie eine Verlegung
dieses Gelenkpunktes zuläßt.
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In diesem Falle können nämlich die in Betracht -kommenden Getriebeteile
in ihren Abmessungen und in ihrer Anordnung unschwer so gewählt werden, daß ein
Bremsweg von erheblichem Ausmaß, ermöglicht und daher z. B. eine weiche, nachgiebige
lange Zugfeder in die betreffenden Teile eingeschaltet werden kann, um alle auftretenden
Gegenkräfte elastisch zu vernichten.
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In. den Fig. i und 2 der beiliegenden Zeichnungen ist ein. erfindungsgemäß
gestaltetes Ausführungsbeispiel einer solchen Anordnung in _ zwei verschiedenen
Arbeitsstellungen veranschaulicht.
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Wie daraus ersichtlich, ist .der größere Arm i des um den Punkt q.
an der bei 5 schwingbaren Ladenstelze 6 ausschwingenden ungleicharmigen Doppelhebels
i, ja durch den Zapfen 2a gelenkig mit der die Verlängerung des Exzenterkranzes
2b bildenden Stange 2 des auf die Kurbelwelle 12 aufgesetzten Exzenters 2d verbunden;
außerdem aber ist der Zapfen 2a auch noch in der Längsrichtung innerhalb eines Schlitzes
2a der Stange 2 verschiebbar angeordnet.
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Der Zapfen 2a wird in seiner durch Fig. i veranschaulichten untersten
normalen Arbeitslage durch eine Zugfeder 3 gehalten, der so bemessen ist, daß sie
;gerade noch genügt, um dem Anschlagdruck der Lade- gegen das Arbeitsgut (Gewebe)
standzuhalten.
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Werden aber die Kräfte, welche auf die Lade durch die mit dem Arm
ia verbundene Schubstange io, deren zweites Ende am Kurbelzapfen 13 der finit der
Welle 12 umlaufenden Kurbielg angreift, gelenkig verbunden ist, einwirken, so hoch,
daß, sie die Getriebeteile beim Einfahren des Stechers in den Frosch gefährden könnten,
so werden sie dadurch elastisch vernichtet, daß die Windungen der Feder 3 auseinandergezogen
werden., der Gelenkzapfen 2a also in dem Schlitz 2C der Stange 2 verschoben wird.
Die äußerste Ausschlaglagedieser Verschiehungsbahn ist dann der Endpunkt des Schlitzes
2C gemäß. der Arbeitsstellung nach Fig. 2.
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An Stelle der Zugfeder können selbstredend auch andere elastisch wirkende,
auf eine Lagenveränderung des Zapfens 2- hinzielende Mittel Anwendung finden.