DE612968C - Von Spannung und Strom abhaengiges Schutzzeitrelais - Google Patents
Von Spannung und Strom abhaengiges SchutzzeitrelaisInfo
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Description
Deutsches reich
AUSGEGEBEN AM
9. MAI 1935
9. MAI 1935
REICHSPATENTAMT
PATENTSCHRIFT
KLASSE 21 c GRUPPE 6850
Patentiert im Deutschen Reiche vom 23. Februar 1932 ab
Es ist bekannt, zum Schütze,, elektrischer
Anlagen Relais zu verwenden, deren Ablaufzeit von einer der am Relaiseinbauort vorhandenen
Spannungen abhängig ist. Dies trifft insbesondere auch für Relais zu, deren Ablaufzeit
eine Funktion der Leitungsimpedanz oder Reaktanz zwischen Relaiseinbauort und Fehlerstelle ist, wie beispielsweise bei den
sogenannten Impedanz- oder Reaktanzzeitrelais. Je nach der Fehlerart, Kurzschluß
oder mehrfacher Erdschluß, ist hierbei die Impedanz bzw. Reaktanz zwischen je zwei
kurzgeschlossenen Leitern oder aber zwischen einem erdgeschlossenen Leiter und der Erde
wirksam. Die der Fehlerart entsprechende Wahl zwischen diesen beiden Impedanzen (Reaktanzen) erfolgt durch Umschaltrelais,
welche bei den einzelnen Ausführungsformen in verschiedener Weise erregt werden und
über deren Kontakte entweder die verkettete Spannung zwischen zwei Leitern, natürlich
entsprechend transformiert, oder die unverkettete Spannung zwischen einem Leiter und
der Erde dem Relais zugeführt werden. Bei allen derartigen bekannten Relais wirken auf
die Ablauf zeit außer dem Strome jeweils nur eine Spannung, entweder eine verkettete oder
eine unverkettete ein.
Die Nachteile aller dieser bekannten Einrichtungen bestehen darin, daß für die Vornähme
der besagten Umschaltungen eigene Relais und meistens auch eigene Niederspannungswicklungen
in den speisenden Spannungswandlern erforderlich sind. Außerdem erfolgen bei Doppelerdschluß die Leitungsabschaltungen
rein zufalisgemäß, nämlich entsprechend den Impedanzen bzw. den Entfernungen
der Fehlerorte von den jeweiligen nächstgelegenen Relaiseinbaustellen. Es können
deshalb die beiden als erste zur Auslösung kommenden Relais zu verschiedenen Fehlerstellen gehören, so daß, bei entsprechender
Entfernung der Fehlerstellen voneinander, große Netzteile unnötigerweise spannungslos
werden. Auch ist es ungünstig, daß die Ablaufzeiten bei Doppelerdschluß vergleichsweise
sehr kurz sind; sie besitzen nämlich beinahe nur die halben Werte gegenüber
denjenigen bei zweiphasigem Kurzschluß.
Diese Nachteile, vor allem die Notwendigkeit eigener Umschaltrelais und zugehöriger
*) Von dem Patentsucher ist als der Erfinder angegeben worden:
Ing. Erich Gasteiger in Wien,
eigener Meßwandlerwicklungen, sollen bei dem in vorliegendem angegebenen selektiven
Schutzrelais vermieden werden, welches sowohl bei Kurzschlüssen als auch bei Erd-Schlüssen
zweckentsprechend arbeitet, ohne daß Umschaltungen in Abhängigkeit von der
Fehlerart vorgenommen werden müssen. Dies wird erfindungsgemäß dadurch erreicht, daß
auf das Relais zumindest in manchen Störungsfällen gleichzeitig sowohl Spannungen
zwischen Phasen und Erde als auch Spannungen zwischen zwei verschiedenen Phasen mittelbar oder unmittelbar auf die Größe der
Ablaufzeit einwirken. Dabei können zweckmäßigerweise nicht nur die verschiedenen
Spannungen selbst, sondern auch Komponenten derselben (bezogen auf irgendeine Vektorrichtung)
zur Wirkung kommen.
Dieser allgemeine Erfindungsgedanke kann in verschiedener Weise angewendet werden.
Beispielsweise ist bei einem besonders einfachen und günstigen Anwendungsfall die
Ablaufzeit des Relais abhängig von dem Pro-,dukt der Spannung einer Phase gegen Erde
und der Spannung derselben Phase gegen eine zweite Phase und dem Kosinus des zwischen
den Vektoren dieser beiden Spannungen eingeschlossenen Winkels. Dies heißt, anders
ausgedrückt, daß eine Abhängigkeit der Laufzeit von dem Produkt der Spannung zwischen
zwei Phasen und der Komponente der Spannung zwischen 'einer der Phasen und der Erde
in Richtung der ersteren Spannung besteht. Ein Relais dieser Art sei an einem Ausführungsbeispiel,
dessen Aufbau ähnlich einer bekannten Bauart des Impedanzrelais gewählt ist, näher erläutert. Des leichteren Verständnisses
wegen sei vorerst die betreffende bekannte Bauart auseinandergesetzt. In Fig. 1
stellt 3 eine Ferrarisscheibe dar, auf welcher \*on zwei symbolisch dargestellten elektromagnetischen
Triebsystemen ι und 2 je ein Drehmoment in einander entgegengesetzter
Richtung ausgeübt wird. Der Umfang der Ferrarisscheibe 3 sei spiralförmig ausgebildet,
und zwar so, daß die mittlere Eintauchtiefe T1 in den Triebkern 1 bei Drehung der
Scheibe in der Pfeilrichtung um dien Winkel α
proportional mit demselben zunimmt, hingegen die mittlere Eintauchtiefe r2 in den
Triebkern 2 in umgekehrt proportionalem Maße mit dem Drehwinkel ο abnimmt. Bei
dem bekannten Impedanzrelais wird nun das Triebsystem 1 vom Phasenstrome / oder
eventuell von der Differenz zweier Phasenströme erregt, das Triebsystem 2 je nach
Fehlerart entweder von der Spannung zwischen zwei Phasen oder von der Spannung zwischen einer Phase und der Erde E. Da
die Drehmomente, welche von den Triebsystemen ausgeübt werden, der mittleren Eintauchtiefe
Y1 bzw. r2 und dem Quadrate von /
bzw. von E annähernd proportional sind, betragen dieselben
M1 = fei P α bz,w. M2 == k2 E2 —.
Die Ferrarisscheibe nimmt nun jene Ruhelage ein, bei welcher die beiden Drehmomente einander
gleich sind; der Ausschlagwinkel α ergibt sich somit aus der Gleichung
~kT E
t'T
J-2a = k2E-2^,mita= \ ^-^-
d. h. der Ausschlagwinkel α ist proportional der durch die Größen E und / dargestellten
Impedanz. Die Konstruktion ist nun weiterhin derart, daß beim Ablauf der Kontaktteil
4 mit konstanter Winkelgeschwindigkeit gegen den mit der Ferrarisscheibe 3 verbundenen
zweiten Kontaktteil 5 bewegt wird, so daß also die Ablauf zeit des Relais mit dem
Ausschlagwinkel α und daher auch mit der Impedanz linear zunimmt.
Im Gegensatz zu dieser bekannten Relaisbauart wird bei der angeführten speziellen
Ausführungsmöglichkeit der Erfindung das Triebsystem 2 als an sich bekanntes wattmetrisches
System sowohl von der Spannung zwischen einer Phase und Erde als auch von der Spannung zwischen dieser Phase und
einer zweiten Phase erregt. Das von diesem Triebsystem ausgeübte Drehmoment ist 'daher
unter Zugrundelegung der in Fig. 2 angegebenen Bezeichnungen der Größe E1, E12
cos ψ proportional. Das in Fig. 2 dargestellte symmetrische Spannungsdiagramm gilt
selbstveriständlich nur für * symmetrischen dreiphasigen Kurzschluß. In diesem Falle ist,
wie ersichtlich, das vom Triebsystem 2 ausgeübte Drehmoment proportional dem Quadrate
der verketteten Spannung E12, da E1 cos ψ gleich ist 1J2 E12.
Bei zweiphasigem Kurzschluß tritt eine Verzerrung des Spannungssystems ein, etwa
wie dies in Fig. 3 für Kurzschluß zwischen den Phasen 1 und 2 dargestellt ist. Auch in
diesem Falle ist E1 cos ψ angenähert x/2 E12
und somit das vom Triebsystem 2 herrührende
Drehmoment proportional dem Quadrat der 110 ' verketteten Spannung E12. Das neuartige Relais
ergibt also, wie erwünscht, in Übereinstimmung mit der vorhin beschriebenen bekannten
Bauart gewöhnlicher Impedanzrelais bei drei- und zweiphasigem Kurzschluß eine n5
mit der Impedanz in den kurzgeschlossenen Phasen linear zunehmende Ablaufzeit.
Bei doppeltem Erdschluß in den Phasen 1 und 2 nimmt das S.pannungsdiagramm in der
Nähe der Erdschlußstelle der 'Phase 1 eine etwa der Fig. 4 ähnliche Form an. Es ergibt
sich in diesem Falle keine genau lineare Ab-
hängigkeit der Ablaufzeit von der Impedanz zwischen der Leitung ι und Erde, da das vom
Triebsystem 2 ausgeübte Drehmoment nicht genau mit dem Quadrate der Spannung E1
wächst. Die Ablaufzeit als Funktion der Entfernung vom Fehlerort erscheint vielmehr als
leicht gekrümmte Linien, wie für mittlere
Verhältnisse in Fig. 5 dargestellt. Die Krümmung der Kurve ist gering, so daß sie die
selektive Wirkung des Relais nicht beeinträchtigt. Aus der Fig. 5 ist auch ersichtlich,
daß die Ablaufzeiten im Falle eines Doppelerdschlusses beim neuen Relais etwas größer,
bei den gewöhnlichen Impedanzrelais. (Gerade C) hingegen bedeutend kürzer sind als
bei zweiphasigem Kurzschluß (Gerade B), bezogen auf gleiche Entfernung des Fehlerortes.
Es ist selbstverständlich vorteilhaft, daß die Charakteristiken der Ablaufzeit des
neuartigen Relais beiden Störungsfällen annähernd gleich sind. Die gezeigte Charakteristik
A gilt natürlich nur dann, wenn beide einwirkende Spannungen den kranken Phasen
angehören. In unserem Beispiel entsprechend Fig. 5 ist sie also nur bei demjenigen Relais
vorhanden, auf welches die Spannungen E1 und E12 einwirken. Die Relais der übrigen
Phasen weisen, da sie unter der Einwirkung höherer Spannungen stehen, größere Ablaufzeiten
auf. Dadurch ergibt sich gegenüber den bekannten Selektivschutzeinrichtungen mit mehrphasiger Ausrüstung der Vorteil, daß
die Relais, der einen betroffenen Phase bei Doppelerdschiuß rascher ablaufen als die Relais
der anderen betroffenen Phase, so daß also mit großer Wahrscheinlichkeit zuerst die
eine der beiden Fehlerstellen beidseitig abgeschaltet wird.
Selbstverständlich ist durch das Vorangegangene nur eine der vielen Ausführungsmöglichkeiten
des Erfindungsgedankens beschrieben. Beispielsweise könnte an Stelle des Produktes
E1, E12 cos ψ ein Produkt treten,
welches aus irgendwelchen Funktionen dieser drei Größen besteht. Zweckmäßig wären beispielsweise
die Funktionen von E1 und -E12
linear gewählt, während die Funktion von cos φ weniiger als linear mit cos φ zunähme.
Es würden dadurch, was unter Umständen wünschenswert sein kann, die Ablaufzeiten
bei doppeltem Erdschluß im Vergleiche zu denen bei Kurzschlüssen herabgesetzt werden,
da der Wert von cos ψ bei Doppelerdschluß annähernd das Maximum von 1 erreicht.
Eine weitere Möglichkeit besteht darin, das Schutzrelais derartig auszuführen, daß die
Ablaufzeit von einem Werte abhängig ist, welcher dem Produkte der Spannung einer
Phase gegen Erde und des Kosinus des zwisehen dem Vektor dieser Spannung und dem
Vektor der Spannung derselben Phase gegen eine zweite Phase eingeschlossenen Winkels
annähernd proportional ist. Beispielsweise kann ein derartig gekennzeichnetes Relais in
ähnlicher Weise wie das vorhin beschriebene konstruiert und etwa zugleich als Reaktanzrelais
ausgebildet sein.
Das Triebsystem 2 bleibt in diesem Falle dasselbe wie vorhin, es ist von einer verketteten
und einer unverketteten Spannung erregt, die mittlere Eintauchtiefe der Ferrarisscheibe
in das Triebsystem ist jedoch verkehrt proportional der Quadratwurzel aus dem Ausschlagwinkel
cc. Das Triebsystem 1 ist ebenfalls ein wattmetrisches System, welches von
einem Strom, zweckmäßig dem Differenzstrom zweier Phasenströme, und von der zugehörigen
Spannung erregt wird; die Eintauchtiefe nimmt mit der Quadratwurzel aus dem Ausschlagwinkel α zu. Das vom Triebsystem
1 ausgeübte Drehmoment beträgt dann annähernd M1 = Ti1 E12 J12 cos φ ]/<z, wobei φ
annähernd gleich ist dem elektrischen Phasenverschiebungswinkel zwischen Spannungsabfall
in der Leitung und dem denselben bewirkenden Strom. Da das vom Triebsystem 2 ausgeübte Drehmoment
- M2 = k.2 E12 E1 cosy —
""
ist, ergibt sich für den Ausschlagwinkel
α =
12 y12 cos φ
Für einen Winkel φ von annähernd 45 °, wie dies für Freileitungen in Betracht kommt, besteht
nun die Beziehung sin φ =
halb α auch annähernd gleich ist
k E1 cos ψ
= — · sin φ.
2 COS φ
wes-
E1 cos ψ stellt, wie aus den Fig. 2 und 3
hervorgeht, bei dreiphasigem und bei zweiphasigem Kurzschluß annähernd 1J2 E12 dar.
Der Ausschlagwinkel α ist somit in diesen Fällen proportional der Reaktanz der Kurzschlußschleife
zwischen den zwei kurzgeschlossenen Phasen. Im Falle des doppelten Erdschlusses ist hingegen cos ψ annähernd
gleich i, und es entspricht, wie indiesemFalle
zu fordern, α dem doppelten der Reaktanz einer erdgeschlossenen Phase.
Eine andere Möglichkeit, eine günstige Wirkungsweise des Schutzrelais zu erzielen,
besteht bei Drehstromanlagen erfindungsgemäß darin, daß die Ablaufzeit von einem dem
Produkt der Spannung einer Phase gegen Erde und der Spannung zwischen den beiden
anderen Phasen des Drehstromsystems und dem Sinus des zwischen den Vektoren dieser
beiden Spannungen eingeschlossenen Winkels
annähernd proportionalen Werte abhängig gemacht ist.
Die Erfindung läßt sich auch in günstiger Weise bei einsystemigen Anordnungen von
Drehstromimpedanzschutzeinrichtungen anwenden, bei welchen nur ein Impedanzrelais
in Verbindung mit zwei oder drei Anwurfrelais (außer dem Energierichtungsrelais) vorhanden
sind. Bei den bekannten derartigen ίο Einrichtungen nehmen die Anwurfrelais eine
Umschaltung der Spannungen und allenfalls der Ströme entsprechend den vom Fehler betroffenen
Phasen vor, und außerdem ist eine gesonderte Umschalteinrichtung für den Fall eines mehrfachen Erdschlusses erforderlich.
Letztere Umschalteinrichtung wird erfindungsgemäß vermieden, wobei das betreffende
einsystemige Relais zweckmäßig so ausgebildet werden kann, daß j e nach den vom Fehler
betroffenen Phasen entweder gleichzeitig sowohl Spannungen zwischen Phasen und Erde
als auch- Spannungen zwischen Phase und Phase oder nur erstere oder letztere Spannungen
mittelbar oder unmittelbar auf die Größe der Ablaufzeit einwirken.
Dadurch ergibt sich die Möglichkeit, besonders einfache Anwurfrelaisumschalteinrichtungen
anzuwenden. Zweckmäßig macht man nun die Ablaufzeit bei Doppelerd-Schlüssen nicht nur von der Impedanz des
zwischen Erdschlußstelle und Relaiseinbauort liegenden Leitungsstückes, sondern auch von
der Gesamtimpedanz des betreffenden Kurzschlußkreises abhängig. Bei mehrphasigen
Anordnungen soll mit der vorliegenden Erfindung außerdem erreicht werden, daß die
Ablauf zeiten derjenigen Relais eines Mehrphasennetzes, aufweiche auch gesunde Phasenspannungen
einwirken, stets größer sind als die des von den Spannungen der kranken Phasen 'erregten Relais, was bei manchen anderen
Relaiskonstruktionen nicht der Fall wäre. Erfindungsgemäß werden diese Vorteile dadurch
erzielt, daß die Ablaufzeit des Schutzrelais abhängig gemacht wird von der aus einer Funktion der Spannungen gegen Erde
und der verketteten Spannungen und aus einer Funktion der verketteten Spannungen allein
bestehenden Summe. Besonders zweckmäßig ist hierbei eine Anordnung, bei welcher die
Ablaufzeit der aus einem dem Produkte der Spannung E2 einer Phas,e gegen Erde und
dem Kosinus des zwischen dem Vektor dieser Spannung und dem Vektor der Spannung E12 derselben Phase gegen eine zweite Phase
proportionalen Wert und aus einem der letzteren Spannung E12 proportionalen Wert bestehenden
Summe annähernd proportional ist. Die Wirkungsweise eines solchen Schutzrelais sei im folgenden erläutert: In die drei Phasen
eines Drehstromsystems 1, 2 und 3 seien drei Schutzrelais eingebaut. In jedem dieser
Relais wirkt Strom und Spannung gegen Erde der betreffenden Phase und außerdem die verkettete Spannung zwischen dieser Phase
und z. B. der voneilenden Phase in der Weise zusammen.;, daß die Ablaufzeit der Größe
.E2 cos ip.2 -f- c E12
/2
proportional ist, wobei ψ 2 der elektrische
Phasenverschiebungswinkel zwischen E2 und E12 und c eine beliebig wählbare Konstante,
beispielsweise 0,25, ist. Es ist ohne weiteres klar, daß dann die Ablaufzeit bei Kurz-Schlüssen
wie bei gewöhnlichen Impedanzrelais dem Verhältnis der verketteten Spannung zum Phasenstrom proportional ist, und
zwar ergibt sich die Auslösezeit entsprechend dem kleinsten dieser drei im Drehstromsystem
vorhandenen Verhältnisse. Bei doppeltem Erdschluß, beispielsweise zwischen den Phasen 1 und 2, ergibt sich infolge des Umstandes,
daß die Spannungen gegen Erde E1 und JS2 um fast 180° elektrische Grade gegeneinander
phasenverschoben sind, die Ablaufzeit des Relais in Phase 2 ebenfalls entsprechend
der Impedanz zwischen Erdschlußstelle der Phase 2 und Relaiseinbauort, jedoch mit einer Abweichung, die von der
Größe der Abweichung des Gliedes c ---
Werte c abhängig ist; diese Ab-
J2
weichung der Ablaufzeit von dem bei Kurz-Schlüssen auftretenden Wert ist aber, wie
leicht einzusehen, stets sehr gering und spielt praktisch keine Rolle. Die Ablaufzeit des
Relais der Phase 1 entspricht der Größe
E1 COS^1 + CJS31
und könnte, wenn das zusätzliche Glied c Esl
nicht wirksam wäre, unerwünschterweise geringer als die des Relais der Phase 2 sein,
da cos Xj)1 unter Umständen außerordentlich
klein ist; das Glied c ES1 bewirkt jedoch, da
die Spannung En bei dem angenommenen Doppelerdschluß nicht zusammenbricht, eine
bedeutende Vergrößerung der Ablaufzeit, so daß das Relais 2, dessen Ablaufzeit der gewünschten
Gesetzmäßigkeit entspricht, früher zur Auslösung gelangt als Relais 1.
Das vorhin beschriebene Relais kann beispielsweise ein Leistungssystem und ein
zweites wattmetrisches System enthalten, dessen Triebkraft der Funktion
Es - E12 · cos φ2 + c E'i*
entspricht; dies ist mit an sich bekannten Mitteln, wie Spaltpole und Kurzschlußringen
usw., leicht zu erreichen.
Claims (8)
- Patentanspruch^ :
ι. Von Strom und Spannung abhängiges Schutzzeitrelais, welches sowohl bei Phasenkurzschlüssen als auch bei mehrfachen Erdschlüssen mit entsprechender Verzögerung selektiv wirkt, dadurch gekennzeichnet, daß zumindest in manchen Störungsfällen gleichzeitig sowohl Spannungen zwischen Phasen und Erde als ίο auch Spannungen zwischen zwei verschiedenen Phasen mittelbar oder unmittelbar auf die Größe der Ablaufzeit einwirken. - 2. Schutzzeitrelais nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß die mittelbare oder unmittelbare Einwirkung einzelner Spannungen auf die Ablaufzeit abhängig ist von der Größe von Komponenten der betreffenden Spannungsvektoren bezogen auf irgendeine Vektorrichtung, vorzugsweise auf die Richtung einer der einwirkenden Spannungen.
- 3. Schutzzeitrelais nach Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Ablaufzeit von einem dem Produkte einer Funktion der Spannung einer Phase gegen Erde und einer Funktion der Spannung derselben Phase gegen eine zweite Phase und einer Funktion des Kosinus des zwischen den Vektoren dieser beiden Spannungen eingeschlossenen Winkels annähernd proportionalen Werte abhängig ist.
- 4. Schutzzeitrelais nach Ansprüchen 1 und 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Faktoren des Produktes den betreffenden Spannungen bzw. dem Kosinus zwischen den Vektoren der Spannungen linear proportional sind.
- 5. Schutzzeitrelais nach Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Ablaufzeit von einem dem Produkte der Spannung einer Phase gegen Erde und des Kosinus des zwischen dem Vektor dieser Spannung und dem Vektor der Spannung derselben Phase gegen eine zweite Phase annähernd proportionalen Werte abhängig ist.
- 6. Schutzzeitrelais nach Ansprüchen τ und 2 für Drehstromanlagen, dadurch gekennzeichnet, daß die Ablaufzeit von einem dem Produkte der Spannung einer Phase gegen Erde und der Spannung zwischen den beiden anderen Phasen des Drehstromsystems und dem Sinus des zwischen den Vektoren dieser beiden Spannungen eingeschlossenen Winkels annähernd proportionalen Werte abhängig ist.
- 7. Schutzzeitrelais nach Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Ablaufzeit von der aus einer Funktion der Spannungen gegen Erde und der verketteten Spannungen und aus einer Funktion der verketteten Spannungen allein bestehenden Summe abhängig ist.
- 8. Schutzzeitrelais nach Ansprüchen 1 und 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Ablaufzeit der aus einem dem Produkte der Spannung (E2) einer Phase gegen Erde und des Kosinus des zwischen dem Vektor dieser Spannung und dem Vektor der Spannung (E12) derselben Phase gegen eine zweite Phase proportionalen Wert und aus einem der letzteren Spannung (E12) proportionalen Wert bestehenden Summe annähernd proportional ist.Hierzu ι Blatt Zeichnungen
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DES103379D DE612968C (de) | 1932-02-23 | 1932-02-23 | Von Spannung und Strom abhaengiges Schutzzeitrelais |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DES103379D DE612968C (de) | 1932-02-23 | 1932-02-23 | Von Spannung und Strom abhaengiges Schutzzeitrelais |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE612968C true DE612968C (de) | 1935-05-09 |
Family
ID=7525122
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DES103379D Expired DE612968C (de) | 1932-02-23 | 1932-02-23 | Von Spannung und Strom abhaengiges Schutzzeitrelais |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE612968C (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE938972C (de) * | 1938-11-18 | 1956-02-09 | Brown Ag | Schutzvorrichtung fuer drei- oder mehrphasige Leitungsnetze gegen Stoerungen durch Lichtbogenkurzschluesse |
-
1932
- 1932-02-23 DE DES103379D patent/DE612968C/de not_active Expired
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE938972C (de) * | 1938-11-18 | 1956-02-09 | Brown Ag | Schutzvorrichtung fuer drei- oder mehrphasige Leitungsnetze gegen Stoerungen durch Lichtbogenkurzschluesse |
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