DE60217C - Verfahren zur Herstellung geschweifster Röhren - Google Patents

Verfahren zur Herstellung geschweifster Röhren

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DE60217C
DE60217C DENDAT60217D DE60217DA DE60217C DE 60217 C DE60217 C DE 60217C DE NDAT60217 D DENDAT60217 D DE NDAT60217D DE 60217D A DE60217D A DE 60217DA DE 60217 C DE60217 C DE 60217C
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Germany
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DENDAT60217D
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English (en)
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H. HOWARD in Haiesowen, England
Publication of DE60217C publication Critical patent/DE60217C/de
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Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
Vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren, eiserne und stählerne Röhren in der Weise herzustellen, dafs Streifen aus Eisenoder Stahlblech cylinderförmig aufgebogen werden und dann die einander gegenüberliegenden Kanten der aufgebogenen Streifen durch eine stumpfe Fuge oder durch ■ Ueberlappung zusammengeschweifst werden.
Die Erfindung bezweckt nun, dieses Zusammenschweifsen der Kanten der aufgebogenen Streifen oder theilweise hergestellten Röhren zu beschleunigen und zu vereinfachen, wodurch Zeit, Material und Arbeit gespart wird. Um diesen Zweck zu erreichen, wird das Schweifsverfahren in folgender Weise ausgeführt:
Die einleitenden Phasen des Herstellungsverfahrens sind die gewöhnlichen, nämlich Erhitzen des eisernen Streifens und Aufbiegen desselben mittels eines zangen- oder glockenförmigen Zieheisens.
Anstatt nun hierauf den aufgebogenen Streifen sich abkühlen zu lassen und dann das Schweifsen als einen besonderen Procefs zu behandeln, wird das Zusammenschweifsen unmittelbar nach der Bildung des aufgebogenen Streifens vollzogen, indem man die Kanten der heifsen, aufgebogenen Streifen bis auf Schweifshitze erwärmt und das Zusammenschweifsen der Kanten Unter Anwendung eines zangen- oder glockenförmigen Zieheisens bewirkt. Unmittelbar hinter dem Zieheisen, durch welches der warme Eisenstreifen direct beim Austritt aus der Thür des Glühofens in die aufgebogene Form gebracht wird, ist ein Gebläserohr angebracht, durch welches eine aus einer Mischung von Luft und Gas gebildete Flamme auf die Kanten der aufgebogenen Röhrenschiene gerichtet wird, so dafs die Kanten der letzteren bis auf Schweifshitze erwärmt werden. Gleich hinter dem Gebläserohr ist ein zangen- oder glockenförmiges Zieheisen angeordnet, durch welches die aufgebogene Röhrenschiene gezogen und mittelst deren die erhitzten Kanten zusammengeschweifst werden. Anstatt eine aus einer Mischung von Luft und Gas gebildete, aus dem Gebläserohr austretende Flamme anzuwenden, kann auch eine solche aus einer Mischung von Luft und Wasserstoffgas oder Wassergas angewendet werden. Die Kanten der aufgebogenen Röhrenschiene können auch mit Hülfe eines Voltaschen Bogen bis zur Schweifshitze erwärmt werden. In diesem Falle kann die eine Kante, oder es können auch beide Kanten der Röhrenschiene eine der Elektroden bilden, während die andere Elektrode aus einer Kohlenstange besteht. In einem solchen Falle mufs die aufgebogene Röhrenschiene in die Volta'sche Leitung eingeschaltet werden. Der Volta'sche Bogen kann jedoch auch durch zwei Kohlenstangen gebildet werden. Die Kanten der Röhrenschiene werden dann in dem erhitzten Bogen zwischen die beiden Kohlenstangen eingestellt. In diesem Falle bildet die Röhrenschiene einen Bestandtheil der Volta'schen Leitung.
Die Erfindung beschränkt sich jedoch nicht nur auf die Anwendung irgend einer bestimmten Wärmequelle, um die Kanten der in eine geeignete Form aufgebogenen Röhrenschiene bis zur Schweifshitze zu erwärmen. Anstatt das Schweifsen mittelst Zieheisens zu bewirken, können zu diesem Zweck auch Walzen ge-
braucht werden, wobei erforderlichenfalls ein Dorn in das Innere der zum Theil hergestellten Röhre als Druckstück eingeführt wird.
Es soll nun unter Bezugnahme auf die beiliegende Zeichnung die Art und Weise beschrieben werden, in welcher das neue Verfahren ausgeführt wird.
Fig. ι ist eine Seitenansicht, theilweise im Längsschnitt, und
Fig. 2 eine Endansicht einer zu dem neuen Verfahren geeigneten Anordnung, bei welcher glocken- oder zangenförmige Zieheisen zur Anwendung kommen, um das Aufbiegen und Schweifsen auszuführen. Ferner ist eine aus einem Gebläserohr austretende Flamme angewendet, um die Kanten der aufgebogenen Röhrenschiene bis zur Schweifshitze zu erwärmen.
α ist das Ende des Glühofens, in welchem der in geschweifste Röhren umzuwandelnde Metallstreifen erhitzt wird, b ist das Zieheisen, durch welches der Streifen, sobald er aus dem Glühofen α tritt, röhrenförmig aufgebogen wird, und c ist ein zweites Zieheisen, durch welches die Kanten der aufgebogenen Röhrenschiene, die bis zur Schweifshitze erwärmt worden sind, zusammengeschweifst werden, um ein fertiges Rohr zu bilden. Zwischen den beiden Zieheisen b und c ist die Gebläsevorrichtung angebracht, um auf die noch nicht mit einander verbundenen Kanten der Röhrenschiene eine flache Flamme zu richten, wodurch die Kanten bis zur Schweifshitze erwärmt werden. Diese Gebläsevorrichtung besteht aus einer Mischkammer d, in welche gewöhnliches Kohlenwasserstoffgas oder Leuchtgas oder Dampf eines flüchtigen Kohlenwasserstoffes durch das Rohr e, sowie unter Druck stehende Luft durch das Rohr / eingeführt wird. Die Mischung von Luft und Gas tritt durch eine Reihe von Düsen oder Oeffnungen oder einen in der Mitte am Boden der Mischkammer d angebrachten Schlitz aus, um so eine flache Flamme hervorzubringen.
Statt eine aus einer Mischung von Luft, Leucht- oder Kohlengas hervorgebrachte Flamme zu verwenden , kann auch mit demselben Erfolg oder nahezu mit demselben Erfolg eine Flamme zur Anwendung kommen, die aus einem Gemisch von Luft und Wasserstoffgas oder aus Wassergas gebildet wird. Wenn eine Mischung von Sauerstoff und Wasserstoff oder von Sauerstoff und Steinkohlengas zur Anwendung kommt, so müssen die Röhren, durch welche dieselben in die Mischkammer geleitet werden, einen solchen Querschnitt haben, dafs der Querschnitt der Sauerstoffröhre sich zu demjenigen der anderen Röhre wie ι : 2 verhält.
Aus obiger Beschreibung sowie aus den Fig. ι und 2 geht hervor, dafs, sobald der erhitzte Metallstreifen aus dem Glühofen α tritt, er durch das zangen- oder glockenförmige Zieheisen bei b geführt und..durch dieses aufgebogen wird, und dafs, nachdem die aufgebogene Röhrenschiene das Zieheisen b verlassen hat, die Kanten der Schiene durch die aus dem Apparat bei d austretende Flamme bis auf Schweifshitze erwärmt, hierauf die aufgebogene Röhrenschiene durch das Schweifszieheisen c geführt und hier die erhitzten Kanten zusammengeschweifst werden, so dafs bei g eine fertig zusammengeschweifste Röhre gebildet ist. Ein drittes Zieheisen c2 kann noch hinter dem Schweifszieheisen c angebracht werden, um die Fugen und die Gestalt der Röhre fertig auszubilden (Fig. 3).
Die Fig. 3 und 4 sind rechtwinklig zu einander geführte Schnitte einer anderen Anordnung, bei welcher die Kanten der aufgebogenen Röhrenschiene mittelst eines Volta'schen Bogens bis zur Schweifshitze erwärmt werden.
α ist der Glühofen, b das die Röhrenschiene aufbiegende glockenförmige Zieheisen, c das Schweifszieheisen und c2 das Zieheisen, durch welches die Fugen ausgebildet werden und die Form der Röhre nachgearbeitet wird.
Die Anwendung des dritten Zieheisens c2 steht im Belieben des Fabrikanten.
Zwischen den beiden Zieheisen b und c ist eine Kohlenstange h eingeschaltet, welche die eine der Elektroden des Volta'schen Bogens bildet, während die andere Elektrode von den Kanten der aufgebogenen Röhrenschiene gebildet wird.
Die Röhrenschiene ist in die Volta'sche Leitung eingeschaltet.
i ist ein Handgriff, durch welchen die Kohlenstange h gehalten und eingestellt werden kann. Durch die zwischen dem Volta'schen Bogen entwickelte Hitze werden die Kanten der Röhrenschiene bis zur Schweifshitze erwärmt, bevor die Schiene das Zieheisen c passirt, um an den Kanten zusammengeschweifst zu werden.
Statt nur eine einzige Kohlenstange zu gebrauchen, kann der Volta'sche Bogen auch zwischen zwei Kohlenstangen gebildet und der Bogen dann mittelst eines Elektromagneten auf die Röhrenschiene abgelenkt werden.
Fig. 5 und 6 sind rechtwinklig zu einander geführte Schnitte einer dritten Anordnung, bei welcher in Verbindung mit dem Volta'schen Bogen, durch den die Kanten der Röhrenschiene bis zur Schweifshitze erwärmt werden, eine Reihe von Walzen zur Anwendung kommt, um die Röhrenschiene aufzubiegen, die Kanten derselben zusammenzuschweifsen und die zusammengeschweifste Röhre fertigzustellen.
α ist der Glühofen, k ein Paar vertical angeordneter Walzen, um den erhitzten Metallstreifen in die aufgebogene Form zu bringen. / sind horizontal angeordnete Walzen, um die erhitzten Kanten der Röhrenschiene zusammen-
zuschweifsen, und m sind ein Paar vertical angeordneter Walzen, um die geschweifsten Röhren nachzubearbeiten. h ist die Kohlenstange, welche die eine der Elektroden der Volta'schen Leitung bildet, während die andere Elektrode, wie schon bei den Fig. 3 und 4 beschrieben worden ist, von der aufgebogenen Röhrenschiene gebildet wird.
Die Kohlenstange h liegt vor der Schweifswalze /, so dafs die zwischen Kohlenstange und der Röhrenschiene erzeugte Wärme die Kanten der aufgebogenen Röhrenschiene bis zur Schweifshitze erhitzt, ehe die genannte Schiene durch die Schweifswalze / geführt wird. Bei dieser Anordnung können auch ebenso, wie in den vorhergehenden Fällen, bei welchen Zieheisen statt Walzen gebraucht waren, zwei Kohlenstangen zur Anwendung kommen. Die von den Walzen bearbeitete Röhre kann innen von einem Dorn gehalten werden oder nicht.
Aufser den im Vorhergehenden beschriebenen und dargestellten Anordnungen zum Erwärmen der Kanten der aufgebogenen Röhrenschiene bis zur Schweifshitze können noch weitere getroffen werden, bei welchen andere Wärmequellen zur Anwendung kommen, z. B. ein sogen. Southerland'scher Gasofen, s. engl. Patentschriften No. 2487 (1869), No. 385 (1872) und No. 1784 (1874), oder eine in der gewöhnlichen Weise erhitzte kleine Retorte.
Für die Herstellung von Stahlröhren bleibt die Anordnung im wesentlichen dieselbe, wie solche oben für eiserne Röhren beschrieben und in der Zeichnung dargestellt ist.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch:
    Ein Verfahren zur Herstellung geschweifster Röhren, dadurch gekennzeichnet, dafs die in einem Ofen (a) glühend gemachten Eisenschienen mittelst vor dem Ofen angeordneten, glocken- oder zangenförmigen Zieheisen (b) oder Walzen (k) rohrförmig zusammengebogen, unmittelbar darauf mittelst irgend eines Erhitzungsapparates (d) schweifsglühend gemacht und schliefslich mittelst Zieheisens (c) oder Walzen (I) fertig geschweifst werden.
    Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
DENDAT60217D Verfahren zur Herstellung geschweifster Röhren Expired - Lifetime DE60217C (de)

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Cited By (2)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE1084851B (de) * 1952-12-03 1960-07-07 Gen Electric Co Ltd Maschine zum Herstellen von Metallrohr aus Bandmaterial
DE1144857B (de) * 1962-02-03 1963-03-07 Aeg Verfahren zum Zufuehren von Wechselstrom mit 50Hz und hoeherer Frequenz zu Werkstuecken, die konduktiv ueber den gesamten Querschnitt oder partiell erhitzt werden sollen, und Anordnung zur Ausuebung des Verfahrens

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* Cited by examiner, † Cited by third party
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DE1084851B (de) * 1952-12-03 1960-07-07 Gen Electric Co Ltd Maschine zum Herstellen von Metallrohr aus Bandmaterial
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