-
Transgenische
Techniken sind ein wirksames Mittel bei der Bearbeitung von wichtigen
biologischen Problemen in multizellulären Organismen geworden, wobei
dies insbesondere für
das Pflanzengebiet gilt. Viele Ansätze, die mit der traditionellen
Genetik nicht durchgeführt
werden können,
können
nun mit den transgenischen Techniken realisiert werden, einschließlich der
Einführung
von homologen oder heterologen Genen in Pflanzen mit modifizierten
Funktionen und veränderten
Expressionsmustern. Der Erfolg von diesen Techniken hängt oft
von der Verwendung von Markern ab, um die transgenischen Pflanzen
zu identifizieren, sowie von den Promotoren zur Steuerung der Expression
der Transgene.
-
Selektierbare
Marker werden bei der pflanzlichen Transformation in einem großen Umfang
verwendet. Historisch waren solche Marker oft dominante Gene, die
für eine
Antibiotika- oder Herbizidresistenz codierten (Yoder und Goldsbrough,
1994). Obwohl solche Marker sehr nützlich sind, haben sie jedoch
auch einige Nachteile. Die für
die Selektion der transformierten Zellen verwendeten Antibiotika
und Herbizide haben im Allgemeinen negative Auswirkungen auf die
Proliferation und Differenzierung und können die Differenzierung von zufälligen Sprossen
während
des Transformationsverfahrens verzögern (Ebinuma et al., 1997).
Ferner sind einige Pflanzenarten nicht empfindlich oder tolerant
gegenüber
diesen selektiven Mitteln, wodurch es schwierig ist, transformierte
und nicht-transformierte Zellen oder Gewebe zu trennen (Ebinuma
et al., 1997). Ferner werden diese Gene konstitutiv exprimiert und
es gibt Umwelt- und Gesundheitsbedenken hinsichtlich der Insertion von
solchen konstitutiv exprimierten Genen in Pflanzen, die außerhalb
der Laborumgebung wachsen (Bryant und Leather, 1992; Gressel, 1992;
Flavell et al., 1992).
-
Ein
Marker, der weder ein Antibiotikum noch ein Herbizid ist, ist das
ipt Gen von dem Ti-Plasmid von Agrobacterium tumefaciens. Dieses
Gen codiert für
die Isopentenyltransferase, die bei der Cytokininsynthese verwendet
wird (Barry et al., 1984). Die Isopentenyltransferase verwendet
5'-AMP und Isopentenyldiphosphat für die Katalyse
der Bildung von Isopentenyladenosin-5'-monophosphat, dem ersten Intermediat
in der Cytokininsynthese. Die Überexpression
des ipt Gens führt
zu erhöhten
Cytokininniveaus (Medford et al., 1989; McKenzie et al., 1998; Faiss
et al., 1997; Redig et al., 1996; Ebinuma et al., 1997). Cytokinine
sind pflanzliche Hormone, die eine wichtige Rolle bei der pflanzlichen
Entwicklung durch das Herbeiführen
einer Reihe von morphologischen Veränderungen spielen (Mok und
Mok, 1994; Davies, 1995; Coenen und Lomax, 1997). Cytokinine können zum
Beispiel die Blattexpansion stimulieren und die Blattseneszenz verzögern (Kuraish
und Okumura, 1956; Wingler et al., 1998; Gan und Amasino, 1995).
In jungen, im Dunkeln gewachsenen Keimlingen können hohe Cytokininmengen einen
deetiolierten Phänotyp
hervorbringen, der in seiner Morphologie im Licht gewachsenen Keimlingen
mit kurzen Hypokotylen, offenen Haken und verbreiterten Cotyledonen ähnelt (Chaudhury
et al., 1993; Miklashevichs und Walden, 1997). Cytokinine können auch
laterale Knospen aus Apikaldominanz freisetzen und die de novo Knospenbildung
stimulieren (Cline, 1991; Skoog und Miller, 1957; Sachs und Thimmann,
1967). Diese Klasse an Hormonen spielt somit eine wichtige Rolle
bei der Bildung von zufälligen
Sprossen. Wie von Skoog und Miller (1957) gezeigt, können hohe
Cytokininmengen die Sprossbildung aus Tabakkallus induzieren, was
eine Voraussetzung für
die Regeneration von transgenischen Pflanzen ist. Neben der Unterstützung von
Tumorwachstum kann die Einführung
von T-DNA in eine pflanzliche Zelle auch die Regeneration von physiologisch
abnormalen Sprossen aus transformierten Protoplasten oder Blattscheiben
induzieren.
-
Die Überexpression
des ipt Gens (Akiyoshi et al., 1984; Barry et al., 1984), das eine
Komponente der T-DNA ist, führt
zu erhöhtem
Cytokinin relativ zu Auxin, was die Sprossregeneration fördert (Tran
Thanh Van, 1981). Die Überproduktion
von Sprossen kann zu einem Phänotyp
mit einer großen
Zahl an Sprossen führen (im
Folgenden bezeichnet als „Sprossphänotyp"). Dieser Phänotyp kann
als ein Marker verwendet werden (Ebinuma et al., 1997). Studien,
bei denen das ipt Gen unter der Kontrolle von konstitutiven Promotoren
verwendet wurde, zeigten, dass eine ipt Überexpression erhöhte Cytokininmengen
in transgenischen Pflanzen hervorruft (Smigocki und Owens, 1988;
Medford et al., 1989). Ein chimäres
ipt Gen unter der Kontrolle des Blumenkohlmosaikvirus (CaMV)-Promotors wurde in
Zellen der Kartoffel (Ooms et al., 1983), Gurke (Smigocki und Owens,
1989) und verschiedenen Nicotiana-Arten (Smigocki und Owens, 1988)
eingeführt.
Diese transgenischen Zellen proliferierten und zeigten einen extremen
Sprossphänotyp
und einen Verlust der Apikaldominanz in einem hormonfreien Medium.
Studien haben gezeigt, dass in mit ipt zur Überproduktion von Cytokininen
transformierten Pflanzen die Cytokinine nur lokal als ein Paracrinhormon
wirken (Faiss et al., 1997). Pfropfexperimente, die mit Wildtyp-Tabakpflanzen und
Tabakpflanzen, bei denen das ipt Gen überexprimiert war, durchgeführt wurden,
zeigten, dass die erhöhte
Cytokininmenge auf den Teil der Pflanze beschränkt bleibt, der ipt überexprimiert
(Faiss et al., 1997).
-
Ein
Problem bei der Verwendung von konstitutiv exprimiertem ipt als
ein Marker besteht darin, dass die erzielte, transgenische Pflanze
die Apikaldominanz verliert und nicht in der Lage ist, Wurzeln zu
bilden aufgrund der Überproduktion
von Cytokininen (Ebinuma et al., 1997). Ferner besitzen die Pflanzen,
die konsitutiv ipt überexprimieren,
eine veränderte
Blattmorphologie und eine verzögerte
Blattseneszenz. Solche Pflanzen zeigen ein geringes Wurzelwachstum
und eine schwache Internodienstreckung, eine verzögerte Blattseneszenz
und sind oft steril (Mok und Mok, 1994; Klee et al., 1987; Ebinuma
et al., 1997).
-
Ebinuma
et al. (1997) entwickelten ein Verfahren zur Verwendung des ipt
Markers, um die mit der konstitutiven Überexpression von ipt zusammenhängenden
Probleme zu überwinden.
Sie entwickelten einen Vektor, in dem das ipt Gen in ein Plasmid
eingebaut war, welches das transponible Element Ac umfasste. Das
Konstrukt umfasste die T-DNA (Teil des Ti-Plasmides, der in pflanzliche
Zellen überführt wird)
und den 35S CaMV-Promotor. Dieses Konstrukt wurde in A. tumefaciens
transformiert. Blattsegmente wurden mit den transformierten Bakterien
inokuliert und wuchsen auf nicht-selektiven Medien. In seltenen
Fällen
verfehlte das Ac-Element
die Re-Integration oder integrierte in ein Schwesterchromatid nach
seinem Ausschneiden. Abnormale Sprosse mit einem besonderen Sprosstyp
wurden selektiert und für
weitere sechs Monate kultiviert. Von diesen wuchsen verschiedene
normale Sprosse. Einige von diesen waren ein Ergebnis des transponierbaren Elementes
Ac, das aus dem Genom zusammen mit dem ipt Gen ausgeschnitten worden
war, wie dies durch DNA-Analyse bestimmt wurde. Einige von diesen
Pflanzen behielten die anderen notwendigen Marker, die auch auf
dem Plasmid vorlagen. Dieses Verfahren überwindet somit die Probleme
der Gegenwart eines konstitutiv exprimierten ipt Gens. Unglücklicherweise
erfordert dieses Verfahren mehrere Monate der Kultivierung und führt nur
zu wenigen Pflanzen, die das ipt Gen verlieren. Ebinuma et al. (1997)
berichteten, dass sechs Monate nach der Infektion die Häufigkeit
von Marker freien Pflanzen 0,032 betrug. Ferner basierte die Auswahl von „normalen" Sprossen von den
abnormal regenerierten Pflanzen auf einem variablen, morphologischen
Kriterium. Die morphologische Selektion unterscheidet ferner nicht
zwischen Pflanzen, die das 35S-ipt Gen verloren haben, und chimären Pflanzen
oder Pflanzen mit einem sehr niedrigen ipt Expressionsniveau.
-
Die
Verwendung von induzierbaren Promotoren ist ein anderes Mittel,
das verwendet wurde, um die Probleme zu überwinden, die mit der konstitutiven Überexpression
des ipt Gens in transgenischen Pflanzen assoziiert sind. Die Verwendung
eines durch Kupfer induzierbaren Promotors zur Regulation der ipt-Expression
führte
zu der spezifischen Expression des ipt Gens in den Wurzeln, die
das Hauptorgan für
die Cytokininbiosynthese darstellen (McKenzie et al., 1998). Ferner
stellte die durch das Tetracyclin induzierbare System (Gatz et al.,
1992) regulierte ipt Expression Daten über die biologischen Wirkungen
von Cytokininen in Pflanzen und ihren Transport durch das vaskuläre System
bereit (Faiss et al., 1997; Redig et al., 1996). Transgenische Pflanzen,
die das ipt Gen unter der Kontrolle von Hitzeschockpromotoren (Medford
et al., 1989) und unter der Kontrolle von durch Licht induzierbaren
Promotoren (Redig et al., 1996) tragen, wurden auch berichtet. All diese
Systeme wurden verwendet, um die biologischen Wirkungen von Cytokininen
zu studieren, wobei sie aber nicht für die Transformation verwendet
wurden.
-
Das
CKI1 Gen wurde vor kurzem identifiziert (Kakimoto, 1996). Die Überproduktion
von diesem Gen in Pflanzen führt
zu Pflanzen, die typische Cytokininreaktionen zeigen, einschließlich einer
schnellen Zellteilung und Sprossbildung in der Gewebekultur in Abwesenheit
von exogenem Cytokinin (Kakimoto, 1996). Das CKI1 Gen kann als ein
selektierbarer Marker in einer ähnlichen
Weise wie ipt verwendet werden, das heißt, das CKI1 Gen kann unter
die Kontrolle eines Promotors gestellt werden und in transgenischen,
pflanzlichen Zellen überexprimiert
werden, so dass eine Sprossbildung in Abwesenheit von exogenen Pflanzenhormonen induziert
wird. Solche Sprosse können
abgeschnitten werden, um transgenische Pflanzen zu erzielen. Diese Sprosse,
die entweder von Zellen abstammen, die mit ipt oder mit CKI1 transformiert
wurden, können
nicht normal wachsen, solange die Zellen diese Transgene überexprimieren.
-
Das
Knotted Gen und Knotted-ähnliche
Gene sind eine dritte Gruppe von Genen, die bei Überexpression zu einer ektopischen
Produktion von zufälligen
Sprossen führen
können
(Chuck et al., 1996; Lincoln et al., 1994; Matsuoka et al., 1993).
Diese können
als selektierbare Marker in der gleichen Weise wie bei dem ipt Gen
und dem CKI1 Gen verwendet werden. Generell können alle pflanzlichen Gene,
welche die Sprossbildung und Entwicklung fördern, als selektierbare Marker
in der gleichen Weise wie ipt, CKI1 und Knotted-ähnlich verwendet werden.
-
Zusätzlich zu
der Verwendung von Marker für
die Identifizierung von transgenischen Pflanzen ist die Verwendung
von Promotoren zur Kontrolle der Expression der Transgene ein normaler
Teil von solchen Experimenten. In den meisten Experimenten werden
die Transgene von einem starken Promotor transkribiert, wie der
35S Promotor des Blumenkohlmosaikvirus (CaMV). Jedoch ist ein flexibleres
Genexpressionssystem notwendig, um die großen Vorteile aus der transgenischen
Technologie zu gewinnen. Gute, induzierbare Transkriptionssysteme
sind erwünscht,
da transgenische Pflanzen mit induzierbaren Phänotypen genauso nützlich sind
wie konditionale Mutanten, die mit der traditionellen Genetik isoliert
wurden. Diesbezüglich
wurden verschiedene Induktionssysteme berichtet und erfolgreich
verwendet (Ainley und Key, 1990; Gatz et al., 1992; Mett et al., 1993;
Weinmann et al., 1994). Von diesen sind die Tetracyclin-abhängigen Expressionssysteme
am weitesten fortgeschritten (zur Übersicht siehe Gatz, 1996).
-
Der
Glucocorticoidrezeptor (GR) ist ein Mitglied der Familie der tierischen
Steroidhormonrezeptoren. GR ist nicht nur ein Rezeptormolekül, sondern
auch ein Transkriptionsfaktor, der in Gegenwart eines Glucocorticoids
die Transkription von Promotoren aktiviert, die Glucocorticoid-Reaktionselemente
(GREs) enthalten (zur Übersicht
siehe Beato, 1989; Picard, 1993). Es wurde angenommen, dass das
GR-System ein gutes Induktionssystem in Pflanzen sein könnte, da
es einfach ist und Glucocorticoid selbst keine pleiotrope Effekte
in Pflanzen hervorruft. Unabhängig
davon wurde bisher jedoch ein allgemeines und effizientes durch
Glucocorticoid induzierbares System unter Verwendung von GR für transgenische
Pflanzen nicht erstellt, obwohl gezeigt wurde, dass ein System,
welches GR und GREs umfasst, in einem transienten Expressionssystem
mit kultivierten pflanzlichen Zellen arbeiten könnte (Schena et al., 1991).
Andererseits wurde berichtet, dass die (hormonelle) regulatorische
Region (oder Domänen)
von GR die Funktion der pflanzlichen Transkriptionsfaktoren in transgenischen
Pflanzen regulieren könnte
(Aoyama et al., 1995; Lloyd et al., 1994). Lloyd et al. (1994) zeigten,
dass die Trichomentwicklung in Arabidopsis erfolgreich durch ein
chimäres
Protein kontrolliert werden konnte, welches die regulatorischen
Glucocorticoid-Domänen
und den transkriptionellen Mais-Regulator R umfasste. Die Konstruktion
von solch einem chimären
Transkriptionsfaktor, dessen Aktivität streng durch die Glucocorticoid-Rezeptordomäne reguliert
ist, ist nicht immer einfach und in jedem Fall zu erreichen. Eine
strikte Regulation scheint in kritischer Weise abhängig von
der intramolekularen Struktur des chimären Proteins zu sein, insbesondere
die relative Position zwischen der Glucocorticoid-Rezeptordomäne und der
Domäne,
dessen Funktion zu regulieren ist.
-
Die
regulatorische Region der tierischen Steroidhormonrezeptoren, die
eine Hormonbindungsdomäne (HBD)
und Bindungsstellen für
HSP90 umfassen, scheint repressive Wirkungen auf die kovalent verbundenen Nachbardomänen in Abwesenheit
von ihren Erkennungsliganden zu haben. Die Bindung des geeigneten
Liganden an eine HBD führt
zu einer Derepression (Picard, 1993). Dieser Mechanismus wurde in
vorteilhafter Weise verwendet bei der Konstruktion eines Transkriptionsfaktors,
bei dem eine konstitutiv aktive, transaktivierende Funktion durch
die regulatorische Region der Ratten GR in cis reguliert wird (Picard
et al., 1988; Rusconi und Yamamoto, 1987). Ein chimärischer
Transkriptionsfaktor, der die DNA-bindende Domäne des Hefe-Transkriptionsfaktor
GAL4 (Keegan et al., 1986) und die transaktivierende Domäne des vitalen
Herpesprotein VP16 (Triezenberg et al., 1988) umfasst, wurde als
eine konstitutiv aktive, transaktivierende Funktion ausgewählt. Von
dem chimären
Protein GAL4-VP16 wurde angenommen, dass es als ein starker Transkriptionsfaktor
in allen Zelltypen wirkt, da bekannt ist, dass die Aktivierungsdomäne von VP16
direkt mit allgemeinen Transkriptionsfaktoren interagiert, von denen
angenommen wird, dass sie evolutionär konserviert innerhalb der
Eukaryoten sind (Goodrich et al., 1993; Lin et al., 1991; Sadowski
et al., 1988). Es wurde gezeigt, dass die regulatorische Region
des menschlichen Östrogen-Rezeptors ähnliche
chimäre
Transkriptionsfaktoren in der Hefe und in tierischen Gewebekulturzellen
regulieren kann (Braselmann et al., 1993; Louvion et al., 1993).
Die regulatorische Region des Ratten GR wurde zu dem chimären Transkriptionsfaktor
zugefügt
und der erzielte Hybridtranskriptionsfaktor wurde als „GVG" bezeichnet, da er
aus jeweils einer Domäne
von GAL4, VP16 und GR besteht. Ein für den GVG-Transkriptionsfaktor codierendes DNA-Fragment
wurde zwischen dem Blumenkohlmosaikvirus 35S-Promotor (Odell et
al., 1985) und der Poly(A) Additionssequenz des Erbsen-Ribulosebisphosphatcarboxylase-kleine
Untereinheit-Gen rbcS-E9 (Coruzzi et al., 1984) angeordnet. Als
eine Bindungsstelle für
GVG wurde ein DNA-Fragment, das sechs Kopien von GAL4 UAS (einiger
et al., 1985) enthielt, 5' zu dem
CaMV 35S Minimalpromotor (–46
bis +9) fusioniert.
-
Die
genetische Analyse ist einer der wichtigsten Meilensteine, auf denen
die modernen Biowissenschaften aufgebaut sind. Historisch basieren
genetische Studien zum großen
Teil auf der Bestimmung von Funktionsverlust-Mutationen. Dieser
Ansatzpunkt ist auch heute noch das primäre Werkzeug für das genetische
Zerlegen eines Stoffwechselweges. Funktionsverlust-Überprüfungen haben
jedoch zwei Hauptnachteile. Erstens ist dieser Typ der Überprüfung nicht
in der Lage, Gene zu identifizieren, die funktionell redundant sind. Genetische
und funktionelle Analysen des Ethylensignal-Stoffwechselweges zeigen
solch ein Beispiel. Verschiedene Rezeptor-ähnliche Histidinkinasen wurden
in Arabidopsis identifiziert und sie zeigen eine hohe Homologie
zueinander. Von diesen Proteinen wurde angenommen, dass sie an dem
Ethylensignal beteiligt sind, in dem sie wahrscheinlich als Rezeptoren
für das
Hormon dienen. Während
keine der Null-Mutationen in diesen Genen einen apparenten Phänotyp hatte,
zeigten transgenische Pflanzen, welche 35S-Antisens Transgene für alle diese
Gene trugen, einen Funktionsverlust-Phänotyp für die Ethylenreaktion (Hua
und Meyerowitz, 1998). Dominant positive oder Funktionsgewinn-Mutationen
in allen diesen Genen führt
zur konstitutiven Repression der Ethylenreaktion. Als genomische
Sequenzprojekte die Gegenwart von vielen Multicopy-Genen in einer
Reihe von Arten (Lin et al., 1999; Mayer et al., 1999) aufzeigten,
wurde das Problem der funktionellen Redundanz deutlicher. Eine zweite
Limitierung für
die Funktionsverlust-Überprüfungen basiert
auf der Tatsache, dass einige Mutationen eine gametophytische oder
embryogene Letalität
hervorrufen, was es extrem schwierig oder sogar unmöglich macht,
solch ein Gen oder eine Mutation zu identifizieren. Einige der Arabidopsis
Embryo-defekten (emb) und verwandten Mutationen wurden zum Beispiel
identifiziert durch mikroskopische Dissektion von individuellen
Embryonen durch Meinke und Mitarbeiter (Meinke, 1985; Meinke, 1995), was
die technischen Schwierigkeiten für solche Überprüfungen anzeigt.
-
Als
Alternative wurden Überprüfungen für dominant
positive oder Funktionsgewinn-Mutationen entwickelt und in den vergangenen
Jahren verwendet. In Pflanzen wurde die Prüfung auf Funktionsgewinn-Mutationen, die auch
als Aktivierungsmarkierung bekannt sind, als erstes von Hayashi
et al. (1992) versucht, der vier Kopien des 35S Enhancers verwendete,
um Gene nahe einer T-DNA Insertion, die den Enhancer trug, zu aktivieren.
Das erfolgreichste Beispiel war die Identifizierung des Arabidopsis
CKI1 (Cytokinin Independent I) Gens, dessen Überexpression zur Regeneration
von Sprossen aus Explantaten in Abwesenheit von externen Cytokininen
führt (Kakimoto,
1996). Vor kurzem wurden ähnliche Aktivierungsmarkierungs-Konstrukte
verwendet, um eine große
Zahl an transgenischen Arabidopsis-Pflanzen zu erzeugen, von denen
etwa 30 dominante Mutanten isoliert wurden (Weigel et al., 2000).
Analog zu den Funktionsverlust-Überprüfungen ist
der Hauptnachteil der Aktivierungsmarkierung die Letalität aufgrund
der konstitutiven Überexpression
von einigen Genen, wodurch es nicht möglich wird, diese Gene zu identifizieren.
Tatsächlich
wurden nur Mutationen in Bezug auf morphologische Veränderungen
oder die Blühzeit
von diesem großen
Prüfungsansatz
isoliert (Weigel et al., 2000). Dies lässt vermuten, dass bestimmte
dominante Mutationen, insbesondere solche, die stark die pflanzliche
Entwicklung beeinflussen (z. B. Embryogenese), durch solche Verfahren
wahrscheinlich nicht zu erkennen sind.
-
Während die
Aktivierungsmarkierung die funktionelle Bedeutung von einigen Genen
erkennen kann, können
die Funktionsverlust-Mutationen mehr direkte Einsichten hinsichtlich
den Funktionen für
die meisten Gene bereitstellen. Deshalb sollte die Kombination aus
Funktionsgewinn- und Funktionsverlust- Ansatz während der post-genomischen Ära am stärksten sein.
In dieser Veröffentlichung
stellen wir eine neue Strategie zur Erzeugung von pflanzlichen Mutanten
bereit, die beide konditionale Funktionsgewinn- und Funktionsverlust-,
GLF genannt, Mutationen an einer einzelnen genetischen Stelle tragen.
Der Funktionsgewinn oder der Funktionsverlust einer Zielposition
wird reziprok sein und stark von dem XVE chemisch-induzierbaren
Expressionssystem kontrolliert werden, was die Phänotypexpression
einer Targetposition zu einer gegebenen Entwicklungszeit von Interesse
ermöglicht.
Die kontrollierbare Expression von beiden Funktionsgewinn- und Funktionsverlust-
Phänotypen
in einer Targetposition wird ein besseres Verständnis der Genfunktion im Vergleich
zu der Verwendung der individuellen Ansätze erlauben. Im Prinzip ist
dieses Verfahren mehr anwendbar auf Arten, bei denen eine hochfrequente
homologe Rekombination möglich
ist, das heißt,
bei Säugetier-
und Hefezellen. Dies kann erzielt werden durch die spezifische Unterbrechung
eines natürlichen
Promotors und durch seine Ersetzung mit einem induzierbaren Promotor,
der in geeigneter Weise in Säugetier-
und Hefezellen funktionell ist.
-
Die Überexpression
des Isopentenyltransferasegens (ipt) von dem Ti-Plasmid von Agrobacterium tumefaciens
kann das endogene Niveau von Cytokinin in transgenischen Pflanzen
erhöhen,
was zu der Regeneration von Sprossen aus transformierten pflanzlichen
Zellen führt.
Wenn dies mit einem durch Dexamethason (DEX) induzierbaren System
kombiniert wird, kann die kontrollierte Expression des ipt Gens
verwendet werden, um spezifisch auf transgenische Regenerate zu
selektieren, ohne dass dafür
ein Antibiotika-Resistenzfaktor notwendig ist. Das kombinierte System
erlaubt mit einer hohen Effizienz die Co-Transformation mit zusätzlichen
Genen und führt
zu transgenischen Pflanzen ohne morphologische oder Entwicklungsdefekte.
-
Gemäß einem
Aspekt bezieht sich die Erfindung auf einen Vektor, der für die Herstellung
von transgenischen Pflanzen nützlich
ist. Der Vektor umfasst eine DNA-Sequenz, die für einen Transkriptionsfaktor
codiert, mit den folgenden Elementen in der 5' zu 3' Richtung, (i) einen Promotor, (ii)
DNA, die für
eine DNA-Bindungsdomäne
des bakteriellen Repressors LexA codiert, (iii) DNA, die für eine Transaktivierungsdomäne von VP16 codiert,
(iv) DNA, die für
eine regulatorische Domäne
eines Östrogenrezeptors
codiert. Der Vektor ist so aufgebaut, dass er ein Gen umfassen kann,
das für
einen selektierbaren Marker codiert, dessen Expression von dem Transkriptionsfaktor
kontrolliert wird.
-
Optional
ist das Gen ipt, CKI1, Luciferase, ein Mitglied der Knotted Familie
oder ein Gen, dessen Expression die Sprossregeneration und Entwicklung
fördern
kann.
-
Die
Erfindung ist ferner auf eine Nukleinsäure gerichtet, die i) einen
konstitutiven Promotor, ii) eine DNA, die für eine DNA-Bindungsdomäne des bakteriellen
Repressors LexA codiert, iii) eine DNA, die für eine Transaktivierungsdomäne von VP16
codiert und iv) eine DNA, die für
einen Östrogenrezeptor
codiert, umfasst.
-
Die
Erfindung bezieht sich gemäß einem
anderen Aspekt auf eine transgenische Pflanze oder auf eine transgenische
pflanzliche Zelle, welche die Nukleinsäure umfasst und ferner optional
ein Gen umfasst, das aus der Gruppe ausgewählt ist, die aus ipt, CKI1,
einem Mitglied der Knotted Familie oder aus einem Gen besteht, dessen
Expression die Sprossregeneration und Entwicklung fördern kann.
-
1 ist
eine schematische Darstellung des Inserts zwischen dem linken und
dem rechten Rand in pTA7002. RB stellt den rechten Rand und LB stellt
den linken Rand dar. Restriktionsenzym-Stellen sind oberhalb der
Zeichnung dargestellt. Die Restriktionsenzym-Stellen sind durch
Abkürzungen
dargestellt und sind: B – BamHI,
N – HindIII,
E – EcoRI.
-
2 zeigt
die Insertionspunkte in pMON721 von den Luciferase- und GVG-Konstrukten.
Die Luciferase wird in die NotI Restriktionsstelle eingefügt. GVG
wird in die Multiklonierungsstelle des Vektors eingefügt.
-
3A stellt
eine Skala dar und zeigt die Lumineszenzintensität von dunkelgrau (niedrigste)
bis weiß (höchste).
Obgleich als Skala von dunkelgrau bis weiß dargestellt, hat die Lumineszenz
tatsächlich
eine blaue Farbe. Diese Skala wird verwendet zur Interpretation
der Ergebnisse der 3B. Die 3B zeigt
die stationären
Expressionsniveaus der Luciferaseaktivität, die durch verschiedene Konzentrationen
von DEX induziert wurden. Die 3C zeigt
die Ergebnisse der 3B gegen die DEX-Konzentrationen
aufgetragen. Der bei 0 μM
DEX (das basale Nicht-Induktions-Niveau)
erzielte Wert wurde auf 1 festgelegt.
-
Die 4A–C zeigen
die Induktion der Luciferaseaktivität in Arabidopsis. Die 4A ist
eine Farbskala und zeigt die Lumineszenzintensität von dunkelgrau (niedrigste)
bis weiß (höchste) (wie
in der 3, ist die Lumineszenz blau
und nicht wie in der Figur dargestellt grau). Die 4B ist
eine transgenische Pflanze, die für drei Wochen im Topf herangezogen
wurde und dann mit einer Lösung
besprüht
wurde, die 0,5 mM Kaliumluciferin und 0,01% (Gew./Vol.) Tween-20 enthielt. Die
Pflanze wurde dann hinsichtlich der Luciferaseaktivität überprüft. Die 4C zeigt
die gleiche Pflanze wie in der 4B, aber
hier wurde die Pflanze mit einer Lösung besprüht, die 30 μM DEX und 0,01 (Gew./Vol.) Tween-20
enthielt. Nach 24 Stunden wurde die Pflanze wieder mit der Luciferinlösung besprüht und dann
getestet. Bei beiden
-
4B und 4C wurde
die Lumineszenz von der Pflanze unter Verwendung eines hoch empfindlichen
Kamerasystems (Hamamatsu Photonic Systems) dargestellt. Die Heterogenität der Lumineszenz,
die bei der Pflanze auftritt, welche mit DEX behandelt wurde, wurde
durch eine ungleiche Absorption von Luciferin hervorgerufen.
-
Die 5A–B zeigen
die Kinetiken der durch DEX induzierten luc mRNA Niveaus. Transgenische
Tabakpflanzen, die das GVG-Gen und das luc-Reportergen tragen, wuchsen
zunächst
auf Agarmedium für
14 Tage und wurden dann adaptiert für ein Wachstum in einem hydroponischen
Medium für
3 Tage. Die DEX-Behandlung wurde gestartet durch Zugabe von DEX
zu dem Medium mit einer Endkonzentration von 10 μM (Zeit als 0 angezeigt). Nach
einer 24-stündigen
Behandlung wurde DEX dann aus dem Medium entfernt. Die Gesamt-RNA
wurde von 20 Pflanzen zu jedem angezeigten Zeitpunkt isoliert und
einer Northern Blot-Analyse unterworfen. cDNA-Fragmente der Feuerfliegen-Luciferase
(5A) und des GVG-Gens (5B) wurden
als Sonden verwendet. Die Signale wurden mit dem BAS-2000 System
dargestellt (Fuji Photo Films Co.). Geschlossene und offene Pfeile
zeigen die Zeitpunkte der Zugabe und der Entfernung von DEX an.
-
Die
6 zeigt
die Intensität
und die Aufrechterhaltung der Induktion durch verschiedene Glucocorticoide.
Transgenische Tabakpflanzen, die das GVG-Gen und das luc-Reportergen
tragen, wuchsen zuerst für 14
Tage auf Agarmedium und wurden dann für weitere 2 Tage auf ein frisches
Agarmedium übertragen,
das 30 μM
von verschiedenen Glucocorticoiden enthielt. Nach der Induktion
wurden die Pflanzen zurück
zu dem Agarmedium ohne Glucocorticoid (Zeitpunkt als 0 angezeigt)
transferiert. Die durch DEX (•),
Triamcinolonacetonid (
),
Betamethason(
)und
Hydrocortison (☐) induzierten, relativen Luciferaseaktivitäten wurden
aufgetragen. Der erzielte Wert ohne Glucocorticoid (das Nicht-Induktionsniveau)
wurde willkürlich
auf 1 gesetzt.
-
Die 7 zeigt
die lokale Induktion der Luciferaseexpression durch Glucocorticoid-Sprühung.
-
Die 8 zeigt
die Dexamethason abhängige
Regeneration von Tabak- und Salatsprossen. Blattscheiben vom Tabak
(obere Reihe) und Salat (untere Reihe) wurden mit der in der 12 gezeigten
Transformationskassette transformiert. Die Pflanzenmaterialien wuchsen
dann für
40 Tage unter induktiven (10 μM DEX)
oder nicht-induktiven (0 μM
DEX) Bedingungen.
-
Die 9A–F zeigen
die Luciferaseaktivität
in den Tabak- und Salatregeneraten. Die Luciferaseaktivitäten wurden
in 40 Tage alten Regeneraten gemessen, die unter induktiven Bedingungen
(10 μM DEX)
für die
Expression des ipt Gens wuchsen. Die Luciferaseaktivität in den
Regeneraten wurde unter Verwendung eines Videobildsystems mit über 5 Minuten
integrierten Messungen und Abzug des Hintergrundes von den Bildern
gemessen. Die Luciferasebilder wurden von 16 zu 8 bit Bilder transformiert
und für
die Darstellung artifiziell gefärbt.
Die rot/grün-Überlast zeigt eine Überlagerung
der Hellfeld- und Luciferaseaktivitätsbilder, um einen einfachen
Nachweis der luc positiven und negativen Regenerate zu ermöglichen.
Die 9A, 9C und 9E zeigen
Tabak und die 9B, 9D und 9F zeigen
Salat. Die 9A–B zeigen Hellfeldbilder, 9C–D sind
Luciferasebilder und 9E–F sind Bilder mit einer Rot/Grün-Überlagerung.
-
Die 10A–D
zeigen eine Northern-Analyse der ipt und luc Transkripte vom Tabak.
Das Niveau der ipt und luc Transkripte von 30 Tage alten Regeneraten,
die eine (+1 bis +10) oder keine (–a bis –g) nachweisbare Luciferaseaktivität hatten,
sind gezeigt. Die Regenerate wuchsen in Gegenwart von 10 μM Dexamethason.
Die 10A und 10C zeigen
die ipt Transkriptniveaus und die 10B und 10D zeigen die luc Transkriptniveaus.
-
Die 11A–C
zeigen die Segregation und die Southern-Analyse des luc Gens in
transgenischen Tabakkeimlingen. Die Luciferaseaktivität wurde
in 44 zufällig
ausgewählten
Keimlingen gemessen. 33 der Keimlinge zeigten die Luciferaseaktivität und 11
der Keimlinge zeigten die Luciferaseaktivität nicht (vergleiche die 11A und 11B),
was eine 3:1 Segregation des dominanten luc Gens darstellt. Die
Southern-Blot-Analyse
der DNA aus den Keimlingen ist in der 11C gezeigt.
Einzelne Banden wurden nachgewiesen mit ungeschnittener DNA (U)
und nachdem die DNA mit BamHI (B), SacI (S), NcoI (N) und XbaI (X)
geschnitten wurde, und hybridisiert mit radioaktiv markierten Fragmenten
des luc Gens.
-
Die 12 zeigt
die Transformationskassette für
die induzierbare Expression des ipt Gens. Das ipt Gen aus Agrobacterium
tumefaciens wurde kloniert unter der Kontrolle eines auf Glucocorticoid
reagierenden Promotors (6 × UAS
fusioniert an -46 des CaMV 35S Minimalpromotors), um die regulierte
Expression des Gens zu erlauben. Die Expression des ipt Gens wird
durch einen durch Glucocorticoid aktivierten Transkriptionsfaktor
(GVG) vermittelt, wie dies beschrieben wurde von Aoyama und Chua
(1997). Die Gene, welche für die
Hygromycinphosphortransferase (hpt) (Waldron et al., 1985) und Feuerfliegen-Luciferase
(luc) (Miller et al., 1992) codieren, wurden unter die Kontrolle
der konstitutiven Promotoren (NP, NOS Promotor; 35S; CaMV 35S Promotor)
kloniert, um einen einfachen Nachweis der Transformations- und Co-Transformationseffizienzen
zu ermöglichen.
Die obigen Gene wurden zwischen den linken und rechten Rand (LB,
RB) der T-DNA (Klee et al., 1987; Beavan und Chilton, 1982) (pBI
101, Clontech, Inc.) von dem Ti Plasmid aus Agrobacterium tumefaciens kloniert,
um eine Agrobacteriumvermittelte Transformation zu ermöglichen.
-
Die 13 ist
eine schematische Karte der XVE-Vektoren (Zuo et al., 2000). Nur
die in das pflanzliche Genom (zwischen dem rechten Rand oder RB
und dem linken Rand oder LB) zu integrierenden Regionen sind gezeigt
(nicht im Maßstab).
G1090: Ein synthetischer Promotor (Ishige et al., 1999), XVE antreibend;
XVE: DNA-Sequenzen, die für
einen chimären
Transkriptionsfaktor codieren, welcher die DNA-bindende Domäne (DBD)
von LexA (Reste 1–87),
die Transkriptiansaktivierungsdomäne von VP16 (413–490) und
die regulatorische Region des menschlichen Östrogenrezeptors (272–595) enthält; E9T: rbcs E9 polyA Additionssequenz; NOS: Nopalinsynthasepromotor;
HPT: Hygromycin-Selektionsmarker; KAN: Kanamycin-Selektionsmarker; NOST: Nopalinsynthase-polyA- Additionssequenz; 8 × lexA: 8 Kopien der LexA Repressor-Bindungsstellen; -46:
der 35S Minimalpromotor; 3AT: rbcs 3A polyA-Additionssequenz;
MCS: Multiklonierungsstelle.
-
Die 14A–B
zeigen die Expression des GFP Gens, das durch das induzierbare XVE
System kontrolliert wird. Die 14A zeigt
Wurzeln einer pER8-GFP transgenischen Arabidopsis-Linie. Die GFP-Signale (grün), die
von den gleichen Wurzeln emitiert wurden, wurden unter einem Fluoreszenzmikroskop
betrachtet, wie dies in der 14B dargestellt
ist.
-
Die 15 zeigt
die Dosisabhängigkeit
von 17-β-Östradiol
des XVE induzierbaren Systems. Drei Wochen alte, pER8-GFP transgenische
Pflanzen, die in Abwesenheit des Induktors kultiviert wurden, wurden
auf ein Medium transferiert, welches verschiedene Konzentrationen
von 17-β-Östradiol enthielt, und werden
für 16 Stunden
inkubiert. RNAs wurden präpariert
aus nicht behandelten (Linie 0; Kontrolle) oder 17-β-Östradiol-behandelten Pflanzen
und mittels Northern-Blotting unter Verwendung von GFP cDNA als
eine Sonde analysiert. Die Nummern oberhalb von jeder Linie zeigen
die Konzentrationen (in Mikromolar) der Behandlung an.
-
Die 16 zeigt
den Induktionszeitverlauf des XVE-Systems. Drei Wochen alte, pER8-GFP
transgenische Pflanzen, die in Abwesenheit des Induktors kultiviert
wurden, wurden auf ein Medium transferiert, welches 2 μM 17-β-Östradiol
enthielt, und werden über
verschiedene Zeiträume
(angezeigt in Stunden oberhalb von jeder Linie) inkubiert. Die Analyse
der GFP-Transkripte wurde durchgeführt, wie dies in der 15 beschrieben
ist.
-
Die 17 ist
ein schematisches Diagramm des XVE Aktivierungsmarkierungs-Vektors
pER16. Nur die Region zwischen dem rechten Rand (RB) und dem linken
Rand (LB) ist dargestellt (nicht im Maßstab). Zwei Transkriptionseinheiten
und der OLexA-46 Promotor sind zwischen
RB und LB angeordnet. In der ersten Transkriptionseinheit steuert
der G10–90
Promotor (Ishige et at., 1999) das XVE-Fusionsgen, welches durch
die rbcs E9 polyA-Additionssequenz terminiert ist. Die zweite Transkriptionseinheit
besteht aus dem Nopalinsynthasegen (NOS) Promotor, der codierenden
Sequenz des Neomycin Transferase II (NPT II) Gens und der NOS Polyadenylationssequenz.
Der OLexA-46 Promotor besteht aus acht Kopien
der LexA Operatorsequenz, die an den -46 CaMV35S Promotor fusioniert
ist. Nach Integration in das pflanzliche Genom kann der OLexA-46 Promotor die Transkription der Sequenzen
aktivieren, die stromabwärts
von dem Promotor fusioniert sind, und zwar in einer 17-β-Östradiol
abhängigen
Weise.
-
Wir
folgerten, das induzierbare Systeme die Entwicklung von Protokollen
ermöglichen,
welche das ipt Gen als ein Transformationsvektor verwenden, ohne
das die Nachteile der konstitutiven Expression auftreten. Unter
induktiven Bedingungen sollten mit dem ipt Gen transformierte Zellen
erhöhte
Cytokininniveaus besitzen und somit das Potential zur Regeneration
von Sprossen aus pflanzlichen Kalli oder Explantaten. In diesem
Zusammenhang kann die Überexpression
des ipt Gens als ein Antibiotikum freies Markersystem dienen, welches spezifisch
auf transformierte Zellen selektiert. Wie von Aoyama und Chua (1997)
beschrieben, erlaubt das durch Dexamethason induzierbare System
die stark regulierte Expression von Zielgenen in transgenischen Pflanzen.
Dieses System besteht aus einem Hybrid-Transkriptionsfaktor, welcher
die Transkription vermittelt, wenn er mit DEX aktiviert wird, und
einem regulierten Gen unter der Kontrolle von cis Elementen, welche
nur auf diesen Transkriptionsfaktor reagieren. Wir verwendeten somit
eine Transformationskassette, welche das ipt Gen unter der Kontrolle
des durch DEX induzierbaren Systems enthielt, das als ein Antibiotika
freier Marker für
die Co-Transformation von zwei anderen, konstitutiv exprimierten
Genen (Hygromycinphosphortransferase (hpt) (Waldron et al., 1985)
und Feuerfliegen-Luciferase (luc) (Millar et al., 1992) diente.
Dieses neue Transformationssystem wurde für Tabak und Salat unter Verwendung
der durch Agrobacterium vermittelten Transformation etabliert.
-
Die
vorliegende Erfindung bezieht sich gemäß einer Ausführungsform
auf transgenische Pflanzen, die mit einem Vektor transformiert worden
sind, welcher einen selektierbaren Marker umfasst, der unter der
Kontrolle eines induzierbaren Promotors steht. In einer bevorzugten
Ausführungsform
der Erfindung ist die transgenische Pflanze eine Tabakpflanze. In
einer alternativen, bevorzugten Ausführungsform nach der Erfindung ist
die transgenische Pflanze eine Salatpflanze.
-
Nach
einer Ausführungsform
gemäß der vorliegenden
Erfindung umfasst der Vektor, der zur Bildung von transgenischen
Pflanzen verwendet wird, einen chemisch induzierbaren Promotor,
der den selektierbaren Marker aktiviert. Falls gewünscht, kann
jedes andere Gen von Interesse auch unter die Kontrolle des induzierbaren
Promotors gestellt werden, so dass das Gen angedreht werden kann,
wann immer es erwünscht
ist. Solch ein Gen muss kein Marker sein. Beispiele für solche
Vektoren werden in den folgenden Beispielen dargestellt, die nicht
nur die Vektoren, sondern auch die verwendeten Verfahren zur Herstellung
und zur Überprüfung von
transgenischen Pflanzen, welche solche Vektoren enthalten, beschreiben.
-
Nach
einer Ausführungsform
gemäß der vorliegenden
Erfindung kann der Promotor induziert werden, um für Zellen
oder Pflanzen zu selektieren, die transgen geworden sind. Er wird
aber nicht unter natürlichen Wachstumsbedingungen
induziert werden. Auf diese Weise wird das selektierbare Markergen,
obwohl es in den transgenischen Pflanzen vorhanden ist, vollständig während dem
normalen Wachstum der Pflanze stumm sein und nicht mit dem Wachstum
der Pflanzen interferieren. Solch ein stummes Markergen wird auch
einen besseren Anklang unter Umweltaspekten haben als zum Beispiel
ein vorhandener Antibiotikaresistenz-Genmarker, da dieses Resistenzgen
während
dem normalen Wachstum der Pflanze exprimiert wird. Die Verwendung
von diesem letzteren Typ an Marker stößt auf Bedenken, da er zu der
Entwicklung von Organismen führen
kann, die resistent gegenüber
diesem Antibiotika sind.
-
Nach
einer Ausführungsform
gemäß der vorliegenden
Erfindung ist der induzierbare Promotor der Glucocorticoidrezeptor.
Von diesem wird angenommen, dass er ein gutes Induktionssystem für Pflanzen
darstellt, da Glucocorticoid selbst keine pleiotrope Wirkungen in
Pflanzen entfaltet. Gemäß einer
bevorzugten Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung ist der Transkriptionsfaktor, der an
den Glucocorticoidrezeptor bindet, ein chimärer Transkriptionsfaktor, bei
dem die regulatorische Region von Ratten-GR zu der DNA-Bindungsdomäne des Hefe-Transkriptionsfaktors
GAL4 und der Transaktivierungsdomäne des viralen Herpesprotein
VP16 hinzugefügt
wird. Der erzielte Hybridtranskriptionsfaktor wird bezeichnet als „GVG", da er aus jeweils einer
Domäne
von GAL4, VP16 und GR besteht. Das GVG Gen wurde in Tabak zusammen
mit einem Luciferase (Luc)-Reportergen eingeführt, welches von einem Promotor
transkribiert wird, der sechs Kopien der GAL4 stromabwärts aktivierenden
Sequenz (GAL4UAS) enthält.
Eine gute Induktion der Luciferaseaktivität als auch des luc mRNA Niveaus
wurde nach Glucocorticoidbehandlung beobachtet.
-
Ein
wesentlicher Vorteil des GVG-Systems in Pflanzen ist die Tatsache,
dass GR und Glucocorticoid, zumindest bei den verwendeten Konzentrationen,
nicht-toxisch sind und keine beobachtbaren nachteiligen physiologischen
Effekte auf Pflanzen besitzen, was die Induktion von Zielgenen ohne
pleiotrope Wirkungen ermöglicht.
Um diesen Vorteil zu erhalten, wurden alle anderen Komponenten in
dem GVG-System auch aus nicht-pflanzlichen Quellen erzielt.
-
Ein
weiterer Vorteil des Systems besteht darin, dass Glucocorticoid
Eigenschaften besitzt, die es für einen
chemischen Induktor geeignet machen. Da Glucocorticoid einfach pflanzliche
Zellen permeieren kann, kann eine schnelle Geninduktion unter Verwendung
von verschiedenen Verfahren durchgeführt werden. Eine lokale Induktion
der Genexpression kann einfach durch Sprühen einer Glucocorticoidlösung erzielt
werden. Es ist klar, dass die Induktorchemikalie in Blättern mit
einer hohen Konzentration akkumuliert, wenn die ganze Pflanze unter
Freiluftbedingungen behandelt wird. Selbst unter solchen Bedingungen
ruft das akkumulierte Glucocorticoid keine sichtbaren Schäden an den
Blättern
hervor. Das Induktionsniveau kann reguliert werden, indem verschiedene
Konzentrationen oder verschiedene Derivate von Glucocorticoid verwendet
werden. Dieses Merkmal kann hilfreich sein für die Analyse von dosisabhängigen Wirkungen
der induzierten Genprodukte. Glucocorticoid ist eines der am Besten
studierten, biologischen Verbindungen und über 100 verschiedene Typen
von Glucocorticoid-Derivaten sind nun von kommerziellen Quellen
verfügbar.
Einige dieser Glucocorticoid-Derivate können in Pflanzen sehr stabil
sein, während
andere sehr schnell abgebaut werden. Diese Typen an Glucocorticoid
wären sehr
nützlich
für eine
stabile beziehungsweise für
eine transiente Induktion. Ferner können einige Glucocorticoid-Antagonisten verwendet
werden für
die Herabregulation der Induktion.
-
Obwohl
weiter unten spezifische Konstrukte beschrieben werden, können von
Fachleuten andere einfach erdacht und hergestellt werden. Das hier
entwickelte GVG-System ist sehr flexibel in seiner Zusammensetzung.
Die transkriptionelle Induktion kann zum Beispiel auf ein spezifisches
Gewebe beschränkt
werden, indem der 35S Promotor für
das GVG Gen durch einen gewebespezifischen Promotor ersetzt wird.
Jede funktionelle Domäne
in dem GVG Fusionsprotein ist ferner austauschbar, was eine weitere
Verfeinerung des Systems möglich
macht. Mit einer anderen DNA-Bindungsdomäne und regulatorischen Region
eines anderen Steroidhormonrezeptors ist es möglich, andere Steroidinduktionssysteme
zu entwickeln, die dann in Kombination mit dem GVG-System verwendet
werden können.
-
Ein
anderes Konstrukt ist auch entwickelt worden, das Vorteile gegenüber oder
in Verbindung mit dem GVG-System besitzt. Dieses Konstrukt wird
als XVE bezeichnet. Es ist ähnlich
dem GVG-System, wobei es aber die DNA-Bindungsdomäne des bakteriellen
Repressors LexA und die regulatorische Region des menschlichen Östrogenrezeptors
enthält.
Das XVE-Konstrukt kann anstelle des GVG-Konstruktes verwendet werden und
zwar an jeder Stelle, wo das GVG-Konstrukt hier in dieser Veröffentlichung
beschrieben wird, soweit ein geeigneter Induktor für das verwendete
Konstrukt benutzt wird. Das XVE-Konstrukt kann zusammen mit dem GVG-Konstrukt
verwendet werden und kann getrennt von dem GVG-Konstrukt kontrolliert werden.
-
Gemäß einer
bevorzugten Ausführungsform
der Erfindung ist der verwendete, selektierbare Marker das ipt Gen.
Wenn dieses Gen induziert wird, führt es zu dem extremen Sprossphänotyp, bei
dem pflanzliche Zellen viele Sprosse im Gegensatz zu Wurzeln ausbilden.
Dieser Phänotyp wird
einfach durch visuelle Beobachtung selektiert. Wenn das induzierende
Mittel entfernt wird, wird das ipt Gen stumm und die Zellen werden dann
noch normal wachsen. Gemäß einer
anderen Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung können
andere selektierbare Marker, zum Beispiel das CKI1 Gen, in einer ähnlichen
Weise verwendet werden. Welcher Marker auch immer verwendet werden
wird, dieser Marker wird nur aktiv sein, wenn er induziert wird,
und wird stumm sein, wenn der chemische Induktor entfernt wird.
-
Eine
Vielzahl von DNA-Konstrukten können
hergestellt werden, welche das Prinzip der Verwendung eines chemischen,
induzierbaren Markers beinhalten. Die Theorie hinter dem Design
der Plasmide, die im Folgenden hier beschrieben werden, bestand
darin, Regionen innerhalb des Plasmides zu haben, die gut kontrolliert
werden können.
-
Eine
andere Ausführungsform
der Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Selektion von transgenischen
Pflanzen unter Verwendung eines selektierbaren Markers, der unter
der Kontrolle eines chemisch induzierbaren Promotors steht. Gemäß einer
bevorzugten Ausführungsform
der Erfindung wird das ipt Gen unter die Kontrolle eines durch Glucocorticoid
induzierbaren Promotors innerhalb eines Plasmides gestellt. Gemäß einer
alternativ bevorzugten Ausführungsform
wird das CKI1 Gen oder eines der Gene der Knotted Familie unter
die Kontrolle eines durch Glucocorticoid induzierbaren Promotors
innerhalb eines Plasmides gestellt. Das durch Dexamethason induzierbare
System besteht aus einem Hybridtranskriptionsfaktor, der die Transkription
von dem Glucocorticoidrezeptor in Gegenwart von DEX vermittelt.
Dieses System erlaubt eine stark regulierte ipt Expression in transgenischen
Pflanzen. Pflanzliche Zellen werden mit diesem Plasmid tranformiert
und die Zellen wachsen auf MS-Medium ohne pflanzliche Hormone, aber
in Gegenwart oder Abwesenheit von Dexamethason, was ein synthetisches
Glucocorticoid-Analogon ist. Unter induktiven Bedingungen werden
die mit dem ipt Gen transformierten Zellen erhöhte Cytokininniveaus besitzen
und werden von den pflanzlichen Kalli oder Explantaten Sprosse regenerieren.
Da die Zellen in Abwesenheit von pflanzlichen Hormonen wachsen,
werden sich nur Sprosse aus Zellen entwickeln, die transformiert sind
und Cytokinine in Anwesenheit von Dexamethason überproduzieren. Nicht-transformierte
Zellen werden keine Sprosse herstellen und Zellen, die in Abwesenheit
von Dexamethason wachsen, werden keine Sprosse produzieren. Die Überexpression
des ipt Gens kann somit als ein Antibiotika-freies Markersystem
fungieren, das spezifisch auf transformierte Zellen selektiert.
Dieses System könnte
auch als ein zweiter Marker zur Einführung von zusätzlichen Genen
in Pflanzen dienen, die bereits resistent gegenüber Antibiotika sind. Teratom-Sprosse
sollten in 2–3
Wochen auf transformierten Zellen erscheinen, die in Anwesenheit
von Dexamethason wachsen. Diese Sprosse können abgeschnitten und auf
ein MS-Medium gebracht werden, das Indolessigsäure, aber kein Dexamethason
enthält.
Unter dieser Umgebung sollte das ipt, CKI1 oder das Knotted Gen
nicht länger
aktiviert sein und die transgenischen Pflanzen sollten normal aussehen
und fruchtbar sein und in der Lage sein, Samen zu erzeugen. Im Prinzip
ist dieses Verfahren auf alle pflanzlichen Gene anwendbar, die unter
der Kontrolle eines geeigneten, induzierbaren Expressionssystems
die Sprossregeneration und Entwicklung fördern.
-
Es
muss angemerkt werden, dass, obwohl einige Pflanzen sich so verhalten,
wie oben beschrieben (die einzigen Sprosse, die hergestellt werden,
sind solche von transformierten Pflanzen), einige Pflanzen Sprosse
in einem hormonfreien Medium selbst dann produzieren können, wenn
sie nicht transformiert sind. Eine Reihe von Techniken kann bei
solchen Pflanzen verwendet werden, um erfolgreiche Ergebnisse hinsichtlich
der Selektion von transformierten Pflanzen zu erzielen. Ein solches
Verfahren besteht darin, dass, obwohl die Sprosse von nicht-transformierten
Pflanzen hergestellt werden können,
solche Sprosse normal (Wildtyp) aussehen, während die transformierten Pflanzen
den Sprossphänotyp
zeigen. Somit kann der Phänotyp
benutzt werden, um transformierte Sprosse von nicht-transformierten Sprossen
zu unterscheiden. Ein alternatives Verfahren besteht in dem Zusatz
eines Hormons, wie ein Auxin, zu dem Wachstumsmedium, um die Sprossbildung
von nicht-transformierten Explantaten zu unterdrücken. Dies wird die Hintergrundmenge
des Auftretens von nicht-transformierten Sprossen reduzieren. Die
Menge an hinzuzufügendem
Auxin kann mittels einer Titration bestimmt werden, das heißt, es werden
verschiedene Konzentrationen von Auxin verwendet, um die Menge zu
bestimmen, welche das Wachstum von Sprossen in nicht-transformierten Explantaten
unterdrückt,
wobei andererseits aber ein Sprosswachstum in transformierten Explantaten
noch möglich
ist.
-
Nach
einer Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung wurde eine Transformationskassette (12),
welche das ipt Gen unter der Kontrolle des GVG Glucocorticoid induzierbaren
Systems (Aoyama und Chua, 1997), welches als ein Antibiotika-freier
Marker fungiert, verwendet für
die Co-Transformation von zwei anderen, konstitutiv exprimierten
Genen (Hygromycinphosphortransferase (hpt) und Feuerfliegen-Luciferase (luc)).
Wenn eine Induktion mit DEX erfolgt, wird die Isopentenyltransferase
von dem ipt Gen exprimiert, was zu erhöhten Cytokininmengen führt. Unter
induktiven Bedingungen für
die ipt-Expression werden die erhöhten Cytokininmengen zu einer
wirksamen Regeneration von transgenischen Sprossen von Tabak- oder
Salatexplantaten führen
(8). Die Bestimmung der ipt-Transkriptniveaus in
den Regeneraten zeigte, dass die Regeneration eng an die ipt-Expression
gekoppelt war (10A–D). Selbst unter nicht-induktiven
Bedingungen, wo nur wenige Sprosse von den Explantaten regeneriert
werden, enthielten mindestens 50% der Regenerate das Transgen. Southern-
und Segregationsanalyse der transgenischen Sprosse und Pflanzen
ergab, dass die Mehrheit der Regenerate nur eine Kopie des ipt Gens
enthielt (11A–C). Zeitverlaufsexperimente
zeigten, dass die Regeneration schnell war und die Spezifität dieses
Prozesses über
einen Zeitraum von wenigstens 20 Tagen aufrecht erhalten wurde.
Die Wirkungen der Cytokinine waren somit lokal und die Hormone diffundierten
und förderten
die Regeneration von nicht-transformierten Zellen nicht. Dieses
Ergebnis ist in guter Übereinstimmung
mit der Beobachtung, dass selbst hohe, exogen angewandte Konzentrationen
von Cytokinin mehr oder weniger lokale Reaktionen hervorrufen. Die
Effizienz der Co-Transformation der hpt und luc Gene wurde bestimmt
durch Messung der luc-Aktivität
(9A–F)
und durch Analyse der Regenerate auf Hygromycinresistenz. Die Nothern-Analyse wurde auch
durchgeführt,
um die hpt und luc Transkriptniveaus zu bestimmen (10A–D).
Bei etwa 80% der Sprosse waren die luc und hpt Gene erfolgreich
co-transformiert mit dem durch ipt induzierbaren System. Nachdem
die Regenerate zu nicht-induktiven Bedingungen transformiert worden
waren, war die Morphologie der Tabak- und Salatblätter vollständig normal.
Mehr als 40% der Tabakregenerate entwickelten starke Wurzelsysteme
innerhalb von 20 Tagen und konnten einfach in Erde überbracht werden.
Die erzielten Pflanzen zeigten keine morphologische oder Entwicklungsabnormalität und die
Transgene wurden auf die Nachkommenschaft vererbt. Diese Ergebnisse
zeigen die Vorteile, welche die induzierbare ipt-Expression über die
konstitutive Expression von ipt besitzt.
-
Gemäß einer
anderen Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung werden Antibiotika- und Herbizidresistenzgene
unter die Kontrolle eines Glucocorticoidrezeptor induzierbaren Promotors
gestellt. Der Promotor kann induziert werden, um die Expression
der Antibiotika- oder Herbizidresistenzgene zu ermöglichen
zur Selektion von transformierten pflanzlichen Zellen. Nachdem die
transformierten pflanzlichen Zellen selektiert sind, kann die Expression
der Antibiotika- und Herbizidresistenzgene unterdrückt werden.
Dieses System ist unter Umweltaspekten akzeptabler als ein System,
bei dem die transformierten Pflanzen konstitutiv die aktiven Antibiotika-
oder Herbizidresistenzgene exprimieren.
-
Das
chemisch induzierbare System kann allgemeiner verwendet werden und
ist selbstverständlich nicht
darauf beschränkt,
das ipt, CKI1 oder Knotted Gen oder einen anderen selektierbaren
Marker zu induzieren. Es kann verwendet werden, um jedes Gen von
Interesse chemisch zu induzieren. Es kann verwendet werden für die Induktion
eines überprüfbaren Markers,
wie die Luciferase, oder eines anderen gewünschten, überprüfbaren Markers.
-
Die
Entwicklung des Systems, welches verwendet wird, wurde mit einer
Serie von Schritten vorgenommen, um die individuellen Aspekte des
Endkonstruktes zu testen. Diese Schritte sind in den folgenden Beispielen
festgelegt. Eine kurze Einführung
zur Erläuterung
des Fortschritts der Exprimente wird zunächst hier gegeben. Das GVG-System
wurde zunächst
verwendet, um zu zeigen, das ein Konstrukt hergestellt werden kann,
welches ein Gen umfassen kann, das durch DEX oder ein Glucocorticoid- Analogon induzierbar
ist. Das Plasmid pMON721 wurde für
diesen Zweck verwendet, wobei luc unter die Kontrolle von UAS gestellt
wurde. Dieses Plasmid wurde verwendet um transgenische Tabakpflanzen
herzustellen, die auf Kanamycin-Medien selektiert wurden. Diese
Experimente zeigten, dass solch ein System arbeiten kann (Ayoama
und Chua, 1997). Gemäß dem Wunsch
zur Vermeidung von Antibiotikaresistenz als ein Marker wurden dann
neue Konstrukte hergestellt, wobei das ipt Gen als Marker verwendet
wurde. Die Konstrukte wurden hergestellt mit den pTA7001 oder pTA7002
Vektoren mit Multiklonierungsstellen stromabwärts von 6 × UAS. Diese Konstrukte umfassten
das chimäre
GVG Transkriptionssystem unter einem 35S Promotor und umfassten
ferner ein Hygromycinresistenzgen, das von dem NOS-Promotor reguliert
wurde. Das ipt Gen wurde stromabwärts zu 6 × UAS angeordnet. Die Verwendung
dieses Konstruktes zeigte, dass der „Sprossphänotyp", der sich aus der ipt Überexpression
ergibt, als ein Marker verwendet werden kann. Unterschiedliche Konstrukte
wurden dann hergestellt, um die Ergebnisse auf Pflanzen, die kein
Tabak waren, auszudehnen. Das pTA7002/ipt Konstrukt wurde so modifiziert,
dass der 35S Promotor, der verwendet wurde für die Expression der GVG codierenden
Sequenz, ersetzt wurde durch einen synthetischen Promotor, genannte
G10–90,
der als ein stärkerer
Promotor als der 35S-Promotor
wirkt. Dieser bestand aus vier Kopien einer G-Box, die an den -90
35S Promotor fusioniert wurde. Ferner wurde ein zusätzliches
Gen, 35S-luc, hinzugefügt. Dieses
Konstrukt wurde bei Tabak- und Salatpflanzen verwendet. Selektierte
Sprosse wurden dann hinsichtlich der Luciferaseexpression und der
Hygromycinresistenz getestet. Die Ergebnisse zeigen, dass ein sehr
hoher Prozentsatz der Sprossregenerate sowohl die Luciferaseexpression
als auch die Hygromycinresistenz zeigten. Dies belegt, dass die
Verwendung des GVG-Systems und des ipt Gens erlaubt, den Sprossphänotyp als
ein Marker in unterschiedlichen Pflanzen zu verwenden.
-
Eine
weitere Ausführungsform
der Erfindung ist die Aktivierungsmarkierung via einem Funktionsgewinn
oder Funktionsverlust (GLF)-System. Das Prinzip des GLF-Systems
besteht in dem Austausch des nativen Promotors eines Gens von Interesse
in dem pflanzlichen Genom durch einen induzierbaren Promotor. Deshalb
wird der Austausch eine Funktionsverlust-Mutation aufgrund des Fehlens
des Promotors des Zielgens hervorrufen. Andererseits wird die Expression
des Zielgens durch einen Induktor gesteuert und die induzierte ektopische Überexpression
des Zielgens wird zu Funktionsgewinn-Phänotypen führen. Da beide Typen von Mutationen
konditional sind, kann ferner die Funktionsverlust-Mutation durch
die induzierbare Expression des Zielgens unter geeigneten Bedingungen
komplementiert werden. Die Expression des Gens unter der Kontrolle des
transgenischen, induzierbaren Promotors kann kontrolliert werden
durch die Konzentration des Induktors, welche vorhanden ist. In
Abwesenheit des Induktors oder bei sehr geringen Mengen des Induktors
wird der Promotor inaktiv oder minimal aktiv sein und eine Expression
wird nicht auftreten. Bei höheren
Mengen des Induktors kann der Promotor das Gen überexprimieren. Bei einer intermediären Menge
des Induktors kann die Expression des Gens äquivalent zu der Wildtyp-Expression
sein und die Pflanze, Zelle oder der Organismus kann als Wildtyp
erscheinen.
-
Das
GFL-System erfordert einen stark regulierten und sehr effizienten,
induzierbaren Promotor und eine relativ präzise Anordnung der Zielpromotorsequenz
in dem Wirtsgenom. Das XVE-System, das hier beschrieben ist, erfüllt vollständig die
Anforderungen für
das GFL-System. Zusätzlich
zu der starken Kontrolle kann das XVE-System die Zielgenexpression
8-fach über
einen 35S Promotor stimulieren, was es ideal für ektopische Überexpressionsstudien
macht. Obwohl homologe Rekombination in hoher Frequenz zur Zeit
schwierig in höheren
Pflanzen aus nicht bekannten Gründen
zu erzielen ist, ist es möglich,
eine große
Menge an Mutanten zu erzeugen und anschließend die Funktionsgewinn- und/oder die Funktionsverlust-Mutationen
von Interesse zu überprüfen. Wir
haben in der Tat verschiedene Mutanten identifiziert, bei denen
die Promotoren der Zielgene durch den induzierbaren Promotor ausgetauscht
waren, so dass Funktionsgewinn- und Funktionsverlust-Mutationen
an einem einzelnen Ort erzeugt wurden. Wie oben angemerkt, ist das
System sehr nützlich für genspezifische
Mutationen in Säugetieren
und in Hefen, wo homologe Rekombination praktisch möglich ist.
-
Der
GFL-Vektor (17) wurde hergestellt auf Basis
des hier beschriebenen XVE-Vektors und ist ferner beschrieben in
Zuo et al. (2000), wobei diese Veröffentlichung hiermit durch
Verweis eingeführt
ist. Nach Einfügung
in das Wirtsgenom kann der OLex-46 Promotor
ein stromabwärts
fusioniertes Gen in einer 17-β-Östradiol
abhängigen
Weise aktivieren oder die LexA Operatorsequenz (OLexA)
kann auch als ein starker, 17-β-Östradiol
abhängiger
Enhancer dienen, um die Gene nahe der T-DNA Insertion zu aktivieren.
-
Die
vorliegende Erfindung wird im folgenden unter Bezug auf die folgenden
Beispiele beschrieben, die nur der Darstellung dienen und die nicht
die Erfindung in irgendeiner Weise limitieren. Standardtechniken,
die im Stand der Techniken gut bekannt sind, oder die unten spezifisch
beschriebenen Techniken wurden verwendet.
-
Beispiel 1
-
DNA-Konstrukt
-
A) Konstrukt pTA7002
-
Plasmid
pTA7002 ist ähnlich
zu pB1101 (Clontech), wobei aber die Sequenz zwischen dem rechten Rand
und dem linken Rand durch drei Transkriptionseinheiten ausgetauscht
ist. Das Insert zwischen dem rechten und dem linken Rand von pTA7002
ist in der 1 dargestellt und umfasst ein
Plasmid, welches die folgenden Elemente umfasst: Einen 35S Promotor,
eine GAL4 DNA-Bindungsdomäne,
eine VP16 Transaktivierungsdomäne,
regulatorische Domänen
des Glucocorticoidrezeptors und eine Erbsen-Ribulosebisphosphatcarboxylase – kleine
Untereinheit – rbcS-E9
poly(A) Additionssequenz, die alle als Teil einer ersten Transkriptionseinheit
(35S-GVG-E9) vorliegen; einen Nopalinsynthase (NOS)-Promotor, eine
für Hygromycinphosphortransferase
codierende Sequenz und den NOS-Terminator als Teil einer zweiten
Transkriptionseinheit (NOS-HPT-NOS); und sechs Tandemkopien einer
GAL4 stromaufwärts
Aktivierungssequenz (UAS), die stromaufwärts von einem 35S Minimalpromotor
angeordnet ist (–46
bis +8), einschließlich
der TATA-Region als Teil einer dritten Transkriptionseinheit (6 × UAS-(–46/35S)-3A).
Diese dritte Transkriptionseinheit umfasst auch Restriktionsorte (XhoI
und SpeI) für
die Insertion einer gewünschten
codierenden Sequenz und die Erbse-Ribulosebisphosphatcarboxylase – kleine
Untereinheit – rbcS-3A
(Fluhr et al., 1986). Eine codierende Region, die in die XhoI-SpeI
Stelle inseriert ist, sollte sowohl Initiationscodons als auch Terminationscodons
enthalten.
-
Im
größeren Detail
umfasst die 35S-GVG-E9 Transkriptionseinheit die Basen –343 bis
+9 des CaMV 35S Promotors (Odell et al., 1985). Die GAL4 DNA Bindungsdomäne umfasst
die Aminosäuren
1–74 (Laughon und
Gesteland, 1984). Die saure VP16 Domäne umfasst die Aminosäuren 413–490 (Dalrymple
et al., 1985). Die GR Rezeptordomäne umfasst die Aminosäuren 519–795 (Miesfeld
et al., 1986). Das 3' Ende
dieser Transkriptionseinheit ist die poly(A) Additionssequenz von
Erbse-Ribulosebisphosphatcarboxylase – kleine
Untereinheit – rbcS-E9
(Coruzzi et al., 1984). Der 35S Promotor, der das GVG Gen antreibt,
kann zu einem gewählten
Promotorfragment unter Verwendung der Sse83871 und PmeI Restriktionsenzymstellen
verändert
werden. Damit kann ein Promotor inseriert werden, der das eingefügte Gen
in einem spezifischen Gewebe oder während eines spezifischen Zeitraums
in Abhängigkeit
von den Eigenschaften des Promotors induziert.
-
B) pTA7001
-
Dieses
Plasmid ist identisch mit pTA7002 mit der Ausnahme hinsichtlich
der Orientierung des Fragmentes, welches den 6 × GAL4 UAS-TATA Klonierungsstellen – 3A Terminator
enthält.
Deshalb enthält
es sowohl die cis-Elemente als auch die trans-Elemente in der T-DNA
Region des Plasmides. Das trans-Element ist die GVG Region, die
besteht aus der GAL4 DNA-Bindungsdomäne, der VP16 Transaktivierungsdomäne und der
GR Rezepetordomäne,
angetrieben durch den 35S Promotor. Das cis-Element besteht aus 6 × GAL4 UAS und
der TATA Region des 35S Promotors. Das Plasmid basiert wieder auf
pBI101 (Clontech), wobei die Region zwischen RB und LB ausgetauscht
wurde. In pTA7001 ist diese Region wie folgt:
1–39: pTiPOST37
von pBI101 (RB = 1–25)
47–858: 35S
Promotor von pBI221 (TATA = 813–816)
867–1097: GAL4
(aa 1–77)
1117–1340: VP16
(aa 413–490)
1347–2180: Ratte
GR (aa 519–795)
2207–2764: Erbse
rbcs-E9 Terminator
2780–3112:
NOS Promotor von pBI101
3120–4145: Hygromycinphosphortransferase
4147–4399: NOS
Terminator von pBI101
4893–4423:
Erbse rbcs-3A Terminator
4941–4894: Klonierungsstellen XhoI,
SpeI
4995–4942:
35S Promotor TATA Region (TATA = 4980–4977)
5197–4996: 6 × GAL4 UAS
5198–5357: M13mmpl19
EcoRI-HaeII Fragment von pBI101
5358–5862: pTiPOST37 von pBI101
(LB = 5838–5862).
-
C) pTA7002/ipt
-
Dieses
Plasmid wurde hergestellt durch Insertion eines Restriktionsfragmentes
(XhoI, SpeI), welches das Isopentenyltransferase (ipt) Gen des pTiT37
Plasmides (Goldberg et al., 1984) stromabwärts von dem 6 × UAS Promotor
in dem pTA7002 Plasmid enthält.
-
D) pMON721/Luc
-
Dieses
Plasmid ist im Aufbau ähnlich
dem pTA7002 Plasmid, da es das gleiche GVG-System enthält. Im Gegensatz
zu dem pTA7002 Plasmid basierte dieses Plasmid jedoch auf dem pMON721
Vektor (Monsanto Corp., St. Louis, MO). Das GVG Gen, welches transkribiert
wird von der –343
bis +1 Region des CaMV 35S Promotors (Odell et al., 1985), war flankiert
an dem 3' Ende durch
die poly(A) Additionssequenz von Erbse-Ribulosebisphosphatcarboxylase – kleine
Untereinheit – rbcS-E9
(Coruzzi et al., 1984). Die für
spezifische Domänen
codierenden DNA-Fragmente wurden durch die Polymerasekettenreaktion
(PCR) unter Verwendung von Primern mit geeigneten Sequenzen für die In-Rahmen-Klonierung
hergestellt. Die GAL4 DNA-Bindungsdomäne umfasst die Aminosäuren 1–74 (Laughon
und Gesteland, 1984), die saure VP16 Domäne umfasst die Aminosäuren 413–490 (Dalrymple
et al., 1985) und die GR Rezeptordomäne umfasst die Aminosäuren 519–795 (Miesfeld
et al., 1986). Die GAL4 UAS DNA (5'-CGGGTGACAGCCCTCCG-3', SEQ ID Nr. 1) wurde chemisch synthetisiert
und die codierende Sequenz für
das luc Gen (de Wet et al., 1987) wurde ausgeschnitten aus pGEM-luc
(Promega Co.). Die Luc kodierende Sequenz wurde transkribiert von
sechs Kopien von GAL4 UAS, angeordnet 5' zu der –46 bis +1 Region des 35S Promotors
und flankiert an dem 3' Ende
durch die poly(A) Additionssequenz von Erbse – rbcS-3A (Fluhr et al., 1986).
Die 2 zeigt die Punkte der Insertion in pMON721 von
GVG und die luc Nukleinsäurekonstrukte.
-
E) pTA7002G/ipt/luc (pYS4)
-
Dieses
Plasmid ist ähnlich
zu pTA7002ipt, wobei es aber zwei Unterschiede aufweist. Der 35S
Promotor des pTA7002/ipt Vektors wurde durch einen synthetischen
Promotor, genannt G10–90,
ersetzt. Dieser letztere Promotor besteht aus vier Kopien einer
G-Box (GCCACGTGCC, SEQ ID Nr. 2), die an den -90 35S Promotor fusioniert
sind.
-
Auch
ein 35S-luc Gen wurde aufgenommen, um die visuelle Erkennung der
Transformanten unter Verwendung eines empfindlichen Bildsystems
zu erleichtern. Dieser Vektor ist in der 12 dargestellt.
Siehe Kunkel et al., 1999.
-
F) XVE-Vektoren
-
Die
XVE-Vektoren (siehe 13) wurden beschrieben in Zuo
et al. (2000). XVE: Ein chimärer
Transkriptionsfaktor, der die DNA-Bindungsdomäne von LexA (Reste 1–87) enthält, Transaktivierungsdomäne von VP16
(413–490)
und die regulatorische Region des humanen Östrogenrezeptors (272–595). Die
zweite Expressionskassette, welche das Gen von Interesse kontrolliert,
wurde hergestellt durch Fusion von acht Kopien der LexA Bindungsstellen
an -46 des 35S Minimalpromotors.
-
pER8-CKI1
(XVE-CKI1): Ein XhoI/SpeI DNA-Fragment, welches die codierende als
auch der Teil der 5'-
und 3'-nicht-translatierten
Region der CKI1 cDNA enthält,
wurde in die gleichen Stellen des pER8 Vektors stromabwärts von
dem 8 × LexA-46
Promotors inseriert. Bei diesem Konstrukt wurde das CKI1 Gen so
unter die Kontrolle des XVE induzierbaren Systems gestellt, und
seine Transkription kann nur aktiviert werden durch 17-β-Östradiol oder 4-Hydroxyltamoxifen.
-
pER8-Lex1
(XVE-Lec1): Ein XhoI/SpeI DNA-Fragment, welches die codierende als
auch den Teil der 5'-
und 3'-nicht-translatierten
Region der Lec1 cDNA enthält,
wurde in die gleichen Stellen des pER8 Vektors stromabwärts von
dem 8 × LexA-46
Promotors inseriert. Bei diesem Konstrukt wurde das Lec1 Gen so
unter die Kontrolle des XVE induzierbaren Systems gestellt, und
seine Transkription kann nur aktiviert werden durch 17-β-Östradiol oder 4-Hydroxyltamoxifen.
-
pER8-SERK
(XVE-SERK): Ein genomisches DNA-Fragment, welches das Arabidopsis
SERK Gen enthält
(ohne den SERK Promotor und die Transkriptionsterminations-Sequenzen)
wurde in die gleichen Stellen des pER8 Vektors stromabwärts von
dem 8 × LexA-46
Promotors inseriert. Bei diesem Konstrukt wurde das SERK Gen so
unter die Kontrolle des XVE induzierbaren Systems gestellt und seine
Transkription kann nur aktiviert werden durch 17-β-Östradiol
oder 4-Hydroxyltamoxifen.
-
Beispiel 2
-
Pflanzen, die mit Vektoren
auf Basis von pMON721 transformiert wurden
-
Der
Vektor pMON721 kann in Verbindung mit dem A. tumefaciens Stamm ABI
verwendet werden, während
er nicht mit A. fumefaciens Stamm LB4404 verwendet werden kann.
Der Stamm ABI kann alleine Sprosse auf Tabakblattscheiben induzieren,
die auf einem MS-Medium ohne Hormone kultiviert werden und er ist
somit nicht zu verwenden für
Experimente, bei dem der Marker das Sprosswachstum ist. Die pMON721 – A. tumefaciens
Stamm ABI-Kombination ist für
solche Experimente nützlich,
bei denen andere Marker geprüft werden,
zum Beispiel wenn auf Antibiotikaresistenz selektiert wird. Bei
diesen Experimenten werden die Zellen in einem Medium mit Hormonen
wachsen und mittels Kanamycinresistenz selektiert werden. Sie werden
in Gegenwart und in Abwesenheit des Induktors angezogen, zum Beispiel
Dexamethason.
-
A) Transformation der
Plasmide in Bakterien
-
Die
Plasmide wurden in Agrobacterium tumefaciens eingeführt. Die
Plasmide, die von pMON721 abstammten, wurden in den Stamm ABI (Monsanto
Corp., St. Louis, MO) durch Verfahren eingeführt, die für Fachleute gut bekannt sind.
Zum Beispiel wurde für
pMON721/Luc eine Einzelkolonie von dem Agrobacterium tumefaciens
Stamm ABI (Monsanto Corp., St. Louis, MO), der pMON721/Luc enthielt,
von YEB-Platten selektiert, die 50 mg/l Kanamycin, 25 mg/l Chloramphenicol,
100 mg/l Spectinomycin und 100 mg/l Streptomycin enthielten. Die
Agrobacterium-Zellen
wurden in 50 ml sterile Röhrchen
mit Schraubverschluss überführt, die 10
ml YEB Flüssigmedium
mit 50 mg/l Kanamycin, 25 mg/l Chloramphenicol, 100 mg/l Spectinomycin
und 100 mg/l Streptomycin enthielten. Die Kultur wuchs bei 28°C für 24 Stunden.
Die Agrobacterium-Zellen
in Kultur wurden durch Zentrifugation bei 3.000 Umdrehungen pro
Minute und bei 4°C
für 10
Minuten gesammelt. Das Zellpellet wurde einmal in 10 ml YEB-Medium
mit Antibiotika gewaschen und dann resuspendiert in 30 ml B5-Medium,
das für
die Inokulation der Explantate verwendet wurde. Das YEB-Medium wird
hergestellt mit folgenden Inhaltsstoffen auf 1,0 Liter: 5 g Saccharose,
5 g Pepton, 5 g Rinderextrakt, 1 g Hefeextrakt und 0,04 g MgSO4 × 7H2O.
-
B) Co-Kultur mit Agrobakterien
-
Blattscheiben
von Nicotiana tabacum cv SR1 wurden transformiert und, wie von Horsch
et al. (1988) beschrieben, regeneriert, und die Transformation von
Arabidopsis wurde gemäß dem Verfahren
von Valvekens et al. (1988) durchgeführt.
-
C) Luciferase enthaltende,
transgenische Pflanzen
-
Primäre transgenische
Pflanzen wurden selbst befruchtet und der Samen wurde gesammelt.
Die transgenische Nachkommenschaft keimte auf MS-Medium (Murashige
und Skoog, 1962), das ergänzt
war mit 3 Saccharose, 0,8% Agar und 100 μg/ml Kanamycin für die Selektion.
T3 homozygote Pflanzen, die auf dem gleichen
Agarmedium für
14 Tage nach der Keimung wuchsen, wurden für die Induktionsexperimente
verwendet. In einigen Experimenten wurden die Pflanzen transferiert
auf ein hydroponisches Wachstumsmedium mit 1/100 Konzentration an
MS-Salzen und auf
die Wachstumsbedingungen für
3 Tage vor Verwendung adaptiert. In allen Fällen wurden die Pflanzen kontinuierlichem
Licht und einer Temperatur von 27°C
(Tabak) oder 22°C (Arabidopsis)
ausgesetzt.
-
Beispiel 3
-
Pflanzen, transformiert
mit Vektoren auf Basis von PTA7002 oder PTA7001
-
Die
Vektoren PTA7002 und PTA7001 wurden mit dem A. tumefaciens Stamm
LB4404 verwendet. Im Gegensatz zu A. tumefaciens Stamm ABI induziert
der LB4404 Stamm keine Sprosse und diese Kombination von Vektor
und bakteriellem Stamm kann in solchen Experimenten verwendet werden,
bei denen das Sprosswachstum der Marker darstellt. Bei den hier
beschriebenen Experimenten wurde pTA7002/ipt verwendet. Der verwendete
Vektor kann jedoch auch andere Gene von Interesse umfassen, die
entsprechend dem Wunsch zur Transformation von Genen in Pflanzen
nicht unter der Kontrolle des GVG-Systems stehen. In diesen Experimenten
wurden die Pflanzen auf einem Medium ohne Hormone und ohne Antibiotika,
aber in Gegenwart und in Abwesenheit des Induktors (zum Beispiel
Dexamethason) selektiert. Nur Zellen, die in Gegenwart des Induktors
wachsen, sollten Sprosse generieren. Diese Sprosse werden abgeschnitten
und in einem Medium mit Auxin, aber ohne den Induktor, transferiert.
Die Abwesenheit des Induktors stoppt die Transkription des ipt-Gens
und das Auxin in dem Medium fördert
die Wurzelregeneration. Diese können
dann durch Northern Blot-Analyse oder hinsichtlich der Resistenz
gegenüber
Hygromycin getestet werden, um zu bestimmen, welche regenerierten
Pflanzen tatsächlich
transformiert sind.
-
A) Transfer von Plasmide
in Bakterien
-
Die
Plasmide wurden in Agrobacterium tumefaciens eingeführt. Die
von pTA7002 oder pTA7001 abstammenden Plasmide wurden in den Stamm
LB4404 (Clontech Laboratories, Inc.) durch Verfahren eingebracht,
die für
Fachleute gut bekannt sind. Zum Beispiel wurde für pTA7002/ipt eine Einzelkolonie
von LB4404, die pTA7002/ipt enthielt, von YEB-Platten selektiert,
die 50 mg/l Kanamycin und 100 mg/l Streptomycin enthielten. Die
Agrobacterium-Zellen wurden in ein 50 ml steriles Röhrchen mit
Schraubverschluss transferiert, das 10 ml YEB Flüssigmedium mit 50 mg/l Kanamycin
und 100 mg/l Streptomycin enthielt. Die Kultur wuchs bei 28°C für 24 Stunden.
Die Agrobacterium-Zellen in Kultur wurden mittels Zentrifugation
bei 3.000 Umdrehungen pro Minute und 4°C für 10 Minuten gesammelt. Das
Zellpellet wurde einmal in 10 ml des YEB-Mediums mit Antibiotika
gewaschen und dann resuspendiert in 30 ml des B5-Mediums, welches
für die
Inokulation der Explantate verwendet wurde.
-
B) Cokultivierung mit
Agrobakterien
-
Tabakblätter wurden
in Abschnitte von 4 mm × 4
mm auf einem feuchten sterilen Filterpapier geschnitten und dann
in steriles, deionisiertes Wasser transferiert. Die Blattabschnitte
wurden für
mehrere Minuten in die Agrobacterium-Lösung (in B5 Medium) in einer
Petrischale eingetaucht. Die Abschnitte wurden auf einem Stück sterilem
Filterpapier getrocknet und dann auf MBDK-Platten angeordnet. Die
MBDK Medienzusammensetzung war die folgende: MS-Salze – 4,3 g/l;
B5-Vitamine – 112 mg/l;
2,4-D – 0,5
mg/l; Kinetin – 0,1
mg/l; Saccharose – 20
g/l; Phytagel – 2
g/l; pH 5,7.
-
C) Wurzelregeneration
-
Nach
3 Tagen der Cokultivierung von Tabakblättern mit Agrobakterien wurden
die Explantate dreimal durch Eintauchen in 30 ml steriles Wasser,
das 200 mg/l Carbenicillin enthielt, in einer Petrischale gewaschen. Nach
Trocknung auf sterilem Papier wurden die Explantate auf MBC-Medium
mit oder ohne Dexamethason (DEX, 30 μM) angeordnet. Die MBC-Medienzusammensetzung
war die folgende: MS Salze – 4,3
g/l; B5-Vitamine – 112
mg/l; Saccharose – 20,0
g/l; Carbenicillin – 200
mg/l; Phytagel – 2,0
g/l; pH 5,7. Die Platten wurden inkubiert in einem Gewebekulturraum
bei 25°C
und 16 Stunden Licht/8 Stunden Dunkelheit. Nach 2 Wochen erschienen
an den verwundeten Stellen der Explantate grüne Sprossknospen nur auf dem
Medium, das DEX (30 μM)
enthielt. Die Sprosse wurden abgeschnitten und auf MBCI-Platten
transferiert. Das MBCI-Medium war das folgende: MS-Salze – 4,3 g/l,
B5-Vitamine – 112
mg/l; Saccharose – 20,0
g/l; Carbenicillin – 200
mg/l; Phytagel – 2,0
g/l; pH 5,7; Indolessigsäure
(IAA) – 0,15
mg/l.
-
D) Selektion der transgenischen
Pflanzen
-
Nach
10 Tagen der Kultur auf MBCI-Platten erschienen viele zufällige Sprosse.
Diese wurden abgeschnitten und auf neue MBCI-Platten transferiert.
Diese Sprosse waren nach 10 Tagen der Kultur normal aussehend. Sie
regenerierten Wurzeln und wuchsen zu Pflanzen mit 4–6 Blättern nach
2–3 Wochen
heran. Bei diesem Stadium sind sie zur Testung geeignet, um festzustellen,
ob sie tatsächlich
transformiert sind. Da das pTA7001-Plasmid oder das pTA7002-Plasmid
ein NOS-Hpt Gen enthält,
sollten die transformierten Sprosse gegenüber Hygromycin resistent sein.
Deshalb werden Blattproben, die Blattstiele aufwiesen, abgeschnitten und
auf ein MBCI Medium mit 40 mg/l Hygromycin für die Wurzelinduktion übertragen.
Nur etwa 10% der gesammelten Sprosse waren tatsächlich transformiert. Nicht-transgenische
Zellen können
Sprosse als Ergebnis der Absorption von Cytokininen bilden, welches
von den Nachbarzellen hergestellt wird, die transformiert sind und
Cytokinine herstellen. Das Wachstum der ausgewählten Sprosse in Gegenwart
von Hygromycin kann verwendet werden, um auf transformierte Sprosse
zu selektieren. Die Northern- oder Southern-Blot Analyse ist ein
anderes Mittel, um auf Transformation zu testen. Diese letzteren
Verfahren sind nützlich
bei Experimenten, bei denen das NOS-hpt Gen von dem pTA7001-Plasmid
oder dem pTA7002-Plasmid deletiert wurde und ein Gen von Interesse
an seine Stelle inseriert wurde. Bewurzelte Sprosse werden in Töpfe übertragen
und im Gewächshaus
zur Reife herangezogen. Die transgenischen Pflanzen sehen normal
aus, sind fertil und produzieren Samen.
-
Beispiel 4
-
Induktion
mit Glucocorticoid
-
Alle
Glucocorticoid-Derivate, Dexamethason (DEX), Triamcinolonacetonid,
Betamethason und Hydrocortison, wurden von Wako Pure Chemical Industries
gekauft. Die Chemikalien wurden in Ethanol mit 30 mM vor Verwendung
gelöst
und entweder in dem Wachstumsmedium oder in der Sprühlösung verdünnt. Das
gleiche Volumen an Ethanol wurde dem Medium oder der Lösung als
Negativkontrolle zugegeben. Im Falle von Gewebekulturexperimenten
(wie im Beispiel 3) ist DEX in dem Gewebekulturmedium mit Phytagel
enthalten. Im Falle der Behandlung von ganzen Pflanzen wuchsen die
Pflanzen auf einem Agarmedium, welches Glucocorticoid enthielt,
oder ihre Wurzeln wurden in ein hydroponisches Wachstumsmedium,
das Glucocorticoid zu 0,01 mM enthielt, eingetaucht. Für das Sprühverfahren
enthielt die Lösung
30 μM DEX
und 0,01% (Gew./Vol.) Tween-20, wobei das Tween als Benetzungsmittel
hinzugefügt
wurde. Bei Experimenten, wo eine Blatthälfte besprüht wurde, wurde die andere
Blatthälfte
und die anderen Teile der Pflanze mit einer Kunststofffolie abgedeckt.
Es sollte vermerkt werden, dass obwohl DEX nicht eine besonders
toxische Chemikalie ist, es jedoch einen bestimmten physiologischen
Effekt auf den Menschen haben kann und man sollte somit Vorkehrungen treffen,
insbesondere zum Schutz des Auges, wenn diese Verbindung versprüht wird.
-
Beispiel 5
-
Luciferase-Tests
-
Die
Extraktion der Luciferase und die Tests auf die relativen Luciferaseaktivitäten wurden
durchgeführt gemäß der Beschreibung
von Millar et al. (1992). Um die Luciferaselumineszenz darzustellen,
wurden die Wurzeln der mit DEX behandelten Pflanzen in eine Lösung für 1 Stunde
eingetaucht, die 0,5 mM Kaliumluciferin (Sigma) enthielt, oder der Blattstiel
eines besprühten
Blattes wurde für
30 Minuten in eine Lösung
von 0,5 mM Kaliumluciferin eingetaucht. Pflanzen in Töpfen wurden
mit einer Lösung,
die 0,5 mM Kaliumluciferin und 0,01% (Gew./Vol.) Tween-20 enthielt,
besprüht
und für
30 Minuten stehen gelassen. Die Luciferaselumineszenz von den Pflanzen
wurde visualisiert unter Verwendung einer Bildverstärkungskamera
(VIM) und von Photonenzählenden
Bildprozessoren (ARGUS-50), gekauft von Hamamatsu Photonic Systems.
Die Expositionszeit betrug 10 Minuten. Um ein Bild der Luciferaselumineszenz
von dem besprühten
Blatt aufzunehmen, wurden das Blatt und ein Sofortfarbfilm (LP100,
Fuji Photo Films Co.) in Kontakt miteinander für 5 Stunden angeordnet, wobei
eine dünne
Plastikfolie dazwischen angeordnet wurde.
-
Beispiel 6
-
RNA-Analyse
-
Die
Gesamt-RNA-Isolierung und die Northern-Blot-Hybridisierung wurden
gemäß der Beschreibung von
Nagy et al. (1988) durchgeführt.
Nach Hybridisierung wurde die Signale dargestellt mit dem BAS-2000 System
(Fuji Photo Films Co.).
-
Beispiel 7
-
Selektion
der besten transgenischen Linien
-
Verschiedene
unabhängige,
transgenische Linien sollten erzielt und getestet werden. Man sollte
die beste Linie selektieren, das heißt, eine Linie mit einem niedrigen
Grundniveau und einem hohen Induktionsniveau. Mehrere Kopien des
T-DNA Fragmentes werden oft an einer Stelle inseriert. In solch
einem Fall kann der 35S Promotor nahe RB in Nachbarschaft zu dem
induzierbaren Promotor angeordnet sein und den induzierbaren Promotor
zu einem konstitutiv aktiven Promotor verändern. Anders als in solch
einem Fall, kann eine chromosomale Sequenz in Nachbarschaft zu dem
induzierbaren Promotor auch seine Aktivität beeinflussen. Deshalb ist
es am besten, die erzielten transgenischen Linien zu testen, um
diejenige herauszufinden, die eine niedrige Grundaktivität und ein
hohes Induktionsniveau hat.
-
Beispiel 8
-
Induktion
der Luciferaseaktivität
in transgenischen Pflanzen
-
Stationäre Induktionsniveaus
der Luciferaseaktivität
wurden in Reaktion auf unterschiedliche Konzentrationen eines Glucocorticoides
gemessen. Junge transgenische Pflanzen (hergestellt unter Verwendung
des pMON721/luc Vektors), die auf einem Agarmedium herangezogen
wurden, wurden auf ein frisches Agarmedium übertragen, welches verschiedene
Konzentrationen von DEX enthielt. Nach 2 Tagen auf dem Induktionsmedium
wurde ein Gesamtzellysat von 10 Pflanzen hergestellt und auf Luciferaseaktivität getestet.
Die 3B zeigt ein Bild der Luciferaselumineszenz von
Pflanzen unter Verwendung eines hochempfindlichen Kamerasystems.
Die Farbskala für
die 3B ist in der 3A gezeigt.
Die 3C zeigt die relative Luciferaseaktivität, die von
verschiedenen Konzentrationen von DEX induziert wurde. Die in Abwesenheit
von DEX nachgewiesene Luciferaseaktivität war sehr niedrig und vergleichbar
zu der, die von transgenischen Pflanzen erzielt wird, welche ein
Luciferasegen tragen, das nur von der TATA-Region (Daten nicht gezeigt)
vorangestellt ist. Dieses Ergebnis zeigt, dass GAL4 UAS in den Pflanzen
stumm war und durch endogene pflanzliche Transkriptionsfaktoren
nicht erkannt wurde. Die Induktion war nachweisbar bei einer Konzentration
von 0,1 μM
DEX oder höher
und eine gute Korrelation zwischen den DEX-Konzentrationen und den
Induktionsniveaus wurde in dem Konzentrationsbereich von 0,1 bis
10 μM erzielt.
Das maximale Induktionsniveau lag 100-fach über dem Grundniveau.
-
Bei
diesem Experiment wurden die Pflanzen mit DEX über einen ausreichend langen
Zeitraum behandelt, um sicher zu stellen, dass die Luciferaseaktivität für jede DEX-Konzentration
ein Plateau erreicht hatte. Die Induktion war sehr langsam in Kunststoffgefäßen, wie
bei diesem Experiment beobachtet wurde, was wahrscheinlich auf einem
Transpirationswasserfluss in die Pflanzen unter den abgeschlossenen
Bedingungen zurückzuführen ist.
Die Aufnahme von Glucocorticoid war somit über die Wurzeln langsam im
Vergleich zu nicht-abgeschlossenen Freiluftbedingungen. Andererseits
ist es unter den letzteren Bedingungen schwierig, die Glucocorticoidkonzentration
in den Pflanzen präzise
zu kontrollieren, da das Hormon sehr schnell in den Blättern akkumuliert
als Ergebnis der Transpiration.
-
Verschiedene
pflanzliche Arten werden verwendet für Studien unter Grundlagen-
und angewandten Aspekten der Pflanzenwissenschaften und unter ihnen
hat sich Arabidopsis als eine Modellpflanze für Grundlagenuntersuchungen
der Pflanzenbiologie herausgestellt. Bisher wurde jedoch noch kein
gutes Induktionssystem für
diese Modellpflanze entwickelt. Induktionssysteme unter Verwendung
von pflanzlichen Promotoren, zum Beispiel Hitzeschockpromotoren,
sind nicht geeignet, da sie pleiotrope Effekte hervorrufen. Obgleich
das Tetracyclin-abhängige
Expressionssystem erfolgreich in Tabak verwendet wurde, scheint
es in Arabidopsis nicht zu funktionieren (Gatz, 1996). Andererseits
hat es sich hier herausgestellt, dass das GVG-System auch in Arabidopsis
arbeiten kann. Die 4A–C zeigen, dass die Luciferaseaktivität in transgenischen
Arabidopsispflanzen effektiv durch DEX induziert wurde. Das GVG-System
sollte breit bei vielen Genen und in verschiedenen Arten von transgenischen
Pflanzen anwendbar sein.
-
Beispiel 9
-
Kinetik der
transkriptionellen Induktion durch DEX
-
Obgleich
die Luciferaseaktivität
einfach zu messen ist, ist sie nicht geeignet für eine kinetische Studie innerhalb
eines kurzen Zeitraums, da die Halbwertszeit der Luciferaseaktivität auf etwa
3 Stunden geschätzt wird
(Thompson et al., 1991). Um eine mehr direkte Information hinsichtlich
der Kinetik der Induktion zu erhalten, wurde die Gesamt-RNA isoliert
und einer Northern-Blot Analyse unterworfen. Bei diesen Experimenten wurden
die Pflanzen im Freiland angeordnet, um eine schnelle DEX-Aufnahme
zu gewährleisten.
Transgenische Pflanzen wurden an hydroponische Wachstumsbedingungen
im Freiland adaptiert und DEX wurde dem flüssigen Wachstumsmedium bis
zu einer Endkonzentration von 10 μM
hinzugefügt.
Die Gesamt-RNA wurde aus 20 Pflanzen zu jedem Zeitpunkt isoliert
und einer Northern-Blot Analyse unterworfen. Die Ergebnisse für mit pMON721/luc
transfezierten Pflanzen sind in den 4A und 5A gezeigt.
Die 4A zeigt, dass die luc mRNA erstmals 1 Stunde
nach Zugabe von DEX nachgewiesen wurde und die Menge wuchs bis zu
einem stationären
Niveau innerhalb der nächsten
3 Stunden an. Um die Beständigkeit
der Induktion zu untersuchen, wurde DEX von dem Medium entfernt
und die von den Pflanzen isolierte Gesamt-RNA wurde analysiert.
Die 5A zeigt, dass luc mRNA selbst noch 4 Tage nach
Entfernung von DEX nachgewiesen werden konnte.
-
Ein ähnliches
Ergebnis wurde erzielt bei der Erfassung der Luciferaseaktivität. Aufgrund
der hohen Empfindlichkeit des Nachweises konnte die induzierte Luciferaseaktivität bereits
30 Minuten nach DEX-Zugabe
und für
8 Tage nach Entfernung des Hormons (Daten nicht gezeigt) gemessen
werden. Aus diesen Ergebnissen kann geschlossen werden, dass die
transkriptionelle Induktion durch DEX schnell ist und über einen langen
Zeitraum aufrechterhalten werden kann.
-
Beispiel 10
-
Reaktionen
auf verschiedene Glucocorticoide
-
Verschiedene
Glucocorticoid-Derivate wurden hinsichtlich der Intensität und der
Dauer der Induktion überprüft. Junge
transgenische Pflanzen (transfiziert mit pMON721/luc), die auf einem
Agarmedium wuchsen, wurden auf ein frisches Agarmedium übertragen,
welches 30 μM
von verschiedenen Glucocorticoiden enthielt, wobei die Pflanzen
für weitere
2 Tage herangezogen wurden. Nach der Induktion wurden die Pflanzen
auf ein Agarmedium ohne Glucocorticoid übertragen. An jedem in der 6 angezeigtem
Zeitpunkt wurden 10 Pflanzen geerntet und ihre Luciferaseaktivitäten getestet.
Die 6 zeigt, dass die Induktionsniveaus und die Zeitdauer
der Induktion bei den verschiedenen Glucocorticoid-Derivaten unterschiedlich
ist. Die höchsten
Induktionsniveaus wurden entweder mit DEX oder mit Triamcinolonacetonid
erzielt. Im Gegensatz dazu wurden nur niedrige oder mittlere Induktionsniveaus
mit Betamethason oder Hydrokortikoid nachgewiesen. Bei diesen Experimenten
wurde angenommen, dass das mit jedem Glucocorticoid erzielte Induktionsniveau
ein Gleichgewichtsniveau erreicht hatte, da längere Induktionszeiträume die Luciferaseaktivität (Daten
nicht gezeigt) nicht signifikant erhöhten. Die Induktion durch DEX
wurde über
einen längeren
Zeitraum im Vergleich zu der Induktion mit Triamcinolonacetonid
aufrechterhalten, während
beide Glucocorticoide das gleiche Induktionsniveau zu Beginn der
Behandlung hervorrief. Obgleich die Stabilität von diesen Glucocorticoiden
in Pflanzen bei diesen Experimenten nicht bekannt ist, könnten die
Induktionseigenschaften der unterschiedlichen Glucocorticoide verwendet
werden, um die Intensität
und die Zeitdauer der Induktion zu regulieren.
-
Beispiel 11
-
Lokale Induktion
der Luciferaseexpression durch Besprühen mit Glucocorticoid
-
Die
rechte und die linke Hälfte
eines Blattes (etwa 10 cm in der Länge) an einer reifen Pflanze,
welche die GVG- und die Luc-Gene trug (die Pflanze war transgenisch
für den
pMON721/luc Vektor) wurden mit einer Lösung, die 30 μM DEX und
0,01% (Gew./Vol.) Tween-20 enthielt, oder mit einer Kontrolllösung besprüht. 24 Stunden
nach der Besprühung
wurde das Blatt abgeschnitten und es wurde die Möglichkeit gegeben, Luciferin über den
Blattstiel aufzunehmen. Die 7 zeigt
die Fluoreszenz von dem Abschnitt des Blattes, der mit DEX behandelt
wurde, während
keine Fluoreszenz in dem Teil des Blattes zu erkennen ist, der mit
einer Kontrolllösung
ohne DEX behandelt wurde. Die 7 wurde
aufgenommen durch Anordnung eines Sofortfarbfilms (Fuji Photo Films
Co. LP100) auf dem Blatt für
5 Stunden, wobei eine dünne
Kunststofffolie dazwischen angeordnet wurde.
-
Beispiel 12
-
Das induzierbare
XVE Expressionssystem
-
Es
wäre ein
großer
Vorteil in der Grundlagenforschung sowie in der angewandten Forschung,
die Expression von multiplen Genen unabhängig und induzierbar zu kontrollieren.
Als ein erster Schritt zu diesem Ziel, entwickelten wir ein neues
induzierbares Expressionssystem, XVE genannt (siehe 13).
Grundsätzlich ist
das XVE-System dem System von GVG ähnlich, bei dem die regulatorische
Region eines Kernrezeptors die hormonelle Induzierbarkeit auf das
heterologe DBD, fusioniert zu der ersten Sequenz, überträgt. Die XVE-Chimäre enthält DBD von
dem bakteriellen Repressor LexA (X) (Horii et al., 1981; Miki et
al., 1981) und die regulatorische Region des humanen Östrogenrezeptors
(E) (Greene et al., 1986). Diese strukturellen Merkmale erlauben
XVE verschiedene DNA-Bindungsspezifitäten zu haben
und durch verschiedene Stimuli im Vergleich zu GVG aktiviert zu
werden. Demgemäß wurden
acht Kopien der LexA Bindungsstellen an den 35S Minimalpromotor
bei -46 fusioniert, um Effektorgene zu steuern.
-
Um
das XVE-System zu testen, inserierten wir eine cDNA, die für das Grünfluoreszenzprotein
(GFP) codiert, in die Effektorkassette eines XVE-Vektors (pER8; siehe 13 für Details).
Der pER8-GFP Vektor wurde in Arabidopsis und in Tabak transformiert
und die Expression des GFP-Gens wurde überprüft. Für beide Arten wurden ähnliche
Ergebnisse erzielt. Hier präsentieren
wir die Daten, die von einer detaillierten Analyse von pER8-GFP transgenischen
Arabidopsis-Linien erzielt wurden. Anfänglich wurden 22 unabhängige transgenische
Linien durch visuelle Inspektion der Pflanzen unter einem konventionellen
Fluoreszenzmikroskop gescreent, welche in Abwesenheit (Kontrolle)
oder in Gegenwart (induziert) der Induktoren (eine Mischung von
2 μM 17-β-Östradiol
und 1 μM
4-Hydroxyltamoxifen)
keimten. Das Ergebnis von diesem Test ist in der Tabelle 1 zusammengefasst.
Ein hohes Induktionsniveau wurde in mehr als der Hälfte der
Linien beobachtet und ein repräsentatives
Beispiel ist in der 14 dargestellt.
Unter den restlichen Linien wurde das GFP-Gen entweder auf einem
niedrigeren Niveau (23%) exprimiert oder in einzelnen Fällen zeigte
sich keine nachweisbare Expression (9%). Eine kleine Fraktion von
diesen Linien exprimierte das GFP-Gen mit einem ungleichmäßigen Muster
(14%). Diese Daten zeigen, dass XVE ein sehr effizientes Expressionssystem
ist. In allen überprüften Linien
wurde keine Hintergrundexpression (in der Abwesenheit des Induktors)
nachgewiesen, was vermuten lässt,
dass das System stark kontrolliert ist.
-
Tabelle
1 Zusammenfassung
der transgenischen pER8-GFP Arabidopsis-Linien
-
Beispiel 13
-
Charakterisierung des
induzierbaren XVE Expressionssystems
-
Bei
dem ursprünglichen
Test wurde eine Mischung von 17-β-Östradiol
und 4-Hydroxyltamoxifen verwendet, welche die am meisten verwendeten
Induktoren für
die Östrogenrezeptoren
darstellen. Um zu unterscheiden, welche Verbindung die aktive Form
für die
Reaktion ist, wurden diese zwei Chemikalien getrennt hinsichtlich
der Induzierbarkeit getestet. Während
beide Chemikalien zur Induktion der Expression des Reportergens
in der Lage waren, schien 4-Hydroxyltamoxifen etwas weniger aktiv
als 17-β-Östradiol zu sein. Der letztere
Induktor wurde in allen nachfolgenden Experimenten verwendet.
-
Um
die Dosisabhängigkeit
des Systems zu untersuchen, wurden 3 Wochen alte Keimlinge, die
in Abwesenheit des Induktors keimten, auf ein Medium übertragen,
das verschiedene Konzentrationen von 17-β-Östradiol
enthielt. Die Inkubation dauerte 16 Stunden. RNAs wurden aus nicht
behandelten (Kontrolle) oder aus behandelten Keimlingen isoliert
und mittels Northern Blotting analysiert, wobei als Sonde GFP cDNA verwendet
wurde. Wie in der 15 dargestellt, konnte das GFP-Transkript bei einer
Behandlung mit 0,0004 μM
(0,4 nM) 17-β-Östradiol
nachgewiesen werden. Die Induktion war bei einer Konzentration von
etwa 5 μM gesättigt.
-
Für Zeitverlaufsexperimente
wurden 3 Wochen alte Keimlinge auf ein Medium übertragen, das 2 μM 17-β-Östradiol
enthielt. Die Keimlinge wurden für
verschiedene Zeiträume
inkubiert. Die RNAs wurden präpariert
und wie oben beschrieben analysiert. Das GFP-Transkript wurde nach
einer 30-minütigen
Inkubation nachgewiesen und die Expression erreichte ihr maximales
Niveau nach einer 24-stündigen
Induktion (16). In getrennten Experimenten
erschien die GFP-Fluoreszenz nach einer 5-wöchigen
Inkubation auf dem Induktionsmedium unverändert, was vermuten lässt, dass
das System konstant aktiv bleibt.
-
Drei
unabhängige,
transgenische Linien wurden in den Experimenten, die in den 15 und 16 dargestellt
sind, getestet und es wurden ähnliche
Ergebnisse erzielt. In beiden Fällen
wurde eine 100–200-fache
Induktion der Transkripte routinemäßig erzielt. Wichtiger war,
dass keine apparent toxischen Effekte oder physiologische Veränderungen
in den getesteten Linien beobachtet wurden. Die obigen Analysen
zeigen, dass XVE ein effizientes und zuverlässiges, induzierbares System
ist.
-
Beispiel 14
-
Transfektion von Tabakblattscheiben
und Wurzelzellen mit XVE-CKI1
-
Zusätzlich zu
GVG-ipt wurde pER8-CKI1 (XVE-CKI1) für die Transfektion von Tabakblattscheiben
verwendet. Nach Induktion mit 17-β-Östradiol
regenerierten Sprosse ohne Verwendung von extern zugeführten pflanzlichen
Hormonen. Die Sprosse erschienen 25–35 Tage nach Induktion. Die
Zugabe von IAA (0,15 mg/l) erhöhte
die Effizienz nicht, sondern hatte vielmehr nachteilige Effekte
auf die Sprossbildung. Die Regenerationseffizienz war dosisabhängig zu
dem 17-β-Östradiol
in dem Medium (getestet bei den Konzentrationen von 1, 5, 10, 20
und 30 μM,
wobei die Sättigung
bei 10 μM
auftrat).
-
Der
XVE-CKI Vektor wurde auch verwendet, um Tabakwurzelzellen zu transformieren.
Unter Verwendung der Wurzelzellen wurden Sprosse nach Induktion
mit 17-β-Östradiol
ohne Verwendung von extern zugesetzten, pflanzlichen Hormonen regeneriert.
2,4-D (0,5 mg/l) und Kinetin (0,1 mg/l) wurden bei der Co-Kultur der
Wurzeln mit den Agrobakterien (2–3 Tage bei 22°C) verwendet.
Infizierte Wurzeln wurden auf MBC-Medium mit oder ohne 17-β-Östradiol
(5 μM) angeordnet.
Die Explantate wurden alle 2 Wochen auf frisches MBC-Medium (mit
oder ohne Induktor) übertragen.
Die in Abwesenheit des Induktors herangezogenen Explantate produzierten
weiße
oder dunkel-gelbe Calli nach einer Kultur von 20–30 Tagen, wobei diese keine
Sprosse bilden würden.
Die in Gegenwart des Induktors herangezogenen Explantate bildeten
grüne Calli.
Sprosse erschienen 40–50
Tage nach Induktion. Auf MBC-Medium wurde keiner von 49 weißen/braunen
Calli grün
und keiner produzierte Sprosse, während auf dem MBC-Medium, das
mit 5 μM
17-β-Östradiol
ergänzt
war, 13 von 65 weißen/braunen
Calli grün
wurden und Sprosse produzierten. Dieses Experiment verwendete die
gleiche Zahl an Wurzelexplantaten mit und ohne Induktor. Da 65 Calli
mit Induktor gebildet wurden und andererseits nur 49 ohne Induktor,
könnte
die Überexpression
von CKI1 auch die Effizienz der Callusbildung erhöhen.
-
Beispiel 15
-
Transfektion von Arabidopsis-Wurzeln
mit XVE-CKI1
-
A) Herstellung des Wurzelmaterials
-
Frisch
geerntete Samen wurden trocken bei 4°C für 2 Wochen vor Verwendung gelagert.
Die Samen wurden sterilisiert, indem sie in 1,5 ml Eppendorfröhrchen (oder
einen anderen geeigneten Behälter)
mit etwa 1 ml Sterilisationslösung
(50% Clorox + 0,01% Triton X-100) angeordnet wurden und für 10 Minuten
regulär geschüttelt wurden.
Es ist am besten, nicht zu viele Samen (> 1.000 oder etwa 50 μl) in einem 1,5 ml Eppendorfröhrchen zu
verwenden, da eine zu große
Zahl an verwendeten Samen zu einer nicht-effizienten Sterilisierung
führt.
Die Sterilisierungslösung
wurde mit einer sterilen Pipette entfernt und der Samen wurde dreimal
in sterilem, destillierten Wasser gewaschen, wobei für jede Spülung 1,0–1,5 ml
verwendet wurden.
-
Die
sterilisierten Samen wurden in etwa 0,5 ml von sterilem 0,15 Agar
in Wasserlösung
suspendiert und dann auf der Oberfläche von A-Platten ausgebreitet (MS Salze + 30
g/l Saccharose + 0,8 g/l Agar, pH 5,7). Die Samen wurden bei 4°C für 2 Tage
vernalisiert, um die Samenkeimfrequenz zu verbessern. Die Samen
wurden dann in einem Kulturraum inkubiert und keimten innerhalb
von 3 Tagen. Keimlinge von 1 Woche wurden für die Wurzelkultur verwendet.
-
10
bis 15 Keimlinge wurden in einen 250 ml Erlenmeyerkolben übertragen,
der 100 ml B5 Medium enthielt (B5 Salze + 30 g/l Saccharose + 0,5
g/l MES (2-[N-Morpholino]ethansulfonsäure), pH 5,7). Der Kolben wurde
locker mit zwei Schichten Aluminiumfolie abgedeckt und auf einem
Schüttler
mit 125 Umdrehungen pro Minute angeordnet. Die Kulturen wurden mit
schwachen Licht bei 22°C
beleuchtet. Nach 10–15
Tagen in Kultur in dem B5 Medium wurden die Wurzeln für die Transformation
verwendet. Weiße
Wurzeln sollten für
die Transformation ausgewählt
werden. Gelbe oder leicht braune Wurzeln können nicht gut transformiert
werden.
-
B) Vorbehandlung der Wurzelexplantate
-
Die
folgenden Schritte sollten unter einer sterilen Werkbank durchgeführt werden.
Die im Schritt (A) hergestellten Wurzeln wurden in eine sterile
Petrischale übertragen.
Ein steriles Skalpell wurde verwendet, um das Wurzelsystem von Pflanzen
abzuschneiden. Die Wurzeln wurden in etwa 1 cm große Segmente
geschnitten und auf ein steriles Papierhandtuch gelegt, um überschüssiges Medium
abzutupfen. Die Wurzelsegmente wurden dann auf F1 Platten übertragen
(B5 Salze + 20 g/l Glucose + 0,5 g/l MES + 0,5 g/l 2,4-D + 0,05
mg/l Kinetin + 2 g/l Phytagel, pH 5,7), wobei sterile Pinzetten
verwendet wurden. Die Wurzeln wurden so ausgebreitet, dass sie alle
in Kontakt mit dem Medium waren. Die Platten wurden mit einer gaspermeablen
Klebfolie abgedichtet und in einem Gewebekulturraum für 2–3 Tage
inkubiert.
-
C) Wachstum der Agrobakterien
-
Agrobakterien
(Stamm LBA4404; Clontech) wurden mit den Konstrukten pER8-CKI1 (XVE-CKI1) transformiert.
Die erzielten Transformanten wurden über Nacht bei 28°C kultiviert
in YEB Medium (5 g/l Saccharose, 5 g/l Pepton, 5 g/l Rinderextrakt
und 1 g/l Hefeextrakt, 0,04 g/l MgSO4 × 7H2O; pH 7,0), welches mit 100 mg/l Spectomycin
und 100 mg/l Streptomycin ergänzt
war. Die Agrobakterien wurden dann abzentrifugiert und zweimal mit
YEB Medium ohne Antibiotika gewaschen und schließlich in 2,0–2,5 ml
YEB für
die Infektion der Arabidopsis-Wurzelexplantate
suspendiert.
-
D) Inokulation der Wurzelexplantate
mit Agrobacterium und Cokultivierung
-
Die
im obigen Teil B hergestellten Wurzelexplantate wurden auf eine
sterile Petrischale übertragen
und in 0,5 cm Segmente geschnitten. Die Wurzelexplantate wurden
in einen sterilen Behälter
transferiert (zum Beispiel eine Glasröhre mit einer Netzabdeckung
an einem Ende), der dann in eine Petrischale gegeben wird, die 20
ml B5 Medium enthält.
2 ml der Agrobakterien-Lösung
von Schritt C werden dem B5 Medium zugegeben. Der Behälter wird
vorsichtig für
2 Minuten geschüttelt,
um sicherzustellen, dass die Wurzelexplantate mit dem Agrobacterium
inokuliert sind. Nach der Inokulation wird der Behälter, der
die Wurzelexplantate enthält,
auf vier Schichten sterile Papiertücher angeordnet, um überschüssige Flüssigkeit
abzusaugen. Klumpen von Wurzelsegmenten werden nachfolgend von dem
Behälter
unter Verwendung von Pinzetten entfernt und auf F2 Platten (F1 Platten
+ 20 mg/l Acetosyringon) in Klumpen von 5–10 Wurzelsegmenten angeordnet.
Die Wurzelsegmente werden mit den Agrobakterien für 2–3 Tage
bei 22°C
cokultiviert.
-
E) Selektion und Regeneration
der Transformanten
-
Nach
Cokultivierung der Wurzelsegmente mit den Agrobakterien, wurden
die Agrobakterien von den Wurzelexplantaten unter Verwendung von
sterilem, destillierten Wasser, das 200 mg/l Carbenicillin enthielt,
abgewaschen. Die Wurzelexplantate wurden in einem Korb gesammelt,
der dann auf sterile Papiertücher
gestellt wurde, um überschüssige Flüssigkeit
abzuwischen. Die Wurzelsegmente wurden auf MIC Medium (MS Salze +
10 g/l Saccharose + 0,5 g/l MES + 0,15 mg/l Indolessigsäure (IAA)
+ 100 mg/l Carbenicillin + 20 g/l Phytagel, pH 5,7) mit oder ohne
einen chemischen Induktor (5 μM
17-β-Östradiol) übertragen
und bei 22°C
mit einem Zyklus von 16 Stunden Weißlicht und 8 Stunden Dunkelheit
kultiviert. Das MIC Medium enthielt MS Salze, IAA und Carbenicillin,
wobei es aber keine Antibiotika für die Selektion von Transformanten
enthielt. Es sei angemerkt, dass die Gegenwart von IAA nicht kritisch
ist, aber die Effizienz der Regeneration erhöht, wenn Arabidopsis verwendet
wird. IAA hat einen negativen Effekt, wenn Tabak verwendet wird.
-
Die
obige Kultur wird auf dem gleichen Medium nach der ersten Woche
subkultiviert und dann alle 2 Wochen subkultiviert. Nach etwa 10
Tagen Kultur erscheint ein kleiner dunkelgrüner Callus an den Explantaten,
die auf dem Medium mit dem chemischen Induktor wuchsen, während andererseits
kein grüner
Callus auf der Platte ohne einen chemischen Induktor erscheint.
Nach etwa 15 Tagen treten kleine Sprosse auf dem Medium mit dem
chemischen Induktor auf. Nachdem die Sprosse kleine Rosetten (3–4 Blätter) gebildet
haben, werden sie zu dem MIC Medium ohne den chemischen Induktor übertragen,
um die Wurzelregeneration zu fördern.
Nach der Wurzelregeneration werden die Pflänzchen in Erde übertragen
und zur Reife herangezogen. Bei der Übertragung der Pflänzchen in
Erde sollte das Agarmedium gründlich
von den Pflanzen abgewaschen werden. Während der ersten 2 Tage in
Erde sollten die Pflanzen mit einer Plastikabdeckung bedeckt sein,
um eine hohe Feuchtigkeit zu gewährleisten.
-
F) Reifung der transgenischen
Pflanzen
-
Nach
etwa 5 bis 6 Wochen werden die meisten Schoten gelb und trocken.
Die Samen werden individuell gesammelt und bei 4°C gelagert.
-
Beispiel 16
-
Transfektion
von Arabidopsis mit XVE-Lec1
-
Die Überexpression
von Lec1 unter der Kontrolle des induzierbaren XVE Systems (pER8-Lec1)
führt zu
der Bildung von somatischen Embryonen oder Embryo-ähnlichen
Strukturen in den Kotyledonen der transgenischen Arabidopsis-Keimlingen.
Dieses System kann zur Herstellung von somatischen Embryonen unter Pflanzenhormon
freien Bedingungen in Abwesenheit von jeglichen pflanzlichen Hormonen
verwendet werden. Dies unterscheidet es von allen gegenwärtigen Gewebekulturverfahren,
bei denen die Bildung von somatischen Embryonen von 2,4-D abhängig ist.
Nach Übertragung
auf ein Medium ohne Induktor werden die somatischen Embyonen zu
Keimlingen herankeimen und so Transformanten produzieren, die keinen
antibiotischen Selektionsmarker exprimieren. Die konditionale Überexpression
von Lec1 kann auch die Effizienz der Transformation und die Effizienz
der Regeneration für
Monocotylen und Gymnospermen erhöhen.
Unter Verwendung der bisherigen Techniken war es sehr schwierig,
Regenerate und/oder Transformanten für die ökonomisch wichtigsten Arten
zu erzielen. Dieses Verfahren ist somit insbesondere wichtig für Monocotyle
und Gymnospermen, deren Regeneration über den somatischen Embryogeneseweg
erfolgt.
-
Beispiel 17
-
Transfektion
mit XVE-SERK
-
Das
Arabidopsis SERK-Gen wurde mittels PCR (Polymerasekettenreaktion)
kloniert. Das SERK-Gen wurde unter die Kontrolle des XVE Systems
gestellt. Das XVE-SERK Konstrukt wurde verwendet, um Tabak und Arabidopsis
zu transfezieren. Nach der Induktion werden die somatischen Embryonen
unter Pflanzenhormon freien Bedingungen in Abwesenheit von jeglichen
zugesetzten pflanzlichen Hormonen gebildet werden. Die bisherigen
Techniken erfordern die Gegenwart von 2,4-D für die Bildung der somatischen
Embryonen. Nach Übertragung
auf ein Medium ohne Induktor, werden die somatischen Embryonen zu
Keimlingen herankeimen und so Transformanten produzieren, die keinen
selektierbaren Antibiotikamarker exprimieren. Die konditionelle Überexpression
von SERK wird auch die Effizienz der Transformation und die Effizienz
der Regeneration für
Monocotyle und Gymnospermen erhöhen,
die zuvor schwierig zu regenerieren und/oder zu transformieren waren.
Dieses Verfahren ist somit insbesondere wichtig für die Monocotylen
und Gymnospermen, deren Regeneration hauptsächlich über den somatischen Embryogeneseweg
erfolgt.
-
Beispiel 18
-
Doppelt induzierbare
Systeme
-
Ein
Hauptziel besteht in der Entwicklung eines doppelt induzierbaren
Expressionssystems, indem multiple Gene unabhängig und induzierbar reguliert
werden können.
Transgenische Arabidopsis-Pflanzen, die a) XVE und b) GVG tragen,
können
mittels Co-Transformation oder Kreuzungen zwischen individuellen
Linien erzeugt werden. Jede Komponente in dem doppelt induzierbaren
System wird unabhängig
arbeiten und wird nicht mit den anderen System interferieren. Sie
werden ihre Induzierbarkeit und ihre starke Kontrolle aufrecht erhalten.
Gene unter der Kontrolle von jedem Promotor können in jeglicher Reihenfolge
oder gleichzeitig durch geeignete Verwendung und zeitliche Anwendung
des Induktors induziert werden.
-
Beispiel 19
-
Verwendung eines Knotted
Gens zur Induktion der Sprossbildung
-
Das
KnottedI Gen und seine Familienmitglieder, zum Beispiel die KnottedI
homologen Gene KNAT1 und KNAT2, werden in Sprossen stark exprimiert
(Lincoln et al., 1994; Chuck et al., 1996). Transgenische Pflanzen,
die zum Beispiel mit dem KNAT1 Gen unter der Kontrolle eines CaMV
35S Promotors transformiert wurden, zeigten deutliche Veränderungen,
einschließlich
einer ektopischen Sprossbildung (Lincoln et al., 1994). Solche Sprosse
sind jedoch nicht in der Lage, sich normal zu entwickeln aufgrund
der unkontrollierten Expression des Knotted Gens. Ein System, bei
dem Pflanzen mit Knotted Genen, die regulierbar sind, transformiert
werden, wird die Herstellung von Pflanzen ermöglichen, die Sprosse herstellen,
und wird ferner die Verwendung der Sprosse zur Regeneration von
normalen Pflanzen ermöglichen,
indem die Expression des Gens in den Sprossen abgedreht wird. Die
vorliegende Erfindung ist ein Verfahren zur Ermöglichung von solch einem Ergebnis.
Ein Knotted Gen, zum Beispiel, kn1 vom Mais, wird in einem Vektor
angeordnet, so dass es unter der Kontrolle des oben beschriebenen
GVG-Systems ist. Pflanzen, die mit diesem Vektor transformiert werden,
werden normal in Abwesenheit eines Induktors des GVG oder XVE Systems
wachsen. Explantate, zum Beispiel Blattscheiben, von diesen transgenischen
Pflanzen, können
mit einem Induktor (z. B. Dexamethason oder 17-β-Östradiol)
behandelt werden, um die Entwicklung von zufälligen Sprossen zu stimulieren.
Die entwickelten Sprosse können
abgeschnitten und auf ein Medium ohne den Induktor übertragen
werden. Diese Sprosse werden sich normal entwickeln und transgenische
Pflanzen ergeben. Die verwendeten Vektoren können ferner andere Gene von
Interesse enthalten, die nicht unter der Kontrolle des GVG oder
XVE Systems stehen, wobei das gewünschte System zur Transformation
in die Pflanzen ausgewählt
werden kann. Die ausgewählten
Pflanzen werden das Gen von Interesse enthalten und werden selektiert
werden ohne die Notwendigkeit der Anwendung eines selektierbaren
Antibiotikamarkers. Es sei angemerkt, dass die Selektion der transformierten
Sprosse wie in Beispiel 3 durchgeführt werden sollte, das heißt, auf
einem Medium ohne Hormone (MBC), aber mit Carbenicillin, um die
Agrobakterien abzutöten.
Homologe von dem Knotted Maisgen aus anderen monocotylen oder dicotylen
Pflanzen können
für den
gleichen Zweck verwendet werden.
-
Beispiel 20
-
Verwendung eines CKI1
Gens zur Induktion der Sprossbildung
-
Das
Gen CKI1 wurde vor kurzem identifiziert (Kakimoto, 1996). Die Überproduktion
von diesem Gen in Pflanzen führt
zu Pflanzen, die typische Cytokininreaktionen zeigen, einschließlich einer
schnellen Zellteilung und Sprossbildung in der Gewebekultur in Abwesenheit
von exogenem Cytokinin (Kakimoto, 1996). Das CKI1 Gen kann auch
als ein selektierbarer Marker in einer ähnlichen Weise wie ipt verwendet
werden. Ein System, bei dem die Pflanzen mit CKI1, das regulierbar
ist, transformiert werden, wird die Herstellung von Pflanzen ermöglichen,
die Sprosse bilden können,
und wird dann die Verwendung dieser Sprosse ermöglichen, um normale Pflanzen
zu regenerieren, indem die Expression des Gens in den Sprossen abgestellt
wird. Die vorliegende Erfindung ist ein Verfahren zur Erzielung von
solch einem Ergebnis. Ein CKI1 Gen wird in einem Vektor so angeordnet,
dass es unter der Kontrolle des oben beschriebenen GVG-Systems steht. Pflanzen,
die mit diesem Vektor transformiert werden, werden normal in Abwesenheit
eines Induktors des GVG Systems wachsen. Explantate, zum Beispiel
Blattscheiben, von diesen transgenischen Pflanzen können mit
einem Induktor (z. B. Dexamethason) behandelt werden, um die Entwicklung
von zufälligen
Sprossen zu stimulieren. Die entwickelten Sprosse können abgeschnitten
und auf ein Medium ohne den Induktor übertragen werden. Diese Sprosse werden
sich dann normal entwickeln und transgenische Pflanzen bilden. Der
verwendete Vektor kann andere Gene von Interesse umfassen, die nicht
unter der Kontrolle des GVG Systems stehen, wobei die Gene ausgewählt werden,
die man in die Pflanze transformieren möchte. Die selektierten Pflanzen
werden das Gen von Interesse umfassen und werden ohne die Notwendigkeit
der Verwendung eines selektierbaren Antibiotikummarkers selektiert
werden können.
Wie in den Beispielen 3 und 19 wird die Selektion für Sprosse
auf MBC Platten durchgeführt,
welche dann auf MBCI für
die Bewurzelung übertragen
werden.
-
Beispiel 21
-
Vektoren mit
Antibiotikaresistenz- oder Herbizidresistenzgenen unter GVG oder
XVE Kontrolle
-
Die
Antibiotikaresistenz hervorrufenden Gene werden in einem großen Umfang
in Vektoren als selektierbare Marker verwendet. Ein Problem bei
diesem System besteht darin, dass diese Gene dazu tendieren, konstitutiv
aktiv zu sein, und die transformierten Pflanzen, welche dieses System
erhalten, werden kontinuierlich diese Gene exprimieren. Es gibt
Umwelt- und Gesundheitsbedenken
gegenüber
der Einfügung
von solchen konstitutiv exprimierten Genen in Pflanzen, die außerhalb
des Laborumfeldes herangezogen werden (Bryant und Leather, 1992;
Gressel, 1992; Flavell et al., 1992). Die Anordnung von solchen
Genen unter die Kontrolle des GVG oder des XVE Systems überwindet
diese Nachteile. Die Antibiotikaresistenzgene werden nur während des
Selektionsprozesses zu einem Zeitpunkt exprimiert, wenn ein Glucocorticoid
in dem Wachstumsmedium vorhanden ist, während andererseits die Gene
nicht aktiviert sein werden, wenn sie in Abwesenheit des Glucocorticoids
außerhalb
des Labors wachsen. Jedes gewünschte
Antibiotikaresistenzgen kann verwendet werden. Geeignet modifizierte
pTA7001 und pTA7002 Vektoren können
für diesen
Zweck verwendet werden. Das Antibiotikumgen von Interesse wird zum
Beispiel in die XhoI-SpeI Klonierungsstelle einkloniert. Die pTA7001
oder pTA7002 Vektoren werden so modifiziert, dass das hpt Gen inaktiviert
oder entfernt wird. Diese modifizierten Vektoren können benutzt
werden. Geeignete Vektoren können
hergestellt werden, indem zum Beispiel mit dem pBI101 (Clontech)
Vektor begonnen wird. Der Abschnitt zwischen dem linken und dem rechten
Rand des Vektors wird entfernt und mit dem oben beschriebenen GVG-
oder dem XVE-System ersetzt, welches in Kürze den 35S Promotor, die GAL4
DNA-Bindungsdomäne,
die VP16 Transaktivierungsdomäne und
die Glucocorticoidrezeptordomäne
plus die 6 × GAL4
UAS Region gefolgt von einer Klonierungsstelle umfasst. Solche Vektoren
umfassen kein endogenes Antibiotikaresistenzgen. Jedes gewünschte Antibiotikagen kann
in die Klonierungsstelle nahe der 6 × GAL4 UAS Region eingesetzt
werden und wird unter der Kontrolle des Glucocorticoids stehen.
Das Hygromycinphosphortransferase-Gen und das Neomycinphosphortransferase(npt)-Gen
sind zwei Beispiele von Antibiotikagenen, die verwendet werden können. Ti-Vektoren,
welche ein DEX regulierbares npt oder hpt Gen umfassen, können benutzt
werden, um Pflanzen der gewünschten
Art zu transformieren. Während
der Gewebekulturphase werden die regenerierten Sprosse in Gegenwart
von DEX (welches das geeignete Antibiotikumresistenzgen aktiviert)
und in Gegenwart des geeigneten Antibiotikums (Kanamycin oder Hygromycin)
selektiert werden. Nach dieser Feststellung können die transgenischen Sprosse
dann auf ein Gewebekulturmedium mit dem Antibiotikum aber ohne den
chemischen Induktor (DEX), überführt werden.
Die erzielten Pflanzen werden die Antibiotikaresistenzgene enthalten,
diese Gene werden aber in Abwesenheit eines chemischen Induktors
nicht aktiv sein.
-
Herbizidresistenzgene
können
in ähnlicher
Weise unter die GVG oder die XVE Kontrolle angeordnet werden und
für die
Selektion von transformierten Pflanzen während der Gewebekulturphase
benutzt werden. Solche Pflanzen würden keine Herbizidresistenzgene
auf dem Feld exprimieren. Beispiele von Herbizidresistenzgenen sind
PAT (Phosphinothricinacetyltransferase), die Resistenz gegenüber dem
BASTA-Herbizid verleiht
(aktiver Wirkstoff Phosphinothricin) (Rathore et al., 1993; Becker
et al., 1992), sowie eine mutierte Form der Acetolactatsynthase,
die Resistenz gegenüber
einem Sulfonylharnstoff-Herbizid von DuPont (siehe z. B. Wiersma
et al., 1989; Harms et al., 1992; Hattori et al., 1992; Hattori
et al., 1995) verleiht. Theoretisch können diese Gene nicht nur als
selektierbare Marker in der Gewebekultur verwendet werden, sondern
könnten
auch auf dem Feld exprimiert werden. Aufgrund der möglichen
Gefahren beim Sprühen
von DEX oder von 17-β-Östradiol
wäre ein
versprühen
von DEX auf die Pflanzen im Feld nicht wünschenswert, wobei dieses Verfahren aber
benutzt werden könnte,
wenn eine sicherere Verbindung als DEX als Induktor verwendet würde.
-
Beispiel 22
-
Pflanzenwachstum
und Transformation
-
Nicotiana
tabacum Samen des Kultivars SR1 wurden oberflächensterilisiert in 30% kommerziellem Bleichmittel,
das 0,02 Tween 20 enthielt und zwar für 10 Minuten. Die Samen wurden
anschließend
fünfmal mit
sterilem Wasser gewaschen. Die Pflanzen wuchsen in einem Gewebekulturraum
bei 22°C
mit 16 Stunden Licht und 8 Stunden Dunkelheit. Die Tabaktransformation
wurde durchgeführt,
wie im wesentlichen beschrieben von Horsch et al. (1985) und Klee
et al. (1987). Blattscheiben wurden aus jungen Blättern von
4 Wochen alten Pflanzen hergestellt und die Explantate wurden kultiviert
für 2 Tage
auf MB Medium (MS Salze, B5 Vitamine, 20 g/l Saccharose, 20 mg/l
Acetosyringon, 0,2 Phytagel, pH 5,7). Nach einer 3-tägigen Co-Kultur
mit Agrobacterium tumefaciens wurden die Blattscheiben auf ein MS
Medium transferiert, das unterschiedliche DEX-Konzentrationen enthielt.
Nach einer 20- bis 40-tägigen Kultur
wurden die regenerierten Sprosse von den Explantaten abgeschnitten
und auf MS Medium, das IAA enthielt, kultiviert, um die Wurzelregeneration
zu induzieren.
-
Sterilisierte
Salatblätter
(Lactuca sativa var. Great Lake #118) wurden gekeimt und die Keimlinge
wurden herangezogen gemäß der Beschreibung
beim Tabak. Die Transformation der Salatblattscheiben wurde durchgeführt gemäß der Beschreibung
von Curtis et al. (1996) mit der Ausnahme, dass Cytokinin in den
Kulturmedien nicht enthalten war.
-
Beispiel 23
-
Optimierung
der Bedingungen für
die Induktion des ipt Gens in transformierten Zellen
-
Tabakblattscheiben
und Salatblattscheiben, die nach Transformation mit pTA7002G/ipt/luc
erzielt wurden, wurden auf Medien angeordnet, die Carbenicillin
und unterschiedliche Konzentrationen von Dexamethason (DEX) enthielten.
Die Explantate wurden auf frisches Medium alle zwei Wochen transferiert,
um konstante Kulturbedingungen aufrecht zu erhalten. Die Zahl der
Sprosse, die von einer gegebenen Zahl an Blattscheiben regeneriert
wurden, wuchs dramatisch mit zunehmender Konzentration von DEX (Tabelle
2). 170 Tabaksprosse und 198 Salatsprosse wurden von 28 Explantaten
bei 10 μM
DEX regeneriert. In Abwesenheit von DEX regenerierten nur 7 Sprosse
beim Tabak und 30 Sprosse beim Salat bei jeweils 28 Explantaten
(8).
-
-
Beispiel 24
-
Messung der Luc-Aktivität in Tabak-
und Salatregeneraten
-
Die
Transformationskassette pTA7002G/ipt/luc (12) enthielt
ein luc Gen unter der Kontrolle des CaMV 35S Promotors (Millar et
al., 1992; Benfey und Chua, 1990). Die luc-Aktivität wurde
gemessen, um die Zahl der transgenischen Sprosse zu bestimmen, wobei
das Videobildsystem verwendet wurde, welches von Michelet und Chua
(1996) beschrieben worden ist. Die Messungen wurden über 5 Minuten
integriert und der entsprechende Hintergrund wurde von den Bildern
abgezogen (9A–F). Etwa 50% der Regenerate
exprimierten das luc Gen (Tabelle 2). Unter nicht-induktiven Bedingungen
(0 μM DEX)
zeigten 42% der Tabakregenerate und 12% der Salatregenerate eine
nachweisbare Luc-Aktivität (Tabelle
2). Dies zeigt, dass ein geringer Prozentsatz der transformierten
Zellen sehr empfindlich gegenüber
Cytokinin war, dessen Niveau etwas erhöht gewesen sein könnte aufgrund
einer undichten ipt-Expression.
Aufgrund der hohen Ausbeute an Regeneraten wurden die im Folgenden
beschriebenen Experimente unter Verwendung von Sprossen aus Explantaten durchgeführt, die
mit 10 μM
DEX behandelt waren.
-
Beispiel 25
-
Messung des
Effektes der Induktion von ipt mit DEX über die Zeit
-
Um
das Transformationssystem weiter zu charakterisieren, wurden der
Effekt der Dauer der Induktion sowie der Effekt von exogen zugeführten Phytohormonen
untersucht. Zeitverlaufsexperimente wurden durchgeführt, um
zu bestimmen, ob die Spezifität
der Induktion des ipt Gens über
die Zeit abnimmt aufgrund der Überproduktion
und Diffusion von Cytokinin, welches Regenerationsereignisse in
benachbarten, nicht-transformierten Zellen fördern könnte. Die Luc-Aktivität in 54
Tabakregeneraten (erzielt von einer Transfektion mit pTA7002G/ipt/luc)
wurde nach 20, 30 und 40 Tagen der Induktion mit 10 μM DEX gemessen,
um die Transformationsfrequenz zu bestimmen. Es wurde kein signifikanter
Unterschied in dem Prozentsatz der Regenerate mit nachweisbarer
Luc-Aktivität über die
Zeit gefunden. Nach 20 Tagen zeigten 46% der Regenerate eine nachweisbare
Luc-Aktivität
und nach 30 und 40 Tagen hatten 53% der Regenerate eine nachweisbare
Luc-Aktivität.
Ferner gab es keine nachweisbaren Veränderungen in der Transformationseffizienz
(bestimmt als Luc-Aktivität),
wenn die ipt Genexpression direkt während der Cokultivierungsphase
mit Agrobacterium induziert wurde. Ähnliche Ergebnisse wurden mit
Salat erzielt.
-
Beispiel 26
-
Einfluss von
exogen zugeführtem
Auxin während
der Induktion
-
Die
Luciferaseaktivität
wurde gemessen in Sprossen von Tabak-Explantaten (erzielt nach einer Transfektion
mit pTA7002G/ipt/luc), die für
40 Tage auf Medien kultiviert wurden, die 1,0, 1,5 und 2,0 mg/ml
Auxin und 10 μM
DEX enthielten. Hohe Auxin- gegenüber Cytokininniveaus favorisierten
eine Wurzelregeneration und hatten einen hemmenden Effekt auf die
Sprossregeneration und könnten
somit die Zahl der nicht-transgenischen
Regenerate reduzieren. Es wurde kein signifikanter Unterschied in
der Luciferaseaktivität
bei verschiedenen Auxinkonzentrationen beobachtet. Bei 1,0 mg/ml
Auxin zeigten 45% der Regenerate eine nachweisbare Luc-Aktivität, bei 1,5
mg/ml Auxin hatten 58% der Regenerate eine nachweisbare Luc-Aktivität und bei
2,0 mg/ml Auxin zeigten 47% Regenerate eine nachweisbare Luc-Aktivität.
-
Beispiel 27
-
Bestimmung
der ipt Transkriptniveaus in Sprossen unter Verwendung der Northern-Analyse
-
Die
Menge der ipt Transkripte wurde bestimmt in 30 Tage alten Tabak- und Salatregeneraten
(aus einer Infektion mit pTA7002G/ipt/luc) mit und ohne nachweisbare
Luciferaseaktivität.
Die Regenerate wuchsen in Gegenwart von 10 μM Dexamethason.
-
Die
RNA wurde aus 0,1 g Pflanzenmaterial unter Verwendung der Qiagen
RNA-Extraktionskits und Protokolle extrahiert. Die Gesamt-RNA wurde
auf 1% Agarosegelen, die 0,8 M Formaldehyd enthielt, getrennt. Die
RNA wurde auf Duralon UV-Membranen gemäß den Anweisungen des Herstellers
(Stratagene) transferiert. Nach dem Blotting wurde die RNA auf der
Membran durch UV-Bestrahlung kreuzvernetzt. Die Membranen wurden
geblockt und die Hybridisierung wurde durchgeführt unter Verwendung der Stratagene
QuikHyb® Lösung bei
68°C gemäß den Anweisungen
des Herstellers. Nach der Hybridisierung wurden die Membranen dreimal
für 15
Minuten mit 2 × SCC
+ 0,1% SDS bei 65°C
und einmal mit 0,1 × SSC
+ 0,1% SDS bei 60°C
für 15
Minuten gewaschen.
-
Die
Ergebnisse der Northern-Analyse zeigten, dass mit einer Ausnahme
(10C, Probe f) alle getesteten Tabak- und Salatregenerate
ipt Transkripte (Tabelle 3) exprimierten. Die Menge des ipt Transkripts
war größer in den
Tabak- als in den Salatregeneraten und variierte zwischen den unterschiedlichen
Sprossen. Die Transkriptmengen für
ipt waren in LUC+ Sprossen höher als
in Regeneraten ohne nachweisbare Luciferaseaktivität (LUC–).
Dies zeigt, dass die Regeneration fast vollständig an die ipt Genexpression
gekoppelt ist, was zu erhöhten
Cytokininmengen führt.
-
-
Beispiel 28
-
Bestimmung auf Gegenwart
des luc Gens und der Menge seiner Transkripte in Sprossen unter
Verwendung der Southern- und der Northern-Analyse
-
Um
auf die Gegenwart des luc Gens zu testen, wurde eine Southern-Blot Analyse durchgeführt unter Verwendung
von DNA aus LUC+ und LUC– Tabakregeneraten (erzielt
aus Transfektion mit pTA7002G/ipt/luc). Die DNA wurde aus 0,1 g
Tabak-Pflanzenmaterial extrahiert unter Verwendung der Nucleon DNA
Extraktionskits und Protokolle. Die DNA wurde auf 0,8 Agarosegelen
aufgetrennt. Die DNA wurde auf Duralon UV-Membranen gemäß den Anweisungen
des Herstellers (Stratagene) transferiert. Nach Blotting wurde die
DNA kovalent an die Membran durch UV-Bestrahlung kreuzvernetzt.
Die Membranen wurden blockiert und hybridisiert unter Verwendung
der Stratagene QuikHyb® Lösung bei 68°C gemäß den Anweisungen des Herstellers.
Nach Hybridisierung der Membranen wurde dreimal für 15 Minuten
mit 2 × SCC
+ 0,1% SDS bei 65°C
und einmal mit 0,1 × SSC
+ 0,1% SDS bei 65°C
für 15
Minuten gewaschen. Das luc Gen wurde in allen LUC+ Regeneraten und
in 50% der LUC– Sprosse gefunden.
-
Die
Northern-Analyse wurde gemäß Beispiel
27 durchgeführt,
um auf die Gegenwart von luc Transkripten in LUC+ und
LUC– Tabakregeneraten
zu testen. Die LUC– Regenerate besaßen kleinere,
weniger zahlreiche luc Transkripte im Vergleich zu den luc Transkripten
aus den LUC+ Regeneraten, die größer und
zahlreicher waren (Tabelle 3).
-
Beispiel 29
-
Analyse der
Hygromycinresistenz
-
Die
Expression des hpt Gens verleiht eine Hygromycinresistenz. Um auf
die Gegenwart des hpt Gens in den LUC+ und
den LUC– Tabakregeneraten
(erzielt durch Transfektion mit pTA7002G/ipt/luc) zu testen, wurde
die Hygromycinresistenz überprüft, wie
dies in Beispiel 3 diskutiert wurde. Junge Blattspreiten mit Blattstielen
wurden auf ein Agarmedium mit Hygromycin angeordnet und hinsichtlich
einer Wurzelbildung beobachtet. Die Hygromycinresistenz wurde auf
Platten mit nicht-induktivem Medium, das 20 mg/Hygromycin enthielt,
getestet. 95% aller getesteten LUC+ Tabakregenerate waren resistent
gegenüber
Hygromycin und mehr als 60 der getesteten LUC– Sprosse
waren gegenüber
Hygromycin resistent.
-
Beispiel 30
-
Wurzelregeneration,
Pflanzenmorphologie und Kopienzahl im Tabak Tabaksprosse (erzielt
aus Transfektion mit pTA7002G/ipt/luc) wurden auf ein wurzelinduzierendes
Medium übertragen
(1 × MS
Salze, B5 Vitame, 0,15 mg/l IAA, 20 g/l Saccharose, 0,2% Phytagel,
pH 5,7), welches kein DEX enthiel. Über 40% der transgenischen
Tabaksprosse entwickelten ein starkes Wurzelsystem innerhalb von
20 Tagen nach Übertragung.
Mit sehr wenigen Ausnahmen (weniger als 2%) war die Morphologie
der transgenischen Tabakpflanzen normal. Die Tabakpflanzen wurden
dann in Erde übertragen.
Die Pflanzen entwickelten normale Blätter und Blüten und waren hinsichtlich
der Samenproduktion nicht beeinflusst.
-
Die
Segregationsanalyse für
die luc Genfamilie wurde durchgeführt mit 44 zufällig ausgewählten Keimlingen
(T1 Nachkommenschaft) einer transgenischen Tabaklinie (11A–B).
Die Samen wurden von transgenischen Pflanzen, die sich selbst befruchteten,
genommen. Eine Population der Nachkommenschaft (gekeimte Pflänzchen)
wurde analysiert. Die Messung der Luciferaseaktivität in diesen
Keimlinge zeigte eine klare 3:1 Aufspaltung des dominanten luc Gens.
Dies zeigt eine Insertion an einer Stelle an und zeigt ferner, dass das
Transgen stabil in die zweite Generation übertragen wurde.
-
Die
Southern-Analyse wurde mit DNA aus Keimlingen nach Verdau der DNA
mit Restriktionsenzymen durchgeführt.
Einzelne Gelbanden wurden nachgewiesen (Spur 11C).
-
Beispiel 31
-
Southern-Blot
Analyse der Tabakregenerate
-
Die
Southern-Analyse wurde mit DNA aus 18 Tabakregeneraten (erzielt
aus Transfektion mit pTA7002G/ipt/luc) nach Verdau mit BamHI, SacI
und XbaI durchgeführt.
Die meisten Sprosse enthielten nur eine Kopie des Transgens. Nur
zwei von 18 Regeneraten zeigten die Gegenwart von mehr als einer
Hybridisierungsbande (Tabelle 3).
-
Beispiel 32
-
Merkmale und
Anwendungen des GLF-Systems
-
Die 17 ist
eine schematische Darstellung des XVE Aktivierungsmarkierungsvektors
pER16. Nur der Abschnitt zwischen dem rechten Rand (RB) und dem
linken Rand (LB) ist dargestellt (nicht im Maßstab). Zwei Transkriptionseinheiten
und der OLexA-46 Promotor sind zwischen
RB und LB angeordnet. In der ersten Transkriptionseinheit steuert
der G10–90
Promotor (Ishige et al., 1999) das XVE Fusionsgen, das durch die rbcs
E9 polyA-Additionssequenz terminiert ist. Die zweite Transkriptionseinheit
besteht aus dem Nopalinsynthase(NOS)-Genpromotor, der codierenden Sequenz
des Neomycintransferase II(NPT II)-Gen und der NOS Polyadenylierungssequenz.
Der OLexA-46 Promotor besteht aus acht Kopien
der LexA Operatorsequenz, die an den -46 CaMV 35S Promotor fusioniert
ist. Nach Integration in das pflanzliche Genom kann der OLexA-46 Promotor die Transkription von Sequenzen
aktivieren, welche stromabwärts
von dem Promotor angeordnet sind, und zwar in einer 17-β-Östradiol
abhängigen
Weise.
-
Das
GLF System kann bei groß angelegten,
genetischen Tests auf interessierende Mutanten verwendet werden.
Zum Beispiel haben wir eine große
Zahl von Arabidopsis-Mutanten (Bechtold et al., 1993) erzeugt, die
den GLF-Vektor für
funktionelle, molekulare Genomforschung tragen. Eine Funktionsverlust-Mutante
kann sofort aus der T1 Nachkommenschaft identifiziert werden, die
auf dem induktiven Medium, das 17-β-Östradiol enthält, herangezogen
wird. Die Entfernung des Induktors wird die Entdeckung der Mutante
selbst in solchen Fällen
ermöglichen,
wo die Funktionsverlust-Mutation letal ist. Es ist zu beachten,
dass dieser Typ an letalen Mutationen durch alle vorher publizierten
Systeme (Hayashi et al., 1992; Kakimoto, 1996; Weigel et al., 2000) nicht
entdeckt werden kann. Andererseits kann der Funktionsverlust-Phänotyp dann
in der T2 Nachkommenschaft charakterisiert werden. Ein zusätzlicher
Vorteil des GLF Systems besteht in der Möglichkeit der konditionalen
genetischen Komplementation der Funktionsverlust-Mutation. Dies
kann durch geeignete Behandlung einer Funktionsverlust-Mutante mit
17-β-Östradiol
erzielt werden, wodurch der mutierte Phänotyp konditional zum Wildtyp-Phänotyp wiederhergestellt
wird.
-
Referenzen
-
- Ainley WM and Key JL (1990). Plant Mol. Biol.
14: 949–966.
- Akiyoshi DE, Klee H, Amasino RM, Nester EW and Gordon MP (1984).
Proc. Natl. Acad. Sci. USA 81: 5994–5998.
- Aoyama T and Chua N-H (1997). Plant J. 11: 605–612.
- Aoyama T, Dong C-H, Wu Y, Carabelli M, Sessa G, Ruberti I, Morelli
G and Chua N-H (1995). Plant Cell 7: 1773–1785.
- Barry GF, Rogers SG, Fraley RT and Brand L (1984). Proc. Natl.
Acad. Sci. USA 81: 4776–4780.
- Beato M (1989). Cell 56: 335–344.
- Beavan MW and Chilton MD (1982). Annu. Rev. Genet. 16: 357–384.
- Bechtold N, Ellis J and Pelletier G (1993). C. R. Acad. Sci.
Ser. III Sci. Vie 316: 1194–1199.
- Becker D, Kemper E, Schell J and Masterson R (1992). Plant Molecular
Biology 20: 1195–1197.
- Benfey PN and Chua N-H (1990). Science 250: 956–966.
- Braselmann S, Graninger P and Busslinger M (1993). Proc. Natl.
Acad. Sci. USA 90: 1657–1661.
- Bryant J and Leather S (1992). Trends Biotechnol. 10: 274–275.
- Chaudhury AM, Letharn S, Craig S and Dennis ES (1993). Plant
J. 4: 907–916.
- Chuck G, Lincoln C and Hake S (1996). The Plant Cell 8: 1277–1289.
- Cline MG (1991). Physiol. Plant. 90: 230–237.
- Coenen C and Lomax T (1997). Trends Plant Sci. 2: 351–355.
- Coruzzi G, Broglie R, Edwards C and Chua N-H (1984). EMBO J.
3: 1671–1679.
- Curtis IS, Power JB, Blackhall NW, de Laat AMM and Davey MR
(1996). J. Exp. Bot. 45: 1441–1449.
- Dalrymple MA, McGeoch DJ, Davison AJ and Preston CM (1985).
Nucl. Acids Res. 13: 7865–7879.
- Davies PE (ed.) (1995). Plant Hormones and Their Role in Plant
Growth and Development, Kluwer Academic Publisher, Dordrecht. de
Wet JR, Wood KV, DeLuca M, Helinski DR and Subramani S (1987). Mol.
Cell. Biol. 7: 725–737.
- Ebinuma H, Sugita K, Matsunaga E and Yamakado M (1997). Proc.
Natl. Acad Sci. USA 94: 2117–2121.
- Faiss M, Zalubilová Strnad
M and Schmülling
T (1997). Plant Journal 12: 401–415.
- Flavell RB, Dart E, Fuchs RL and Fraley RB (1992). Bio/Technology
10: 141–144.
- Fluhr R, Moses P, Morelli G, Coruzzi G and Chua N-H (1986).
EMBO J. 5: 2063–2071.
- Gan S and Amasino RM (1995). Science 270: 1986–1988.
- Gatz C (1996). Curr. Opin. Biotechnol. 7: 168–172.
- Gatz C, Frohberg C and Wendenburg R (1992). Plant J. 2: 397–404.
- Giniger E, Varnum S and Ptashne M (1985). Cell 40: 767–774.
- Goldberg SB, Flick JS and Rogers SG (1984). Nucl. Acids. Res.
12: 4665–4677.
- Goodrich JA, Hoey T, Thut CJ, Admon A and Tjian R (1993). Cell
75: 519–530.
- Greene GL, Gilna P, Waterfield M, Baker A, Hort Y and Shine
J (1986). Science 231: 1150–1154.
- Gressel J (1992). Trends Biotechnol. 10: 382.
- Harms CT, Armour SL, DiMaio JJ, Middlesteadt LA, Murray D, Negrotto
DV, Thompson-Taylor
H, Weymann K, Montoya AL, Shillito RD, et al. (1992). Mol. Gen.
Genet. 233: 427–435.
- Hattori J, Rutledge R, Labbe H, Brown D, Sunohara G and Miki
B (1992). Mol. Gen. Genet. 232: 167–173.
- Hattori J, Brown D, Mourad G, Labbe H, Ouellet T, Sunohara G,
Rutledge R, King J and Miki B (1995). Mol. Gen. Genet. 246: 419–425.
- Hayashi H, Czaja I, Lubenow H, Schell J and Walden R (1992).
Science 258: 1350–1353.
- Horii T, Ogawa T and Ogawa H (1981). Cell 23: 689–697.
- Horsch RB, Frey JE, Hofman NL, Eichholtz D, Rogers SG and Fraley
RJ (1985). Science 227: 1229–1231.
- Horsch R, Fry J, Hofman N, Neidermeyer J, Rogers S and Fraley
R (1988). In Plant Molecular Biology Manual, A5 (Gelvin S and Schilperoort
R, eds). Dordrecht, The Netherlands: Kluwer Academic Publishers,
pp. 1–23.
- Hua J and Meyerowitz EM (1998). Cell 94: 261–271. Ishige F, Takaichi M,
Foster R, Chua NH and Oeda K (1999). Plant J. 18: 443–448.
- Kakimoto T (1996). Science 274: 982–985.
- Keegan L, Gill G and Ptashne M (1986). Science 231: 699–704.
- Klee H, Rorsch R and Rogers S (1487). Ann. Rev. Plant Physiol.
38: 467–486.
- Kunkel T, Niu W-W, Chan YS and Chua N-H (1999). Nat. Biotechnol.
17: 916–919.
- Kuraish S and Okumura FS (1956). Bot. Mag. 69: 817.
- Laughon A and Gesteland R (1984). Mol. Cell. Biol. 4: 260–267.
- Lin Y-S, Maldonado E, Reinberg D and Green MR (1991). Nature
353: 569–571.
- Lin X, Kaul S, Rounsley S, Shea TP, Benito MI, Town CD, Fujii
CY, Mason T, Bowman CL, Barnstead M, Feldblyum TV, Buell CR, Ketchum
KA, Lee J, Ronning CM, Koo HL, Moffat KS, Cronin LA, Shen M, Pai
G, Van Aken S, Umayam L, Tallon LJ, Gill JE, Venter JC, et al. (1999).
Nature 402: 761–768.
- Lincoln C, Long J, Yamaguchi J, Serikawa K and Hake S (1994).
The Plant Cell 6: 1859–1876.
- Lloyd AM, Schena M, Walbot V and Davis RW (1994). Science 266:
436–439.
- Louvion J-F, Havaux-Copf B and Picard D (1993). Gene 131: 129–134.
- Matsuoka M, Ichikawa H, Saito A, Tada Y, Fujimura T and Kano-Murakami
Y (1993). Plant Cell 5: 1039–1048.
- Mayer K, Schuller C, Wambutt R, Murphy G, Volckaert G, Pohl
T, Dusterhoft A, Stiekema W, Entian KD, Terryn N, Harris B, Ansorge
W, Brandt P, Grivell L, Rieger M, Weichselgartner M, de Simone V,
Obermaier B, Mache R, Muller M, Kreis M, Delseny M, Puigdomenech
P, Watson M, McCombie WR, et al. (1999). Nature 402: 769–777.
- McKenzie MJ, Mett V, Reynolds PHS and Jameson PE (1998). Plant
Physiol. 116: 969–977.
- Medford JJ, Horgan BR, El-Sawi Z and Klee HJ (1989). Plant Cell
1: 403–413.
- Meinke DW (1985). Theor. Appl. Genet. 12: 382–392.
- Meinke DW (1995). Ann. Rev. Plant Physiol. Plant Mol. Biol.
46: 369–394.
- Mett VL, Lockhead LP and Reynolds PHS (1993). Proc. Natl. Acad.
Sci. USA 90: 4567–4571.
- Michelet B and Chua N-H (1996). Plant Mol. Biol. Rep. 14: 320–329.
- Miesfeld R, Rusconi S, Godowski PJ, Maler BA, Okret S, Widstroem
A-C, Gustafsson J-A and Yamamoto KR (1986). Cell 46: 389–399.
- Miki T, Ebina Y, Kishi F and Nakazawa A (1981). Nucleic Acids
Res. 9: 529–543.
- Miklashevichs E and Walden R (1997). Physiologia Plant. 100:
528–533.
- Millar AJ, Short SR, Chua N-H and Key SA (1992). Plant Cell
4: 1075–1087.
- Mok DWS and Mok MC (1994). Cytokinins: Chemistry Activity and
Function (Mok DWS and Mok MC, eds.) Boca Raton, Florida: CRC Press.
- Murashige T and Skoog F (1962). Physiol. Plant. 15: 493–497.
- Nagy F, Kay SA and Chua N-H (1988). In Plant Molecular Biology
Manual, B4 (Gelvin S and Schilperoort R, eds). Dordrecht, The Netherlands:
Kluwer Academic Publishers, pp. 1–12.
- Odell JT, Nagy F and Chua N-H (1985). Nature 313: 810–812.
- Ooms G, Kaup A and Roberts J (1983). Theor. Appl. Genet. 66:
169–172.
- Picard D (1993). Trends Cell Biol. 3: 278–280.
- Picard D, Salser SJ and Yamamoto KR (1988). Cell 54: 1073–1080.
- Rathore KS, Chowdhury VK and Hodges TK (1993). Plant Molecular
Biology 21: 871–884.
- Redig P, Schmülling
T, and Van Onckelen H (1996). Plant Physiol. 112: 141–148.
- Rusconi S and Yamamoto KR (1987). EMBO J. 6: 1309–1315.
- Sachs T and Thimmann KV (1967). Am. J. Bot. 54: 136–144.
- Sadowski I, Ma J, Triezenberg S and Ptashne M (1988). Nature
335: 563–564.
- Schena M, Lloyd AM and Davis RW (1991). Proc. Natl. Acad. Sci.
USA 88: 10421–10425.
- Skoog F and Miller CO (1957). Symp. Soc. Expl. Biol. 11: 118–131.
- Smigocki AC and Owens LD (1988). Proc. Natl. Acad. Sci. USA
85: 5131–5135.
- Smigocki AC and Owens LD (1989). Plant Physiol. 91: 808–811.
- Thompson JF, Hayes LS and Lloyd DB (1991). Gene 103: 171–177.
- Tran Thanh Van KM (1981). Ann. Rev. Plant Physiol. 32: 292–311.
- Triezenberg SJ, Kingsbury RC and McKnight SL (1988). Genes Devel.
2: 718–729.
- Valvekens D, Van Montagu M and Van Lijsebettens M (1988). Proc.
Natl. Acad. Sci. USA 85: 5536–5540.
- Waldron C, Murphy EB, Roberts JL, Gustafson GD, Armour SL and
Malcom SK (1985). Plant Mol. Biol. 5: 103–108.
- Weigel D, Ahn JH, Blazquez MA, Borevitz JO, Christensen SK,
Fankhauser C, Ferrandiz C, Kardailsky I, Malancharuvil EJ, Neff
MM, Nguyen JT, Sato S, Wang ZY, Xia Y, Dixon RA, Harrison MJ, Lamb
CJ, Yanofsky MF and Chory J (2000). Plant Physiol. 122: 1003–1013.
- Weinmann P, Gossen M, Hillen W, Bujard H and Gatz C (1994).
Plant J. 5: 559–569.
- Wiersma PA, Schmiemann MG, Condie JA, Crosby WL and Moloney
MM (1989). Mol. Gen. Genet. 219: 413–420.
- Wingler A, von Schaewen A, Leegood RC, Lea PJ and Quick WP (1998).
Plant Physiol. 116: 329–335.
- Yoder JI and Goldsbrough AP (1994). Bio/Technology 12: 263–267.
- Zuo J, Niu Q-W and Chua N-H (2000). Plant J. 24: 265–273.