DE597873C - Verfahren und Anordnung zum UEberwachen des Betriebes von Metalldampfgleichrichtern - Google Patents
Verfahren und Anordnung zum UEberwachen des Betriebes von MetalldampfgleichrichternInfo
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Description
DEUTSCHES REICH
AUSGEGEBEN ASI
1. JUNI 1934
1. JUNI 1934
REICHSPATENTAMT
PATENTSCHRIFT
KLASSE 21g GRUPPE
2ig S 30.
Patentiert im Deutschen Reiche vom 15. Januar 1930 ab
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Überwachen des Betriebes von Metalldampfgleichrichtern,
namentlich bei Großgleichrichtern, bei denen die Betriebsvorgänge in den Anodenrohren beobachtet werden. i
Abgesehen von der üblichen, meistens durch automatische Regelvorrichtungen betätigten
Überwachung des Kühlwassers für Gleichrichtergefäß und Umgebung der Anode, dessen
Temperatur, des Pumpenlaufes usw. und
abgesehen von den bekannten Schutzvorrichtungen, die lediglich bei Störungen, z. B.
Rückzündungen, ansprechen, beschränkt sich das Überwachen des Betriebes von Groß-
1S gleichrichtern bisher, wenigstens was die
Überwachung des Vakuuminnern anbelangt, im wesentlichen auf die Beobachtung des Zustandes
der Restgase.
Diese Kontrollmaßnahmen für das Verhalten des wichtigsten Teiles eines Gleichrichters,
nämlich für das Verhalten des Innern des Vakuumgefäßes, müssen nach dem heutigen
Stande der Technik als unzureichend angesehen werden. Die Messung des Vakuums wird im allgemeinen an Stellen vorgenommen,
welche räumlich von den eigentlichen Lichtbogenvorgängen entfernt liegen. Eine solche
Messung gibt natürlich nur sehr roh Aufschluß über die Zustände im Gleichrichter, da
das Innere des Gleichrichters bekanntlich von heftigen Dampfströmungen erfüllt ist und
demgemäß sowohl die Drücke der Restgase als auch der Quecksilberdampfdruck von Ort
zu Ort veränderlich sein werden.
Zweck der vorliegenden Erfindung ist es, eine Kontrollmöglichkeit durch Verbesserung
der Kontrollmittel zu schaffen, die bei neuzeitlichen Gleichrichtern unbedingt neben die
Vakuummessung zu stellen ist. Diese Mittel bestehen in solchen Einrichtungen, die geeignet
sind, namentlich über die fast einzige Gefahr im Gleichrichterbetriebe, nämlich die
Gefahr der Rückzündung, Aufschluß zu geben. Theoretische und praktische Untersuchungen
der letzten Jahre haben den Nachweis erbracht, daß die Quellen der Rückzündungen
namentlich in der Gegend der Anode zu suchen und hier hauptsächlich auf die Restladungen
zurückzuführen sind. Die Dichte der Restladungen ihrerseits steht wiederum in gewissem Zusammenhang mit dem Dampfdruck
des Quecksilbers unid dem Druck der Restgase.
Zur Überwachung dieser Vorgänge werden bei dem Verfahren gemäß der Erfindung die
Folgeerscheinungen zu starker Dämpfdrücke oder zu starker Restladungen zur Anzeige gebracht.
Eine andere bereits für die Zwecke der Überwachung von elektrischen Anlagen
auf Rückzündungen hin in Vorschlag ge-
*) Von dem Patentsucher sind als die Erfinder angegeben worden:
Dr.-Ing. e. h. Moritz Schenkel in Berlin-Charlottenburg
und Dipl.-Ing. Jürgen von Issendorff in Berlin-Siemensstadt.
brachte Einrichtung benutzt im Gegensatz hierzu die Lichtwirkungen zur Anzeige, die
der Lichtbogen in der Entladungsbahn auf eine lichtelektrische Zelle ausübt. Zur Anzeige
der genannten Folgeerscheinungen zu starker Dampfdrücke u. dgl. eignen sich die Temperaturänderungen
solcher Körper, die in den Weg der Entladung gebracht werden oder in diesem von vornherein vorhanden sind. Hierher
gehören in erster Linie die bekannten metallenen Anodenschutzrohre, ferner die in diesen
angebrachten isolierten oder nicht isolierten Gitter und endlich besondere Sonden in
Nähe der Anode. Es werden in diesen Körpern Thermoelemente angebracht, die die Temperatur der Körper anzeigen. Man wählt
hierzu solche Stellen der betreffenden Körper, an denen die höchsten Temperaturen zu
erwarten sind. Die Anschlüsse der Thermoao elemente sind isoliert und abgedichtet nach
außen geführt. Als Isoliermittel werden zweckmäßig Rohre aus Quarz verwendet, da andere
Isoliermittel im allgemeinen nicht genügend temperaturbeständig sind und zu Verunreinigungen
Anlaß geben können. Die Erwärmung der genannten Körper erfolgt vorwiegend durch die auf ihnen stattfindenden Wiedervereinigungsvorgänge
zwischen den Elektronen und Ouecksilberionen, hängt also mit dem Grad der Ionisation zusammen.
Ein weiteres Mittel besteht darin, die Beteiligung dieser Körper an dem sogenannten
Rückstrom zu messen oder zur Anzeige zu bringen. Es ist bekanntlich nachgewiesen worden,
daß während des Beginns der Sperrzeit durch eine Anode ein nach Milliampere zählender
Rückstrom fließt, der allmählich abklingt. Dieser Rückstrom ist die eigentliche Ursache
der Rückzündung und muß in derartig kurzer Zeit abklingen, daß er bei Beginn der höheren
negativen Spannung an der betreffenden Anode bereits sehr niedrige Werte erreicht
hat. Die Messung des Rückstromes bzw. die Messung des Abklingens des Rückstromes ist
daher zur Beurteilung, ob ein Gleichrichter unter einem gegebenen Zustande noch rückzündungssicher
ist oder nicht, von besonderem Wert. Diese Rückströme hat man bisher gelegentlich an den Anoden selbst durch Anwendung
besonderer Schaltungen beobachtet. Diese Beobachtung an den Anoden selbst vorzunehmen,
ist jedoch unpraktisch, da ja die Anoden in der Durchlaßrichtung starke Strome
führen und die Meßmittel möglicherweise dann auch für eine teilweise Führung solcher
starken Ströme eingerichtet sein müssen. Bei der Erfindung wird daher eine Ersatzanode
oder Sonde, evtl. auch ein zu diesem Zweck abgetrennter und isolierter Teil der eigentliehen
Anode, zur Messung eines bestimmten Bruchteiles des Rückstromes benutzt. Es wird
also in der Nähe der Anode eine Sonde, z. B. ein aus gleichem Material wie die Anode gebildeter
Ring, isoliert angebracht, der mit den bekannten Einrichtungen für die Messung des
Rückstromes verbunden wird. Da durch diesen Ring normalerweise nur ein beliebig kleiner
Teil des Betriebsstromes hindurchfließt, so können die entsprechenden Einrichtungen
für die Rückstrommessung sehr klein und billig gehalten werden.
Gemäß der vorliegenden Erfindung wird somit eine sichere Überwachung von Metalldampfgleichrichtern
dadurch erreicht, daß man zum Überwachen des Betriebes der Gleichrichter die in den Anodenröhren auftretenden
Rückströme durch an einzelnen Punkten angebrachte Sonden mißt. Die Sonden können an den Anodenschutzrohren oder
an den in diesen angebrachten Gittern angeordnet sein und befinden sich vorzugsweise in
nächster Nähe der Anoden. Als Sonden können isolierte Teile des Anodenschutzrohres,
der Gitter oder der Anoden selbst dienen.
Ein Beispiel einer Rückstrommeßanordnung ist in der Zeichnung veranschaulicht.
Mit ι ist die in möglichster Nähe der Anode 2 angebrachte, beliebig geformte Sonde
bezeichnet. Die isoliert ausgeführte Zuleitung der Sonde teilt sich dann in zwei die Ventilröhren
bzw. Gleichrichter 3 und 4 enthaltende Zweige derart, daß die Sondenrückströme nur durch 3 hindurchgelassen und mit dem
Milliamperemeter S gemessen werden, während in der stromdurchlässigen Phase der zugehörigen
Anode 2 die Sonde über 4 eine positive Spannung erhält, um größere Spannungsunterschiede
zwischen 1 und 2 sicher zu vermeiden. Deshalb sind die Enden beider
Zweige an 2 angeschlossen. An Stelle von 5 kann auch eine Verstärkeranordnung treten.
Für weniger exakte Messungen ist es angängig, die Meßschaltung zu vereinfachen, z. B.
3 durch einen großen, 4 durch einen kleinen Widerstand zu ersetzen.
In manchen Fällen ist es wünschenswert, daß das in die Schalttafel einzusetzende Instrument
5 und seine Zuleitungen keine hohen Spannungen (gegen Erde) führen. Dies kann am einfachsten, wie es auch sonst in der Technik
üblich ist, durch Einschaltung eines eisenlosen Transformators in den Rückstromzweig
geschehen. Das Instrument 5 würde dann in dessen Sekundärkeis zu legen sein und müßte
als Wechselstromamperemeter für entsprechend hohe Frequenz ausgeführt sein, wenn
man auf ein weiteres Ventil verzichten will. Ferner läßt sich das Anzeigeinstrument
auch als Kontaktinstrument einrichten, um bei übermäßig hohen Rückströmen Warmingssignale
zu geben bzw. den zugehörigen Gleichrichter außer Betrieb zu setzen.
Claims (4)
- PaτκwτανSprüche:ι. Verfahren zum Überwachen des Betriebes von Metalldampfgleichrichtern, namentlich Großgleichrichtern, bei denen die Betriebsvorgänge in den Anodenrohren beobachtet werden, dadurch gekennzeichnet, daß der in den Anodenrohren auftretende Rückstrom durch an einzelnen Punkten angebrachte Sonden gemessen wird.
- 2. Anordnung zur Ausführung des Verfahrens nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß die Sonden an den Anodenschutzrohren oder an den in diesen angebrachten Gittern angeordnet sind.
- 3. Anordnung zur Ausführung des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Sonden in der nächsten Nähe der Anoden angeordnet sind.
- 4. Anordnung zur Ausführung des Ver- ao fahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als Sonden isolierte Teile des Anodenschutzrohres, der Gitter oder der Anoden selbst dienen.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
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- 1930-01-15 DE DE1930597873D patent/DE597873C/de not_active Expired
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