-
Geschirr- für Zug-, Trag- und Reittiere mit Schwammgummipolsterung
Die Erfindung bezieht sich auf ein Geschirr für Zug-, Trag- und Reittiere mit Schwammgummipolsterung.
-
Bekanntlich werden die Kummete, Sättel. Packsättel und anderen Teile
von Zug-, Pack-und Reitgeschirren von Tieren an den Stellen, an welchen sie den
Körper des Tieres beriihren, mit Schutzpolstern versehen, um Verletzungen des Tieres
zu verhindern. Es ist schon bekannt, die hierfür übliche Polsterung aus Roßhaar,
.der erhebliche Nachteile anhaften, durch Schwammgummi zu ersetzen. Bei den bekannten
Schwammgümmipolsterungen, die aus größeren Stücken oder Platten zurechtgeschnitten
werden, liegt die -Schwammstruktur an der Oberfläche des Polsters frei, so daß die
Poren nicht nur unter sich in der Masse, sondern auch mit der umgebenden Luft in
Verbindung stehen. Solche Polster weisen. daher den Übelstandauf, daß der Schweiß
-d6§Tieres, Regenwasser u. dgl. ungehindert in sie eindringen bzw. infolge ihres
ständigen Zusammenpressens und Wiederausdehnens von- ihnen aufgesaugt werden und
sie allmählich unbrauchbar machen: Gegenstand der Erfindung ist ein Geschirr finit
Schwammgummipolsterung für Zug-, Trag- und. Reittiere, das dadurch gekennzeichnet
ist, daß ein dem Geschirr angepaßter Schwammgurrimikörper mit geschlossener Haut
als Polster Verwendung findet. Bei einer solchen Polsterung verhindert, die Oberflächenhaut
das Eindringen von Feuchtigkeit in das Innere des Gummikissens und gewährt so dessen
lange Lebensdauer. Ferner wird durch die geschlossene Haut erreicht, daß bei der
Kompression des Kissens die eingeschlossene Luft nicht entweichen kann und das Polster
daher als Luftkissen wirkt, ähnlich den als Polster für Geschirre an sich bekannten
Luftkissen, die jedoch den Nachteil besitzen, daß an Stellen hoher Pressung die
gegenüberliegenden Teile der Gummihülle in Berührung treten und die schützende Wirkung
des Kissens hinfällig wird.
-
Die Schwatnmgummikörper gemäß der Erfindung werden vorzugsweise durch
Formen in einem Stück in der dem Geschirr angepaßten Form erhalten. Es ist zwar
an sich bekannt, daß sich Schwammgummi beim Vulkanisiere n.mit einer Haut überzieht.
Die Nutzbarmachung dieser bekannten Erscheinung für die Herstellung von Geschirrpolstern
aus Schwammgummi mit allseitig geschlossener Haut ist jedoch neu.
-
In der Zeichnung sind mehrere Ausführungsbeispiele eines Geschirrpolsters
gemäß der Erfindung dargestellt.
-
Fig. r zeigtein Pferd mit den wesentlichen Stücken eines Geschirres.
-
Fig. a ist die Vorderansicht eines Kummets.
-
Fig. 3 ist ein vergrößerter Schnitt nach der Ebene III-III der Fig.
a.
Fig.4 zeigt eine gegossene Gummiplatte, die für ein Kummet bestimmt
ist.
-
Fig. 5 stellt schematisch -einen senkrecht zur Wirbelsäule des Tieres
geführten Schnitt durch einen Sattel dar. -Die Fig. 6, 7 8 und 9 zeigen verschiedene
Ausführungsbeispiele der gegossenen Gummiplatten, die jeweils für einen Artilleriesattel,
einen Kavalleriesattel, einen englischen Sattel oder einen Kavalleriepacksattel
bestimmt sind.
-
Das Kummet i i besteht aus zwei wesentlichen Teilen, aus dem Kummethorn
i2 und dem Polster 25. Das Kummethorn 12 wird aus zwei Platten 13 und 1q. aus Holz
mit Metallbeschlägen gebildet. Die hintere Seite der Holzplatten 13 und 14
trägt den Körper des Kummets 28, der aus Holz besteht und der so geformt ist, daß
er sich nahezu der Form der Schultern des Pferdes anschmiegt. Er ist mit dem Polster
25 bekleidet, das den Zweck hat, dem Tiere eine weniger harte 13erührungsflache
darzubieten, und das auch in den mittleren zwischen den Platten i3 und 14 bestehenden
Raum 2,2 geführt ist, um den Hals des Tieres zu schützen.
-
Gemäß der Erfindung ist nun das Polster 25 so ausgebildet, daß auf
den gewölbten Holzkörper 28, der auf der Platte 14 befestigt ist, eine Einlage 26
aus Schwammgummi (Fig.5) folgt, dann folgt eine Schicht Moleskin, dann eine Schicht
Roßhaar, und das Ganze ist von einer Gewebeschicht umgeben.
-
Die Einlage aus Gummi 26 verläuft von oben bis unten in jedem .der
Zweige 13, i q. und besteht aus, einer gegossenen Gummiplatte, deren Form,
derjenigen des Kummets entspricht, z. B. nahezu der in Fig. 4 dargestellten für
die Platte 14. Die Gummiplatte weist eine Stärke von etwa 3 cm in der Nähe der zugbeanspruchten
Stellen auf, aiz den übrigen Stellen genügt eine Stärke von 2 cm. Die Erfindung
kann auch bei anderen Geschirrstücken benutzt werden, insbesondere bei Sätteln.
-
In Fig. 5 ist schematisch ein gemäß der Erfindung verbesserter Sattel
29 im Schnitt dargestellt. Ein derartiger Sattel besteht im wesentlichen aus einer
oder mehreren Tagen Leder 3o, die auf einer Holzunterlage angebracht sein können,
und aus zwei Schwammgummipolstern 32, die von einer Gewebeschicht umhüllt sind und
die an denjenigen Stellen angeordnet sind, an denen sich der Sattel stärker auf
den Rücken des Tieres stützt.
-
Im Falle eines falschen Sattels 34, wie er in Fig. i angedeutet ist,
wird den gegossenen Gummiplatten eine nahezu rechteckige Form und eine Stärke von
3 cm verliehen. Ferner kann man, je nachdem sogenannte Artillerie-, Kavallerie-
oder englische Sättel verbessert werden sollen, Schwammgummiplatten von 3 cm Stärke
vorsehen, welche die in der Fig.6, 7 oder 8 dargestellten Formen aufweisen. Für
einen Kavalleriepacksattel wird die in Fig. 9 dargestellte Form geeignet sein, wobei
die Gummiplatte eine wechselnde Stärke je nach den Beanspruchungen erhält, z. B.
von 3 cm für den Teil 35, dann 2 cm für den Teil 36 und i cm für den Teil 37. Die
oben lediglich für Geschirre von Pferden dargestellte Neuerung kann auch sinngemäß
bei den Geschirren anderer Tiere, z. B. beim Joch von Ochsen u. dgl. verwendet werden.