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Unter- und Übergewichtswaage Es sind bereits Unter- und Übergewichtswaagen
mit je einer elektrischen Signaleinrichtung zur Unter- und Übergewichtsanzeige bekannt,
deren vom Waagebalken gesteuerte Kontakte beim Überschreiten der zulässigen Gewichtsdifferenzen
der auf ein bestimmtes Sollgewicht nachzuprüfenden Gegenstände geschlossen werden.
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Die für diese Zwecke bekannten Signalvorrichtungen-haben-indes den
Mangel, daß sie beim Hinundherpendeln der Waage wiederholt in und.außer Wirkung
gesetzt werden und Signale geben, was bei der Bedienung der Waage äußerst lästig
und störend ist. Diesem Übelstand abzuhelfen dient die Erfindung, die in einer derartigen
Ausbildung der Signalvorrichtungen besteht, daß diese von den sie steuernden Kontakten
erst mit einer gewissen Verzögerung eingeschaltet werden und somit beim Hinundherpendeln
der Waage um ihre Gleichgewichtslage unbeeinfläßt, also außer Wirkung bleiben..
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Diese verzögerte Einschaltung der Signaleinrichtungen hat praktisch
den Vorteil, daß nicht beim Hinnndherpendeln der Waage bereits die Bedienung störende
Signalzeichen gegeben werden, sondern daß erst dann eine Signalgebung erfolgt, wenn
der Wiegemecha# nismus zur Ruhe gekommen und ein unzulässiges Unter- oder Übergewicht
wirklich vorhanden ist.
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Die Verwendung von die Einschaltung elektrischer Vorrichtungen verzögernden
Organen bei. Waagen ist an sich bekannt, jedoch. für andere Zwecke, z. B. bei der
Einschaltung des Antriebsmotors für einen Druckmechanismus bei registrierenden Waagen.
Demgegenüber wird bei der Erfindung das Neue darin gesehen, daß die Verzögerungsorgane
für die Einschaltung der an sich bekannten Signalvorrichtungen an Unter- und Übergewichtswaagen
Anwendung finden. Die Verzögerungsorgane können nach einer vorzugsweisen Ausführungsform
von an sich bekannten Thermoschaltern gebildet werden, welche die. Signalstromkreise
erst dann schließen, wenn sie beim Überschreiten der zulässigen Gewichtsdifferenzen
unter Strom gesetzt werden und nach einer gewissen Dauer des Stromflusses infolge
ihrer Erwärmung sich ausdehnen und dabei die Signalkontakte schließen. Die zur Verwendung
gelangenden Signalvorrichtungen können optische, z. B. Lichtsignale, oder akustische,
z. B. Klingelsignale, sein.
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Auf der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel des Gegenstandes der.
Erfindung dargestellt, Von der Unter- und Übergewichtswaage sind nur die für das
Verständnis der Erfindung erforderlichen Teile veranschaulicht.
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Die auf der Zeichnung angedeutete zweischalige Waage besitzt den Waagebalken
a, der die Stützschienen b und c für die Lastschalen d und e trägt
und die Stützschienen beim Verlassen der Gleichgewichtslage auf und ab bewegt. Das
obere Ende der Stützschienen b und c- wirkt je auf einen Querlenker g bz-,v. f'
ein, die zusammen mit den
Stützschienen und dem Waagebalken ein
Hebelparallelogramm bilden. Am Ende der Querlenker befindet sich je ein Kontakt
la bzw. i, die durch die Bewegung der Querlenker geschlossen und geöffnet werden.
Die Kontakte lt bzw. i sind im zugehörigen Stromkreis von Thermoelementen
k bzw. l angeordnet, die je einen Kontakt in bzw. w steuern. Vonden
Kontakten wz, n -werden die Stromkreise der Signalvorrichtungen für die Unter-
und Übergewichtsanzeige, z. B. der Lampen o und p, eingeschaltet.
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Wird beispielsweise auf die Lastschale d der Waage Wiegegut aufgelegt
und überschreitet dieses die zulässige Übergewichtsgrenze, so senkt sich auf dieser
Seite der Waagebalken a, wodurch mittels der Stützschiene b und des Ouerlenkers
g der Kontakt h geschlossen wird. Dies verursacht nach einer gewissen Zeitdauer
die Erwärmung des Thermoelementes k, das im gezeichneten Äusführungsbeispiel von
einem zwischen zwei Festpunkten. ausgespannten Widerstandsdraht gebildet wird. Durch
die Erwärmung dehnt sich der Draht und schließt den Kontakt in, so daß die Lampe
o zum Aufleuchten gebracht wird und das unzulässige Übergewicht anzeigt. Ist der
zu prüfende Gegenstand jedoch zu leicht, so geht die Lastschale d in die Höhe, und
es wird der Kontakt i geschlossen, der über das Thermoelement l den Stromkreis
der Lampe p schließt, so daß nunmehr diese aufleuchtet und das unzulässige Untergewicht
anzeigt.
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Sobald die Waage sich wieder im Gleichgewichtszustand befindet, sind
die Kontakte lz und i wieder in der Offenlage, so daß durch die Thermoeleinente
k bzw.. L kein Strom mehr fließt, sich diese wieder abkühlen und dabei
die Kontakte yn bzw. w. wieder öffnen.
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Damit bei einer zu großen Überbelastung der einen oder der anderen
Lastschale der Waage, wobei die Lastausgleichsvorrichtung ihren größten Ausschlag
macht, ein unnötiger Stromverbrauch vermieden wird, befindet sich im Stromkreis
der Lampen o, p sowie der Thermoelemente k, l je ein für gewöhnlich geschlossener
Kontakt q bzw. r, von denen der beim größten Ausschlag des Waagebalkens a auf derselben
Seite liegende Kontakt q bzw. r von diesem geöffnet wird. Die Kontakte befinden
sich daher im Bewegungsbereich des Waagebalkens, der zum Zwecke der Steuerung der
Kontakte q und r an seinen Enden mit je einem Ansatz s versehen ist. Die
Anordnung dieser Kontakte ist jedoch nicht Gegenstand der Erfindung.