DE588091C - Einrichtung zur Wiederbelebung Scheintoter durch kuenstliche Atmung - Google Patents
Einrichtung zur Wiederbelebung Scheintoter durch kuenstliche AtmungInfo
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Description
- Einrichtung zur Wiederbelebcing Scheintoter durch künstliche Atmung Durch -eine umfangreiche Literatur- ist nachgewiesen worden, daß- elektrische .Ströme verschiedener Art das Nervensystem im, 'allgemeinen und spezielle Nerven durch eine entsprechende Behanidlungsmethode> anzuregen vermögen. Auch die Atmung wird durch ganz bestimmte Nerven gesteuert, die in den. verschiedenen an der Atmung beteiligten Muskeln endigen. Einen wesentlichen Anteil an der Atmung nimmt -das Zwerchfell,- und es ist nachgewiesen, daß eine künstliche Atmung allein, durch die Beeinflussung des Zwerchfells herbeigeführt werden kann, sei -es durch das. bruckdifferenzverfahren oder durch-. elektrische Reize der zugehörigen Nerven.- Es ist bekannt, da13 der, periodisch an den geeigneten Stellen. durch den Körper geleitete elektrische Strom durch den mehr-oder weniger in die Tiefe gehenden -Reiz auf. die Nerven eine Senkung des Zwerchfells auslöst und damit - eine Vergrößerung des Brustrauins_ und damit eine Erweiterung der Lunge, d. h. -den Einatmungsvorgang, hervorruft. Die unigekehrte Bewegung, - d. h.. die Hochstellung des Zwerchfells und damit das: Ausatmen, erfolgt nach dem- Aufhören der Stromzuführung durch die eigene Elastizität der gedehnten Teile. Es hat sich .gezeigt; daß eine noch gesteigerte Wirkung des Wiederbelebungsverfahrens mt,Hilfe der Nervenreizung- dadurch erreicht wird, daß man zugleich oder abwechselnd- mit der Zuführung des faradischen Stromes eine Sauerstoffbeatmung zweckmäßig unter Anregung des -Atemzentrums durch Kohlensäure vorsieht. Diese Art der Wiederlebüng wirkt so sicher, daß ihre möglichst weite Verbreitung und Anwendung auch dort, wo keine gut eingerichteten Kliniken in erreichbarer Nähe sind, z. B. in kleinen Städten, -auf dem flachen Lande, auf Passagierdampfern usw., zu erstreben ist. Eine solche weite Verbreitung ist aber nur möglich, wenn jedem Landarzt, Schiffsarzt usw. zu verhältnismäßig billigem Preise ein leicht zu handhabendes Gerät zur Verfügung gestellt werden kann, mit dem er schnell und sicher ohne lange- Vorbereitungen seine Wiederbelebungsversuche anstellen kann.
- Gemäß - der Erfindung ist eine an sich bekannte,- die Atemorgane beeinflussende, das Atemgas. zu- und abführende Druck- und Saugvorrichtung derart mit einer in bekannter Weise zur Erregung der Z.werchfellnerven dienenden elektrischen Stromquelle verbunden, daß beim Wechseln der Atemphasen oder währende der Atemphasen selbsttätig oder von Hand bewegte Teile der Beatmungsvorrichtung zwangsläufig den Erregerstrom Phasenrichtig-schließen und öffnen: Dabei läßt man vorteilhaft in bekannter. Weise in das Zuführungsrohr des Atemgases ein Zuleitungsrohr für Kohlensäure münden, so d:aß dem Atemgas in an sich bekannter Weise mittels eines Einstellventils nach- Bedarf Kohlensäure in größeren oder kleineren Mengen zugeführt werden kann.
- Als elektrische Stromquelle dient in bekannter. Weise ein Induktionsapparat. Um die Handhabung der Einrichtung möglichst zu vereinfachen und zu erleichtern, sind gemäß der Erfindung die Ventile des Atemgases und des Erregergases (Kohlensäure) und der Schalter für den elektrischen Stromkreis zu einem einzigen Steuerorgan verbun-.den.- Hierdurch ermöglicht die Vorrichtung, den elektrischen Strom stoßweise, im Rhythmus der Atmung, erfolgen zu lassen.
- Auf der Zeichnung ist die Einrichtung in beispielsweiser Ausführungsform dargestellt. Ein Stahlzylinder i enhält Sauerstoff. Mit Hilfe eines: Druckreduzierventils 2 mit Stellschraube 3 und Manometer q. wird der geeignete Niederdruck und zugleich die nötige Sauerstoffmenge geregelt. Durch ein Rohr 5 gelangt der Niederdrucksauerstoff zum Injektor 6, dessen Überdruckstutzen 7 und Saugstuzen: 8 in. den Vierweghahn 9 münden. Der obere Hahnstutzen führt ins Freie, der untere zur Maske io. Mit dem Hahn 9 wird in bekannter Weise abwechselnd im Atemrhythmus das sauerstoffreiche Atemgas unter dem vom In.jektor 6 erzeugten Überdruck zur Maske befördert und das verbrauchte Atemgas wieder aus der Maske und damit aus der Lunge abgesaugt.
- Abb. 2 zeigt den Hahn 9 im Querschnitt in der Einatmungsstellung. Abb.3 zeigt den Hahn in der Ausatmungsstellung. Die Pfeile zeigen den Strömungsweg der Gase an.
- Zur Anregung des Atemzentrums kann Kohlensäui#e aus dem Stahlzylinder i i zugesetzt werden. Die Regelung der Kohlensäure geschieht zweckmäßig durch ein Druckreduzierventil12, dessen Arbeitsdruck vom Sauerstoffdruck geregelt wird, wodurch das richtige Verhältnis voh Kohlensäure zur Atemluft gesichert ist, Das Zweigrohr 13 dient dazu, den Sauerstoffdruck in den Deckel des Kohlensäureventils 12 zu leiten. Es ist jedoch auch ein* Abstellhahn 14. vorgesehen, um ,Kohlensäure nach Belieben an- und abstellen zu können. Das Rohr 15 leitet die eingestellte Kohlensäuremenge in einen zweiten Saugstutzen des Injektors 6, in welchem die Mischung mit dem Sauerstoff und der durch den offenen Stutzen am Hahn 9 angesaugten Außenluft erfolgt. Diese Einrichtungen sind an, sich bereits bekannt und nicht Gegenstand der Erfindung.
- Der elektrische Strom wird von einer geeigneten Stromquelle entnommen und durch einen Induktionsapparat 16 umgewandelt. Von diesem führt eine Leitung 17 unmittelbar zur Elektrode 18, während die zweite Leitung. i9 zum Umsteuerungshahn 9 führt, der zugleich als Stromunterbrecher dient. Zum Öffnen und Schließen des Stromes lassen sich beispielsweise der Hahngriff mit dem Zeiger 2o und der Zeigeranschlag 21 benutzen. In der Hahnstellung nach Abb. i und 2 wird der Strom zur Leitung 22 und damit zur zweiten Elektrode 23 geschlossen. In der Hahnstellung nach Abb. 3, d. h. in der Ausatemstellung, ist der elektrische Strom unterbrochen. Die Stromstöße können selbstverständlich auch unabhängig von der Dauer der Atemphase erfolgen, beispielsweise in der Weise, daß beim Umschalten des Hahnes 9 ein Schleifkontakt vorübergehend den Strom schließt. Der Nervenreiz läuft dann 'der Auffüllung der Lunge mit sauerstoffreicher Luft etwas voraus, -kann aber in seiner Auswirkung auf die Atemmuskel mit dem Zustrom der Atemgase in besonders günstiger Weise zusammenfallen und dadurch ein besonders tiefes Einatmen zustande bringen.
- Die periodische Umschaltung kann statt von Hand auch automatisch geregelt werden. Automatisch arbeitende Atmungsvorrichtungen sind an sich bekannt. Hierbei sind stets irgendwelche Hebel oder Ventilstangen in Tätigkeit, die ohne weiteres für die periodische Stromzuführung in geeigneter Weise herangezogen werden können. Vorteilhaft läßt-man die Elektroden, die in diesem Falle zweckmäßig als Knopfelektroden ausgebildet sind, am Nacken, an den Mündungsstellen der das Zwerchfell beeinflussenden Nerven, angreifen. ,
Claims (2)
- PATENTANSPRÜCHE: i. Einrichtung zur Wiederbelebung Scheintoter durch künstliche Atmung, gekennzeichnet durch die Vereinigung einer an sich bekannten, die Atemorgane beeinflussenden, das Atemgas zu- und abführenden Druck- und Saugvorrichtung mit einer in bekannter Weise zur Erregung der das Zwerchfell beeinflussenden Nerven dienenden elektrischen Stromquelle, derart, daß beim Wechseln der Atemphasen oder während der Atemphasen selbsttätig oder von Hand bewegte Teile der Beatmungsvorrichtung zwangsläufig und phasenricfitig den Erregerstrom schließen und öffnen.
- 2. Einrichtung nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß der den Mehrlveghahn der Beatmungsvorrichtung steuernde Hebel gleichzeitig den Schalter des elektrischen Stromkreises betätigt.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE588091T | 1930-09-20 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE588091C true DE588091C (de) | 1933-11-14 |
Family
ID=6572324
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| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1930588091D Expired DE588091C (de) | 1930-09-20 | 1930-09-20 | Einrichtung zur Wiederbelebung Scheintoter durch kuenstliche Atmung |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE588091C (de) |
Cited By (4)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US2468741A (en) * | 1944-12-12 | 1949-05-03 | John H Emerson | Breathing apparatus |
| US3254645A (en) * | 1962-04-20 | 1966-06-07 | Rand Dev Corp | Reciprocating heart resuscitation device means for adjusting pressure |
| US3307541A (en) * | 1963-05-01 | 1967-03-07 | Carl E Hewson | Heart and lung resuscitator |
| EP0993841A1 (de) * | 1998-10-14 | 2000-04-19 | Siemens-Elema AB | System zur Unterstützung der Atmung |
-
1930
- 1930-09-20 DE DE1930588091D patent/DE588091C/de not_active Expired
Cited By (5)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US2468741A (en) * | 1944-12-12 | 1949-05-03 | John H Emerson | Breathing apparatus |
| US3254645A (en) * | 1962-04-20 | 1966-06-07 | Rand Dev Corp | Reciprocating heart resuscitation device means for adjusting pressure |
| US3307541A (en) * | 1963-05-01 | 1967-03-07 | Carl E Hewson | Heart and lung resuscitator |
| EP0993841A1 (de) * | 1998-10-14 | 2000-04-19 | Siemens-Elema AB | System zur Unterstützung der Atmung |
| US6360740B1 (en) | 1998-10-14 | 2002-03-26 | Siemens Elema Ab | Method and apparatus for assisted breathing |
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