DE58779C - Verfahren und Einrichtung zur Herstellung von Ultramarin - Google Patents

Verfahren und Einrichtung zur Herstellung von Ultramarin

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DE58779C
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DENDAT58779D
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Firma julius curtius in Duisburg
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C09DYES; PAINTS; POLISHES; NATURAL RESINS; ADHESIVES; COMPOSITIONS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR; APPLICATIONS OF MATERIALS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
    • C09CTREATMENT OF INORGANIC MATERIALS, OTHER THAN FIBROUS FILLERS, TO ENHANCE THEIR PIGMENTING OR FILLING PROPERTIES ; PREPARATION OF CARBON BLACK  ; PREPARATION OF INORGANIC MATERIALS WHICH ARE NO SINGLE CHEMICAL COMPOUNDS AND WHICH ARE MAINLY USED AS PIGMENTS OR FILLERS
    • C09C1/00Treatment of specific inorganic materials other than fibrous fillers; Preparation of carbon black
    • C09C1/28Compounds of silicon
    • C09C1/32Ultramarine

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Manufacture And Refinement Of Metals (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
Bei der Darstellung von Sulfat- und Sodaultramarin ist man bisher in der Weise verfahren, dafs man das innige Gemenge der Rohstoffe in porösen, feuerfesten Gefäfsen aus Thon, Chamotte u. s. w. erhitzte.
Die aus den Rohmischungen bei dem Schürprocefs sich entwickelnden gasförmigen, flüchtigen und flüssigen Producte gelangen, durch die porösen Gefäfswandungen mit den Feuerungsgasen vermischt, in die Luft und belästigen die Umgebung.
Die Anwendung von Metallen, welche undurchlässig sind, als Material für die Herstellung der Gefäfse, war wegen des Schwefelgehaltes der Beschickung unzulässig, da durch Bildung von Schwefelmetallen die Gefäfse zerstört wurden, und man war somit lediglich auf die Verwendung feuerfester Materialien, d. h. schlechter Wärmeleiter, für die Herstellung der Tiegel, Muffeln, Retorten beschränkt.
Diese schlechten Wärmeleiter wurden sehr bald rissig, da bei dem Schürprocefs, der kein ununterbrochener ist, auf Rothglut stets Abkühlung auf die Tagestemperatur erfolgt. Bei dieser Abkühlung wird das Ultramarin an den gerissenen Stellen, welche der Luft mehr oder weniger ausgesetzt sind, stark oxydirt und dadurch grau und unbrauchbar. Ein gleichmäfsiges Roh-Ultramarin ist in solchen feuerfesten Gefäfsen und schlechten Wärmeleitern niemals zu erzielen, vielmehr müssen die in solchen erzeugten Rohfarben stets sorgfältig sortirt werden und ergeben mehr oder minder grofse Mengen von Abfall und von minderwerthigem Blau.
Die erwähnten Uebelstände werden nach der vorliegenden Erfindung unter Anwendung metallener, und zwar speciell gufseiserner Behälter dadurch vermieden, dafs man diese Gefäfse im Innern mit einer dünnen Schicht einer solchen feuerbeständigen Substanz überkleidet, welche von der glühenden Beschickung und den aus derselben entwickelten Gasen, flüchtigen und flüssigen Producte nicht nur nicht angegriffen wird, sondern ihrerseits auch die Berührung dieser Stoffe mit dem äufseren Metallmantel verhindert. Die Wandstärke der Gefäfse kann dadurch erheblich verringert, sowie die Wärmeleistungsfähigkeit derselben auf diese Weise wesentlich erhöht werden, so dafs infolge der gleichmäfsigen Erhitzung der Beschickung bei vollkommenem Abschlufs der äufseren Luft ein ganz gleichmäfsiges Roh-Ultramarin bei verhältnifsmäfsig geringem Aufwand an Brennmaterial erhalten wird.
Aufserdem wird aber gegenüber den früheren auf der Verwendung poröser Schürgefäfse, Tiegel, Muffeln, Retorten beruhenden Verfahren der grofse Vortheil erreicht, dafs durch den undurchlässigen Eisenmantel eine Berührung und Vermischung der aus der Beschickung entweichenden Gase, flüchtigen und flüssigen Stoffe mit den Heizgasen vermieden wird.
Man ist vielmehr im Stande, durch Einleiten in Bleikammem, Condensationsthürme oder geeignete Absorptionsgefäfse die entweichenden gasförmigen Producte aufzufangen, sowie einen Theil des aufgewendeten Schwefels als solchen direct wieder zu gewinnen und so jede Verunreinigung der Luft durch in dieselbe ent-
weichende Gase zu vermeiden. Als Material für die innere Auskleidung der metallenen Schürgefäfse können beliebige Körper verwendet werden, welche sich als feuerbeständig und widerstandsfähig gegen Säuren, Alkalien und namentlich gegen schwefelhaltige Verbindungen (Schwefelnatrium, Natriumhyposulfit etc.) erweisen. In erster Linie wird für diesen Zweck ein dichter Ueberzug aus sogenanntem feuerfesten Cement zum Auskleiden der gufseisernen, oder aus einem anderen Metall hergestellten Retorten benutzt. Dieser Ueberzug läfst sich bei vorkommender allmäliger Abnutzung in der einfachsten Weise stets wieder erneuern durch Ueberstreichen der schadhaften Stellen mit solchem mit Syrup oder Wasser oder einem sonstigen Bindemittel versetzten feuerfesten Cement.
Statt des feuerfesten Cements können auch irgend welche andere Materialien, welche in der Chemie als feuerbeständig und widerstandsfähig gegen Alkalien und Säuren bekannt sind, angewendet werden. So würden sich vor allen Dingen Thonerdesilikate, Graphit und Koks empfehlen, welche am zweckmäfsigsten dadurch zu einer zusammenhängenden und fest an der Innenwand der Retorte haftenden Schicht vereinigt werden, dafs man dieselben mit einem organischen verkohlbaren Bindemittel (Stärkemehl, Dextrin, Pech, Asphalt etc.) zusammenrührf, welches beim nachherigen Erhitzen unter Entwickelung der flüchtigen Producte die im zerkleinerten Zustande angewendeten Silikate verkittet.
In der beiliegenden Zeichnung ist ein zur Ausführung des vorstehend beschriebenen Verfahrens dienender Retortenofen in den Fig. ι und 2 dargestellt, und zwar zeigt die Fig. ι einen verticalen und die Fig. 2 einen horizontalen Längsschnitt durch den Ofen und die in demselben eingemauerten Retorten, deren Zahl natürlich eine beliebige sein kann. Die in der Zeichnung mit abc bezeichneten und mit der oben erwähnten Auskleidung versehenen Retorten sind an einem Ende in die Ofenwandung eingemauert und ragen aus derselben hervor, während dieselben im übrigen auf Brücken von feuerbeständigem Material ruhen und durch ein luftdicht verschliefsbares Rohr m mit der Luft in Verbindung gesetzt werden können, k und d sind kurze verschliefsbare Röhren, welche das Innere der Retorten abc mit den quer unter dem Ofen verlaufenden Kühl- und Oxydations- bezw. Sammelräumen ρ und g verbinden, welch' letztere wiederum durch eine Rohrleitung r mit den zur Absorption der gasförmigen Producte dienenden Gefäfsen h in Verbindung stehen. Die poröse Platte f verhindert, dafs die im hinteren Theil der Retorten befindliche Beschickung während des Schürens locker wird und zerfällt. Um eine durchaus gleichmäfsige Beheizung der Retorten zu erreichen, werden die den Raum q durchstreichenden Feuergase an zwei gegenüberliegenden Stellen durch die Feuerzüge s s abgeleitet und in den Fuchs F geführt.
Die Benutzung dieses Apparates geschieht in der folgenden Weise: Die innige Mischung der feingepulverten Rohmaterialien wird in den hinteren rechten Theil der Retorten eingeführt, alsdann die poröse Platte / vorgelegt, die Verschlufsplatte t luftdicht angedrückt und die Verbindung mit dem Raum ρ geschlossen. Beim Heizen entweichen die gasförmigen, flüchtigen und flüssigen Producte durch die poröse Platte f und das Rohr d in den Raum g, von wo aus der gasförmige und flüchtige Theil derselben, ohne sich mit den Heizgasen zu mischen, direct in die Absorptionsgefäfse h oder in eine Bleikammer gelangen kann, während die flüssigen Producte, speciell der überdestillirende Schwefel, in g verbleiben. Ist die Reaction beendigt, so kann man durch Oeffnen des Verschlusses t und der Rohre m den in der Retorte enthaltenen grünen Roh-Ultramarin durch Einsaugen von Luft durch m zu blauem Roh-Ultramarin sehr schnell oxydiren, oder aber man kann auch die Oeffnung d verschliefsen und das grüne Roh-Ultramarin nach Entfernung der Platte f und des Verschlusses t zunächst in den Sammelraum ρ krücken und hier oxydiren. Alsdann werden die Retorten sogleich wieder mit Rohmischung gefüllt und weiter geschürt.

Claims (2)

  1. Patent-Ansprüche:
    ι . Verfahren zur Herstellung von Ultramarin, darin bestehend, dafs das innige Gemenge der zerkleinerten Rohmaterialien in einem metallenen Behälter erhitzt wird, welcher auf der Innenseite mit einer undurchlässigen Fütterung von feuerfestem Cement oder Thonerdesilikaten, Koks, Graphit (welch letztere am zweckmäfsigsten durch verkohlbare organische Bindemittel, wie Dextrin, Syrup, zusammengehalten werden) überzogen ist, um dadurch eine Vermischung der aus den metallenen Behältern entweichenden gasförmigen, flüchtigen und flüssigen Producte mit den Heizgasen zu verhindern, eine Wiedergewinnung der ersteren zu ermöglichen und durch die gute Wärmeleitungsfähigkeit' der Gefäfswandungen eine gleichmäfsige Erhitzung der Beschickung und ein gleichmäfsiges Product bei geringem Brennmaterialverbrauch zu erzielen.
  2. 2. Ein Retortenofen zur Ausführung des unter 1. geschützten Verfahrens, bestehend
    aus einer Anzahl von metallenen Retorten, welche sämmtlich innen mit einem dichten feuerbeständigen und chemisch widerstandsfähigen Ueberzug überkleidet, an einen gemeinsamen Kühl- und Oxydationsraum p, sowie an Absorpfionsgefäfse h oder an eine Bleikammer angeschlossen und event, mit einem verschliefsbaren Luftzuführungsrohr m versehen sind, zum Zwecke, die Oxydation des Ultramarins je nach Bedürfnifs in dem Retorten- bezw. in dem Kühlraum vornehmen, die entweichenden mit den Heizgasen sich sonst vermischenden Gase und flüssigen Producte auffangen und auf diese Weise den Schürprocefs ohne Unterbrechung fortführen zu können.
    Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
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