DE56682C - Mikroskop-Beleuchtungsspiegel für auffallendes Licht - Google Patents
Mikroskop-Beleuchtungsspiegel für auffallendes LichtInfo
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- G02B—OPTICAL ELEMENTS, SYSTEMS OR APPARATUS
- G02B21/00—Microscopes
- G02B21/06—Means for illuminating specimens
- G02B21/08—Condensers
- G02B21/082—Condensers for incident illumination only
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
. KLASSE 42: Instrumente.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 12. Juli 1890 ab.
Die mikroskopische Untersuchung der Objectoberflächen und überhaupt aller undurchsichtigen
Körper geschieht bekanntlich in der Weise, dafs man durch geeignet seitlich über dem Objecttisch
aufgestellte Sammellinsen ein starkes Licht auf das Object wirft. Da hierbei die Lichtstrahlen
schräg auffallen, so müssen bei Höhenverschiedenheiten der Objectoberfläche starke
Schatten erzeugt werden; aufserdem ist diese Beleuchtungsart auch nur für schwache Vergröfserungen,
wo genug Raum zwischen Object und Objectiv für das einfallende Licht vorhanden ist, verwendbar. Für senkrecht auffallendes
Licht und zugleich für starke Vergröfserungen bleibt für die Beleuchtungsstrahlen
nur ein Weg, d. i. von oben durch das Objectiv selbst.
Am einfachsten ist diese Beleuchtung in der Weise zu erreichen, dafs in einem unmittelbar
über dem Objectiv befindlichen kleinen Gehäuse ein Concavspiegel derart angebracht wird,
dafs er das durch eine seitliche Oeffnung des Gehäuses einfallende Licht nach unten ablenkt
und auf das zu betrachtende Object wirft.
Wesentlich ist hierbei der Umstand, dafs der Concavspiegel eine solche Stellung gegenüber
dem Objectivsystem erhält, dafs:
1. sämmtliche von dem Spiegel reflectirten Strahlen auf die Oberfläche des Objects fallen
und somit eine maximale Helligkeit des Gesichtsfeldes erreicht wird, dafs
2. diejenigen Lichtstrahlen, welche an der Oberfläche der Objectivlinsen reflectirt werden,
nicht in den Tubus des Mikroskops eindringen, sondern mittelst des Concavspiegels
durch die seitliche Oeffnung im Gehäuse wieder nach aufsen abgelenkt oder auf Blenden geworfen
werden, und dafs
3. die Gröfse und Helligkeit des Gesichtsfeldes durch den Spiegel nicht beeinträchtigt
wird, sondern nur ein Theil derjenigen Strahlen aufgefangen wird, welche infolge ihrer starken
sphärischen Aberration kein klares Objectivbild liefern.
In den Fig. 1 bis 5 der beiliegenden Zeichnung ist ein nach den vorstehenden Grundsätzen
construirtes Objectiv für auffallendes Licht als Ausführungsbeispiel dargestellt. Die
Fig. ι zeigt einen verticalen Querschnitt durch das Objectiv. Die Fig. 2 ist ein horizontaler
Schnitt nach der Linie o-p der Fig. 1 und die Fig. 3 zeigt im Einzelnen die Einrichtung der
zur Regelung der Lichtstärke dienenden Blende. In den Fig. 4 und 5 ist der Gang der Lichtstrahlen
schematisch dargestellt.
In den Fig. 1 und 2 bezeichnet α das zur
Aufnahme des Spiegels 5 dienende Gehäuse, welches mit einer seitlichen, von einem rohrförmigen
Ansatz b umgebenen Oeffnung versehen ist. Die in der Fig. 3 besonders dargestellte,
mit einer Anzahl verschieden grofser Oeffnungen versehene drehbare Blende c ist,
wie die Fig. 1 erkennen läfst,' an einem vom
Gehäuse α getragenen Stift e mittelst der Schraube d und der Führung g vertical verstellbar,
so dafs die gegenseitige Lage der Blendenöffnungen und der Oeffnung des Objectivgehäuses
a beliebig regulirt werden kann.
Um eine Verstellung des Spiegels s in verticaler und in horizontaler Richtung zu ermöglichen,
ist die diesen Spiegel tragende Welle w in einer L-förmigen Oeffnung ff1
gelagert, in welcher sie mittelst Stellschrauben in beliebiger Lage festgestellt werden kann.
Um nun bei einem derartigen Objectiv die oben angegebenen und für ein gutes Mikroskop
unerläfslichen drei Bedingungen zu erfüllen, ist bei der Anbringung des Spiegels eine ganz
besondere Sorgfalt zu verwenden.
In den Fig. 4 und 5 der beiliegenden Zeichnung ist diese besondere Art und Weise der
Anbringung des Mikroskopspiegels zur näheren Erläuterung schematisch dargestellt und gleichzeitig
der Weg angegeben, welchen die Lichtstrahlen im Innern des Objectivs nehmen.
Wie aus der Fig. 4 ersichtlich, ist der Concavspiegel
s so angebracht, dafs der obere der durch die Blende einfallenden Strahlen I, II, HI
nach dem Brennpunkt B1 zum rechten Objectrand, der untere (III) dagegen in c1 parallel
mit der Achse und dann nach dem linken Objectrand gebrochen wird, als ob er vom
oberen Brennpunkt B ausginge. Man sieht dann sofort, dafs beim Auftreffen des vom
Spiegel reflectirten Strahlenkegels a1 B2 c1 auf
die Linsenoberfläche sämmtliche Linsenreflexe 31, 21J ι' nach links und aufsen direct oder indirect
(durch den Spiegel), geworfen werden; in den Tubus kann somit keiner gelangen.
Bei der weiteren Brechung an der unteren Fläche von L und ebenso auch beim Passiren
der übrigen (hier nicht angegebenen) Linsen des Objectivs bilden die Reflexstrahlen (s. 2, 2")
schon so grofse Winkel, dafs, zumal diese durch den Rückaustritt aus Glas in Luft (2", 2'")
noch vermehrt werden, keiner mehr in das Gesichtsfeld gelangen kann. Vergegenwärtigt
man sich ferner, dafs nur solche Reflexstrahlen sich dem Objectbild beimischen können, welche
rückwärts verlängert, als von Punkten des Objects ausgehend, anzunehmen sind (unter
Berücksichtigung der durch das Linsensystem zu denkenden Brechung), so folgt daraus leicht,
dafs bei diesem Strahleneinfall selbst die medialen, spitzwinklig einfallenden Strahlen (1) —
da ihre Reflexe nicht als von Objectpunkten ausgehend zu construiren sind — eine störende
Reflexbeimischung nicht bewirken können.
Was endlich die weitere Forderung betrifft, das vom reflectirenden Körper einfallende Licht
auf das Object zu concentriren, so bleibt zu beweisen, dafs für den wie beschrieben angeordneten
Hohlspiegel die Beleuchtung des Objects eine maximale ist.
Zu dem Zwecke sei angenommen, dafs die zur Achse parallelen Lichstrahlen 1,2, 3, 4, 5, 6,
Fig. 5, durch das Linsensystem L auf das Object ο1 b1 fallen. Dieselben müfsten sich
nach dem Durchgang durch L nahe dem unteren Brennpunkt .B1 kreuzen. Es ist nun
klar, dafs, wenn durch einen oberhalb von L angebrachten Spiegel die parallelen Tagesstrahlen
in die Bahnen von 1, 2, 3,4, 5, 6 reflectirt würden,
das Object am intensivsten erhellt würde, da alle Strahlen dasselbe treffen. Dann aber würden
keine Strahlen mehr vom Object in den Tubus gelangen und das Objectbild bliebe unsichtbar.
Schiebt man den Spiegel aber nur bis nahe an die Achse, bis gegen c1, so gelangt jetzt
nur das Strahlenbündel 1, 2, 3 durch L auf das Object und dies wird also nur theilweise
zwischen bl dl erhellt, ist aber jetzt natürlich
mikroskopisch sichtbar. Um nun auch den anderen Theil o1 dl zu erhellen, denken wir
uns den Spiegel so gestaltet, dafs er den in cl auftreffenden Strahl nach B2 reflectirt, als ob er
vom oberen Brennpunkt B käme; er "wird dann nach der Brechung parallel zur Achse
und fällt auf den Endpunkt des Objects in o1.
Durch diesen wird also jetzt auch der bis dahin dunkle Objecttheil getroffen, und es werden
mithin alle die Strahlen, welche zwischen diesem, den linken Objectrand treffenden B c1
und dem den rechten noch treffenden 1 liegen, das Object durch den Strahlenkegel 0 kb erhellen.
Beide Strahlen begrenzen aber einen Strahlenkegel 1 a1 B2 c1, welchen man sich
durch Reflection paralleler Tagesstrahlen r0 r0 x
an einem durch c1 gehenden Hohlspiegel 5
entstanden denken kann. Um den letzteren mathematisch zu construiren, mufs die Richtnng
der einfallenden parallelen Strahlen gegeben sein. Diese ist praktisch durch folgenden
Umstand bestimmt: die Fassung der Linse überragt die Oberfläche immer etwas und sei
bis F zu denken. Nun soll aber der Punkt c1
des Spiegels der. Linsenfläche möglichst nahe sein, um, wie aus der dritten Forderung folgte,
die axialen Strahlen nicht zu decken; folglich mufs der auf c1 treffende Strahl über F liegen,
also ungefähr die Richtung r0 c1 haben. Die
Spiegelfläche nun, welche die parallel r0 c1 auffallenden
Strahlen im Strahlenkegel 1 B2 c1
sammelt, läfst sich folgendermafsen construiren: Es schneide der Strahl r0 cl den Strahl 1
unter dem stumpfen Winkel 2 α und er werde reflectirt in c1 unter 2^ = T0C1JB2; der zu
suchende Mittelpunkt des Spiegels sei o2 und der zu suchende Punkt, aus welchem Strahl 1
reflectirt wird, sei α1, so wissen wir zunächst, dafs o2 auf der Halbirungslinie des Winkels
r0 c1 B2, welche als Radius das Einfallloth vorstellt,
liegen mufs. Da die Halbirungslinie O2-^1
vom Winkel ro l a1 B2 auch Radius sein müfste,
also Winkel o2 c1 a1 = o2 a1 c1, so ergiebt sich
für O2C1U1 folgender Werth:
ο2 a1 c1 = a
2 ο2 c1 a1 = a + β + /λ
X-I-^ = TT
2ft +
π —(a. —
2α
0* C1Ct^ =
Damit wäre der Punkt a1 und durch die
Halbirungslinie von Winkel r^ a1 B2 auch der
Mittelpunkt o2 des Hohlspiegels s gefunden.
Dieser Hohlspiegel würde also alles zwischen r0 und T0 1 einfallende parallele Licht auf das
Object vereinigen, also den von ihm verdeckten Raum über dem Objectiv völlig zur Beleuchtung
des Objects ausnutzen. Man kann somit folgendes Resultat ziehen:
Um ein volles, klares und helles Objectbild bei auffallendem Licht zu erhalten, mufs ein
dicht über dem Objectiv befindlicher Hohlspiegel die auf ihn treffenden Beleuchtungsstrahlen in einem solchen Lichtkegel dem
Objectiv zuwerfen, dafs die äufseren Mantelstrahlen desselben durch den Brennpunkt nach
dem jenseitigen Objectrand, die inneren parallel zur Achse nach dem diesseitigen gebrochen
werden.
Claims (1)
- Patent-Anspruch:Ein unmittelbar über dem Objectivsystem eines Mikroskops derart angebrachter Concavspiegel, dafs die durch eine seitliche Oeffnung im Objectivgehäuse auf den Spiegel "auffallenden Strahlen dem Objectiv in einem solchen Lichtkegel zugeworfen werden, dafs die äufseren Mantelstrahlen durch den Brennpunkt hindurch nach dem jenseitigen Objectrande, die inneren dagegen parallel zur Mikroskopachse nach dem diesseitigen Rande gebrochen werden, zum Zwecke, ohne Einengung des Gesichtsfeldes und ohne Erzeugung von Nebenlicht eine möglichst starke Belichtung des Objectes zu erzielen.Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE56682C true DE56682C (de) |
Family
ID=331105
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT56682D Expired - Lifetime DE56682C (de) | Mikroskop-Beleuchtungsspiegel für auffallendes Licht |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE56682C (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US5011243A (en) * | 1986-09-16 | 1991-04-30 | Laser Precision Corporation | Reflectance infrared microscope having high radiation throughput |
-
0
- DE DENDAT56682D patent/DE56682C/de not_active Expired - Lifetime
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US5011243A (en) * | 1986-09-16 | 1991-04-30 | Laser Precision Corporation | Reflectance infrared microscope having high radiation throughput |
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