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Planrost für feinkörnigen Brennstoff Bei der Verfeuerung von minderwertigen,
feinkörnigen Brennstoffen, wie Koksasche und Feinkohle, auf Planrosten müssen deren
Spalten sehr eng gestellt sein, um den Rostdurchfall möglichst zu verringern. Infolge
der sich dabei ergebenden geringen freien Rostfläche sind die Leistungen derartiger
Roste nicht sehr hoch und es ist außerdem eine hohe Luftpressung unter dem Rost
-die minderwertigen Brennstoffe werden durchweg mit Unterwind verfeuert - erforderlich,
die den Kraftbedarf für diese Feuerungen stark erhöht.
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Es ist ein Planrost bekannt, bei welchem der obere Teil der Roststäbe
im Winkel zu dem Stabsteg gerichtet ist, und zwar derart, daß auf jeder Hälfte des
Rostes der obere abgebogene Teil der Stäbe nach den Seiten gerichtet ist. Bei diesem
Rost übergreifen sich die Stabköpfe zwar so weit, daß feinkörniger Brennstoff nicht
so tief in die Spalten hineinfallen kann, daß er von den Stabköpfen abzugleiten
vermag, indessen hat die in bezug auf die beiden Rostseiten voneinander abgewandte
Schrägstellung der Stabköpfe zur Folge, daß die durch die Rostspalten hindurchtretende
Verbrennungsluft und mit dieser die aus dem Brennstoff frei werdenden Gase zu den
beiden Rostseiten hingelenkt werden, so daß auf der Rostmitte ein nahezu toter Brennstoffstreifen
entstehen muß. Ferner sind verhältnismäßig flache Muldenroste bekannt, bei denen
die aus den Rostspalten austretende Verbrennungsluft infolge des Umstandes, daß
die ebenfalls winklig abgebogenen Stabköpfe der beiden Rosthälften einander zugekehrt
sind, zur Rostmitte hingelenkt wird. Da bei diesen Rosten der Brennstoff aber in
der Rostmitte höher als an den Seiten geschichtet liegt, so trifft die Verbrennungsluft
zum beträchtlichen Teil innerhalb der Brennstoffschicht gegeneinander. Diese Roste
bieten demgemäß der Verbrennungsluft einen hohen Durchtrittswiderstand, so daß sie
eine verhältnismäßig hohe Windpressung von 3o bis 35 mm WS benötigen; überdies kann
bei Verfeuerung minderwertiger gasarmer Brennstoffe das Feuer leicht ersticken.
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Gemäß der Erfindung werden unter Zugrundelegung eines Planrostes mit
längsliegenden, winkelartig abgebogenen Stäben, die mit den abgebogenen Teilen übereinandergreifen,
die abgebogenen Stabteile wie bei den bekannten Muldenrosten nach der Rostmitte
zu gerichtet. Die Verbrennungsluft sowie die sich entwickelnden Verbrennungsgase
gelangen, vielleicht abgesehen von der aus den mittelsten Rostspalten austretenden
Verbrennungsluft, oberhalb der Brennstoffschicht zum Zusammenprall, und durch die
hierdurch erzielte Wirbelbildung und innige Vermischung der flüchtigen Bestandteile
miteinander ergibt sich ohne Anordnung eines Zündgewölbes eine äußerst intensive
Verbrennung der Gase, die ihrerseits auch günstig auf die Zündung und Verbrennung
der festen Brennstoffbestandteile einwirkt.
Ein Rost gemäß der Erfindung
besitzt bei Verfeuerung minderwertiger gasarmer Brennstoffe, nämlich von Koksasche
oder einem Gemisch von 2/s Koksasche und. 11, Schlamm, eine Rostleistung bis zu
3oo kg/qm Stunde, wobei eine Verdampfungsziffer von ebenfalls 25 bis 3o kg, wie
bei guten Brennstoffen, erzielt -wird. Die Verbrennung erfolgte mit einem i, 2-fachen
Luftüberschuß, d. h. einem Kohlensäuregehalt der Abgase von 15 bis 15,5 °/o und
als Rest Sauerstoff ohne Kohlenoxyd. Die benötigte Windpressung unter dem Rost beträgt
io bis 16 mm WS, was in Verbindung mit der großen freien Rostfläche einen
geringen Kraftbedarf bedeutet.
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Außer zur Verfeuerung minderwertiger Brennstoffe ist ein derartiger
Rost auch zur Verfeuerung hochwertiger Brennstoffe geeignet, und er ergibt auch.
in diesem Fall entsprechend gute Leistungen. Die Wirkung des Rostes kann noch dadurch
unterstützt werden, daß die Stabstege seitlich in an sich bekannter Weise mit Rippen
versehen werden, wodurch ein sonst einheitlicher langer Verbrennungsgaswirbel in
eine Folge von Einzelwirbeln unterteilt wird. Auch begünstigt die durch jene Querwände
vergrößerte Roststabmasse die Vorwärmung der Verbrennungsluft.
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Die Zeichnung veranschaulicht in Abb. i einen Planrost gemäß der Erfindung
im Querschnitt als ein Ausführungsbeispiel; Abb.2 zeigt den Einbau des Rostes im
Längsschnitt in kleinerem Maßstab; Abb.3 und q. veranschaulichen zwei Ausführungsformen
in Draufsicht.
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Die Köpfe a1 der Roststäbe a sind schräg aufwärts und in bezug auf
die beiden Rostseiten gegeneinandergerichtet. Die Steilstellung der Stabköpfe ist
so gewählt, daß die aus den Rostspalten austretende Verbrennungsluft, etwa abgesehen
von den mittelsten Rostspalten, oberhalb der Brennstoffschicht zum Zusammenprall
gelangt, wie in. Abb. i durch Pfeillinien angedeutet ist. Die Stabköpfe übergreifen
sich ferner so weit, daß in die Rostspalten fallender Brennstoff, der sich dort
im Böschungswinkel einstellt, nicht durch die Rostspalten hindurchzufallen vermag,
sondern auf den Stabköpfen liegenbleibt, wie gleichfalls in Abb. i ersichtlich gemacht
ist.
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Bei den dargestellten Ausführungsbeispie-Ieü sind die Stabstege seitlich
mit Rippen w versehen, welche die zwischen den Stabstegen befindlichen Zwischenräume
in Querrichtung unterteilen, wie dies insbesondere Abb. 2 veranschaulicht. Diese
Unterteilung hat zur Folge, daß die Luft nicht in Zugrichtung unterhalb der Stege
entlang strömen kann, wenn, wie Abb. 2 veranschaulicht, die Roststäbe in Zugrichtung
eingebaut werden, vielmehr ist in diesem Fall die Verbrennungsluft in an sich bekannter
Weise gezwungen, abschnittsweise durch die Rostspalten aufwärts zu steigen, was
im vorliegenden Fall jedoch die neue Wirkung zeitigt, daß die oberhalb der Brennstoffschicht
sich bildenden Verbrennungswirbel in eine Folge von Einzelwirbeln in Feuerungsrichtung
unterteilt sind. Die Rippen ,zu enden zweckmäßig oben unterhalb der Stabköpfe, und
sie können sich unten bis zum unteren Ende des Stabsteges erstrecken, wie Abb. i
links veranschaulicht, oder die Stabstege können, wie Abb. r rechts zeigt, kürzer
oder zum Teil sogar erheblich kürzer als die Rippen w bemessen sein. Ferner können,
wie Abb. q. zeigt, mehrere Stäbe a durch die Rippen w miteinander vereint sein.