DE554331C - Versteifungskoerper fuer Kunstseidenspinnkuchen - Google Patents
Versteifungskoerper fuer KunstseidenspinnkuchenInfo
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Classifications
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Description
DEUTSCHES REICH
AUSGEGEBEN AM
7. JULI 1932
REICHSPATENTAMT
PATENTSCHRIFT
KLASSE 29 a GRUPPE
29 a V 78.
Patentiert im Deutschen Reiche vom 11. April 1930 ab
Zwecks Waschens und Nachbehandelns von-Kunstseidenspinnkuchen außerhalb des Spinn
topfes ist man bisher auf die verschiedenste Weise vorgegangen. Man hat die Spinnkuchen
ζ. B. auf Tragstangen aufgereiht und dann gewaschen und nachbehandelt. Bei Benutzung
von Tragstangen verlieren jedoch die Kuchen ihre runde Form und nehmen die Gestalt eines
Strähns an. Man hat die Spinnkuchen auch schon auf spulenartige, feste Wickelträger gesteckt,
deren äußerer Durchmesser der Weite der Spinnkuchen angepaßt war. Diese Wickelträger
müssen aber sehr sorgfältig in die Kuchenöffnung eingeführt werden, wenn keine Ver-Schiebung
von Fadenlagen eintreten bzw. keine Beschädigung des.Gespinstes verursacht werden
soll; außerdem gestatten sie kein absatzweises geregeltes Wenden der Kuchen. Man hat ferner
Celluloidstreifen verwendet, diese zusammengerollt und in die Kuchen hineingesteckt. Auch
diese Wickelträger erfordern eine gewisse Vorsicht beim Einführen in die Kuchenöffnung und
gestatten kein absatzweises geregeltes Wenden. ~ Sodann bieten sie den Kuchen keine Möglichkeit,
praktisch spannungsfrei zu trocknen, was aber notwendig ist, wenn das Auftreten von
Fadenwellungen vermieden werden soll. Schließlich soll auch ein allerdings für zu.färben
de Garnwickel und nicht für zu waschende und nachzubehandelnde Spinnkuchen bestimmter
Wickelträger Erwähnung finden, der aus einem eine Breitlagerung des Wickels herbeiführenden,
haarnadelförmigen Metalldraht besteht. Dieser Wickelträger, auf Kunstseidenspinnkuchen
angewendet, läßt jedoch kaum ein Aufreihen der Kuchen auf Stäbe und überhaupt kein Wenden auf diesen Stäben zu. Gemäß der
Erfindung werden nun Wickelträger in Vorschlag gebracht, die aus elastischem oder
elastisch wirkendem Baustoff bestehen und eine runde, nicht spulenartige Gestalt besitzen. Wird
ein solcher Wickelträger deformiert in einen Spinnkuchen eingeführt und sodann losgelassen,
so faßt er diesen von innen so, daß er mit dem Versteifungskörper auf einer Aufhängevorrichtung
gewendet werden kann. Die Vorteile eines Wickelträgers gemäß der Erfindung bestehen
darin, daß die Kuchen zwar in gewünschter Weise eine der Strähnform angenäherte längliche
Form annehmen, ohne jedoch ihre Rundung zu verlieren, daß das Einführen leicht, schnell und ohne besondere Sorgfalt vorgenommen
werden kann, daß mit ihrer Hilfe ein absatzweises Drehen der Kuchen möglich ist und daß sie bei einer entsprechend gewählten
Vorspannung ein spannungsfreies bzw. fast spannungsfreies Trocknen der Kuchen gestatten.
Im Rahmen der Erfindung kann der Versteifungskörper eine verschiedenartige Gestalt
besitzen. So kann er die Gestalt eines hufeisenförmig, gebogenen, also in sich nicht geschlosse-
*) Von dem Patentsucher sind als die Erfinder angegeben worden:
Dr. Johann Josef Stöckly in Teltow-Seehof und Dr. Erhard Witte in Berlin-Lichterfelde.
nen, vorzugsweise länglich-ovalen Streifens annehmen, wie die Abb. ι dies darstellt. Nach
dem Zusammendrücken des federnden Streifens ι kann derselbe in den Spinnkuchen 2 be-S
quem hineingebracht werden, so daß der Streifen den Kuchen, wie es Abb. 2 zeigt, von innen
elastisch versteift, während die Ränder des Streifens etwas über den Kuchen hinausragen.
Es hat sich gezeigt, daß der so elastisch versteifte Kuchen, selbst ohne daß er gefitzt oder
gebunden wird, unter dem schwachen inneren Druck genügend Halt bekommt, so daß er die
verschiedenen Behandlungsprozesse, wie z. B. die Rieselwäsche, unbeschädigt übersteht.
Die Abb. 3 zeigt einen anders geformten, hufeisenförmigen Streifen 3, bei dem an einer
Längsseite des Ovals ein Stück frei bleibt, und der ebenso bequem und mit ähnlicher Wirkung
wie derjenige nach Abb. 1 in den Spinnkuchen 2 hineingebracht werden kann (vgl. Abb. 4).
Man kann dem Versteifungskörper auch eine
polygonartige, nach Abb. 5 und 6 z. B. viereckige Gestalt geben, der an der einen Polygonecke
offen ist. Durch Ineinanderdrücken des elastischen, polygonartigen Streifens 4 kann derselbe
in den Spinnkuchen 2 hineingebracht und dann darin geöffnet werden. Um nach dem
Öffnen des Polygons demselben einen gewissen Halt zu erteilen, werden die offenen Enden 5
und 6 nach Abb. 5 scharnier- oder klauenartig ausgebildet. Die streifenförmigen, versteifenden
Einsatzkörper können, wie es im besonderen Abb. 6 zeigt, zwecks intensivster Naßbehandlung
und Waschens gelocht sein. An Stelle von streifenförmigen Versteifungskörpern können auch Spannstäbe 7 und 8 nach
Abb. 7 verwendet werden, welche an elastischen Bügeln 9, die offen oder geschlossen sein können,
angebracht sind. Die federnden Bügel ermögliehen es infolge ihrer federnden Eigenschaft,
die beiden Spannstäbe bequem in den Spinnkuchen einzuführen und nach dem Loslassen
den Kuchen in länglich-gestreckter Form festzuhalten. Zwecks besserer Auflage der
Spinnkuchen können gemäß Abb. 8 die Spannstäbe 7 und 8 mit sattelförmigen Kappen 10
und 11 versehen werden, welche zwecks guten Durchdringens der Behandlungsagenzien auch
gelocht sein können.
Die Abb. 9 stellt eine mit zwei Spannstäben 13 und 13 versehene Versteifungsvorrichtung
dar, welche an dem Federbügel 9 angebracht sind, und die dadurch ausgezeichnet sind, daß
sie doppelseitig nach links und nach rechts über den Federbügel herausragen und die Möglichkeit
bieten, zwei oder mehr Spinnkuchen aufzunehmen.
In der Abb. 10 ist eine entsprechende, etwas anders gestaltete Vorrichtung zur Aufnahme
einer größeren Reihe von Spinnkuchen 2 dargestellt. Die Spannstäbe sind dort wiederum
mit 12' und 13 bezeichnet. Über die Spannstäbe
sind Kappen 10 und 11 befestigt, welche sich auf fast die ganze Länge erstrecken. Es
sind zwei Federbügel 14 und 15 vorhanden, welche die beiden parallelen Stäbe an beiden
Enden auseinanderspreizen. Die Federwirkung der Bügel ermöglicht es, die in die Länge gezogenen
Spinnkuchen leicht über das Spannstäbegestell zu schieben. Es ist in einer Abänderung
auch vorgesehen, daß der eine oder beide Bügel abnehmbar ausgestaltet sind.
Die Kuchenträger werden aus für die verschiedenen Behandlungsbäder widerstandsfähigem
Material hergestellt. Hierzu eignen sich je nach dem besonderen Verwendungszweck
Aluminium, Stahl, sogenannte säurefeste Stähle und Kombinationen solcher Stoffe, wie beispielsweise
Monelmetall. Für jene Teile, welche die federnde Wirkung ausüben sollen, wählt man
elastisches oder federndes Material, wie Stahl, und überzieht es mit säurefesten Lacken, Gummi
o. dgl. Massen, wie beispielsweise solche unter der Bezeichnung Latex bekannt sind. Für die
Spannstäbe, auf deren Federwirkuhg man keinen besonderen Wert zu legen braucht oder wo die
Federwirkung der Stäbe, insbesondere wie bei den längeren Stäben nach Abb. 10, wo mehrere
Kuchen gleichzeitig aufgesetzt werden, unerwünscht ist, kann man Holz, Aluminium, Kunstharzmassen,
wie beispielsweise solche unter der geschützten Bezeichnung Bakelit bekannt sind,
mit Gummi überzogene Metallstäbe u. dgl. verwenden.
Das Verfahren zum Auswaschen, Nachbehandem und gegebenenfalls Trocknen der Kunstseidenspinnkuchen
ist dadurch gekennzeichnet, ■daß man unrunde Kuchenträger benutzt, die
die Spinnkuchen in nachgiebiger Weise von innen fassen und zufolge ihrer länglichen oder polygonartigen
Form eine absatzweise, geregelte Wendung oder Drehung des Kuchens und damit eine geregelte Bespülung oder Berieselung bei
der Behandlung ermöglichen.
Claims (5)
1. Versteifungskörper für Kunstseidenspinnkuchen beim Waschen, Nachbehandeln
und Trocknen, dadurch gekennzeichnet, daß der aus einem elastischen oder elastisch wirkenden
Baustoff bestehende Körper unrunde, nicht spulenartige Gestalt hat und, deformiert
in den Spinnkuchen hineingebracht, diesen beim Loslassen von innen so faßt, daß der Kuchen mit dem Versteifungskörper
auf einer Aufhängevorrichtung gewendet werden kann.
2. Versteifungskörper nach Anspruch 1, bestehend aus einem hufeisenartig gebogenen,
nicht in sich geschlossenen, Vorzugsweise länglich-ovalen, gegebenenfalls gelochten
Streifen, der durch Zusammen-
drücken in das Innere des Kuchens eingeführt werden kann. ■
3. Versteifungskörper nach Anspruch i,
bestehend aus zwei oder mehr Spannstäben, welche durch einen oder mehrere federnde,
geschlossene oder offene Bügel miteinander verbunden sind und welche durch Pressen
der Bügel in das Innere des Kuchens eingeführt werden können und denselben beim Loslassen länglich spannen.
4. Versteifungskörper nach Anspruch 1 und. 3, dadurch gekennzeichnet, daß die
Spannstäbe doppelseitig zum Federbügel ausgebildet sind und zur Aufnahme mindestens
zweier Spinnkuchen dienen.
5. Versteifungskörper nach Anspruch 1, 3 und 4, dadurch gekennzeichnet, daß die
Spannstäbe sattelförmig sind oder sattelförmige, gegebenenfalls gelochte Kappen zur Aufnahme der Spinnkuchen tragen.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Applications Claiming Priority (1)
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| DE554331T | 1930-04-11 |
Publications (1)
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|---|---|---|---|
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Country Status (4)
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1931
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Also Published As
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