DE548131C - Verfahren zur Herstellung von Benzoylchlorid bzw. o- oder p-Chlorbenzoylchlorid - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Benzoylchlorid bzw. o- oder p-Chlorbenzoylchlorid

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DE548131C
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    • C07ORGANIC CHEMISTRY
    • C07CACYCLIC OR CARBOCYCLIC COMPOUNDS
    • C07C51/00Preparation of carboxylic acids or their salts, halides or anhydrides
    • C07C51/58Preparation of carboxylic acid halides

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Description

Die Erfindung bezieht sich auf ein verbessertes Verfahren zur Herstellung aromatischer Säurechloride und insbesondere von Benzoylchlorid. Es ist bekannt, daß Benzoylchlorid durch Chlorierung von Benzaldehyd hergestellt werden kann.
Gemäß der Erfindung wird Benzoylchlorid durch Chlorierung von Benzylalkohol erhalten. Diese Reaktion war bisher unbekannt, und wenn sie auch komplex ist, läßt sie sich durch die folgende empirische Gleichung darstellen:
C15H5CH2OH
2Cl2
== C0H5COCl + 3HCI
Die Chlorwasserstoffsäure tritt in die Reaktion ein, und gewünschtenfalls kann man an Stelle von Chlor allein ein Gemisch von Chlor und Chlorwasserstoffsäure benutzen. Hierbei verläuft die Reaktion nach den Gleichungen
C15H-CH2OH + HCl = C15H3CH2Cl + H2O (2a) C8IL1CH2Q +Cl2 = C8K1CHCI, + HCl (2b) C0H-CHCl2 +H2O = C15H5CHO+ 2HCl(2c)
ag C8H5CHO +Cl2 Z=C0H5COCl+ HCl (ad)
Diese lassen sich in folgende Gleichung zusammenfassen.
C15H5CH2OH + HCl + 2Cl2
= C0H3COCl + 4HCI
In der Praxis ist es empfehlenswert, diese Reaktion mit dem üblichen Verfahren der Chlorierung von Benzaldehyd zwecks Herstellung von Benzoylchlorid zu kombinieren, so daß man, anstatt zunächst ein reines Benzalchlorid herzustellen, das in Benzaldehyd übergeführt werden muß, das rohe Produkt benutzt, das man durch Chlorierung von Toluol, beispielsweise bis zur Erreichung des spezifischen Gewichts 1,270, erhält. Dieses Produkt besteht aus einem Gemisch von Benzylchlorid und Benzalchlorid. Durch Hydrolyse auf dem üblichen Wege ergibt es eine Mischung von Benzylalkohol und Benzaldehyd.
Wenn man dieses Gemisch chloriert, bis überschüssiges Chlor frei hindurchgeht, erhält man reines Benzoylchlorid.
Dieses Verfahren ist viel billiger als das alte Verfahren der Chlorierung von Benzaldehyd, weil der Ausgangsstoff, nämlich rohes Benzalchlorid, sehr viel weniger kostspielig ist als reines Benzalchlorid. Man kann Benzylchlorid allein oder irgendeine Mischung dieser Verbindung mit Benzalchlorid benutzen.
Andere aromatische Säurechloride, z. B. Chlorbenzoylchlorid, können in analoger Weise durch Einwirkung von Chlor auf hydrolysiertes Chlorbenzalchlorid oder auf ein hydrolysiertes Gemisch von Chlorbenzylchlorid und Chlorbenzalchlorid hergestellt werden.
Die folgenden Beispiele dienen zur weiteren Erläuterung der praktischen Ausführung
der Erfindung, die indessen nicht auf diese Beispiele beschränkt ist. -Pie angegebenen Teile sind Gewichtsteile. *
Beispiel ι
214 Teile Benzylalkohol werden in einem mit einem kräftigen Rückflußkühler versehenen Kolben erhitzt. Durch die Flüssigkeit wird etwa 6 Stunden lang bei 130 bis 1400C Chlor hindurchgeleitet, d. h. bis am Austritt Chlor nachweisbar ist. Die Reaktionstemperatur wird dann auf 190 bis 2000 C gesteigert und das Reaktionsprodukt weitere 6 Stunden unter Rückfluß erhitzt. Das Chlor, das während der Temperatursteigerung leicht aufgenommen wird, fängt an, am Austritt wieder nachweisbar zu werden, wenn die Reaktion beendet ist. Der Inhalt des Kolbens wird dann destilliert, und die zwischen 194 und 1980 C abgehende Fraktion wird als Benzoylchlorid gesammelt. Man erhält eine Ausbeute von 209 Gewichtsteilen oder 70 o/o.
Beispiel 2
15 Teile eines Gemisches von Benzylalkohol und Benzaldehyd (erhalten durch Hydrolyse von rohem Benzalchlorid) werden in ein mit Blei ausgekleidetes und mit einem Rückflußkühler versehenes Chlorierungsgefäß gebracht.
Die Temperatur wird auf etwa 1500 C gesteigert und Chlor in die Flüssigkeit eingeleitet, während man die Chlorwasserstoffsäure entweichen läßt. Nach etwa 2ostündiger Chlorierungsdauer 'und wenn Chlor frei entweicht, wird die Chlorierung unterbrochen, unter Rückfluß erhitzt und in Aufnahmegefäße abdestilliert. Man erhält etwa 13 Teile Benzoylchlorid.

Claims (4)

Patentansprüche:
1. Verfahren zur Herstellung von Benzoylchlorid bzw. o- oder p-Chlorbenzoylchlorid, dadurch gekennzeichnet, daß man Benzylchlorid oder dessen o- oder p-Chlor-Substitutionsprodukte hydrolysiert und auf die erhaltenen Produkte bei 140 bis 1900 C Chlor einwirken läßt, bis keine Chlorwasserstoffsäure mehr entwickelt wird und Chlorgas in den Austrittsgasen erscheint.
2. Verfahren zur Herstellung von Benzoylchlorid, dadurch gekennzeichnet, daß man Chlor allein oder in Mischung mit Chlorwasserstoffsäure auf Benzylalkohol einwirken läßt.
3. Verfahren zur Herstellung von Benzoylchlorid, dadurch gekennzeichnet, daß man Mischungen von Benzyl- und Benzalchlorid in beliebigem Verhältnis hydrolysiert und dann die erhaltenen Mischungen von Benzylalkohol und Benzaldehyd mit Chlor oder einem Gemisch von Chlor und Chlorwasserstoffsäure behandelt.
4. Verfahren zur Herstellung von o- oder p-Chlorbenzoylchlorid, dadurch gekennzeichnet, daß man Chlor oder eine Mischung von Chlor und Chlorwasserstoffsäure auf» hydrolysierte o- oder p-Chlorbenzylchloride oder auf hydrolysierte Mischungen von o- oder p-Chlor- y0 benzylchlorid und o- oder p-Chlorbenzalchlorid einwirken läßt.
. gedrückt in der reichsdruckerei
DEI36133D 1928-02-02 1928-11-16 Verfahren zur Herstellung von Benzoylchlorid bzw. o- oder p-Chlorbenzoylchlorid Expired DE548131C (de)

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