DE538990C - Schleif- oder Poliermasse, bestehend aus einer Aufschwemmung von losen Koernern in einer sie tragenden und voneinander trennenden Schleiffluessigkeit - Google Patents

Schleif- oder Poliermasse, bestehend aus einer Aufschwemmung von losen Koernern in einer sie tragenden und voneinander trennenden Schleiffluessigkeit

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DE538990C
DE538990C DED56230D DED0056230D DE538990C DE 538990 C DE538990 C DE 538990C DE D56230 D DED56230 D DE D56230D DE D0056230 D DED0056230 D DE D0056230D DE 538990 C DE538990 C DE 538990C
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C09DYES; PAINTS; POLISHES; NATURAL RESINS; ADHESIVES; COMPOSITIONS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR; APPLICATIONS OF MATERIALS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
    • C09KMATERIALS FOR MISCELLANEOUS APPLICATIONS, NOT PROVIDED FOR ELSEWHERE
    • C09K3/00Materials not provided for elsewhere
    • C09K3/14Anti-slip materials; Abrasives
    • C09K3/1454Abrasive powders, suspensions and pastes for polishing
    • C09K3/1481Pastes, optionally in the form of blocks or sticks

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Materials Engineering (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Detergent Compositions (AREA)

Description

  • Schleif- oder Poliermasse, bestehend aus einer Aufschwemmung von losen Körnern in einer sie tragenden und voneinander trennenden Schleifflüssigkeit ' Lose Kristalle oder Pulver von bestimmter Härte und Körnung, welche zum spanabnehmenden Schleifen und Polieren von zahlreichen metallischen und nichtmetallischen Stoffen (z. B. Glas, Stahl usw.) dienen, zeigen bekanntlich den Übelstand, daß sie sich in wäßriger Aufschwemmung mehr oder weniger leicht entmischen und zu Boden sinken, wenn die Schleifflüssigkeit nicht stets vor jedesmaliger Verwendung durch Schütteln, Umrühren u. dgl. gut durchmischt wird. Auch ergeben sich bekanntlich sonstige praktische Schwierigkeiten, den meistens in sehr kleinen und daher schwer dosierbaren Einzelposten zu verwendenden Schleifmittelbrei in stets gleichmäßiger Konsistenz und Menge zu erhalten und zur Verbrauchsstelle leiten zu können.
  • Der bekannte Vorschlag, einen Polierrotbrei in Strangform durch Rohrleitungen hindurchzupressen und dicht vor der Arbeitsstelle durch einen Wasserstrahl zu zerstäuben und dadurch in gewünschtem Verhältnis zu verdünnen und aufzutragen, beseitigt die Schwierigkeiten der Behandlung, der Förtleitung, der Dosierung und Auftragung von genau gleichmäßig zu durchmischendem Schleifmittelbrei offenbar nicht. Namentlich nach längeren Betriebspausen sind Rohrleitungen oder sonstige Fördervorrichtungen durch den sich absetzenden und schnell erhärtenden Schleif- oder Polierschlamm meistens verstopft und jedesmal nur mit großer Mühe und erheblichem Zeitaufwand wieder in Ordnung zu bringen.
  • Bezeichnenderweise erfolgt daher die Zuführung loser Schleif- und Polierkörner in wäßriger Breiform immer noch von Hand durch den Arbeiter, der nach Gutdünken in primitiver Weise von Zeit zu Zeit auf die Schleif stelle einen (zu großen) Posten Schleifmittelbrei aufgibt, ohne daß dieser Brei vor Verunreinigungen geschützt wird und sparsam ausgenutzt werden kann.
  • Bei dieser Sachlage hat man, um eine gleichmäßig regelbare, insbesondere eine selbsttätige Zuführung von Polierrot z. B. mittels Aufspritzen praktisch zu ermöglichen, unter anderem bereits vorgeschlagen, dem Polierschlamm wesentliche Mengen von Glycerin beizumischen. Dadurch wird das Absetzen der feinen Polierkörnchen zwar etwas verzögert, ohne völlig verhindert zu werden: aber bei genügender Beimischung des teuren Glycerins verliert das Schleif- oder Poliermittel ganz bedeutend an Schleifkraft, weil der Schlamm eine fettige, ölartige Beschaffenheit erhält und das Glycerin gleichsam als Schmiermittel wirkt. Die Körner werden mit einer fest anhaftenden und durch wesentliche Reibungsverminderung störenden Glycerinhülle umgeben, so daß die Schleifzeit entsprechend verlängert und der Anpreßdruck erhöht werden muß.
  • Dies gilt offenbar in noch höherem Grade für alle diejenigen Polier- und Putzpasten, welche im wesentlichen Fette, Wachse, dickflüssige öle als Gleit- und Bindemittel für die beigemischten Polierkörner enthalten und deren Ablagerung zwar verhindern, aber unter ganz wesentlicher Verringerung der Reibung und damit der Leistung beim Polieren, welches ohne Wasserzufuhr stattfindet. Die Reinigung der Werkstücke vom anhaftenden Fettbrei erfordert zudem häufig eine besondere Nacharbeit.
  • Ein anderer Vorschlag, eine lediglich für das Putzen und Desoxydieren von Silber, Kupfer und deren Legierungen bestimmte Paste durch konzentriertes Kieselsäuregel unter Zuführung von Ammoniak und wenig Fett, öl oder Wachs herzustellen, ergibt keinen spanabnehmenden Körnerbrei, sondern nur eine chemisch wirksame, körnerfreie und daher völlig durchsichtige Putzsalbe, bei welcher das Kieselsäuregel also lediglich die Aufgabe und Wirkung hat, als billiger, reibungsvermindernder Ölersatz und als Absorptionsmittel für die entstehenden Metallammoniakverbindungen zu dienen.
  • Selbstverständlich ist aber für einen allgemein verwendbaren Schleif- oder Polierbrei eine spanabnehmende Wirkung unentbehrlich, z. B. beim Bearbeiten von Glas, Stahl usw., so daß stark reibende. Schleif-oder Polierkörner aus geeignetem Material (Polierrot, Korund, Karborund, Kreide usw.) von bestimmter Mahlfeinheit und Korngröße praktisch notwendig erscheinen.
  • Um einerseits den Schleif- oder Polierbrei an vorzeitiger Entmischung durch Herabsinken und Festsetzen der schweren Körner beim Aufbewahren in der Schleifflüssigkeit zu hindern und um andererseits die Reibung und damit die Schleifleistung der Körner bei ihrer spanabnehmenden Arbeit möglichst wenig zu beeinträchtigen, wird bei vorliegendem Verfahren eine Schleif- oder Poliermasse aus einem Brei von losen Körnern gewünschter Mahlfeinheit und Härte in einer sie tragenden und trennenden Schleifflüssigkeit dadurch hergestellt, daß durch Zusatz von Kolloiden (beispielsweise Leim, Dextrin usv.) mit Wasser zwischen den einzelnen Körnern eine mehr oder weniger feste, gallertartige und wasserhaltige Trennungswand geschaffen wird, welche die Körner elastisch trägt und schließlich vor oder während des spanabnehmenden Arbeitens der Körner (z. B. durch Verdrängen, Lösen, Schmelzen der Gallerte) beseitigt werden kann.
  • Die allertartige Beschaffenheit des vorliegenden' Körnerbreies hängt namentlich von der Art und Menge des kolloiden Zusatzes und etwaiger anderer Beimengungen, von dem in sehr weiten Grenzen je nach Verwendungszweck und Schleifmittelkörnun n regelbaren Wassergehalt, von der Temperatur sowie u. a von der Einwirkungs- und Abkühlungszen der betreffenden organischen oder anorgani sehen Kolloide oder Kolloidmischungen ab Die einzelnen Körner der neuen Schleif- oder Poliergallerte sinken auch in vollkommenen Ruhezustande oder bei langsamer Fortbewegung in Rohrleitungen, Kanälen usw. entweder überhaupt nicht zu Boden oder be: sehr stark wäßriger Körnergallerten so lang. sam, daß die etwaige Entmischung praktisch kaum in Betracht kommt.
  • Daraus ergibt sich eine besondere Anwendungsweise der vorliegenden Körnergallerte unter Benutzen von Druckgefäßen und Druckleitungen in der Weise, daß, um ohne häu figes Umrühren und Durchmischen eine bestimmte geringe Menge des Schleif- oder Poliermittels nunmehr beliebig langsam und beliebig weit der Verbrauchsstelle dauernd und sicher auch nach längeren Betriebspausen zuführen zu können, die kornhaltige Gallerte trotz ihrer festen, die Entmischung verhindernden wasserbindenden Form einem so hohen Druck, vorzugsweise in einem an sich bekannten Druckbehälter von einer trennenden Membran aus ausgesetzt wird, daß die elastische Körnergallerte durch Rohrleitungen, Kanäle, Düsen usw. zu den Verbrauchsstellen dauernd oder in geregelten Zeitabschnitten in verwendungsbereitem, sorgfältig durchmischtem Zustande gedrückt wird unter Aufrechterhaltung der Trennung der einzelnen Schleifkörner voneinander in der sie elastisch verbindenden Gallerte.
  • Ein besonderer Vorteil der Körnergallerte liegt darin, daß infolge der leichten, beliebig weitgehenden Dosierbarkeit der Körnergallerte wesentlich an Schleifmitteln und Personal gespart und der Schleif- oder Polierbetrieb wesentlich sauberer und rascher durchgeführt werden kann. Eine Fäulniszersetzung von Kolloiden aus organischen Substanzen oder von Gallertwasser läßt sich auch bei vieltägiger Lagerung des fertiggemischten Gallertkörnergemisches bequem durch geringen Zusatz antiseptischer Mittel verhindern. Der je nach Verwendungszweck und Körnergröße gewählte Kolloidzusatz hindert im allgemeinen ein schnelles vorzeitiges Verdunsten des Gallertwassers.
  • Die Zuführung der Schleif- oder Poliergallerte zur Verbrauchsstelle kann auf mannigfache Weise erfolgen, wie noch aus folgenden Beispielen erkennbar ist.
  • Ein mit Gallerten bestrichenes (endloses) Band führt in gleichmäßigem oder ruckweisem Vorschub genügend Schleif- oder Polierbrei dem Werkzeug oder Werkstück zu.
  • Oder .die Schleif- oder Poliergallerte wird in kleine Stücke zertrennt und gleichsam als fester Körper auf die Arbeitsstelle gebracht, wo sie durch den Schleifdruck zerquetscht wird oder durch die Schleif- oder Polierwärme rasch schmelzen kann oder durch Wasserzugab-- wunschgemäß verdünnt bzw. aufgelöst wird.
  • Bei plastischer Beschaffenheit der Gallerte bereitet es, wie schon erwähnt, keine Schwierigkeit, den Brei durch beliebig lange Rohrleitungen mit beliebig hohem Druck betriebssicher und gleichmäßig zu pressen. Falls befürchtet wird, daß die Preßv orrichtungen (Kolben usw.) vom Schleifmittel stark abgenutzt werden, vermag man einen solchen Verschleiß auf mehrere Weise zu verhindern. Etwa durch Hineindrücken von (kaltem) Preßwasser, Preßluft usw. in den Schlammbehälter, aus dessen Rohrleitungen die Gallerten zu den Verbrauchsstellen gelangen.
  • Bevorzugt wird die Anwendung von Preßpumpen mit schützender Membran zur Förderung des Schleif- oder Polierbreis.
  • Namentlich bei hydraulischem oder mechanischem Betriebe hat man es in der Hand, den Gallertbrei in genau dosierbarer kleinster Menge dauernd oder in bestimmten Zwischenräumen wunschgemäß zur Verbrauchsstelle zu leiten.
  • Die Zubereitung der Schleif- oder Poliermasse richtet sich nach der Art und Beschaffenheit des oder der betreffenden Kolloide, sie kann unter Umständen durch Erwärmen oder Aufkochen erfolgen.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRÜCHE: i. Schleif- oder Poliermasse, bestehend aus einer Aufschwemmung von losen Körnern gewünschter Mahlfeinheit und Härte in einer sie tragenden und voneinander trennenden Schleifflüssigkeit, dadurch gekennzeichnet, däß, um einerseits den Schleif- oder Polierbrei an vorzeitiger Entmischung durch Herabsinken und Festsetzen der schweren Körner beim Aufbewahren in der Schleifflüssigkeit zu hindern und um andererseits die Reibung und damit die Schleifleistung der Körner bei ihrer spanabnehmenden Arbeit dennoch möglichst wenig zu beeinträchtigen, durch Zusatz von Kolloiden mit Wasser zwischen den einzelnen Körnern eine mehr oder weniger feste, gallertartige und wasserhaltigeTrennungswand geschaffen wird, welche die Körner elastisch trägt und schließlich vor oder während des spanabnehmenden Arbeitens der Körner (z. B. durch Fortdrängen, Lösen, Schmelzen der Gallerte) beseitigt wird. z. Zuführung einer Schleif- oder Poliergallerte nach Anspruch i zur Arbeitsstelle, dadurch gekennzeichnet, daß die kornhaltige Gallerte dauernd oder in geregelten Zwischenräumen in verwendungsbereitem Zustande unter Vermeidung der Zuführung weiterer Zusätze durch besondere Leitungen in an sich bekannter, beliebiger Weise in einem vorzugsweise mit Membrankolben versehenen Zylinder u. dgl. einem hohen Förderdrucke ausgesetzt wird, so daß sie durch an den Zylinder angeschlossene Leitungen beliebig langsam und beliebig weit von der Druckerzeugungsstelle entfernt der gewünschten Verbrauchsstelle dauernd und sicher auch nach längeren Betriebspausen zugeführt werden kann.
DED56230D 1928-07-24 1928-07-24 Schleif- oder Poliermasse, bestehend aus einer Aufschwemmung von losen Koernern in einer sie tragenden und voneinander trennenden Schleiffluessigkeit Expired DE538990C (de)

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