DE538691C - Physikalisches Messinstrument, insbesondere Drehwaage - Google Patents

Physikalisches Messinstrument, insbesondere Drehwaage

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DE538691C
DE538691C DE1930538691D DE538691DD DE538691C DE 538691 C DE538691 C DE 538691C DE 1930538691 D DE1930538691 D DE 1930538691D DE 538691D D DE538691D D DE 538691DD DE 538691 C DE538691 C DE 538691C
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Askania Werke AG
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    • G01MEASURING; TESTING
    • G01VGEOPHYSICS; GRAVITATIONAL MEASUREMENTS; DETECTING MASSES OR OBJECTS; TAGS
    • G01V7/00Measuring gravitational fields or waves; Gravimetric prospecting or detecting
    • G01V7/08Measuring gravitational fields or waves; Gravimetric prospecting or detecting using balances
    • G01V7/10Measuring gravitational fields or waves; Gravimetric prospecting or detecting using balances using torsion balances, e.g. Eötvös balance

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Description

  • Physikalisches Meßinstrument, insbesondere Drehwaage Die Erfindung bezieht sich auf Drehwaagen und andere physikalische Meßinstrumente, bei denen als Meßorgan ein Torsionsfaden dient dessen ' Torsionskraft die zu messenden Kräfte kompensiert, so daß aus den Schwingungen des an dem Torsionsfaden aufgehängten Organes - bei Drehwaagen des Waagebalkens - die Größe der zu messenden Kräfte ermittelt werden kann. Da die Torsionskraft des Fadens sich mit der Temperatur ändert und infolgedessen bei Messungen von längerer Dauer durch Änderungen der "Temperatur erhebliche Fehler in die Meßergebnisse hineinkommen können. pflegt man, insbesondere bei Drehwaagen, den Torsionsfaden samt dem Gehänge in ein Schutzgehäuse einzuschließen. Es hat sich jedoch gezeigt, daß trotz der Anordnung eines solchen Schutzgehäuses noch merkbare Änderungen in der Temperatur eintreten, so daß man sich genötigt sieht, die Temperatur des Torsionsfadens während der gesamten Beobachtungszeit ständig zu überwachen. Um die Beobachtung der Temperatur des Torsionsfadens zu ermöglichen, hat man schon vorgeschlagen, in dem Schutzgehäuse für den Torsionsfaden Thermometer anzuordnen, welche die Innentemperatur des Gehäuses anzeigen. Bei der für diesen Zweck bisher bekannten Verwendung von an der GPhäuseinnenwand befestigten Metallthermometern zeigt sich jedoch der Übelstand, daß die von den Thermometern angezeigte Temperatur häufig nicht unerheblich von der Temperatur das Fadens abweicht, da die Thermometer verhältnismäßig weit von dem Faden .entfernt liegen. Dieser Übelstand tritt insbesondere in Erscheinung, wenn im Innern des Schutzgehäuses eine Temperaturschichtung auftritt, da" in solchen Fällen die von den Thermometern angezeigte Temperatur erheblich von der ermittelten Temperatur des Torsionsfadens abweicht und infolgedessen die Temperaturänderungen des Fadens nicht mit hinreichender Genauigkeit berücksichtigt werden können. Überdies haben die bisher verwendeten Metallthermometer den Nachteil, daß sie infolge der verhältnismäßig großen Masse der Metallteile .zu träge sind.
  • Gemäß der vorliegenden Erfindung sollen nun die erwähnten Übelstände dadurch beseitigt, werden. daß das temperaturempfindliche Organ für das in dem Schutzgehäuse angeordnete Thermometer aus einem neben dem Torsionsfäden parallel oder nahezu parallel ausgespannten Draht oder Faden besteht, der die gleiche oder annähernd gleiche Länge wie der Torsionsfaden aufweist. Der temperaturempfindliche. Draht oder Faden wird zweckmäßig in der gleichen Höhe wie der Torsionsfaden eingespannt, und zwar mittels des gleichen Metalles oder Stoffes, mittels welchem der Torsiönsfaden eingespannt ist. Bei dieser Anordnung nimmt der temperaturempfindliche Draht oder Faden an Stellen gleicher Höhe fast genau die gleiche Temperatur ein wie der Torsionsfaden, so daß das Thermometer in jedem Augenblick die wahre mittlere Temperatur des Torsionsfadens anzeigt und infolgedessen Temperaturfehler mit erheblich größerer Genauigkeit berücksichtigt werden können als bisher.
  • Das Thermometer kann entweder als Widerstandsthermometer ausgebildet sein, bei welchem die Änderungen, die der elektrische Widerstand des Drahtes erfährt, in bekannter Weise, z. B. mittels einer Wheatstoneschen Brückenschaltung, zur Temperaturmessung dienen. Man kann jedoch mit dem gleichen Ergebnis die Temperaturmessung auch auf Grund der Längenausdehnung vornehmen, die ein Draht oder Faden aus einem Stoff von hohem Wärmeausdehnungskoeffizienten erfährt.' Erwünscht ist in jedem Falle, daß der Draht oder Faden möglichst dünn gehalten wird, damit seine Wärmekapazität möglichst mit derjenigen des Torsionsfadens übereinstimmt, so daß er stets dessen mittlere Temperatur annimmt.
  • Die beiliegende Zeichnung zeigt eine beispielsweise Ausführungsform des Erfindungsgegenstandes in einem Schnitt durch den für die Erfindung in Betracht kommenden Teil einer Drehwaage.
  • In der Zeichnung ist i das Schutzgehäuse der Drehwaage, dessen senkrechter Rohrteil i°, der durch einen Deckel ib abgeschlossen ist, den an seinem oberen Ende mittels eines Klemmstückes 2 befestigten Torsionsfaden 3 umschließt. An dem unteren Ende des Torsionsfadens 3 ist in bekannter Weise eine einen Spiegel 4 tragende Stange 5 befestigt, welche den Waagebalken 6 trägt. Neben dem Torsionsfaden 3 und parallel zu diesem ist nun erfindungsgemäß als temperaturempfindliches Organ ein Draht 7 vorgesehen, der an seinem oberen Ende mittels eines an dem Deckel ib angeordneten Klemmstückes 8 festgespannt ist, welches zweckmäßig aus dem gleichen Metall oder Stoff besteht wie (las den Torsionsfaden 3 tragende Klemmstück 2. An seinem unteren Ende ist der Draht 7 mit dem einen Arm eines an dem unteren Ende einer senkrechten Stange 9 schwenkbar gelagerten Hebels io befestigt, dessen anderer Arm durch eine Feder i i mit einer zweiten senkrechten Stange 12 verbunden ist. Die Stange 9 besteht aus einem Stoff von möglichst geringem Wärmeausdehnungskoeffizienten,, beispielsweise Invar, während für den Draht 7 ein Stoff von möglichst großem Wärmeausdehnungskoeffizienten gewählt wird. An der Unterseite des Hebels io ist ein Spiegel 13 angeordnet.
  • Bei einer Längenänderung des durch die Feder i i straff gehaltenen Drahtes 7 infolge einer Änderung der Temperatur führt der Hebel io und somit auch der Spiegel 13 Drehbewegungen aus, die mittels eines auf den Spiegel 13 geworfenen Lichtstrahles zusammen mit den Drehbewegungen des Spiegels 14, die dieser infolge der Schwingungen des Waagebalkens 6 ausführt, in üblicher Weise sichtbar gemacht oder auch auf photographisches Papier aufgezeichnet werden können. Um die Bewegungen des Spiegels 13 in dem gleichen Gesichtsfeld oder auf dem gleichen lichtempfindlichen Papier sichtbar zu machen, wie die Schwingungen des Waagebalkens können geeignete lichtablenkende Mittel, z. B. ein unter 45' geneigter Spiegel 14, vorgesehen sein. Da der Draht 7 sich neben dem Torsionsfaden 3 über dessen gesamte Länge erstreckt, werden etwaige Temperaturänderungen des Torsionsfadens durch die Bewegungen des von dem Spiegel 13 zurückgeworfenen Lichtstrahles mit großer Genauigkeit wiedergegeben, so daß bei Auswertung der Meßergebnisse- die jeweilige Temperatur des Torsionsfadens genau berücksichtigt werden kann.
  • Anstatt der Längenänderung kann, wie bereits erwähnt, gegebenenfalls auch das Verhalten des elektrischen Widerstandes eines entsprechend ausgespannten Drahtes zur Ermittlung der Temperatur des Torsionsfadens dienen, wobei die Widerstandsänderungen in bekannter Weise durch beliebige elektrische Schaltungen, z. B. Brückenschaltung, ermittelt werden können.

Claims (4)

  1. PATENTANSPRÜCHE: i. Physikalisches Meßinstrument, insbesondere Drehwaage, mit einem von einem Schutzgehäuse umschlossenen Torsionsfaden und innerhalb des Schutzgehäuses angeordnetem Thermometer, dadurch gekennzeichnet, daß das temperaturempfindliche Organ (7) für das Thermometer aus einem neben dem Torsionsfaden (3) parallel oder nahezu parallel ausgespannten Draht oder Faden besteht, welcher die gleiche oder annähernd gleiche Länge wie der Torsionsfaden aufweist.
  2. 2. Physikalisches Meßinstrument, insbesondere Drehwaage, nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß das eine Ende des aus einem Stoff von großem Wärmeausdehnungskoeffizienten bestehenden Drahtes (7) an der gleichen Schutzrohrwand wie der Torsionsdraht (3) befestigt ist, während das andere Ende an einem durch eine Feder (i i ) belasteten Hebel (io) angreift, der an einem denn Temperaturdraht (7) parallelen Stab (9) aus Stoff von geringem Wärmeausdehnungskoeffizienten schwenkbar gelagert ist, wobei die Längenänderungen des Drahtes in an sich bekannter Weise durch einen an dem Hebel (Zo) befestigten Spiegel (13) kenntlich gemacht werden.
  3. 3. Physikalisches MeBinstrument, insbesondere Drehwaage, nach Anspruch i oder 2, dadurch gekennzeichnet, daB das zur Befestigung des Drahtes (,) dienende Klemmstück (8) o. dgl. aus dem gleichen Stoff besteht wie das den Torsionsfaden tragende Klemmstück (2).
  4. 4. Physikalisches Mebinstrument, insbesondere Drehwaage, nach Anspruch i und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Bewegungen des an dem Hebel (io) angeordneten Spiegels (r3) durch lichtablenkende Mittel (i4) in dem gleichen Gesichtsfeld sichtbar gemacht werden wie die Drehbewegungen des Torsionsfadens (3).
DE1930538691D 1930-02-01 1930-02-01 Physikalisches Messinstrument, insbesondere Drehwaage Expired DE538691C (de)

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