DE53380C - Glühofen zur Herstellung von Knochenkohle - Google Patents
Glühofen zur Herstellung von KnochenkohleInfo
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Classifications
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- C—CHEMISTRY; METALLURGY
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT
JHj 33
Gegenstand vorliegender Erfindung ist ein Ofen zur Herstellung von Beinschwarz, dessen
Construction auf dem Generativsystem beruht, wobei das zur Verwendung kommende Generatorgas in einem besonderen Ofen erzeugt
wird und die rohen Knochen automatisch den Retorten zugeführt werden, während die gebrannten Knochen fortschreitend aus den
unter den Retorten angeordneten Kühlapparaten in Transportschnecken entleert und dann
durch einen Elevator den Mahlmühlen zugeführt werden, die sie zu Beinschwarz von
verschiedener Feinheit verarbeiten.
Zweck der neuen Einrichtung ist, die Herstellung von Beinschwarz unter Vermeidung
von Handarbeit zu ermöglichen.
Es zeigt Fig. 1 die neue Einrichtung in der Ansicht und theilweise senkrecht durchschnitten,
Fig. 2 einen senkrechten Schnitt, Fig. 3 die Seitenansicht eines Ofens mit seinem Gasgenerator
in gröfserem Mafsstabe, Fig. 4 einen senkrechten Schnitt durch diesen Ofen
und Generator nach Linie x-x der Fig. 6 und 7, Fig. 5 einen Schnitt durch den Ofen
nach Linie y -y, Fig. 6. Die Fig. 6 und 7 sind Schnitte nach den Linien \-\, Fig. 4,
und k-k, Fig. 5, Fig. 8 und 9 zeigen den Schiebermechanismu's der Retorten, Fig. 10 zeigt
die Endansicht der Kühlapparate mit deren Schiebermechanismus.
Die neue Einrichtung besteht aus zwei Haupttheilen, dem Generator A und dem
Brennofen B, Fig. 1 und 3. In dem Brennofen B befindet sich eine Retorte oder auch
mehrere Retorten C C senkrecht aufgestellt, Fig. 4. Eine gewölbte Verbrennungskammer
erstreckt sich seitlich der Retorten durch den ganzen Brennofen hindurch.
Der obere Theil des Gasgenerators A ist
durch Kanal a, Fig. 4, mit dem unteren Theil des Brennofens B verbunden. Dieser Kanal a
enthält in seinen Seitenwänden Seitenkanäle α1, durch welche hocherhitzte Luft in der Art
eingeführt wird, dafs sie sich mit den in dem Generatorofen erzeugten Kohlenoxydgasen
mischt.
Die Retorten C C bestehen aus feuerbeständigem Material und werden von einem gufseisernen
Boden getragen, welcher gleich den Seiten wänden des Ofens auf Doppel-T-Trägern
ruht. Die Retorten haben eine ovale Form und sind an ihren Aufsenseiten mit Vorsprüngen
dd1 ausgestattet, Fig. 5, welche sie
aus einander halten, so dafs sie von den Heizgasen umspült werden können. Die einander
zugekehrten Vorsprünge d d1 der beiden Retortenreihen,
Fig. 5 und 7, sind durch Bogen C? mit einander verbunden und steifen die Retorten
gegen einander ab, so dafs sie sich unter der Einwirkung des Feuers nicht werfen können.
Die unteren Enden der Retorten werden luftdicht von Flantschen b umschlossen, welche
einen Theil der mit feuerfestem Material be-kleideten Bodenplatte C1 bilden, Fig. 8. An
den Aufsenseiten werden die Retorten ihrer ganzen Länge nach durch Zwischenblöcke C3,
Fig. 7, gehalten, so dafs hier senkrechte Feuerkanäle gebildet sind, welche an ihren unteren
Enden bei e, Fig. 5, mit dem Feuerraum vereint sind. Die Abzüge C6 für die ent-
weichenden Feuergase sind mit Regulirschiebern c7 versehen. Von den Abzügen C6
strömen die Feuergase dann in die Schornsteine C8, welche ebenfalls mit Regulirschiebern
C9 ausgestattet sind.
Die Retorten an der Vorder- und Rückwand des Ofens lehnen sich mit ihren Vorsprügen d1
gegen Knaggen c?2, Fig. 7, dieser Wände, so
dafs sämmtliche Retorten in Verbindung mit den Vorsprüngen, den Bogen C2 und den
Zwischenblöcken C3 unverrückbar festgehalten werden.
Die oberen Enden der Retorten sind mit gufseisernen Mundstücken D, Fig. 5, ausgestattet
, welche durch Deckel D J luftdicht
geschlossen sind. Die Deckel D1 enthalten in den gufseisernen Stutzen D2 die Speiseröhren D3,
welche mit den Bodenöffnungen der festen Trichter E verbunden sind.
Die zermalmten rohen Knochen werden mit Hülfe des Elevators E1, Fig. 2, in die Speisetrichter
E gehoben und sinken aus diesen, ihrer Schwere folgend, in die Retorten. Die
Ausflufsöffnungen der Trichter sind mit Schiebern f, Fig. 5, ausgestattet. Die Retortendeckel
enthalten noch Schaulöcher, durch welche der Umwandlungsprocefs der Knochen
in den Retorten beobachtet werden kann. Diese Löcher sind für gewöhnlich dicht durch
Stopfen/1 geschlossen, damit die Luft nicht in die Mundstücke der Retorten eindringen
kann.
An der Bodenplatte C1 des Retortenofens B sind gufseiserne Kühlgefäfse D4 luftdicht befestigt,
Fig. 3, 4, 5 und 8, deren Böden mit Oeffnungen, Fig. 8, versehen sind. Unter
diesen Böden sind Schieber D5 angeordnet, welche mit entsprechenden Oeffnungen, Fig. 8,
versehen sind, so dafs bei geeigneter Stellung der Schieber der Zutritt der Luft gänzlich verhindert
und die Beschickung der Retorten nicht beeinträchtigt wird. Dies ist nothwendig,
da die Destillationsgase vermittelst eines Exhaustors abgesogen werden, und demnach auch
alle Verbindungen der Retortentheile luftdicht sein müssen. Die Schieber an den Böden der
Kühler werden automatisch durch einen geeigneten Mechanismus in der Art bethätigt,
dafs nur geringe Mengen Beinschwarz in geeigneten Zwischenräumen abgelassen werden.
In demselben Verhältnifs als das Beinschwarz aus den Retorten entnommen wird, sinken auch
die rohen Knochen aus den Speisetrichtern in die Retorten nach, so dafs das Speisen der
Retorte nur durch das Eigengewicht in den gewünschten Zwischenräumen erfolgt.
Das Mundstück D jeder Retorte ist mit einer Querwand g versehen, welche mit dem Deckel
verbolzt ist, so dafs eine Kammer g1 auf der einen Seite entsteht, aus welcher die Destillationsgase
abgesogen werden und in welche Knochen nicht hineinfallen können. Diese Kammern g1 sind durch die geneigten Rohre g2
mit den senkrechten Röhren g3 verbunden, welche in die Wasserrohre F, von denen eines
auf jeder Seite des Retortenofens angebracht ist, eintauchen. Die schweren Flüssigkeiten,
wie Theer, welche bei der Destillation entstehen, werden in dem Wasserrohr gesammelt,
während die entwickelten Gase von einem Exhaustor vermittelst des Rohres F\ Fig. 6, angesaugt
und nach einem Condensator geleitet werden. In letzterem bleiben dann die Condensationsflüssigkeiten
zurück, während die verbleibenden Gase durch die Rohre F2, Fig. 7,
und die in den Seitenwandungen des Generatorofens befindlichen Kanäle g*, Fig. 7, in den Gasofen
zurückgeleitet werden. Die Destillationsgase mischen sich in dem Kanal a, Fig. 4,
mit den Generatorgasen und verbrennen mit denselben, so dafs der Heizwerth der ersteren
auch zum Erhitzen der Retorten ausgenutzt wird.
Unterhalb der Kühler D* und der Schieber
D5 sind die Schurren De befestigt, welche
das abgelassene Beinschwarz nach der in dem Behälter G gelagerten Transportschnecke G',
Fig. 4 und 5, hinleiten. Die Oeffnungen der Böden der Kühler Di und diejenigen der
Schieber D5 werden abwechselnd in und aufser
Uebereinstimmung durch einen Mechanismus gebracht, der den Schiebern eine hin- und
hergehende Bewegung ertheilt. Die äufseren Enden der Schieber Z)5 sind mit Röllchen r,
Fig. 8 und 9, ausgestattet, welche in Curvennuthen r1 der Scheiben W geführt sind. Diese
Scheiben W sind auf einer gemeinsamen Welle S befestigt, die ihre Drehung durch ein
Zahnrad erhält, das seinerseits die Bewegung von der Transmission empfängt, Fig. 2. Die
Curvennuthen der Scheibe W sind so gebildet, dafs die Schieber schnell die Oeffnungen
der Kühlerboden freigeben, wenn die Rollen r den excentrischen Theil der Nuthen durchlaufen
, die Bodenöffnungen der Kühler dagegen während des Passirens des übrigen Theiles der Nuth geschlossen erhalten. Je eine
Scheibe W bethätigt die Schieber zweier einander gegenüberliegender Kühler D4, doch sind
die Scheiben W nicht alle in der gleichen Lage auf der Welle S angeordnet, so dafs die
Schieber einer Reihe Kühler nicht in der gleichen Weise bethätigt werden, sondern nach
einander arbeiten. Zu diesem Zwecke sind die Scheiben W so auf die Welle S gesetzt, dafs
die Excentricitäten der Scheiben nicht in einer Linie liegen, sondern die Excentricität der
einen Scheibe von der anderen um einen kleinen Winkel abweicht, wobei sich dieser
Winkel, von der ersten Scheibe ausgehend,
Claims (2)
1. Ein Glühofen für Knochenkohle, gekennzeichnet durch die Lagerung der Retorten
in einer Grundplatte C1 die Anordnung eines mit einem Ablafsschieber Z)5 versehenen
Kühlers Dl unterhalb einer jeden Retorte und eine in dem Retortenkopfe D
angebrachte Scheidewand g, durch welche dieser in zwei Kammern getheilt wird, deren
eine zur Einführung der Knochen, deren andere zur Ableitung der Destillationsgase
dient.
2. Bei dem unter 1. angegebenen Glühofen eine derartige Anordnung von Oeffnungen
in den Böden der Kühler Z)4, sowie in den Schiebern Z)5, dafs dieselben vermittelst der
auf der gemeinsamen Welle S angeordneten Curvenscheiben W, deren excentrische
Theile gegen einander versetzt sind, während eines gewissen Zeitabschnittes geöffnet
werden, wenn die in der Gurvennuth r1 liegenden Führungsrollen r den excentrischen
Theil von r1 durchlaufen.
Hierzu 4 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
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ID=328039
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| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
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| DENDAT53380D Expired - Lifetime DE53380C (de) | Glühofen zur Herstellung von Knochenkohle |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE53380C (de) |
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- DE DENDAT53380D patent/DE53380C/de not_active Expired - Lifetime
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