-
Ausrückvorrichtung für pneumatische Bogenanleger Das Patent 516071
betrifft eine Ausrückvorrichtung für pneumatische Bogenanleger, bei welcher beim
Stillsetzen der Presse von dem Ausschaltgestänge gleichzeitig Druck-und Saugluft
abgeschaltet und die Pumpe auf Leerlauf gestellt wird, und besteht darin, daß die
Saugluft- und die Druckluftleitung durch ein gemeinsames, mit zwei ins Freie führenden
Bohrungen versehenes Hahngehäuse geführt sind, dessen vom Ausschaltgestänge gesteuertes
Küken mit zwei unabhängig nebeneinandergelegenen Durchlässen nach Art eines Dreiweghahnes
versehen ist.
-
Die vorliegende Erfindung betrifft eine Ausrückvorrichtung dieser
Art, bei welcher aber statt des Hahnkükens in der Luftleitung ein Ringschieber eingeschaltet
ist, der durch ein bei Störungen in der Bogenanlage vom Pressenantrieb bewegtes
Gestänge geöffnet wird. Die Erfindung kennzeichnet sich dadurch, da,ß die Ringschieber
unmittelbar am Saug- bzw. Druckluftstutzen angebracht sind.
-
Bisher hat man Ringschieber, die bei Störung in der Bogenanlage durch
Betätigung des Ausrückgestänges geöffnet werden, zwischen der Pumpe und der Arbeitsstelle
angeordnet. Diese Anordnung ist nachteilig.
-
Es kommt darauf an, die Leitungen zwischen Luftpumpe und Luftdüse
möglichst kurz zu machen. Je größer und länger die Leitungen sind, um so schwerer
gelingt beim öffnen einer Entlüftungsstelle die Aufhebung des Vakuums in den Leitungen.
Bei ungenügend aufgehobenem Vakuum sind die pneumatischen Wirkungen nicht immer
zuverlässig, besonders nicht bei hoher Tourenzahl, weil die Trägheit der in den
Leitungen befindlichen Luftmassen dann zu groß ist. Bei der regelmäßigen Unterbrechung
des Vakuums bei jedem Arbeitsspiel ist es z. B. nötig, möglichst den vollen Leitungsquerschnitt
schlagartig aufzureißen, weil sonst die Sättigung des Vakuums zu langsam vor sich
geht. Handelt es sich aber nur um. das Abschalten bei Störungen, ohne die Luftpumpe
selbst auszurücken, oder wird die Leitung nicht durch Ventilklappen, sondern durch
Ringschieber unterbrochen, so ist die richtige Anordnung der Entlüftungsstelle in
der Luftleitung von großer Bedeutung. In je größerer Nähe der Luftpumpe die Entlüftung
geschieht, um so vorteilhafter ist. die Wirkung, weil dann die Pumpe direkt leer
arbeitet und nicht erst eine Luftmasse in den Leitungen in Bewegung gesetzt wird,
die über die Unterbrechungsstelle hinweg aus der geöffneten Leitung immer noch Luft
nachsangt.
-
Bei der erfindungsgemäßen Anordnung ist nur ganz wenig Leitungslänge
vorhanden, in
der nach öffnung der Lüftungsstelle noch Luftmassen
in Bewegung gesetzt werden. Das ist nach dem Vorstehenden ein großer Vorteil. Durch
die plötzlich wirkende vollständige-Entlüftung wird eine zuverlässigere Arbeitsweise
erzielt.
-
Die Erfindung besteht weiter darin, daß jeder Ringschieber aus einer
auf einem konischen Stück der betreffenden Luftleitung nachstellbar gelagerten konischen
Büchse besteht, deren am Umfang angebrachte Löcher mit in der Luftleitung vorhandenen
Löchern in bekannter Weise durch Drehen der Büchse zur Deckung gebracht werden.
-
Auf der Zeichnung ist die neue Einrichtung dargestellt. Es zeigen
Abb. i eine Vorderansicht, Abb.2 eine Seitenansicht, teilweise im Schnitt, und Abb.
3 die Verbindung mit der Presse. Mit i ist die Pumpe bezeichnet, die mittels Riemen
2 von einem Elektromotor 3 aus angetrieben wird. Im oberen Teil der Pumpe sitzt
der Druckluftstutzen q. und seitlich der Saugluftstutzen 5. Auf beide ist je ein
Rohr 6 von gleichem Durchmesser aufgeschraubt, die senkrecht nach oben verlaufen
und in gleicher Höhe enden. Die Rohre 6 sind in gleicher Höhe je mit einer konisch
verlaufenden Verdickung 7 versehen, deren schwächerer Teil unten liegt. In den Verdickungen
7 sind je vier um 9o° versetzte Querbohrungen 8 vorgesehen, die als in Achsenrichtung
verlaufende Langlöcher ausgebildet sind. Auf dem konisch gestalteten Teil 7 der
beiden Rohre 6 sitzt je eine Buchse 9, die gleichfalls vier um 9o° versetzte Querbohrungen
io besitzt und durch eine auf das Rohr aufgeschraubte Mutter i i gehalten wird.
Die Löcher der Buchse 9 liegen in gleicher Höhe mit den Langlöchern io. Die Buchse
9 läßt sich auf dem konischen Teil drehen, wodurch sich ihre Löcher mit den Löchern
io des Rohres zur oder außer Deckung bringen bzw. die Löcher im Rohr 6 öffnen oder
verschließen lassen. Durch entsprechendes Anziehen der Mutter i i kann die gewünschte
Abdichtung der Löcher io durch die Buchse 9 erreicht werden. Auf den Buchsen 9 sitzt
j e ein Klemmring 12, der mit einem Lappen 12a versehen ist. Die Lappen 1211 der
beiden Buchsen 9 'sind durch eine Stange 13 verbunden, die reit ihren abgeflachten
Enden in waagerechte Schlitze der Lappen 12a eingreift. Durch eine axiale Verschiebung
der Stange 13 werden die beiden Buchsen gleichzeitig auf den Rohren 6 gedreht. -Die
Buchsen 9 sind' -in bezug auf die Rohre 6 und die Klemmringe 12 so eingestellt,
däß ihre Löcher in der einen Endstellung der Stange 13 sich : mit den Löchern io
der Rohre 6 decken und daß in der anderen Endstellung die Bohrungen io der Rohre
6 durch die Buchsen 9 verschlossen sind: Auf der Stange 13 ist ungefähr in der Mitte
eine Hülse 14 festgeklemmt, die an einem Zapfen eine Rolle 15 'trägt. Die Rolle
15 greift in ein Langloch 16 eines Hebels 17 ein, der mit seinem unteren Ende an
dem Pumpengehäuse drehbar gelagert und dessen oberes Ende als Handgriff ausgebildet
ist. Mittels dieses Handhebels 17 können also die Buchsen 9 auf den Rohren 6 gedreht
und die Bohrungen io freigelegt oder verschlossen werden. An dem Handhebel greift
eine Feder 18 an, die bestrebt ist, ihn-in eine solche Lage zu ziehen, daß die Bohrungen
io freigelegt sind. Für gewöhnlich wird jedoch der Handhebel in der anderen Endlage,
in der die Bohrungen io durch die Buchsen 9 verschlossen sind, durch eine drehbar
an ihm angebrachte Sperrklinke i9 gehalten, die unter der Wirkung einer Feder 2o
in eine Rast 2i einer Schiene 22 einfaßt. Diese Schiene läuft parallel zu der Stange
13 und ist mittels zweier Buchsen 23 an den Rohren 6 befestigt. Um eine sichere
Führung des Handhebels 17 an der Schiene 22 zu erzielen, ist- auf seiner Rückseite
eine Lasche 2q. angebracht, die hinter die Schiene faßt.
-
Die Sperrklinke i9 ist als Winkelhebel ausgebildet, dessen freier
Arm gegabelt ist. In dieser Gabel ruht*däs-End& einer Stange 25, deren anderes
Ende mit dem zum automatischen Ausrücken des Pressenantriebes bei..' Eintreten einer
Stockung in der Bogenanlage dienenden Gestänge 26 verbunden ist. An ihr ist hinter
dem in dem gegabelten Winkelhebel liegenden Teil eine Nase 27 vorgesehen, die bei
der durch das Gestänge 26 erfolgenden Bewegung der Stange 25 in der einen Richtung
(nach links in Abb. i) den Winkelhebel i9 mitnimmt, und dadurch die Sperrklinke
i9 aus der Rast der Schiene 22 aushebt. Nach dem Ausheben der Sperrklinke i9 kommt
die Feder 18 zur Wirkung und bewegt den Hebel 17 und damit die Stange 13, so daß
durch die Buchse 9 die Nebenluftkanäle io in der Saug-und Druckluftleitung geöffnet
werden, wodurch. die Wirkung der Saug- und Druckdüse an der Presse aufgehoben ist.
Durch Rückführen des Hebels 17 wird der Betriebszustand wiederhergestellt. Der Vorgang
entspricht vollkommen dem im Hauptpatent beschriebenen.
-
Die Stange 25 ist verschiebbar mit dem Gestänge 26 zur Ausrückung
des Pressenantriebes verbunden,, so daß sie auch unabhängig von der Stellung dieses
Gestänges mittels Handgriffes 28 bewegt und damit die Saug- - und Druckdüsen unabhängig
vom Pressenlauf an- und abgestellt werden können.