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Krankenbett Es ist eine von der medizinischen Wissenschaft anerkannte
Tatsache, daß ein erheblicher Prozentsatz von Sterbefällen im Anschluß an schwere
Operationen auf ungeeignete Lagerung des Patienten zurückzuführen ist.
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Bei Inkontinenten, Schwerkranken oder frisch Operierten ist es notwendig,
daß der Kranke die Möglichkeit hat, Bedürfnisse zu verrichten, ohne angehoben werden
zu müssen. Ein Krankenbett, dessen Matratze eine Klosettöffnung aufweist, unter
der ein Klosettgefäß o. dgl. angeordnet ist, würde den zu stellenden Anforderungen
nicht genügen. Der Kranke muß hier dauernd auf der Klosettöffnung liegen. Es ist
aber erwünscht, den Kranken, sobald sich sein Befinden etwas gebessert hat, auf
einer ungeteilten Fläche liegen zu lassen, während jedoch jederzeit die Möglichkeit
bestehen muß, die Klosetteinrichtung ohne Belästigung des Kranken durch Umbetten,
Anheben usw. in die Gebrauchslage zu bringen.
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Es ist bereits vorgeschlagen worden, den Rahmen eines Krankenbettes
in der Querrichtung in zwei Hälften zu unterteilen und den Fußteil teleskopartig
in den Kopfteil eingreifen zu lassen, so daß das Bett auseinandergeschoben werden
kann, wodurch eine Klosetteinrichtung freigelegt wird. Hier liegt zwar der Kranke
auf einer ungeteilten Liegefläche, aber es ist unmöglich, ein solches Bett für einen
inkontinenten oder frisch operierten Kranken zu verwenden, da der Kranke beim Auseinanderschieben
des Bettes zwecks Freilegung der Klosetteinrichtung erheblichen Erschütterungen
ausgesetzt wäre. Des weiteren ist der Kranke bei Verrichtung seiner Bedürfnisse
Zugluft ausgesetzt, die, wenn es sich beispielsweise um stark fiebernde Personen
handelt, unter Umständen zum Tode führen kann. Beim Verrichten der Bedürfnisse würde
außerdem der Kranke auf der harten oberen Einfassung -des Klosettgefäßes liegen.
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Soll anderseits bei einer derartigen Vorrichtung der Patient wieder
auf eine glatte Liegefläche gebracht werden, so ist es notwendig, den Kranken zunächst
anzuheben, die Klosetteinrichtung wieder nach unten zu versetzen und das Bett zusammenzuschieben.
Das ist für einen Schwerkranken mit großen Beschwerden verbunden.
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Gegenstand der Erfindung ist ein Krankenbett, das die Nachteile der
bisher bekannten Einrichtungen beseitigt. Dieses Krankenbett, das sich insbesondere
für Schwerkranke oder frisch Operierte eignet, besitzt in der Matratze eine Durchbrechung,
unterhalb deren sich eine Klosetteinrichtung befindet. Im Gegensatz zu dem Bekannten
ist jedoch der mit der Durchbrechung und Klosetteinrichtung versehene Matratzenteil
in der Längsrichtung des Bettes verschiebbar.
Zweckmäßig wird dabei
die Matratze mit Klosetteinrichtung von einem rahmenartigen Boden getragen, der
kürzer ist als der Bettrahmen, in dem sie mit dem Rahmen längsverschiebbar gelagert
ist.
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Hiermit sind eine ganze Reihe Vorteile verbunden, die in erster Linie
dem Kranken selbst zugute kommen, die sich aber auch für das Pflegepersonal und
für den behandelnden Arzt bemerkbar machen.
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Zunächst wird der Patient von Zugluft frei gehalten, da einmal die
Durchbrechung in der Matratze durch den Körper des Patienten verschlossen wird und
anderseits die Klosetteinrichtung in einen luftdicht abschließbaren Kasten eingesetzt
ist.
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Eines der schlimmsten Übel in der Krankenpflege ist das Wundliegen
(Dectibitus), das durch ein Bett gemäß der Erfindung mit Sicherheit vermieden wird,
weil die gefährdetste Stelle, das Steißbein, vollkommen freiliegt und die Lage des
Patienten durch eine einzige Kurbeldrehung verändert werden kann.
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Der Kranke kann auch eine vollkommen sitzende Stellung einnehmen,
da einmal in üblicher Weise die Kopfunterlage entsprechend geändert werden kann
und außerdem durch das Verschieben der Matratze zwischen Fußwand des Bettgestells
und dem Fußende der Matratze ein Raum frei wird, in den bei entsprechender Länge
der Matratze der Kranke die Füße herabhängen lassen kann. So kann auch ein Patient,
der die Klosettöffnung nicht verlassen darf, wie Typhus- oder Rückenmarkleidende,
zum Essen oder Lesen bei einer passenden Einstellung der Matratze eine sitzende
Haltung einnehmen.
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Ist es nicht notwendig, daß der Kranke dauernd auf der Klosettöffnung
liegt, so kann letztere, ohne daß der Patient das Bett verläßt, in die Kniegegend
verschoben werden. Es ist dann nur notwendig, den Kranken, ohne ihn aufzuheben,
an den Armen oder Schultern zu halten bzw. mittels eines Brustgürtels am Kopfende
des Bettgestells für einen Augenblick festzuschnallen, dann kann beispielsweise
durch ein_ e Kurbeldrehung in der denkbar ruhigsten Weise die Matratze unter ihm
weg verschoben werden. Umgekehrt kann die Klosettöffnung dadurch wieder an die richtige
Stelle gebracht werden, daß der Kranke an den Füßen festgehalten oder in entsprechender
Weise am Fußende des Bettgestells festgeschnallt und die Matratze nach dem Kopfende
zu bewegt wird.
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Naturgemäß bringt der Gegenstand der Erfindung auch große Erleichterungen
für die Bedienung des Kranken durch das Pflegepersonal. Die Lageänderungen des Kranken
können vorgenommen werden, ohne daß ein Anheben oder Umbetten des Kranken erforderlich
wäre. Die Verschiebung erfolgt zweckmäßig mittels einer am Bettrahmen drehbar angeordneten
unverschiebbaren Spindel, die in eine am Matratzenboden befestigte Spindelmutter
eingreift.
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Auch die ärztliche Behandlung ist bei einem Bett gemäß der Erfindung
bequemer. Sollen beispielsweise schwere Erkrankungsfälle der Harnwege behandelt
werden, so wird der Patient nach oben zum Kopfende des Bettes gekurbelt. Der Arzt
kann dann zur besseren Übersicht unten auf dem Bett Platz nehmen, dort seine Instrumente
ausbreiten usw. Spülungen sind leichter durchzuführen, da die Flüssigkeit durch
die Durchbrechung in den Topf der Klosetteinrichtung abläuft.
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Für die Hygiene--des Krankenzimmers besteht ein großer Vorteil darin,
daß die Klosettöffnung unten durch einen luftdicht abschließbaren, von beiden Seiten
bedienbaren und abnehmbaren Kasten abgeschlossen ist.
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Da sich im Gegensatz zu dem obenerwähnten bekannten Vorschlag beim
Verschieben der Matratze die Gesamtlänge des Bettgestells nicht ändert, so beansprucht
das neue Bett zu seiner Aufstellung nur den üblichen Platz. Auch ist es nicht notwendig,
Betten mit verschiedenen Abmessungen vorrätig zu halten, da die Einstellung der
Klosetteinrichtung der verschiedenen Größen der Patienten angepaßt werden kann.
Desgleichen ist es wirtschaftlich von Wert, daß sich eine Einrichtung gemäß der
Erfindung in eines der üblichen vorhandenen Metallbettgestelle nachträglich einbauen
läßt.
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In den Zeichnungen ist eine Ausführungsform eines Krankenbettes .gemäß
der Erfindung schematisch dargestellt.
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Abb. z ist ein Längsschnitt und Abb. a eine Aufsicht.
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Der feste Bettrahmen a trägt an den beiden Enden zwei Querbretter
b, auf denen der Boden c der Matratze d aufruht. Diese hat eine Durchbrechung k,
unter der eine Klosetteinrichtung l befestigt ist. An dem einen Ende des Rahmens
a, beispielsweise am Kopfende, befindet sich in der Mittelachse desselben eine durch
Kurbel e drehbare Schraubenspindel f, auf deren Ende eine mit dem Matratzenboden
c fest verbundene Mutter h sitzt. Der Matratzenboden nebst Matratze ist kürzer als
der Bettrahmen a und kann durch drei Kissen i ergänzt werden, wenn der Kranke liegen
soll.
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Soll der Kranke in sitzende Stellung gebracht werden, so werden die
drei Kissen i herausgenommen und die Kurbel e gedreht.
Dadurch verschiebt
sich die Mutter h auf der Spindel f und nimmt den Matratzenboden mit der Matratze
mit. An dem Boden ist eine Hülse g befestigt, die die Mutter umschließt und zur
Aufnahme der Spindel dient.
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Naturgemäß ist die Erfindung nicht an diese Ausführungsform gebunden;
so kann z. B. die Verschiebung der Durchbrechung h mit der Klosetteinrichtung auch
in der Weise erfolgen, daß der Matratzenboden c aus mehreren gleich breiten Brettern
hergestellt ist und eines derselben mit der Durchbrechung und der Klosetteinrichtung
versehen ist. Es braucht dann nur die Lage der Bretter so gewechselt werden, daß
das mit der Durchbrechung versehene Brett an die Stelle eines anderen kommt. Die
Verschiebung der Durchbrechung k mit der Klosetteinrichtung kann anstatt mittels
einer durch eine Kurbel angetriebenen Spindel auch auf andere Weise erfolgen. Die
frei werdenden Stellen werden jeweils durch Einschieben von Kissen ausgeglichen.