DE5315C - Verfahren der Anwendung von Wasserdämpfen bei der Destillation von Flüssigkeiten - Google Patents
Verfahren der Anwendung von Wasserdämpfen bei der Destillation von FlüssigkeitenInfo
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- B01—PHYSICAL OR CHEMICAL PROCESSES OR APPARATUS IN GENERAL
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- B01D3/00—Distillation or related exchange processes in which liquids are contacted with gaseous media, e.g. stripping
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Description
1878.
Klasse 12.
LUDWIG RAMDOHR in HALLE a. S. Verfahren der Anwendung von Wasserdämpfen bei der Destillation von Flüssigkeiten.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 28. Juli 1878 ab.
Viele Stoffe unterliegen, wenn sie in einem von aufsen erwärmten Gefäfse (der Blase oder
dem Kessel) dem Destillationsprocefs unterworfen werden, einer oft tief gehenden Zersetzung,
wie z. B. die festen und flüssigen Kohlenwasserstoffe des Braunkohlentheers, das
Stearin u. s. w.
Solche Zersetzungen oder Spaltungen sind fast stets mit einem erheblichen Verluste an
den werthvollsten Bestandtheilen des Destillates verknüpft, und man hat deshalb wiederholt versucht,
durch Einführung von Wasserdämpfen in das Destillirgefäfs jene Zersetzungen auf ein
geringeres Mafs zurückzuführen.
Dabei überhitzt man entweder den Wasserdampf in einem besonderen Apparate aufserhalb
des Destillirgefäfses, oder man wendet ihn ohne vorherige Ueberhitzung an.
Im letzteren Falle läfst man ihn gewöhnlich
frei in den sogenannten Dampfraum des Destillirgefäfses eintreten; während der vorher überhitzte
Wasserdampf meistens durch ein besonderes Rohr bis nahe zum Boden der Blase geführt
wird.
Mag man indefs den Wasserdampf in der einen oder der anderen vorstehend angegebenen
Weise benutzen, stets wird er entweder eine geringere oder aber eine höhere Temperatur
besitzen, als der siedende Inhalt der Blase. Eine wirkliche und dauernde Uebereinstimmung
beider Temperaturen ist in der bisherigen Praxis um so weniger erreicht worden und erreichbar
gewesen als in den meisten Fällen, wie z. B. bei fractionirten Destillationen, die
Siedetemperatur stetig in einer solchen Weise zunimmt, dafs selbst die sorgsamste Bedienung
eines besonderen Dampfüberhitzungsapparates nicht im Stande ist, derartigen Temperaturveränderungen
auch nur annähernd zu folgen.
Ist aber der eingeleitete Wasserdampf kälter als die siedende Flüssigkeit bezw. als die aus
derselben entwickelten Dämpfe, so wirkt er abkühlend auf letztere ein, condensirt einen Theil
derselben und bewirkt dadurch eine von neuen Zersetzungen begleitete abermalige Verdampfung
dieser Theile.
Zu heifser Wasserdampf aber wirkt oft ganz direct zersetzend auf die siedende Flüssigkeit
bezw. die aus derselben entwickelten Dämpfe ein.
Eine normale Destillation zersetzbarer Stoffe und eine wirksame Unterstützung derselben
durch eingeleiteten Wasserdampf ist nur dann vorhanden, wenn der eingeführte Wasserdampf
fortwährend eine Temperatur besitzt, welche den jeweilig vorhandenen Siedepunkten der
destillirenden Flüssigkeit entspricht. Denn nur in diesem Falle kann der Wasserdampf vortheilhaft
als Träger der Destillationsproducte wirken, indem er sie gewissermafsen einhüllt und unzersetzt
den Condensationsapparaten zuführt.
An der Hand vielfacher eigener Beobachtungen und Erfahrungen glaube ich, diese Bedingung
am vollkommensten durch nachstehende, neue und eigenthümliche Art der Ueberhitzung der eingeleiteten Wasserdämpfe
zu erfüllen.
Der zu verwendende Wasserdampf wird innerhalb des Destillirgefäfses selbst überhitzt,
und tritt dann erst entweder innerhalb der siedenden Flüssigkeit oder über der Oberfläche
derselben aus.
Zu diesem Behufe bringe ich in dem Destillirgefäfse
(der Blase) ein schlangenartig gewundenes Rohrsystem an, welchem der gewöhnliche
Wasserdampf von aufsen zugeführt wird und lasse diesen letzteren erst in der Schlange
circuliren, bevor ich ihn (entweder in der Flüssigkeit oder oberhalb derselben) austreten
und wirken lasse.
Naturgemäfs und für gewöhnlich soll der Dampfüberhitzer in der siedenden Flüssigkeit
liegen; indefs behalte ich mir ausdrücklich vor, ihn unter Umständen auch in den „Dampfraum
des Destillirgefäfses zu legen, so dafs dann die Ueberhitzung des Wasserdampfes durch Aufnahme
von Wärme aus den Dämpfen der destillirenden Flüssigkeit erfolgt.
Bei angemessener Gröfse der Dampfschlange nimmt der in derselben circulirende Wasserdampf
stets die augenblicklich vorhandene Siedetemperatur der Flüssigkeit an, er wird die aus
letzterer entwickelten Dämpfe daher weder abkühlen noch durch zu starke Erhitzung zersetzen,
dieselben vielmehr auf die normalste Weise dem Condensator zuführen.
Um den überhitzten Dampf in jeder beliebigen Höhe austreten lassen zu können, führe
ich ferner das Dampfzuleitungsrohr durch eine auf dem Deckel der Blase angebrachte Stopf-
büchse; Dies gewährt bei Destillationen mit veränderlichem Niveau den Vortheil, dafs man
das Dampfrohr- (oder Ueberhitzungs-) System conform dem sinkenden Niveau der Flüssigkeit
senken und den Ort des Austrittes des überhitzten Dampfes stets den Bedürfnissen gemäfs,
reguliren kann, während dieselbe Einrichtung bei Destillationen mit constantem Niveau gestattet,
den überhitzten Dampf entweder innerhalb oder oberhalb der siedenden Flüssigkeit
austreten zu lassen.
Claims (2)
- Patent-Ansprüche:
i. Bei der Destillation von Flüssigkeiten unter Erwärmung des Destillirgefäfses von aufsen die Anwendung von Wasserdampf, welcher in einem Rohrsystem überhitzt wird, welches seine Wärme entweder aus der siedenden Flüssigkeit oder aus den von denselben entwickelten Dämpfen erhält. - 2. Die Führung des mit dem Ueberhitzer verbundenen Dampfzuleitungsrohres durch eine im Deckel des Destillirgefäfses befindliche Stopfbüchse, zum Zweck der Hebung oder Senkung des Dampfüberhitzers und mit diesem der Dampfausströmung innerhalb des Destillirgefäfses.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE5315T | 1878-07-28 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE5315C true DE5315C (de) | 1879-05-06 |
Family
ID=34427812
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE18785315D Expired DE5315C (de) | 1878-07-28 | 1878-07-28 | Verfahren der Anwendung von Wasserdämpfen bei der Destillation von Flüssigkeiten |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE5315C (de) |
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1878
- 1878-07-28 DE DE18785315D patent/DE5315C/de not_active Expired
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