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Einrichtung zur Verlegung elektrischer Leitungen Das bei der Verlegung
elektrischer Luftleitungen am meisten gebrauchte Verfahren besteht darin, daß die
Leitung zunächst nach dem durch die Mastenfolge bestimmten Profil auf den Erdboden
ausgelegt und dann mittels an den einzelnen Masten befestigter Rillenscheiben emporgehoben
wird; darauf folgt die vorläufige Befestigung an den Mastauslegern, die Streckung
und schließlich die Aufhängung an den Klemmen.
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Man kann die abzuwickelnden Drahtspulen auf einem Karren anordnen,
welcher zweckmäßig zur Spulenaufnahme mit in Lagern drehbaren Wellen versehen ist.
Man befestigt dann das eine Ende des Spulendrahtes an einer Verankerung und läßt
den durch beliebige Zugkraft betriebenen Karren vor sich her fahren; auf diese Weise
wird der Draht abgewickelt und auf der Erde ausgelegt, ohne weitere Bedienung als
die der Überwachung zu erfordern. Wenn außer dem Spulenkarren noch ein bis an die
Höhe der Mastenausleger reichender Turmwagen zur Verfügung steht, so können die
Abwicklung und die vorläufige Befestigung an den Mastenauslegern gleichzeitig vor
sich gehen.
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Dies setzt natürlich voraus, daß beim Durchgang der Spulenkarren unter
den Auslegern die Drähte zunächst unterhalb der Ausleger verlaufen und erst nachträglich
mit geeigneten Mitteln bis zur Auslegerhöhe emporgehoben und eingehakt werden. Dies
beansprucht einen erheblichen Aufwand an Zeit und Bedienungspersonal.
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Die den Gegenstand vorliegender Erfindung bildende Einrichtung bezweckt,
die Übelstände zu beseitigen, die diese Arbeitsweise mit sich bringt. Das Wesen
der Erfindung besteht darin, daß an dem bei der Leitungsverlegung benutzen, in bekannter
Weise mit Gleitrollen versehenen Hilfswagen für die oberhalb der Ausleger zu befestigenden
Fahrleitungen seitlich ausladende Gleitrollen angebracht sind, durch die die zu
verlegenden Leitungen seitlich abgelenkt werden.
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Fig. z zeigt im Aufriß den vollständigen Wagenzug für die Leitungsverlegung
unter Weglassung der Lokomotive oder der sonstigen Antriebsmittel.
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Fig. z zeigt den Wagenzug im Grundriß. Fig. 3 und q. stellen die Drahtführungen
in Seiten- bzw. Vorderansicht dar.
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Als zu verlegende Leitung ist hier die Fahrleitung einer elektrischen
Eisenbahn angenommen, wobei als Fahrstraße dasEisenbahngleis und als Transportwagen
für den in Frage kommenden Zweck eingerichtete Eisenbahnwagen benutzt sind. Selbstredend
treten entsprechende Änderungen ein, wenn statt einer Eisenbahn eine gewöhnliche
Fahrstraße in Frage kommt, da dann
die Eisenbahnwagen und Lokomotiven
durch Karren, Lastwagen, Motorlastwagen und mechanische Traktoren zu ersetzen sind.
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Auch die Zusammensetzung des Zuges und der Abstand zwischen den einzelnen
Zugwagen sowie zwischen den einzelnen Stützen ändern sich mit der Entfernung zwischen
den Leitungsmasten und je nach der Höhenlage, in der die Fahrdrähte anzuordnen sind.
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Der Wagen A trägt nur wenige Drahtspulen, denn seine Hauptaufgabe
ist es, die auf den eigentlichen Transportwagen B zu ladenden Drahtspulen zu wiegen.
Auf dem Wagen A ist also eine Waage aufgestellt.
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Auf den Wagen A folgt unmittelbar der Wagen B, wobei Rollwege eine
dauernde Verbindung zwischen den beiden Wagen herstellen.
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Um eine leichte Handhabung der Drahtspulen zu ermöglichen, sind diese
auf Spindeln aufgebracht, deren freie Enden auf Schienen in der Weise aufliegen,
daß es genügt, die Spulenspindeln auf den Schienen rollen zu lassen, um eine Drahtspule
von dem einen auf den anderen Wagen zu bringen.
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Die genannten Führungsschienen nehmen die ganze Länge des Wagens B
ein und sind mittels passender Halter in zweckmäßiger Höhe angeordnet, während andere
Halter die Drahtspulenspindeln unterstützen und fest in ihrer Lage halten, die freie
Umdrehung der Spindeln beim Abwickeln des Drahtes jedoch zulassen.
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Der Wagen C trägt nur ein einziges Gestell, dessen Zweck es ist, den
Draht bis auf eine für die weiteren Hebe- und Führvorgänge passende Lage zu heben
und zu führen. Das Gestell besteht aus einem Traggerüst t, das auf doppeltem Schienensatz
sowohl in Längs- als in Querrichtung verstellbar ist.
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An dem Gestell ist eine Anzahl Gleitrollen a angebracht, und zwar
an Zahl den unterhalb der Ausleger zu befestigenden Drähten entsprechend. Auf der
oberen Plattform des Gestells t ist ebenfalls unter Vermittlung eines Schienensatzes
zur Bewegung in doppelter Richtung ein Bock o angeordnet, 'welcher so viel Gleitrollen
trägt, wie oberhalb der Ausleger zu befestigende Drähte vorgesehen sind.
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Die Längsverstellung der Gleitrollen ermöglicht die Änderung des Neigungswinkels
des Drahtes der Waagerechten gegenüber, wenn sich die Höhenlage, auf der die Leitung
zu verlegen ist, oder der Abstand zwischen der Drahtspulenachse und dem Ausleger
ändert. Auf diese Weise wird erreicht, daß der Draht ständig auf der Gleitrolle
aufliegt und sich weder von ihr abhebt noch an ihr umbiegt. Die Querverstellung
ermöglicht es, den Draht seitlich von der Gleisachse zu führen, wenn er seitlich
verlegt werden soll, wie es beispielsweise bei der Verlegung einer einzigen Phase
einer dreiphasigen Fahrleitung der Fall ist. Der Wagen D dient im dargestellten
Beispiel dazu, eine zu steile Drahtführung zu vermeiden, auch wird er zur Beförderung
von Werkzeugen und Arbeitsmaterial benutzt.
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Die Wagen E und F stellen bei der beschriebenen Einrichtung die wichtigsten
Bestandteile dar. Beide sind als Turmwagen ausgebildet und ausgerüstet. Oben, in
der einstellbaren Drahtverlegungshöhe, tragen sie eine Anzahl Leitrollen e zur Führung
der unterhalb des Auslegers zu befestigenden Fahrdrähte.
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Zum Heben der oberhalb des Auslegers zu befestigenden Drähte sind
an den Wagen Führungen angeordnet.
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Am Wagen E ist in zweckmäßiger seitlicher Entfernung, jedoch innerhalb
des vorgeschriebenen Lademaßes, ein Ständer G befestigt, der in der einstellbaren
Höhe der oberhalb des Auslegers zu befestigenden Drähte einen Bügels mit Führungsrollen
c, d trägt. Der Abstand zwischen der Gleisachse und dem in das Gleis hineinragenden
Teil des Bügels s ist jedenfalls größer als der Abstand zwischen der Gleisachse
und dem freien Ende der die Drähte tragenden Ausleger.
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Ein weiterer, an dem Wagen F seitlich angebrachter Ständer
H trägt einen Arm f, an dem die Rollen g, h angeordnet sind. Diese
Rollen liegen in einstellbarer Höhe und -dienen: zur Führung der oberhalb der Ausleger
zu befestigenden Drähte.
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Die Arbeitsweise mit der Einrichtung ist folgende Es seien, wie in
Fig. x dargestellt, vier Drähte zu verlegen, und zwar zwei unterhalb und zwei oberhalb
der Ausleger (dreiphasige Fahrleitung mit Längsaufhängung).
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Man verankert zunächst die freien Enden von vier Drahtspulen nach
vorheriger zweckmäßiger Einstellung des Traggestells t und dessen Bockes o am Wagen
C entsprechend dem gegenseitigen Abstand der Wagen und der Drahtspulen. Selbstverständlich
müssen die Drähte vor ihrer Befestigung von den Drahtspulen abgewickelt und über
die Führungsrollen geführt werden.
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Die unterhalb der Ausleger Z zu verlegenden Drähte führt man über
die unteren Rollen a des Gestells t am `'Vagen C und dann über die im voraus auf
die erforderliche Höhenlage eingestellten Rollen e an den Wagen E und F.
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Die oberhalb der Ausleger zu verlegenden Drähte führt man über die
oberen Rollen b am Bock o und dann, wie aus der Zeichnung ersichtlich, über die
vom Bügel s getragenen Rollen c, d
sowie über die im voraus auf die erforderliche
Höhe eingestellten Rollen g, h.
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Sodann verankert man die Drähte und setzt den Wagenzug in Bewegung,
wobei die Drähte sich allmählich von den Drahtspulen weiter abwickeln. Auf diese
Weise erreicht man, daß das
untere Drahtpaar unterhalb der Ausleger
geführt und beim Vorbeigehen an den betreffenden Klemmen (oder vorläufigen Haken)
daran befestigt wird, während das obere Drahtpaar außerhalb des von den Auslegern
eingenommenen Raumes vorbeigeführt und bis zu der Höhe, in der die Drähte zu befestigen
sind, emporgehoben wird.
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Nach Verlassen des Auslegers nehmen die Drähte, stets in derselben
Höhenlage verbleibend, ihre richtige Lage der Gleisachse gegenüber ein dank der
Führung durch die Rollen g und h, deren Abstand auf dem Ausleger
f einstellbar ist.
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Auf diese Weise wird die Zahl der erforderlichen Arbeitskräfte auf
das Personal beschränkt, das zum Befestigen der Drähte an den Klemmen erforderlich
ist.