DE524261C - Verfahren zur Kenntlichmachung von wenig oder gar nicht wahrnehmbaren Giftstoffen durh Warn- oder Reizstoffe - Google Patents
Verfahren zur Kenntlichmachung von wenig oder gar nicht wahrnehmbaren Giftstoffen durh Warn- oder ReizstoffeInfo
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Description
- Verfahren zur Kenntlichmachung von wenig oder gar nicht wahrnehmbaren Giftstoffen durch Warn- oder Reizstoffe Die Erfindung bezieht sich auf die Kenntlichinachung giftiger Gase. bder Dämpfe, welche, wie z. B. Blausäure, Äthylenoxyd u. dgl.. nur in geringem Maße oder gar nicht wahrzunehmen sind, insbesondere zu Zwekken der Schädlingsbekämpfung.
- Man hat bereits vorgeschlagen, gleichzeitig mit den giftigen Gasen oder Dämpfen zwecks Verminderung der bei ihrer Handhabung oder Anwendun g, z. B. zum Zwecke der Schädlingsbekämpfung, auftretenden Gefahren.Warn-und Reizstoffe -zur Anwendung zu bringen. Langjährige Erfahrungen haben indessen ergeben, daß auch bei Anwendung von Gemischen des Giftgases mit einem Reizstoff noch erhebliche GefährenqueHen vorhanden sind. In manchen Fällen ist z. B. die Begasung mit dem Giftgas bereits voll im Gang, während der Warn- und Reizstoff noch nicht oder nicht genügend in Erscheinung getreten ist, was zur Folge haben kann, daß Merischen oder Tiere den begasten Raum ungewarnt betreten. In anderen Fällen hat sich gezeigt, daß der Warn- und Reizstoff wohl während der Vergäsung des Giftstoffes ge-. nügend währnehmbar war, daß aber bei Beendigung der Begasung, z. B. beim Lüften oder auch nach dem Lüften, noch gefähr,-liche Mengen von Giftgas vorhanden waren, während der Reizstoff bereits verschwunden war. Dieser Fall kann insbesondere dann eintreten, wenn es sich um winkelige oder mit Möbeln oder sonstigen Gegenständen verstellte Räume handelt oder wenn in den begasten Räumen Gegenstände vorhandensind, welche größere Mengen von Giftgas auch noch längere Zeit zurückhalten können., wie z. B. Polstermöbel u. dgl.
- Man hat lange, aber erfolglos versucht, einen Reizstoff aufzufinden, welcher hinsichtlich seiner chemischen und physikalischen Eigenschaften mit Blausäure so weitgehend übereinstimmt, daß eine Trennung beider nicht stattfindet. Mar? hat auch bereits versucht, sich durch Zusatz mehrerer Reizstoffe und durch Verwendung derselben im Cberschuß zu helfen. Als Beispiel hierfür sei die gemeinschaftliche Anwendung von Bromessigsäuremethylester und Chlorpikrin, also von zwei. relativ schwer diffundierenden Stoffen genannt. Nach vorliegender Erfindung werden wenig oder'gar nicht wahrnehmbaren Giftgasen mindestens zwei Warn- bzw. Reizstoffe zugesetzt, von denen der eine (Vorwarner) so flüchtig sein muß, daß er seine Wirkung mit Sicherheit bereits bei Beginn der Vergasung ausübt, während der andere (Nachwarner) die Eigenschaft 'haben muß, so lange in dem begasten Raum zu verbleiben, bis auch die letzten schädlichen Mengen des Giftgases mitSicherheit verschwunden sind. Als Vorwarner 'im Sinne der Erfindung kommen. leicht flüchtige, schnell diffundierende Reiz- oder Warnstoffe in Betracht, welche sich rascher als das eigentliche Giftgas verbreiten und auch leichter durclf Poren, Ritzen -Ader sonstige öffnungen der den begasteitRaum umschließenden Wandungen dririgen. Alg gut geeignete Vorwarner haben si#Ii. z. B. Chlorcyan, Bromcyan u.dgl. welche an sich bekannte Reizstoffe darstellen, erwiesen.
- Als Nachwarner kommen schwerer diffundierende Stoffe, welche sich langsamer als die ,eigentlichen Giftgase verflüchtigen, in Betracht. Als Nachwarner können z. B. Reizstoffe, wie Bromacetophenon, Chlorpikrin, Brornessigsäureester u. dj-,I., 'Zerwendung finden.
- Während nach dem -bekannten Verfahren der Erfolg dadurch erstrebt wurde, daß mehrere Reizstoffe, gegebenenfalls solche, welche verschiedene Reaktionsfähigkeit mit dem Material der Wandungen besitzen, und zwar im überschuß angewendet werden, beruht vorliegende Erfindung auf dem Gedanken, durch gemeinschaftliche Anwendung von leicht diffundierenden Reizstoffen (Vrrwarnern) und von schwer diffundierenden Reizstoffen. (Nachwarnern) die erstrebte Wirkung sicherzustellen.
- In Ausübung der Erfindung wird z. B. Blausäure einerseits mit z. B. Chlorcyan und anderseits mit z. B. Bromacetephenon in den zur Erzielung einer sicheren Reizwirkung erforderlichen Mengen versetzt; im allgemeinen haben sich geringe Mengen, z. B. i bis 3 Oilo eines jeden Reizstoffes, als ausreichend erwiesen, um die im Sinne der Erfindung gewünschte zuverlässige Wirkung mit Sicherheit eintreten zu lassen. In gegebenen Fällen kann man auch mehr als zwei Reizstoffe, von denen aber mindestens einer Vorwarner und mindestens einer Nachwarner sein muß, anwenden.
- Der flüchtige, wenig oder nicht wahrnehmbare Giftstoff, wie z. B. Blausäure, kann z. B. in Fo#rn einer Mischung mit den als Vor- und Nachwarnern dienenden Reizstoffen zur Anwendung gebracht. werden, sei -,es in Form einer an der Anwendungsstelle zu vergasenden Flüssigkeit, sei es z. B. in Verteilung auf porösen oder durch feine Verteilung aufsaugend wirkenden Trägerstoffen, wie z. B. Infusorienerde, Diatomit, Koks u. dgl. Durch letztgenannte Maßnahme wird die leichte Ab- gabe der flüchtigen Stoffe an der Verwendungsstelle wesentlich erleichtert.
- Man kann schließlich auch solche Stoffe im Sinne der Erfindimg anwenden, welche den flüchtigen -Giftstoff gebunden enthalten und ihn erst durch Umsetzui#g, z. B. mit der Feuchtigkeit der Luft, an- der Verw-endungs.-stelle entwickeln. Solche Stoffe sind z. B. Calciumcyanid u. dgl. Im Sinne der Erfindung sind derartige Stoffe in Vereinigung mit Vor- und Nachwarnern zur Anwendung zu bringen. Hierbei kann auch der eine oder andere «%Va:rn- und Reizstoff oder auch beide gleichzeitig mit dem eigentlichen Giftstoff durch Anwendung entsprechender Bildungsgemische in passenden Mengenverhältnissen entwickelt werden.
Claims (2)
- PATENTANSPRÜCHE: i. Verfahren zur Kenntlichmachung von wenig oder gar nicht wahrnehmbaren flüchtigen Giftstoffen, wie z. B. Blausäure, durch vereinigte Anwendung von mindestens zwei Warn- bzw. Reizstohlien, insbesondere zu Zwecken der Schädlingsbekämpf ung, dadurchgekennzeichnet, daß mindestens einer derReizstoffe ein schnell--diffundierender Vorwarner, z. B. Chlorcyan, Bromcyan o. dgl., und mindestens ein anderer ein schwerer flüchtiger, langsam diffundierender Nachwarner, z. B. Chlorpikrin, Bromacetophenon, Bromessigsäureester u. dgl., ist.
- 2. Verfahren nach Patentanspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß die flüchtigen Giftstoffe in an sich bekannter Weise an der Verwendungsstelle z. B. durch Zersetzen von solchen liefemden Verbindungen erzeugt werden, wobei gegebenenfalls für gleichzeitige Entwicklung von Vorwarnern oder Nachwamern oder beider Sorge getragen wird.
Priority Applications (1)
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| DE524261C true DE524261C (de) | 1931-05-12 |
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1928
- 1928-01-17 DE DED54781D patent/DE524261C/de not_active Expired
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