DE51492C - Verfahren zum Abschlufs eines Schachtes oder Bohrloches gegen wasserreiches Gebirge - Google Patents
Verfahren zum Abschlufs eines Schachtes oder Bohrloches gegen wasserreiches GebirgeInfo
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
Das Verfahren zum Abteufen von Schächten unter Wasser besteht in der Erweiterung des
Durchmessers oder der Länge und Breite derjenigen Schachtabtheilung A, Fig. 1 bis 5, in
welcher zerklüftetes, wasserführendes Gebirge G unter Wasser durchteuft werden mufs, und
ferner in der Einsenkung eines fertig montirten Cylinders K nach erfolgter Erweiterung
der Schachtabtheilung A, sowie Ausfüllen des Raumes D zwischen dem Cylinder K und den
erweiterten Schachtstöfsen E mit Mörtel und gleichzeitiger provisorischer Anfüllung des Cy-1
iders oder Kastens K mit rolligem Gebirge : Säcken oder lose.
Um die Schachtabteufung nach diesem Verfahren auszuführen, verschliefse ich diejenige
Stelle des Schachtes, an welcher unüberwindbare Wassermassen hereingebrochen sind, nach
einem bekannten Verfahren, hebe das Wasser aus dem Schacht und stelle zunächst durch
eine Tiefbohrung in der Mitte des Schachtes fest, bis zu welcher Tiefe die wasserführenden
Schichten vorhanden sind. Nach Vollendung der Untersuchung des Untergrundes, bei welcher
z. B. χ Meter klüftiges, wasserführendes Gebirge angetroffen sind, erweitere ich die
Schachtstöfse oberhalb der provisorisch fest
hergestellten Schachtsohle um 2 · — =J* Meter
auf χ + η Meter Höhe, hänge in diesen erweiterten
Raum der Schachtabtheilung A einen Cylinder oder Kasten K aus Eisenblech von
x-| 1 Meter Höhe, m Millimeter Wandstärke
und d Meter Durchmesser, eventuell α -f- b Meter Länge und Breite, Fig. 1 bis 3,
oder wenn eine Erweiterung des Schachtes unmöglich ist, so hänge ich den Cylinder oder
Kasten K innerhalb des fertig ausgebauten Schachtes auf, Fig. 1 bis 3 und 4.
Der Eisenblechcylinder oder Kasten K, welcher auch aus anderem Material angefertigt sein
kann, hängt an zwei oder mehreren Drahtseilen von entsprechender vorschriftsmäfsiger Tragfähigkeit,
erhält aber aufserdem noch Führung.
Nachdem diese Vorbereitungsarbeiten ausgeführt worden sind, wird ein zusammenklappbarer
Bohrapparat in dem Schacht montirt, Fig. ι bis 3.
Nach Vollendung der Montage werden die Bohrschenkel S niedergeklappt, Fig. 2, und
die Bohrung wird begonnen. So lange man im Schacht die Grundwasser noch nicht zu
erwarten hat, kann man die Anfüllung des Schachtes mit Wasser unterlassen und trocken
bohren, sobald man aber den wasserführenden Gebirgsschichten so nahe gekommen, dafs man
einen Durchbruch zu erwarten hat, so füllt man den Schacht von oben bis zum natürlichen
Grundwasserspiegel an und bohrt unter Wasser den Schacht bis (n -f- x) Meter bezw.
bis durch das zerklüftete Gebirge mittelst des Bohrers aus.
Nach vollendeter Ausbohrung des Schachtes bis durch das zerklüftete, wasserführende Gebirge
in erweiterter Schachtfigur wird der Bohrapparat aus dem Schacht aufgeholt.
Ist der Bohrapparat aus dem Schacht entfernt, so wird der Blechcylinder oder Kasten K
bis auf die Schachtsohle niedergesenkt, Fig. 4, j so dafs er unten aufsteht, alsdann wird der
innere Raum des Cylinders oder Kastens K vollständig mit in Säcken oder in losem Zustande
befindlichem rolligen Gebirge angefüllt, und nachdem dies geschehen ist, auch der
Raum D, Fig. 4, mit Cement bester Qualität ausgefüllt, welcher sich in nicht vollständig ge-1
füllten Säcken befindet.
Die Säcke sind an ihrem unteren und oberen Ende, sowie an ihren beiden Seitenflächen
nicht geheftet, sondern geleimt. Nachdem der Cementsack einige Stunden im Raum D unter
Wasser gelegen hat, wird der Cement und Sack durchnäfst und der Leim läfst los.
Durch die Last der im Raum D über einander liegenden Cementsäcke drücken sich dieselben
nun in einander fest zusammen, so dafs ein Zwischenraum zwischen den einzelnen Säcken nicht verbleibt.
Statt des Cements oder gewöhnlichen Betons kann man auch Beton aus Cement und pulverförmigem
Eisenstein, Arsenikkies oder Back-„ steinfragmenten anwenden.
Nachdem auf diese Weise der Schachtraum A innerhalb des Blechcylinders oder Kastens K
mit rolligem Gebirge und aufserhalb des Blechcylinders oder Kastens K im Raum D mittelst
Cements oder Betons ausgefüllt worden ist, läfst man den Cement oder Beton gut abhärten,
pumpt alsdann den Schacht leer, fördert das rollige Gebirge innerhalb des Cylinders
oder Kastens K zu Tage, indem man successive beim Herausnehmen des rolligen Gebirges aus
dem Cylinder oder Kasten K diesen nöthigenfalls
mittelst eiserner Ringe oder überhaupt durch eisernen oder hölzernen Schachtausbau
provisorisch oder definitiv unterstützt.
Ist der provisorische Ausbau des Schachtes innerhalb des Cylinders oder Kastens K vollendet,
so teuft man auf gewöhnliche Weise den Schacht im festen Gebirge um 5 bis 10 m
ab, erweitert die Schachtfigur in dieser Tiefe wieder behufs Fundamentirung des definitiven
Schachtausbaues, welcher aus Mauerung oder besser aus gufseisernen Tübbings unterhalb und
innerhalb des Cylinders oder Kastens K in den Dimensionen des oberhalb des Cylinders
oder Kastens K befindlichen definitiven Schachtausbaues hergestellt wird, und schliefst den
definitiven Ausbau des klüftigen Gebirges G an den definitiven Ausbau des oberen Schachtraumes
mittelst Verkeilung wasserdicht an.
Sollten die Schachtstöfse unter Wasser nicht stehen, sondern nachbrechen, so mufs man,
sobald dies bemerkt wird, den Cylinder K', Fig. ι , welcher zu diesem Zweck vor Beginn
der Bohrung im Schacht aufzuhängen ist, nachsenken. Die Höhe dieses Cylinders K'
kann man annähernd nach der vorausgegangenen Diamantbohrung beurtheilen. Unter Umständen
ist man auch gezwungen, zwei oder mehrere solcher in einander schiebbarer Cylinder anzuwenden,
bevor man das wasserreiche, klüftige Gebirge durchbohrt und den Wasserabschlufs
mittelst des Cylinders K und durch Cementirung definitiv ausführen kann.
Ist man genöthigt, mit einem oder mehreren Cylindern K' die Schachtstöfse provisorisch zu
versichern, so mufs man, bevor man den zweiten Cylinder K" einbaut, die Leitung i ΐ ζ",
Fig. 4, aus dem Schacht aufholen, den Cylinder K' mittelst einer zusammenklappbaren,
an Seilen α hängenden Bühne β verschliefsen und auf dieser Bühne β eine Cementlage γ
ausbreiten, um momentan den Wasserzudrang von unten abzuschliefsen und das Wasser so
weit aus dem Schacht entfernen zu können, dafs man den zweiten Cylinder K" einhängen
kann, Fig. 5.
Ist der zweite Cylinder K" eingehängt, so zieht man die Bühne wieder hoch, läfst den
Cement, wenn er nicht an der Bühne β haften bleibt, auf die Schachtsohle niederfallen und
bohrt ihn gelegentlich der Schachtbohrung mit heraus.
Noch zweckmäfsiger verfährt man, wenn man die nothwendigen, in einander passenden
Cylinder vor Beginn der Schachtbohrung einhängt und nach Bedürfnifs einsenkt. Diese
Cylinder K' K" u. s. w. wird man am zweckmäfsigsten an eisernen Stäben aufhängen und
beim Einsenken nöthigenfalls mit einer zusammenklappbaren Bühne β beschweren, auf
welche auch Druck ausgeübt werden kann. Nachdem der erweiterte Schacht bis in das
wasserdichte feste Gebirge abgebohrt worden ist, werden die einzelnen Theile des Bohrapparates
hochgeklappt und zu Tage geholt, der Schacht mit den Sackbohrern gesäubert, die Sackbohrer heraufgeholt, der Cylinder K
auf die Schachtsohle gesetzt und das Innere des Cylinders mittelst rolligen, in Säcken befindlichen
Gebirges ausgefüllt, wobei die noch im Schacht verbleibenden Leitungen sehr gute
Dienste leisten.
Endlich führt man an der Leitung i V i" einen Trichter Jr, Fig. 4, aus Eisenblech an der
Leitung in den Schacht und setzt ihn auf das im Cylinder K befindliche rollige Gebirge.
Dieser Trichter Jr bezweckt, dafs die in den
Schacht gesenkten Cementsäcke sofort hinter den Cylinder K rollen, woselbst sie sich, nachdem
der Leim losgelassen hat, von selbst öffnen und den Wasserabschlufs nach dem Abbinden
des Cements herbeiführen.
Nachdem der Cement abgebunden hat, wird das W'asser aus dem Schacht gehoben, die
Leitung i V i" zu Tage geholt und das rollige
Gebirge zu Tage gefördert, worauf die Abteufung und der definitive Ausbau in allgemein
bekannter Weise vollendet werden kann.
Claims (1)
- Patent-Anspruch:Verfahren zum Abschlufs eines Schachtes oder Bohrloches gegen wasserreiches Gebirge, darin bestehend, dafs in den erweiterten Schacht oder das Bohrloch ein provisorischer Cylinder als Schablone eingesetzt und mit rolligem Gebirge gefüllt wird, wonach der Raum zwischen Cylinder und Gebirge mit Säcken, die aus zusammengeleimtem, wasserdichtem Stoff bestehen und trockenen Cement oder Beton enthalten, ausgefüllt wird, so dafs die Säcke erst am Ort, wo der Cement oder Beton erhärten soll, aus einander fallen und dieser mit Wasser sich mischt.Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE51492C true DE51492C (de) |
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Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT51492D Active DE51492C (de) | Verfahren zum Abschlufs eines Schachtes oder Bohrloches gegen wasserreiches Gebirge |
Country Status (1)
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| DE (1) | DE51492C (de) |
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