KAISERLICHES
PATENTAMT:
PATENTSCHRIFT
KLASSE 44: Kurzwaaren.
AUGUST KIEHNLE in PFORZHEIM.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 10. August 1889 ab.
Die nachfolgend beschriebene Erfindung bezieht sich auf federnde Armbänder, welche nach
dem Grundgedanken der Nürnberger Scheere eingerichtet sind, und zwar besonders auf die
Anordnung der Schraubenfedern, durch welche die einzelnen Gelenkglieder des Armbandes
zusammengezogen werden.
In der beiliegenden Zeichnung ist in Fig. 1 die Ansicht eines Theiles des Armbandes mit
geschnittenem Federgehäuse in der zusammengezogenen Stellung der Armbandglieder und
in Fig. 2 die Ansicht des Armbandes mit geschnittenem Federgehäuse in der auseinandergezogenen
Stellung der Armbandglieder dargestellt. Fig. 3 zeigt einen Theil des Armbandes
in schaubildlicher Ansicht.
Die einzelnen Armbandglieder α α sind in
bekannter Weise gelenkartig mit einander verbunden ; zwischen denselben sind in gleicher'
Entfernung von einander die Federhülsen b b angeordnet. In der Anordnung dieser bestimmt
gekennzeichneten Federhülsen zu dem beabsichtigten Zweck . ist die Neuheit und Patentfähigkeit begründet. Diese Federhülsen
b b haben im Innern eine Schraubenfeder s, die in der Mitte durch einen Stift t am Hülsenmantel
gehalten wird. In der Hülse b befinden sich endseitig (oben und unten) die
runden Druckscheiben c c, welche durch die Seitenschlitze der Hülse durchgreifen und endseitig
mit je einem Stiftloch versehen sind, an welchen die Enden der Armbandglieder a a
gelenkartig befestigt werden. Diese Verbindung ist vorzugsweise aus der Abbildung deutlich
ersichtlich.
Beim Auseinanderziehen bezw. Drehen des Armbandes werden die einzelnen Glieder a a
um den mittleren Verbindungsstift gedreht und dadurch der Winkel vergröfsert. Diese Bewegung1
überträgt sich der Reihe nach durch alle Armbandglieder α α bis auf die runden Hülsenscheiben
c c. Hierdurch werden diese Scheiben c c gegen einander genähert und die
zwischenliegende Spiralfeder s wird zusammengeprefst. Dadurch, dafs die Scheiben cc in
den Schlitzen der Hülse Führung haben, ist ein Verdrehen. der Feder oder der Hülse, wie
bei den bisherigen Armbändern, ausgeschlossen.
Hört der Zug in den Armbandgliedern a a auf, so drücken die Spiralfedern 5 in den
Hülsen b b die Armbandglieder wieder aus einander; so dafs dieselben ihre ursprüngliche
Stellung (Fig. 1) wieder annehmen, das Armband verengt sich wieder.
Durch Benutzung einer gröfseren Anzahl Federhülsen ist man im Stande, die Federkraft
beliebig zu vermehren, da sich dieselbe gleichmä'fsig auf die einzelnen Armbandglieder überträgt.
Das vorbeschriebene Armband mit der Federhülsenanordnung giebt ein gefälliges und dauerhaftes
Aussehen und den Armbandgliedern eine je nach der Anzahl der Federhülsen nach Belieben
zu wählende Federung.
Patenτ-Anspruch:
Eine Verschlufsvorrichtung an Armbändern nach dem System der Nürnberger Scheere, bei
welcher durch die Einwirkung der in geschlitzten Federhülsen b b angeordneten, doppelseitig
wirkenden Spiralfeder s auf die in Schlitzen der Hülse geführten Scheiben c c,
zwischen welchen die einzelnen Armbandglieder α α gelenkartig angeordnet sind, diese
federnd zusammengezogen werden.
Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
BERLIN. GEDRUCKT IN DER REICHSDRUCKEREI