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Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung eines Vlieses aus Grünfutterstoffen
zum Zwecke der Trocknung Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eineVorrichtung
zur Herstellung einesVlieses aus Grünfutterstoffen zum Zwecke der Trocknung auf
endlosen Förderbändern. Zur Erzielung einer möglichst vollkommenen und gleichmäßigen
Trocknung ist es hierbei erforderlich, daß das Vlies eine durchaus gleichmäßige
Dicke und Dichte aufweist. Dies wird bei den bekannten Verfahren, sei es von Hand
oder durch Maschine, nicht in wünschenswerter Weise erreicht. Wenn das Vlies Teile
enthält, welche außergewöhnlich dicht sind, werden diese ungenügend getrocknet,
so daß sich Fermentationsherde bilden, die eine Schädigung des Futtermittels zur
Folge haben. Wenn andererseits das Vlies Hohlräume oder lockere Teile aufweist,
findet an diesen Stellen ein bevorzugter Durchtritt des Trockengases statt und mithin
eine Überhitzung, so daß die Gefahr der Entzündung besteht.
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Diese Nachteile werden gemäß der Erfindung dadurch vermieden, daß
das Gut, bevor es dem trocknenden Förderband zugeführt wird, in einem senkrechten
Schacht geformt wird. Vor dem Einbringen in den Schacht wird das Gut in kurze Längen
geschnitten, so daß es unter seinem eigenen Gewicht innerhalb des Schachtes auf
die gewünschte Dichte gepreßt wird, bevor es dem Förderband übergeben wird.
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Nach der Formung wird der Gutstrang in waagerechter Lagerung den Trockengasen
ausgesetzt. Die Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens weist einen senkrechten
Formschacht auf, in welchem die durch Stachelwalzen in einzelne Halme aufgelösten
Futterstoffe eingeschleudert werden, wobei ein Zusammenpressen erfolgt. Letzteres
wird dadurch begünstigt, daß eine der Wandungen des Schachtes abwärts beweglich
ist.
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Die in den Zeichnungen veranschaulichte Ausführungsform der Erfindung
zeigt in Abb. i eine Ansicht von oben auf den Formschacht mit den Stachelwalzen,
Abb. 2 einen Schnitt nach Linie 2-2 von Abb. i, Abb.3 einen schematischen Schnitt
nach Linie 3-3 von Abb. i, Abb.4 einen senkrechten Teilschnitt ähnlich Abb.2. Abb.5
einen waagerechten Schnitt durch eine der Stachelwalzen, Abb. 6 einen senkrechten
Teilschnitt durch die Stachelwalzen, Abb.7 die Ansicht über eine veränderte Form
des unteren Endes der das Vlies formenden Hohlkehle.
Bei der Ausführung
des Verfahrens gemäß der Erfindung werden die Futterpflanzen in kurze Längen geschnitten,
welche gleich oder kürzer als die Dicke des zu bildenden Vlieses sind. Beispielsweise
wird bei der Vorrichtung gemäß den Abbildungen ein Vlies von etwa 25 cm Dicke gebildet,
während die Futterpflanzen vorzugsweise in Längen von etwa 2o cm geschnitten werden.
Nachdem das Futter in kurze Längen geschnitten, ist, wird es durch geeignete Hilfsmittel
dem Formschacht zugeführt.
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In den Abbildungen bezeichnet io ein schräg geführtes Förderband,
auf dessen unterem Ende das Futtermittel in irgendeiner geeigneten Weise, z. B.
vermittels der Entleerungsvorrichtung eines Feldwagens, aufgebracht wird. Die Fördereinrichtung
io besteht aus einem endlosen Band, das über die Antriebsrolle i ? am oberen Ende
und eine Führungsrolle (nicht gezeichnet) am unteren Ende läuft: Es wird in geeigneter
Weise, z. B. mittels der Riemenscheibe i,, auf der Walze 13 der Antriebswalze i
i angetrieben. Die Riemenscheibe 12 wird durch den Treibriemen 14 angetrieben, welcher
seinerseits durch die Riemenscheibe 15 auf der Welle 16 getrieben wird, die durch
ein Zahnradgetriebe 17, 17 ihren Antrieb durch den Motor 18 erhält. .
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Wenn das Gut die höchste Stelle des Förderbandes erreicht hat, kommt
es mit drei schnell drehenden Stachelwalzen r9 in Berührung. Letztere werden in
geeigneter Weise, z. B. vermittels des Zahnrades 2o, angetrieben, welches sich auf
der Welle der urfiteren Walze befindet und seinerseits durch ein Zahnrad auf der
Welle Tja angetrieben wird. Die anderen beiden Stachelwalzen können von der unteren
durch geeignete Ketten und Kettenräder 21 bzw. 22 angetrieben werden. Diese Teile
sind so miteinander verzahnt und gegenseitig bemessen, daß die drei Stachelwalzen
sämtlich in derselben Richtung (wie es durch die Pfeile in Abb.. 2 angedeutet ist)
in Umdrehung versetzt werden, und zwar mit einer Umdrehungszahl von etwa ioo pro
Minute.
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Da die Bauart und Wirksamkeit der drei Stachelwalzen ig die gleiche
ist, so soll nur eine genauer beschrieben werden. Wie aus den Abb. 5 und 6 hervorgeht,
ist die Walze i 9 hohl uiid drehbar -auf einer Welle 23 angeordnet, deren mittlerer
Teil (bei 23a) durch die beiden- Kröpfüngen 235 eine geringe exzentrische
Lage einnimmt. Um diesen e-xzentrischen Mittelteil 23a der Welle sind sechs Stäbe
24 drehbar gelagert, und zwar um 6o° gegeneinander versetzt. Jeder Stab wird vermittels
eines Paares von Trägerarmen 2.4a gehalten. Jeder.Stab 24 trägt eine Reihe ton Stacheln
2s, «-elche durch entsprechende Öffnungen 26 in der Walzenfläche ig hindurchtreten
können. Die Stacheln sind von solcher Länge und die Exzentrizität des Mittelteiles
23a der Welle ist so bemessen, daß die Spitzen der Stacheln 25 in der einen Grenzlage
(vgl. links von Abb. 5) vollständig zurückgezogen sind, so daß sie glatt mit der
Außenfläche der Walze abschneiden. In der anderen Grenzlage, wie sie rechts in Abb.
5 gezeigt ist, ragen die Stacheln vollständig aus der Zylinderfläche hervor. Eine
Umdrehung des Zylinders ig auf der Welle 23 wird mithin eine Relativbewegung zwischen
den Stacheln und dem Zylinder hervorrufen, so daß die Stacheln veranlaßt werden,
aus der vollständig zurückgezogenen Lage in die vollständig vorstehende Lage sich
zu bewegen, worauf sie wiederum zurückgezogen werden, und zwar während jeder vollständigen
Umdrehung der Walze. Die Kröpfungen 23v der Welle 23 nehmen eine solche Lage ein,
daß die Stacheln 23 in jenen Stellungen vollständig zurückgezogen sind, welche uni
go bis i8o° von dem Scheitelpunkt der Walzendrehbewegung entfernt liegen. Die Zurückziehung
der Stacheln findet statt, um das Gut Goa freizugeben, so daß es in den Formschacht
fallen kann.
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Unmittelbar hinter und unterhalb der Stachelwalzen i9 befindet sich
der senkrechte Formschacht, dessen Querschnitt dem zu bildenden Vlies entspricht.
Der Schacht wird aus einer feststehenden Vorderwand 3o und einer beweglichen Rückwand
31 gebildet. Die Vorderwand 30 ist auf den verstellbaren Armen 32 und den
Zugstangen 33 gelagert, wobei die letzteren das Hauptgewicht aufnehmen, während
erstere nach vorn und hinten verstellbar angeordnet sind, um den OOuerschnitt des
Schachtes verändern zu können.
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Die Schachtrückwand 31 ist aus einem endlosen Streifen oder Metallblech
gebildet, welches über die Antriebswalze 34 am oberen Ende und die Führungswalze
35 am unteren Ende läuft. Die Rückwand 31 bewegt sich mit derselben Geschwindigkeit
nach abwärts wie das Förderband 36, welches zur Aufnahme des fertig gebildeten Vlieses
dient. Die Antriebswalze 3¢ wird daher vorzugsweise von der Führungswalze 37 des
Förderbandes 36 angetrieben. Dies kann in irgendeiner geeigneten Weise vermittels
des Kettenrades 38 der Kette 39 der Gegenwelle :4o und des Zahnrades 4.1 erfolgen,
welches mit dem auf Welle 4.3 befestigten Zahnrad .42 kämmt, die ihrerseits die
Walze 34 trägt. Irgendwelche geeigneten Hilfsmittel, welche nicht dargestellt sind,
können zum Antrieb des hcrderbandes 36 dienen. Hinter der Rückwand
31
ist eine Mehrzahl von Führungsleisten 44 angeordnet, um ein Ausbiegen der Rückwand
zu verhindern.
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Das untere Ende der Vorderwand 30 ist bei Sod gekrümmt und
endet dicht über dem vorderen Ende des Förderbandes 36, welches zur Aufnahme des
im Schacht gebildeten Vlieses dient. Das gekrümmte untere Ende der Vorderwand 3o
kann aus einem glatten Metallblech bestehen, wie es bei Sod angedeutet ist, oder
auch aus Einzelrollen 30b, um die Reibung zu verringern (Abb.7).
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Während des Betriebes der Vorrichtung wird das Futter (bei 6o angedeutet)
auf dem Förderband io nach oben geführt bis zur Berührung mit den Stachelwalzen
i9, welche wenige Zentimeter voneinander angeordnet sind. Die Stacheln können wie
die Zinken einer Heugabel zugespitzt sein. Die sich rasch drehenden Stachelwalzen
dienen dazu, um das Futter zu trennen, aufzulösen und zu entwirren und irgendwelche
Zusammenballungen oder Klumpen, die darin vorhanden sein könnten, zu öffnen. Die
auf das Futter wirkende Anzahl von Stachelwalzen hängt von der zugeführten Futtermenge
ab. So kann gelegentlich nur die untere Stachelwalze oder die beiden unteren zusammen
in Tätigkeit sein. Wird jedoch mehr Gut aufgegeben, so häuft sich dasselbe an, so
daß alle drei Walzen in Wirksamkeit treten. Das Material wird sodann, und zwar praktisch
jeder einzelne Halm, gegen die sich senkrecht nach unten bewegende Rückwand 31 geschleudert,
worauf es in den Schacht fällt. In Abb.4 sind mit Goa die aufgelösten und voneinander
getrennten Halme bezeichnet, wie sie nach unten in den Schacht fallen, während das
obere Ende des Vlieses, auf welches die Halme fallen, um es zu bilden, bei hob angedeutet
ist. Das fertige Vlies hob wird von dem Förderband 36 durch einen Trockenraum geführt,
wobei es einem aus einem geeigneten Ofen stammenden Trockenmittel bei einer Temperatur
von ioo bis i 5o° C bei einem Druck von etwa 30 cm Wassersäule während etwa
32 Minuten ausgesetzt wird, während sich das Förderband 36 mit einer Geschwindigkeit
von etwa 152 cm pro Minute bewegt.