DE506041C - Herstellung von Wasserstoff oder wasserstoffstickstoffhaltigen Gasgemischen nach dem Eisenwasserdampfverfahren - Google Patents

Herstellung von Wasserstoff oder wasserstoffstickstoffhaltigen Gasgemischen nach dem Eisenwasserdampfverfahren

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DE506041C
DE506041C DEJ37921D DEJ0037921D DE506041C DE 506041 C DE506041 C DE 506041C DE J37921 D DEJ37921 D DE J37921D DE J0037921 D DEJ0037921 D DE J0037921D DE 506041 C DE506041 C DE 506041C
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Dr Hans Baehr
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IG Farbenindustrie AG
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    • C01B3/00Hydrogen; Gaseous mixtures containing hydrogen; Separation of hydrogen from mixtures containing it; Purification of hydrogen; Reversible storage of hydrogen
    • C01B3/02Production of hydrogen; Production of gaseous mixtures containing hydrogen
    • C01B3/06Production of hydrogen; Production of gaseous mixtures containing hydrogen by reaction of inorganic compounds containing electro-positively bound hydrogen with inorganic reducing agents
    • C01B3/061Production of hydrogen; Production of gaseous mixtures containing hydrogen by reaction of inorganic compounds containing electro-positively bound hydrogen with inorganic reducing agents by reaction of water with metal oxides
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
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    • C01B3/08Production of hydrogen; Production of gaseous mixtures containing hydrogen by reaction of inorganic compounds containing electro-positively bound hydrogen with inorganic reducing agents by reaction of inorganic compounds with metals
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Description

  • Herstellung von Wasserstoff oder wasserstoffstickstoffhaltigen Gasgemischen nach dem Eisenwasserdampfverfahren Es ist bekannt, durch abwechselnd vorgenommene Reduktion von Metalloxyden mittels heißer Generatorgase und Oxydation des hierbei gewonnenen Metalls mittels Wasserdampfs Wasserstoff zu gewinnen, wobei man für die Oxydation auch ein Gemisch von Wasserdampf und Luft anwenden kann, um auf diese Weise Wasserstoff und Stickstoff enthaltende Gasgemische zu erhalten. Insbesondere Eisen, das die verschiedensten Zusätze, wie Kupfer, Mangan, Nickel, Alkalien, Erdalkalien usw., enthalten kann, und Eisenerze sind hierfür vorgeschlagen worden. Dieses Verfahren leidet an dem großen Nachteil, daß durch die anzuwendende hohe Reduktionstemperatur von etwa goo° die metallhaltige Masse schon nach kurzem Gebrauch zusammensintert und in diesem Zustand einerseits dem Durchgang der Gase großen Widerstand entgegensetzt, andererseits zufolge der Schrumpfung ihrer Oberfläche eine verminderte Reaktionsfähigkeit aufweist. Große Schwierigkeiten bietet auch die gleichmäßige Beheizung der Masse. Wird z. B. die notwendige Wärme durch die zuvor auf hohe Temperatur erhitzten reduzierenden Gase in den Reaktionsraum eingeführt, so sind die in der Nähe der Eintrittsstelle der heißen Gase liegenden Teile der Masse der Gefahr des Zusammensinterns ausgesetzt. Es wurde nun gefunden, daß man die erwähnten Schwierigkeiten umgehen kann, wenn man die Reduktion mittels staubförmiger oder körniger kohlenstoffhaltiger Materialien, gegebenenfalls in Gegenwart weiterer Zusatzstoffe und unter gleichzeitiger Anwendung indifferenter oder reduzierend wirkender Gase, vornimmt und zweckmäßig so arbeitet, daß die Masse sich während der Einwirkung der Reduktions- und Oxydationsmittel in Bewegung befindet. Man kann beispielsweise die metallhaltige Masse, anstatt sie wie früher in festangeordnetem Zustand mit gasförmigen reduzierenden Mitteln zu behandeln, mit den kohlenstoffhaltigen Stoffen, wie Staubkohle, Grude o. dgl., vermischen und das Gemisch, gegebenenfalls unter Zuleiten von indifferenten oder reduzierenden Gasen, durch einen Drehrohrofen schicken. Nach der in diesem erfolgten Reduktion kann das Material, gegebenenfalls nach Abtrennung des überschüssigen Reduktionsmittels, in dem gleichen oder in einem anderen Drehrohrofen mit einem oxydierenden Gasgemisch behandelt werden.
  • Eine andere vorteilhafte Ausführungsform des Verfahrens besteht darin, daß man die Gase derart durch eine Schicht des Gemisches aus metallhaltiger Masse und staubförmigem oder körnigem kohlenstoffhaltigem Material bläst, daß der Masse eine auf- und abwirbelnde Bewegung erteilt wird. Man kann auch die Masse in Schächten, z. B. in Cowpern, den heißen Gasen entgegenrieseln lassen.
  • Das Verfahren läßt sich ferner in sogenannten Telleröfen ausführen, in denen das Reaktionsgut mit Hilfe an einer rotierenden Welle sitzender Rührarme über mehrere, übereinander angeordnete beheizte Platten bewegt wird. Selbstverständlich kann die Behandlung der Masse in der Reduktionsstufe und in der Oxydationsstufe in zwei verschiedenen der genannten Vorrichtungen vorgenommen werden.
  • Die bei der Anwendung von kohlenstoffhaltigen Materialien, wie Kohlenstaub oder Grude, erforderliche Reinigung der behandelten Masse vön Asche, Kohlenstaubresten o. dgl. kann, gegebenenfalls nach mechanischer Zerkleinerung der Masse, in einer der hierfür bekannten Weisen durchgeführt werden, z. B. durch Windsichtung, durch magnetisch oder ähnlich wirkende Abscheider oder durch kombinierte Anwendung dieser Methoden.
  • Der für die Oxvdation zu verwendende Wasserdampf bzw. das Wasserdampf, Sauerstoff und evtl. Stickstoff enthaltende Gemisch wird zweckmäßig auf hohe Temperaturen vorgewärmt, was in stetigem Betrieb, z. B. in einem Röhrenvorwärmer, oder in unterbrochenem Betriebe, z. B. in einem Cowper, geschehen kann. Für die Vorwärmung kann in beiden Fällen das aus dem Reduktionsraum entweichende Gasgemisch benutzt werden. Die für die Aufheizung der Reaktionsmasse erforderliche Wärme kann dieser mittelbar, z. B. durch die Behälterwandung hindurch, oder unmittelbar, z. B. mit Hilfe eines sogenannten Wälzgasstromes, zugeführt werden, d. h. dadurch, daß man zeitweilig oder dauernd einen Teil des den Reaktionsraum verlassenden Gases abzweigt, in einer besonderen Heizvorrichtung aufheizt und zusammen mit den frischen Gasen wieder in den Reaktionsraum einführt.
  • Als metallhaltige Massen können die eingangs erwähnten Stoffe für sich oder im Gemisch miteinander oder mit anderen Stoffen angewandt werden. Insbesondere kommt die Verwendung der genannten Metalle in Form ihrer Erze in Betracht. Wie sich gezeigt hat, ist es in manchen Fällen zweckmäßig, als Zusatzstoffe anorganische Stoffe solcher Art und in einer solchen Menge anzuwenden, daß man nach der Reaktion, insbesondere wenn diese unter Anwendung eines aschereichen kohlenstoffhaltigen reduzierenden Mittels durchgeführt wurde, nach teilweiser oder vollständigerAbtrennung der reduzierten bzw. oxydierten Masse ein Produkt erhält, das als solches ein wertvolles Nebenprodukt darstellt oder leicht auf ein solches verarbeitet werden kann. Als Zusatzstoffe kommen z. B. Oxyde, Carbonate oder andere Salze der Alkalien oder Erdalkalien in Betracht. Hat man beispielsweise als Ausgangsmaterial ein Eisenerz, als reduzierendes Mittel Steinkohlenstaub und als Zusatzstoff Kalk angewandt, so erhält man nach mehr oder weniger weitgehender Abtrennung der oxydischen Eisenverbindung ein Gemisch, das auf Zement verarbeitet werden kann.
  • Das vorliegende Verfahren bietet gegenüber den bekannten Arbeitsweisen den Vorteil, daß die metallhaltige Masse sich stets in aufgelockertem und gut reaktionsfähigem Zustand befindet. Daher treten schädliche z. B. zu unliebsamen Nebenreaktionen, wie Methanbildung, führende Überhitzungen der Masse viel weniger leicht auf, als wenn die letztere wie früher, gegebenenfalls in grobstückiger Form, fest angeordnet ist und lediglich mit Gasen behandelt wird. Werden bei dem vorliegenden Verfahren die Reduktion und die Oxydation in zwei verschiedenen Vorrichtungen ausgeführt, so ist damit ohne weiteres die Möglichkeit gegeben, die beiden Reaktionen bei den für sie günstigsten Temperaturen, nämlich bei einer Reduktionstemperatur von etwa goo° und einer Oxydationstemperatur von etwa 6oo°, vorzunehmen. Dies bedeutet einen wesentlichen Fortschritt gegenüber der bisherigen Arbeitsweise, da früher die beiden Stufen aus wärmewirtschaftlichen Gründen bei etwa ein und derselben Temperatur durchgeführt wurden. Durch geeignete Wahl der Zusatzstoffe kann ferner eine weitgehende Reinigung des gebildeten Wasserstoffs bereits bei seiner Herstellung erreicht werden. Wählt man z. B. Kalk als Zusatzstoff, so setzt sich in der Oxydationsstufe etwa vorhandenes Kohlenoxyd mit dem Wasserdampf unter Bildung von Wasserstoff zu Kohlensäure um, und etwa in Form von Schwefelwasserstoff vorhandener Schwefel wird als Sulfid gebunden, um gegebenenfalls bei der sich anschließenden Reduktion mit den entweichenden Gasen als Schwefelwasserstoff entfernt zu werden. Beispiel i Ein Gemisch von x So Teilen Kiesabbrand mit 3o Teilen Grude wird durch einen mittels einer eingeblasenen Kohlenstaubflamme auf etwa goo° erhitzten Drehrohrofen geschickt. Die reduzierte Masse fällt aus dem Ofen kontinuierlich unmittelbar in die Füllöffnung eines Tellerofens. In diesem wird sie auf ihrer langsamen Wanderung nach unten durch entgegenströmenden überhitztenWasserdampf unter Bildung von Wasserstoff, der am oberen Ende des Tellerofens abgeführt wird, oxydiert. Das aus - dem metallischen Eisen gebildete Eisenoxyduloxyd fällt am unteren Ende des Tellerofens kontinuierlich aus und wird nun über einen Magnetscheider, in dem die Asche abgetrennt wird, nach erneuter Mischung mit Grude in den Drehrohrofen zurückgeführt. Das in diesem gebildete Generatorgas kann, nachdem es mit Luft vermischt worden ist, zur Beheizung eines Cowpers dienen, in dem der für die Oxydation erforderliche Wasserdampf erhitzt wirrt. Beispiel e Ein Gemisch von roo Teilen gemahlenem Roteisenstein, 2o Teilen Steinkohlenstaub und 5 Teilen Kalk wird in einen Schachtofen an dessen oberem Ende eingedreht. Durch ein unten seitlich angebrachtes Gaszuführungsrohr wird ein heißer Generatorgasstrom entgegengeführt. Der herabrieselnde Roteisenstein wird durch die heißen Generatorgase und durch den ihm beigemischten Steinkohlenstaub bei etwa goo° zu Eisen reduziert. Die Masse wird kontinuierlich abgezogen und in einen konisch gestalteten, mit feuerfestem Material ausgemauerten senkrechten Ofen fallen gelassen, in den von unten her etwa 65o° heißer Wasserdampf eingeblasen wird. Hierdurch wird die Masse in eine lebhafte wirbelnde Bewegung versetzt, wobei Wasserstoff, der den Ofen am oberen Ende verläßt, und Eisenoxyduloxyd gebildet werden. Das letztere wird aus der Masse, die man in stetigem oder unterbrochenem Betrieb aus dem Ofen abführt, durch Magnetscheider abgeschieden, so von den Beimengungen Asche und Kalk getrennt und kehrt dann nach Zumischung frischer Mengen Zusatzstoffe zur Reduktion in den Schachtofen zurück.
  • Das Gemisch aus Asche, Kalk und einer kleinen Menge nicht abgetrennten Eisenoxyds wird in einem besonderen Drehrohrofen, der z. B. mit dem den Reduktionsofen verlassenden Gas beheizt wird, auf Zement verarbeitet.
  • Anstatt die reduzierteMasse für d@ieWasserstoffherstellung in einen besonderen Ofen zu überführen, kann man die Oxydation auch in dem für die Reduktion verwendeten Schachtofen selbst vornehmen. Zu diesem Zweck stellt man, wenn eine gewisse Menge der Masse reduziert ist, die Zufuhr des Metalloxyds-Kohle-Kalk-Gemisches und des Generatorgases ab und bläst von oben oder unten Wasserdampf oder ein Wasserd-atnpf-Luft-Gemisch durch die reduzierte Masse. Der hierbei entstehende Wasserstoff bzw. das Wasserstoff-Stickstoff-Gemisch wird in einer besonderen Leitung abgeführt. Sobald der Oxydationsprozeß beendet ist, wird nach Umstellung der entsprechenden Ventile die nun oxydierte und evtl. durch Kohlenstaub und Kalk ergänzte Masse erneut der Reduktion unterworfen usf. Ein Teil der Masse kann kontinuierlich dem Ofen entnommen und in der angegebenen Weise aufgearbeitet werden.

Claims (3)

  1. PATENTANSPRÜCHE: i. Verfahren zur Herstellung von Wasserstoff oder wasserstoffstickstoffhaltigen Gasgemischen durch abwechselnde Reduktion und Oxydation metallhaltiger Massen unter Anwendung von Wasserdampf und gegebenenfalls Sauerstoff oder Stickstoff oder beide enthaltenden Gasgemischen zur Oxydation, dadurch gekennzeichnet, daß man die Reduktion mittels staubförmiger oder körniger kohlenstoffhaltiger Materialien, gegebenenfalls in Gegenwart weiterer Zusatzstoffe und unter gleichzeitiger Anwendung indifferenter oder reduzierend wirkender Gase, vornimmt und zweckmäßig so arbeitet, daß die Masse sich während der Einwirkung der Reduktions- und Oxydationsmittel in Bewegung befindet.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß man die Gase derart durch die staubförmige oder körnigeMasse bläst, daß diese sich in einer auf- und abwirbelnden Bewegung befindet.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß man die Behandlung der Masse in mechanisch bewegten Vorrichtungen, wie Drehrohröfen oder Telleröfen, vornimmt. q. Verfahren nach Anspruch i bis 3, dadürch gekennzeichnet, daß man der ztt behandelnden Masse anorganische Stoffe solcher Art und in solcher Menge zusetzt, daß nach der Behandlung und gegebenenfalls nach teilweiser oder vollständiger Abtrennung der behandelten Masse wertvolle Nebenprodukte erhalten werden.
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