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Diffusionsverfahren Die Erfindung betrifft ein Diffusionsverfahren
und bezweckt, durch eine entsprechende Aufbereitung des Gutes die Diffusionsgeschwindigkeit
der Kristalloide zu erhöhen und den Austritt der Kolloide zu verhindern.
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Erfindungsgemäß wird das diffusionsfähige Auslaugegut, d. h. Materialien
mit im Innern unversehrten Zellenmembranen, wie Rübenschnitzel, Zuckerrohr, Holz,
Baumrinden und ähnliches, vorerst auf mechanischem Wege von den an der Oberfläche
haftenden Säften befreit. Hierbei ist sorgfältig darauf zu achten, daß die beim
Diffusionsvorgang unentbehrlichen Zellenmembranen nicht beschädigt werden. Die Entfernung
der oberflächlich anhaftenden Säfte kann durch Absaugen, Abpressen oder ähnliche
Maßnahmen geschehen. Die von den Säften oberflächlich befreiten Materialien werden
sodann dem Einflusse eines Gasstromes unterworfen, welcher einen Teil der inneren
Feuchtigkeit gleichzeitig mit der nach der Absaugung oder Abpressung noch verbliebenen
oberflächlichen Feuchtigkeit der Materialien mit sich führt und auf diese Weise
deren Inhalt konzentriert. Durch die Erhöhung der Konzentration der Säfte im Innern
der Konglomerate wird der osmotische Druck gesteigert und hierdurch der Diffusionsvorgang
beschleunigt. Als Gase können zu diesem Zwecke (zweckmäßig vorgewärmte) Luft, Rauchgase
oder ähnliches verwendet werden.
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Es ist wohl bereits bekannt, das Diffusionsgut vor dem Eintritt in
den ersten Diffuseur oder zwischen den einzelnen Elementen der Diffusionsbatterie
mit einem kühlen oder erwärmten Gasstrome zu behandeln, wodurch das Gut einerseits
getrocknet, andererseits oxydiert wird. Ebenso ist es auch bekannt, Rübenschnitzel
in den Diffuseuren vor dem Einmischen mit heißer Luft zu behandeln. Schließlich
ist es auch bekannt, das Diffusionsgut zwecks Gewinnung der in seinem Innern vorhandenen
Säfte zu pressen. Bei allen bekannten Verfahren erfolgt jedoch die Behandlung mit
dem Gasstrome oder die Abpressung des Gutes unter so energischen Bedingungen, daß
die Zellenmembranen beschädigt werden. In jenen Fällen, wo nach bekannten Verfahren
heiße Luft in den Diffuseur eingeführt wird, müssen sich unvermeidlich vollkommen
trockene Schnitzelschichten bilden, welche keine unversehrten Zellenmembranen mehr
aufweisen.
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Der Erfindung gemäß wird die Entfernung der oberflächlich anhaftenden
Säfte und die Konzentration der Säfte der im Innern befindlichen Zellen ohne Beschädigung
der Zellenmembranen durch die Kombination der Absaugang,
Abpressung
oder ähnlicher mit der Durchleitung eines Feuchtigkeit entziehenden Gasstromes erreicht.
Keine dieser beiden Maßnahmen allein ist imstande, den angestrebten Effekt ohne
Beschädigung der Zellenmembranen auszulösen; denn bei alleiniger Absaugung, Abpressung
oder ähnlichem ist eine hinreichende Entfernung der oberflächlichen Feuchtigkeit
nicht möglich, und bei bloßer Behandlung mit dem Gasstrome wird die aus der vorhergehenden
Materialschicht in Form von Dampf mitgerissene Feuchtigkeit in der nachfolgenden
Materialschicht kondensiert, und die Zellen werden durch das kochende Kondenswasser
aufgeweicht und diffusionsunfähig.
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Je nach den herrschenden Arbeitsbedingungen kann die mechanische Entfernung
der oberfläcblich anhaftenden Säfte und die vorbeschriebene Behandlung mit Gasen
entweder vor dem ersten Diffuseur erfolgen oder aber zwischen einzelnen Elementen
der Diffusionsbatterie.
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Im Betriebe wird das Verfahren so ausgeführt, daß vor dem Eintritt
in den Diffuseur oder zwischen einzelnen Elementen der Diffusionsbatterie die dem
Auslaugegut oberflächlich anhaftenden Säfte durch Zentrifugen, Nutschen, Pressen
oder ähnliches entfernt werden, worauf das Auslaugegut in einem Gefäß mit Gasen
behandelt wird.
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Die vollkommene Auslaugung von Rübenschnitzeln nach dem vorbeschriebenen
Verfahren dauert etwa 25 Minuten, gegebenenfalls noch weniger, während die sonst
üblichen Diffusionsprozesse eine Zeit von annähernd 2 Stunden in Anspruch nehmen.
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Die durchschnittliche Reinheit der Abzüge pflegt auch bei schlechten
Rüben nicht unter 9i,50/, zu sinken.
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Beispiel i ioo kg frischer Schnitzel einer gesunden Rübe werden mittels
einer kontinuierlich arbeitenden Nutsche von der oberflächlich anhaftenden Feuchtigkeit
befreit und sodann bei 95' C mit heißer Luft in einer Gesamtmenge von etwa
8o m3 behandelt. Beim Absaugen der Schnitzel auf der Nutsche ist darauf zu achten,
daß nirgendswo lokale, stärkere Saugwirkungen auftreten, welche die Zellen der in
dem Bereiche dieser Saugwirkung befindlichen Schnitzel beschädigen würden, vielmehr
maß die Saugwirkung gleichmäßig auf einer größeren Fläche erfolgen. Bei einer etwa
3 Minuten währenden Saugwirkung über eine Fläche von etwa 3 m2 und bei einem Unterdruck
von etwa o,i Atm. werden etwa 5o0/, der am Auslaugegut anhaftenden Säfte gewonnen.
Die verbleibenden 50°/o der am Auslaugegut anhaftenden Säfte gehen mit diesen in
den nächsten Diffuseur über.
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Beispiel 2 ioo kg der nach Beispiel i anfallenden Schnitzel werden
in den nächsten Diffuseur eingeführt, in üblicher Weise der Diffusion unterworfen
und sodann erneut mit Hilfe einer Nutsche unter Vermeidung einer Beschädigung der
Zehenmembranen bei Einhaltung der Arbeitsbedingungen nach Beispiel i von etwa 5o%
der anhaftenden Säfte (ursprünglich anhaftende Säfte plus im Diffuseur dazugetretene
Säfte) befreit und mit einer Menge von ungefähr go m3 heißer Luft oder heißer Essengase
bei etwa 95 ° C behandelt. Die Konzentration ist geringer als die der Säfte
gemäß Beispiel i.
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Beispiel 3 Zwischen jedem nächstweiteren Glied der Diffusionsbatterie
wird die Menge der zugeführten Luft immer um etwa io% vermindert. Die aus dem zweiten
Diffuseur austretenden Schnitzel werden demgemäß auf ioo kg Gewicht mit nur 81 m3
heißer Luft, die aus dem dritten Diffuseur austretenden Schnitzel mit nur etwa 73
m3 Luft behandelt usw. Die Temperatur der zugeführten Luft wird auf etwa 9o ° C
gehalten. Durch die Nutsche oder Presse werden die Schnitzel immer wieder von etwa
5o0/, der an ihnen anhaftenden Säfte befreit, während die an den Schnitzeln anhaftenden
übrigen 5o0/, der Säfte mit den Schnitzeln in den nächsten Diffuseur übergehen,
wobei diese Säfte natürlich von einem Diffuseur zum andern immer wieder eine geringere
Konzentration aufweisen werden.