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Sicherheitsvorrichtung für Sprengpatronen Im Stammpatent 435 4.6o
ist eine Sicherheitsvorrichtung für Sprengpatronen beschrieben, die gestattet, im
Falle eines Versagers die Sprengkapsel aus der bereits im Bohrloch verlegten Sprengpatrone
herauszuziehen und so einer Gefährdung durch die nicht explodierte Kapsel vorzubeugen.
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Bei dieser Ausführungsform der Erfindung wird nicht nur die Sprengkapsel
entfernt. sondern auch durch das Herausziehen des Zapfens, dem Querschnitt dieses
letzteren entsprechend, die Verdämmung,. die z. B. aus feuchtem Lehm bestehen kann,
ausgeräumt.
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Die seither vorgenommenen Versuche haben ergeben, daß es mitunter
als genügend angesehen werden kann, nur die Verdäminung auszuräumen und auf das
Herausziehen der Sprengkapsel zu verzichten. Um die Kapsel unschädlich zu machen,
wird in diesem Falle in das durch Herausziehen des Zapfens bis zur obersten Patrone
ausgeräumte Bohrloch eine Sprengpatrone mit frischer Kapsel eingeführt. Beim Schießen
kommt dann der gesamte Inhalt des Bohrloches zur Explosion.
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In diesem Falle ist die Bohrung im Zapfen nicht erforderlich, weil
die Sprengkapsel nicht festgehalten werden braucht. Die Zündleitung oder Zündschnur,
für deren Durchtritt die Bohrung bei der Ausführungsform des Stammpatents ebenfalls
dient, findet dann ihren Platz zwischen dem Zapfen und der Wand des Bohrloches.
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Die Sicherheitsvorrichtung gemäß vorliegender Erfindung ist in der
beiliegenden Zeichnung in zwei Ausführungsformen schematisch dargestellt. In der
Ausführung nach Abb. i besteht sie ,aus einem Zapfena aus Holz, Ton u:sw., der mit
einem Draht :2 z. B. mittels Durchziehens durch eine Öffnung im Zapfen o. dgl. verbunden
ist. Dieser Draht setzt sich bis über die Mündung des Bohrloches fort und dient
als Zugorgan. Beim Gebrauch als Sicherheitsvorrichtung wird der Zapfen auf die oberste
Patrone aufgesetzt. Beim Versagen des Schusses wird durch Zug an dem Drahte der
Zapfen samt der Verdämmung ausgehoben.
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Es ist aber nicht in allen Fällen erforderlich, daß der Zapfen in
dauernder Verbindung mit einem Zugorgan steht. Es genügt, das von der Ladung abgewandte
Ende des Zapfens so auszugestalten, daß dieser durch ein entsprechendes Werkzeug
von oben 'erfaßt und ausgehoben werden kann. Dies kann z. B. mittels des in der
Sprengtechnik
üblichen Besatzhebers geschehen, einer bohrerähnlich
gestalteten Vorrichtung, z. B. aus Kupfer.
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Es wird wie im oben beschriebenen Falle der Zapfen auf die oberste
Patrone gesetzt und hierauf das Bohrloch z. B. mit feuchtem Lehm o. dgl. verdämmt.
Bei vorgekommenem Versager wird die Verdammung -mit dem Besatzheb:er entfernt, hierauf
dieser letztere in das obere entsprechend ausgestaltete Ende des Zapfens drehend
eingeführt, so lange, bis er gut eingreift, und der Zapfen durch einen auf den Besatzheber
nach außen gerichteten Zug ausgehoben.
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Eine geeignete, hierbei mit Vorteil anwendbare Ausgestaltung des Zapfens
ist in Abb. 2 dargestellt. Der Zapfen ist an seinem oberen Ende vertieft, und in
der Vertiefung b sind z. B. Steged aus Draht angebracht, die das Eingreifen des
Besatzhebers oder .eines sonstigen aushebenden Werkzeuges gestatten. Diese Stege
werden gemäß der Darstellung in Abb. 2 dadurch erzielt, daß der Drahte durch vier
Löcher, die nahe dem, Rande des Zapfens liegen, gezogen wird. Die Enden des Drahtes
werden nach außen geführt., dort zusammengedreht und z. B. nach obien zu abgebogen.
Das aufwärts gerichtete Drahtende kann zur Führung der Zündleitung dienen, die um
dieses Ende gewickelt wird. Statt der Drahtstege kann ,auch irgendeine andere Ausgestaltung
des oberen Endes des Zapfens vorgesehen sein, die den Eingriff eines aushebenden
'\Verkzeuges gestattet.
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Es empfiehlt sich, hierbei einen Besatzheber zu verwenden, der mit
einem Anschlag versehen ist, der das zu tiefe Eindringen in die Aussparung des Zapfens
verhindert, um ein Sprengen des Zapfens zu vermeiden.
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Der Zapfen muß nicht in allen Fällen massiv sein, er kann vielmehr
auch z. B., wie in Fig. i angedeutet, in sevnem unteren Teil ausgehöhlt sein. Voraussetzung
ist stets, daß er einen hinlänglichen Abschluß gibt, so daß die Verdammung durch
Anheben des Zapfens ausgeräumt wird.
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Die Anordnung der Sicherheitsvorrichtung in Verbindung mit einer mit
einer Sprengkapsel versehenen Sprengpatrone ist aus Abb. 3 zu ersehen, die einen
Längsschnitt durch den oberen Teil eines schußfertigen Bohrloches darstellt. Mit
f ist .die Bohrlochwand. bezeichnet, g1 und g2 sind die Sprengpatronen, ,a ist»
der Zapfen mit dem Zugdraht 2, lt die Sprengkapsel, i die Zündleitung,
h ist die Verd@nmung (z. B. feuchter Lehm). Beim Laden wird auf die Patrone
g2 die mit der Kapsel versehene Patrone g1 aufgesetzt. In ein Ende der Patrone g1
wurde vorher die Sprengkapsel lt eingeführt, und es -wird .die Patrone g1 mit diesem
Ende an die schon verlegte Patrone g2 angeschob.en. Auf das andere Ende von g.,
wird dann der Zapfen a aufgesetzt und schließlich die Verdammung h' eingestampft.
Hierbei muß dafür Sorge getragen werden, daß sowohl der Zugdraht e als auch die
Zündleitung! bis über Tag geführt werden. Im Falle eines Versagens der Zündung zieht
man den Zapfen a mittels des Drahtes e aus dem Bohrloch aus, wodurch der feuchte
Lehm ausgeräumt wird. Es kann dann eine frische Patrone auf g1 aufgesetzt und diese
und die ganze Ladung mit ihr zur Zündung gebracht werden.
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Statt in das untere Ende könnte die Zündkapsel h ebensogut in das
obere Ende der Patrone g, oder in die Patrone g2oder irgend-eine weitere
Patrone im, Bohrloch eingesetzt sein. Es wird in allen Fällen der Erfolg erzielt,
daß beim Versagen des Schusses ein gefahrloses Ausräumen des Bohrloches und die
Beschickung mit :einer frischen Patrone samt Zündkapsel ermöglicht wird.
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Die Anwendung ;des Sicherheitszapfens bietet überdies noch den Vorteil
einer besseren Abdichtung des besetzten Bohrloches nach oben, denn .der Besatz wird
bei dien bisher üblichen Ladeverfahren in dem an die oberste Patrone unmittelbar
anschließenden Teil aus Gründen der Vorsicht nur locker verdämmt, enthält also viel
Hohlräume, was für die Wirkung des Schusses ungünstig ist. Dieser -Nachteil fällt
beim Gebrauch des Zapfens fort, weil der Besatz auf ihm unmittelbar fest verdämmt
werden kann.