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Doppelokarina Die Erfindung betrifft eine Doppelokarina, deren wesentliches
Merkmal darin besteht, daß die Scheidewand und die Kanalwandungen für die Tonerregerpfeifen
oder auch gleich damit verbunden die Luftbrechkanten der Pfeifen, entweder ganz
oder teilweise für sich hergestellt, an .dem Instrument angeordnet sind.
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Die bekannten Doppelokarinen wurden bisher, wenn sie nicht sehr teuer
werden sollten, nur aus Ton oder ähnlichen bildsamen Stoffen geformt, wobei die
Luftkanäle für die Pfeifen in die weiche Masse vor dem Trocknen und Brennen eingestochen
wurden. Die so hergestellten Instrumente verändern sich beim Trocknen und Brennen
infolge Schwindens und ungleichmäßigen Verziehens dermaßen, daß nur selten ein brauchbares
Instrument erzielt werden konnte.
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Die bisherige Gestaltung der Doppelokarinen macht eine Herstellung
z. B. durch Pressen eines formbeständigen Stoffes nahezu unmöglich. Die Instrumente
aus dem Vollen herauszuarbeiten. ist. ganz abgesehen von den hohen Kosten, wegen
der unregelmäßigen Form der Lufträume ebenfalls fast undurchführbar, weshalb viel
Ausschuß, zum mindesten erhebliche Nacbarbeit an jedem einzelnen Instrument nötig
würde.
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Die eingangs erwähnte Anordnung macht es möglich, die einzelnen Teile,
aus denen eine Doppelokarina sich nunmehr zusammensetzt, aus formbeständigem Stoff
herzustellen. So können z. B. zwei Schalen, aus dünnem Blech gepreßt. dieLufträurne
größtenteils begrenzen. Die Scheidewand und die Tonerregerpfeifen lassen sich auch
aus Blech pressen und am Instrument anbringen. Durch die Formbeständigkeit der Einzelteile
ist eine stets gleichmäßige Stimmung gewährleistet. Es liegt aber auch im Bereich
des Erfindungsgedankens, die Schale, an der die Pfeifen angebracht werden, so auszubilden,
daß sie wenigstens teilweise gleich die Wandung für die Pfeifenkanäle darbietet.
Dann wird nur der noch fehlende Teil der Kanalwandung der einzelnen Pfeife besonders
angebracht werden müssen.
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Eine besonders vorteilhafte Ausführungsform wird gewonnen, wenn die
Tonerregerpfeifen mit der Scheidewand zwischen den beiden Lufträumen ein zusammenhängendes
Stück bilden und zwischen eine Ober- und Unterschale, die das Instrument äußerlich
gänzlich, die Lufträume großenteils begrenzen, eingesetzt und abgedichtet werden.
Wenn sämtliche Teile des Instruments mit geeigneten Werkzeugen hergestellt sind,
so passen sie auch genügend, um z. B. durch Eintauchen in Tauchlack nach dem Zusammensetzen
dicht zu werden.
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Ferner ist es vorteilhaft, den eingesetzten Teilen solche Anlagen
an die Schalenwandungen zu geben, daß sie sich nicht darin verschieben können.
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Die Zeichnung veranschaulicht in schaubildlicher Darstellung ein Nusführungsbeispiel
des
Erfmdungsgegenstaindes, das der zuletzt erwähnten Art entspricht.
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Abb. i zeigt das Instrument, die Unterschale nach oben gewendet, in
Ansicht.
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Abb. 2 gibt das auf der Unterschale liegende Instrument wieder, die
Unterschale nach der Linie A-B der Abb. 3 geschnitten, während die Oberschale längs
der Schei.dewandoberkante im großen Luftraum abgetrennt ist. Abb. 3 zeigt die Unterschale
mit eingesetzten Pfeifen und Scheidewand, wobei die Oberschale abgehoben ist.
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Abb. :4 ist ein Schnitt nach der Linie C-D der Abb. i.
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Abb. 5 ist eine Seitenansicht gegen das Mundstück des Instrumentes,
wobei noch außerdem ein Schnitt durch das Mundstück nach der Linie E-F der Abb.
3 gelegt ist.
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Das Instrument besteht aus drei Teilen, nämlich einer Oberschale i
mit den Doppellöchern für die Töne von D bis C - in Abb. i-punktiert, in Abb. 2
im Schnitt gezeichnet -, einer Unterschale 2 mit, den beiden Tonerregerlöchern 3
und .4 und endlich aus dem eingesetzten Zwischenstück 5 -der Seele des Instrumentes
-, das die Pfeifenkanäle 6 und 7 teilweise begrenzt und durch ihre Form ermöglicht,
den beiden Lufträumen 8 und 9 solche Abmessungen zu geben, daß eine gefällige und
in gewissem Grade wählbare Außenform des Instrumentes leichter mit den Luftraumbedingungen
in Einklang gebracht werden kann, als wenn lediglich ein gleich dickes Blech als
Scheidewand benutzt wird, womit nicht gesagt sein. soll, daß nicht auch ein solches
Blech als Scheidewand bei veränderter Form der Schalen eine vorteilhafte Zusammenstellung
der beiden Lufträume ergeben könnte. Die im Ausführungsbeispiel gewählte Form der
Seele hat außer akustischen auch noch rein bauliche Vorteile, denn sie kann mit
solchen Anlageflächen oder Stellen versehen seist, daß sie sich gleich in die richtige
Lage in die Schalen legt, jedeVerschiebung ausschließend, die unweigerlich die Stimmung
verderben würde. Nach Wahl einer vorteilhaften Form für die Schalen als etwas Feststehendem
hängt die reine Stimmung, die Tongüte, die leichte Ansprache, kurz alles Tonliche
des Instrumentes in solchem Grade von dem Ziv ischenstück ab, daß die Bezeichnung
»Seele des Instrumentes« gerechtfertigt erscheint. Ist die Seele unrichtig bemessen,
so können die Grifflöcher nicht zur Festlegung einer richtigen Stimmung verändert
werden, weil die Töne dann nicht stetig fortschreiten, sondern überschlagen, teilweise
nicht ansprechen, und große Intervallsprünge vorkommen. Die Form der Seele ist aber
bei gegebenen Schalen nichts unbedingt Starres. Durch geeignete Veränderung der
Seele lassen sich bei unveränderten Schalen verschiedene Grundstimmungen des Instrumentes
erzielen. Dies ist von Vorteil, da mit denselben Werkzeugen für die Schalen verschiedene
Stimmungen möglich werden, die z. B. bei der Zusammensetzung eines Okarina-Trios
oder -Quartetts von Nutzen sind.