DE48856C - Vorrichtung, um die Meereswellen zum Fortbewegen der Schiffe zu benutzen - Google Patents
Vorrichtung, um die Meereswellen zum Fortbewegen der Schiffe zu benutzenInfo
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- B—PERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
- B63—SHIPS OR OTHER WATERBORNE VESSELS; RELATED EQUIPMENT
- B63H—MARINE PROPULSION OR STEERING
- B63H19/00—Marine propulsion not otherwise provided for
- B63H19/02—Marine propulsion not otherwise provided for by using energy derived from movement of ambient water, e.g. from rolling or pitching of vessels
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
Vorliegende Erfindung -hat den Zweek, die
in den Meereswellen vorhandenen Kräfte zum Fortbewegen der Schiffe auszunutzen und so
in vielen Fällen, wo es sich nicht gerade um Schnellfahrten handelt, den Dampf zu ersetzen.
Die Vorrichtung würde hauptsächlich in Verbindung mit den Segeln wirken, aber auch
allein, z. B. wenn das Schiff von Windstille befallen wird.
Die Einrichtung besteht im wesentlichen aus drei Theilen:
1. denjenigen, welche die Kraft aus den Meereswellen aufnehmen; es sind dies Kästen c,
welche um das ganze Schiff ungefähr in der Höhe der Wasserlinie angeordnet sind und
durch den Seitendruck des Wassers hin- und herbewegt werden;'
2. denjenigen Theilen, welche die aufgenommene Kraft von den verschiedenen Kästen
nach einer gemeinsamen Sammelwelle f übertragen; es sind dieses Winkelhebel e, welche
mit obigen Kästen c in Verbindung stehen und deren anderer Schenkel mittels Schwimmer und
einer künstlichen Haltevorrichtung derart mit einem Zwischenhebel g verbunden wird, dafs
letztere bei starkem Wellengang mit kurzem Hebelarm, bei schwachem Wellengang aber
mit langem Hebelarm auf die Sammelwelle f wirkt;
3. aus den regulirenden Theilen, welche durch Einwirkung auf den Schwimmer h bewirken,
dafs die ungleichmäfsige Kraft der Wellen möglichst gleichmäfsig an die Sammelwelle
f abgegeben werden.
In beiliegenden Zeichnungen stellen Fig. 1, 2 und 3 ein Schiff dar mit der neuen Vorrichtung.
Letztere wiederholt sich ganz gleich über das ganze Schiff entlang und ist daher nur einige
Male gezeichnet. In den übrigen Figuren sind Einzelnheiten dieser Vorrichtungen herausgegriffen
und in gröfserem Mafsstabe dargestellt.
Rings um das Schiff zieht sich eine Einbauchung a, Fig. 2 und 4, welche etwas unterhalb
der Wasserlinie beginnt. Die Einbauchung ist nach aufsen durch jalousieartige Planken a1
geschützt, welche den Wellen das Ein- und Ausströmen gestatten, jedoch die zerstörende
Kraft derselben abhalten und ein leichtes Durchschneiden des Wassers ermöglichen. Der
so gebildete, sich um das ganze Schiff herumziehende Raum α ist durch dünne Querwände a2
in lauter einzelne Abtheilungen von etwa 1 m Länge getheilt. In jeder, dieser Abtheilungen
befindet sich nun ein Kasten mit den zugehörigen Bewegungstheilen (Fig. 4 und 5),
welcher den durch die Wellen hervorgerufenen Wasserdruck aufnimmt und auf die Sammelwelle
f überträgt.
Die Kästen haben folgende Einrichtung: In jeder Abtheilung liegen zwei in einander passende
Kästen c1 und c3. Der hintere, c1, liegt an der
Seitenwand des Schiffes und zwischen den Scheidewänden a2 dicht an; er kann sich infolge
der Führung c2 nur heben und senken, ist oben und vorn offen und nimmt den vorderen
Kasten c3 auf, welcher sich in ersterem dicht vor- und rückwärts bewegen kann.
Sobald eine Welle in die Jalousien eindringt, werden die von derselben getroffenen Kästen cs
in die Kästen c1 hineingedrückt; nach dem Verschwinden
der Welle-treten erstere durch ihre Schwere aus den Kästen c1 wieder heraus.
Diese hin- und hergehende Bewegung wird auf den mit dem Kasten c3 verbundenen, um die
Achse d schwingenden Winkelhebel e1 e2 übertragen.
. Da nun die Höhe der Wellen eine sehr verschiedene und häufig so grofs ist, dafs sie auch
nach dem Verlaufen noch einen Seitendruck auf den Kasten c3 ausübt und denselben hindern
würde, aus c1 wieder herauszutreten, so müssen sich beide Kästen, nachdem sie in einander
getreten sind, an der Schiffswand so weit heben können, dafs sie nicht mehr in das
Wasser eintauchen..
Zu dem Zweck ist der Kasten c3 nicht unwandelbar
fest mit dem Schenkel e1 des Winkelhebels verbunden, sondern letzterer sitzt in
einer am Kasten c3 angebrachten Führung c4 und greift mit seinem unteren gezahnten Theil
in einen Sperrkegel c5, welcher am Kasten befestigt ist. So lange der Sperrkegel eingreift,
können sich beide Kästen nicht heben, sobald jedoch der Kasten c3 in c1 hineingetreten
ist, wird der Sperrkegel durch einen Stift c6 ausgelöst und beide Kästen können, wenn das
Wasser hochsteht, bis zur Oberfläche desselben steigen. In dem Mafse, wie sich das Wasser
verläuft, sinken die Kästen wieder. Wäre dieses Steigen der Kästen nicht vorgesehen, so müfste
die Rückbewegung des Kastens c3 stets ausbleiben, sobald er bis zu einer gewissen Tiefe
in das Wasser eintaucht, der Druck des letzteren also gröfser ist als das Bestreben des
Kastens, in seine Anfangslage zurückzugehen. Anderenfalls aber darf das Steigen der Kästen
erst dann erfolgen, nachdem sie in einander getreten sind, denn sonst würde c3, anstatt vor-
und rückwärts zu gehen, einfach vom Wasser getragen. Die Kästen c1 c3 arbeiten also bei
jeder Wasserhöhe, wenn nur überhaupt Wellen da sind.
Die Bewegung der Kästen wird, wie oben angedeutet, auf die um die Achsen d schwingenden
Winkelhebel e1 e2 übertragen und diese
pflanzen sie auf die gemeinsame Sammelwelle/ fort. Um jedoch die ungleiche Kraft der
Meereswellen nicht der Sammelwelle mitzutheilen, ist zwischen letzterer und dem Winkelhebel
e1 e2 noch ein Zwischenhebel g eingeschaltet,
dessen Hebelverhältnifs je nach der augenblicklichen Stärke der Meereswellen wechselt, so dafs er also bei starkem Wellengang
mit kurzem, bei schwachen Wellen mit langem Hebelarm auf die Sammelwelle f wirkt.
Die hierzu nöthige Einrichtung ist folgende: Auf jedem der Kästen c3 ist noch ein kleinerer
Schwimmerkasten h angebracht, welcher, weil er der äufserste ist, zuerst die Bewegung der
Wellen wahrnimmt, d. h. mit ihnen steigt oder fällt. Durch seine Schwimmkraft bewirkt dieser
Kasten h die mit verschiedenem Hebelverhältnifs stattfindende Verbindung der beiden Hebel e2
und g in folgender Weise: Mit dem Hebel g, welcher um g1 drehbar ist, sind durch Gelenke
drei oder mehr Stangen g2 g3 g* in Abständen
verbunden. Dieselben gehen nach oben durch entsprechende Augen i des Hebels
e2 und gleiten darin, bis eine davon, in
ihrem Auge festgehalten wird. Dieses Halten geschieht wie folgt: Die Stangen g2 ga gi tragen
in ihrer Mitte Zähne, in welche ein kleiner Zapfen i1 , Fig. 7 und 11, von der Transportschraube
K eingedrückt wird. Letztere aber wird von dem Schwimmer h derart beeinflufst,
dafs von diesem eine Stange /?' hochgeht, welche oben mit Sperrzähnen versehen ist und
in ein Sperrrad ^1 eingreift. Dasselbe sitzt lose
auf der Drehachse d und ist mit einem konischen Rad £2 verbunden, welches in ein zweites
konisches Rad ^3 eingreift. Letzteres ist mittelst
Lager Ιλ an dem Hebelarm P gelagert und
nimmt in seiner langen Nabe das vierkantige Ende kl der Transportschraube k auf. Da
diese Transportschraube mit Gewinde in die beiden, ebenfalls am Hebel e2 befestigten Lagerböcke
/2 greift, so wird sie, sobald sie an der Drehung des Rades ^3 theilnimmt, auch gleichzeitig
eine fortschreitende Bewegung ausführen. Die Transportschraube k besitzt drei Daumen
k2k3k\ welche die Stifte P in die Zähne
einer der Stangen g2 g3 g* drücken und letztere
festhalten. Die Daumen sind so angeordnet, dafs stets nur eine Stange festgehalten wird,
und zwar in dem Augenblick, wo die vorhergehende losgelassen wird.
Sobald sich also der Kasten h durch eine Meereswelle hebt, dreht die Zahnstange h1 die
Räder \ 1^- ^3 und die Transportschraube k;
letztere bewegt sich dabei so weit vor, bis ihr Daumen k"- den Stift i1 in die Zähne der
Stange g2 hineindrückt und letztere in dem betreffenden Auge des Hebelarmes e2 festhält.
Jetzt ist die Verbindung zwischen Winkelhebel e1 e- und Hebel g hergestellt. Letzterer überträgt
die schwingende Bewegung des ersteren mittelst der an seiner unteren Seite befestigten
Zahnstange g5 und des Zahnrades ^* auf die
Sammelwelle/. Um jedoch heftige Stöfse auf die Welle zu vermeiden, ist zwischen Zahnrad
^4 und Welle f noch eine kräftige Spiralfeder
m eingeschaltet. Die Feder ist mit ihrem inneren Ende an der Welle befestigt und greift
mit dem äufseren Ende an den Zapfen m1 des
auf der Welle lose sitzenden Rades ^4 an. Ein
Sperrrad m2 verhindert das Rückdrehen, und gleicht die ganze Anordnung der Federeinrichtung
einer Ohr.
Nachdem die Feder m durch die Zahnstange g5 genügend gespannt ist, überträgt sie
ihre Kraft auf die Welle/, und da auf letztere die sämmtlichen Federn aller um das ganze
Schiff herumgehenden, unter sich ganz gleichen J Abtheilungen wirken, so wird sie eine gleich-
mäfsige Drehung vornehmen und dieselbe, wie in Fig. 3 angegeben, auf die Schiffsschraubey
übertragen. Die verschiedenen Sammelwellen/, welche, der Form des Schiffes folgend, eine
gebrochene Linie bilden, sind durch Universalgelenke χ mit einander verbunden.
Damit nicht der Mechanismus einer einzelnen Abtheilung durch mehrmaliges, hinter einander
folgendes Einwirken von Wellen allein zu stark arbeitet und die betreffende Feder zu stark angespannt
wird, ist für jede Abtheilung eine Regulirvorrichtung angebracht, durch welche ein selbsttätiges Heben der Kästen h bewirkt'
wird, so dafs letztere auch bei niedrigem Wellengang dem Hebel g einen kurzen Hebelarm
geben und dadurch eine weitere zu starke Anspannung der Feder m verhüten. Zu dem
Zwecke ist die von dem Schwimmer h kommende Stange h1 in der Mitte unterbrochen,
und läfst sich ihr unterer Theil in den hohlen mittleren Theil/j2 einschieben, was ■ aber nur
von der mehr oder weniger stark gespannten Feder aus bewirkt werden darf, damit der
Schwimmer durch Heben der Einwirkung der Wellen etwas entzogen wird, wenn die Spannung
der Feder m zu grofs wird.
Mit dem auf der Sammelwelle f sitzenden Zahnrad ^ ist eine Schnurscheibe £5 verbunden,
deren Drehung auf eine zweite Schnurscheibe ^6
und unter Vermittelung des konischen Rades ^7
auf das Rad ^8 übertragen wird. Dieses eben
beschriebene Vorgelege liegt über dem Schwimmer h. Das Rad ^8 ist mit Zapfen in den
Hängestücken η gelagert, so dafs es, wenn es der pendelnden Bewegung der Kästen c1 c3
und h folgt, stets im Eingriff mit \' bleibt.
Das Rad ^8 besitzt eine lange Nabe n1, in
deren Vierkant sich die Stange ο auf- und abbewegen kann, wobei sie der Drehung von
\% folgen mufs. Die Stange ο geht mit Gewinde
durch das an dem hohlen Theil h2 der Stange hl befestigte Verbindungsstück o1 und
ist unten durch die Traverse o2 mit h1 verbunden.
Sobald also die Feder m zu stark gespannt wird, dreht sie unter Vermittelung der Schnurscheiben
und Räder ^5 bis ^8 die Stange o; letztere
schiebt dabei die Stangen hl und /j2 zusammen,
hebt also den Schwimmer h und entzieht ihn der Einwirkung der Wellen etwas.
Wird die Feder entspannt, so dreht sich die Stange ο in entgegengesetzter Richtung, der
Schwimmer h wird durch Ausdehnung der Stangen h1 /i2 gesenkt und so der Einwirkung
der Wellen mehr ausgesetzt.
Durch das Herstellen, Erhalten und Behindern könnte die Einrichtung wohl theuer werden,
und füge ich hinzu, dafs der complicirte Mechanismus wegfallen könnte, wie z. B. die
beiden inneren Hebelarme mit ihrer ganzen Einrichtung, wozu der Kasten h, die Transportschrauben,
die Schnurscheiben und Spiralfedern etc. gehören. Hierfür kann eine Stange
genügen, die vom Hebel c1 nach der Sammelwelle
geht. Diese Stange mufs mit Zähnen versehen sein, die in ein Zahnrad von der Welle greifen, wodurch die Welle nach einer
Richtung hin gedreht werden kann, wenn die Stange vom Hebel c1 hin und her bewegt
wird.
Claims (3)
- Patent-Anspruch:Eine Vorrichtung, um die Meereswellen zum Fortbewegen der Schiffe zu benutzen, bei welcher.ι. die in den Meereswellen vorhandene Kraft auf die Kästen C1C3 wirkt, welche in der Höhe- der Wasserlinie in gesonderten Abtheilungen rings um das ganze Schiff angeordnet sind, und von denen die Kästen cs eine hin- und hergehende, beide Kästen zusammen aber auch noch eine Auf- und Abwärtsbewegung ausführen;
- 2. die hin- und hergehende Bewegung der Kästen c3 auf die um die Achse d schwingenden Winkelhebel e1 e2 übertragen und unter Vermittelung der durch Schwimmer h, Zahnstange hl und Räder ^1 bis ^3 beeinflufsten Haltevorrichtung k i und g derart an den Zwischenhebel g abgegeben wird, dafs letzterer bei starkem Wellengang mit kurzem, bei geringem Wellengang dagegen mit langem Hebelarm auf die mit der gemeinsamen Sammelwelle f durch Schaltwerk verbundene Feder m wirkt;
- 3. der Mechanismus einer jeden Abtheilung durch die Anspannung seiner Feder m derart regulirt wird, dafs bei zu grofser Anspannung die Zahnstange h1 unter Vermittelung der Schnurscheiben und Räder ^5 bis ^8 und der Stange b verkürzt, also der Schwimmer h der Einwirkung der Wellen etwas entzogen wird, bei zu geringer Anspannung aber die Stange h1 verlängert, der Schwimmer h also der Einwirkung der Wellen mehr ausgesetzt wird, wodurch das erste Mal der Hebel g mit kurzem, das andere Mal mit langem Hebelarm an der Sammelwelle/ wirkt.Hierzu 4 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE48856C true DE48856C (de) |
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ID=323816
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT48856D Expired - Lifetime DE48856C (de) | Vorrichtung, um die Meereswellen zum Fortbewegen der Schiffe zu benutzen |
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| Country | Link |
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| DE (1) | DE48856C (de) |
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0
- DE DENDAT48856D patent/DE48856C/de not_active Expired - Lifetime
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