DE487648C - Verfahren, um Formulare auf einer Seite mit Durchschreibflaechen zu versehen, die in Richtung laengs und quer zum Papierlauf unterbrochen sind, und Vorrichtung zur Ausuebungdes Verfahrens - Google Patents
Verfahren, um Formulare auf einer Seite mit Durchschreibflaechen zu versehen, die in Richtung laengs und quer zum Papierlauf unterbrochen sind, und Vorrichtung zur Ausuebungdes VerfahrensInfo
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Description
- Verfahren, um Formulare auf einer Seite mit Durchschreibflächen zu versehen, die in Richtung längs und, quer zum Papierlauf unterbrochen sind, und Vorrichtung zur Ausübung des Verfahrens Den Gegenstand der Erfindung bildet ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Herstellung von Formularen, deren Vorderseite Formulardruck trägt und deren Rückseite mit Durchschreibflächen versehen ist. Als Durchschreibpapiere dienen im wesentlichen bisher die bekannten Kohlepapiere, die auf der Rückseite mit der sogenannten Kohlepapierfarbe oder einer Farbe von entsprechender Zusammensetzung überzogen sind. Die Kohlepapierfarbe ist eine Masse, die einen oder mehrere Farbstoffe fein und gleichmäßig verteilt in einem Wachs oder einem Gemisch von verschiedenen Wachsen, Ölen und Fetten enthält und die bei ge%vöbnlicher Temperatur fest ist. Zum Zweck des Ruftragens der Farbe wird die Papierbahn bisher über eine Schöpfwalze gezogen, die die durch Erwärmung verflüssigte Farbe aus einem Schöpfbad heraushebt, und zwar sind die Geschwindigkeit der Papierbahn und die Umfangsgeschwindigkeit der Schöpfwalze verschieden, so daß die Oberfläche der Walze gegenüber der Papierbahn eine Streichbewegung ausführt und die Farbe auf das Papier aufstreicht. lach dem Auftragen wird die Farbe gekühlt und erstarrt rasch. Die auf diese Weise aufgebrachte Kohlepapierfarbe hat den Vorzug, daß sie auch nach dem Erstarren nicht schmiert. Das bekannte Verfahren hat jedoch den Nachteil, daß es -sich nicht zum Herstellen von Durchschreibflächen eignet, die sich nicht über die ganze Länge und Breite der Papierbahn erstrecken.
- Zur Herstellung derartiger Flächen hat man, offenbar in der Meinung, daß die Herstellung unterteilter Durchschreibflächen mit Kohlepapier nicht möglich sei, ein anderes Verfahren angewendet. Man verwendet nämlich zur Herstellung derartiger Flächen bish,-r gewöhnliche Druckfarben, beispielsweise typographische oder lithographische Farben, bei denen man durch entsprechende Zusätze das Verlacken des Firnisses und demgemäß das Eintrocknen der Farbe verhütet. Diese Durchschreibflächen werden auf gewöhnlichen Druckmaschinen, Schnellpressen oder Rotationsmaschinen, gedruckt. Die auf diesem Wege hergestellten Durchschreibflächen schmieren jedoch leicht ab, was für die mit den Formularen arbeitenden Personen äußerst unangenehm ist. Der Grad des Abschmierens wächst bei diesen Formularen unmittelbar mit der Durchschreibkraft. Außerdem verlieren diese Formulare nach verhältnismäßig kurzer Zeit ihre Farbabgabefähigkeit, weil die Farbe leicht trocknet.
- Offenbar ist man bei der Anwendung dieses Verfahrens von der irrigen Auffassung ausgegangen, daß sich mit Hilfe von Kohlepapierfarbe scharf abgegrenzte Durchschreibflächen, die in Richtung des Papierlaufes und quer dazu unterteilt sind, nicht herstellen lassen. Der Erfinder ist nun von der Erkenntnis ausgegangen, daß diese Auffassung unrichtig ist, und er hat durch eingehende Versuche praktisch dargetan, das es auch bei dem Carbonisierverfahren recht wohl möglich ist, vollkommen scharf abgegrenzte, in der Richtung längs und quer zur Papierbahn unterteilte Flächen zu erhalten.
- Erfindungsgemäß werden derartige Flächen in der Weise hergestellt. daß eine Durchschreibfarbe von der. Art der Kohlepapierfarbe, die in an sich bekannter Weise durch Erwärmung verflüssigt worden ist, durch Abwicklung der gemusterten Tränkwalze auf dem Papierstrang auf diesen aufgebracht wird. Die Papierbahn und der Umfang der Tränkwalze besitzen also bei diesem Verfahren die gleiche Geschwindigkeit. Die Durchschreibfarbe wird der gemusterten Tränkwalze aus dem Schöpfbad durch beheizte Walzen zugeführt -und eine Gegenwalze drückt das Papier an die Tränkwalze an. Man erhält auf diese Weise unterteilte Durchschreibflächen, die ebensowenig abschmieren . wie die bekannten Kohlepapiere und die sich ebenso wie diese beliebig lang lagern lassen.
- Aus der Erfindung ergibt sich weiterhin eine Möglichkeit, die insbesondere für die Herstellung von Formularen, die auf der einen Seite mit Formulardruck, auf der anderen Seite mit Durchschreibflächen versehen sind, von größter Wichtigkeit ist. Die Umfan-sgeschwindigkeit der nach dem neuen Verfahren arbeitenden Kohlepapierfarbauftragmaschinen kann derart gewählt werden, daß die neue Maschine unmittelbar mit der Druckmaschine, die den Formulardruck herstellt, verbunden werden kann, um die Papierbahn oder die Papierbogen in ununterbrochenem Arbeitsgange unmittelbar hintereinander beide Maschinen durchlaufen zu lassen. Dies ist für die Massenherstellung derartiger Formulare von allergrößter Bedeutung.
- D,- Zeichnung zeigt ein Ausführungsbeispiel der Erfindung, und zwar zeigt: Abb. i die Vorderseite, Abb.2 die Rückseite eines Formulars, das auf der neuen Maschine hergestellt werden kann.
- Abb. 3 zeigt die Anwendung der Erfindung auf eine Maschine für endloses Papier: Die auf Abb. i dargestellte Vorderseite des Formulars zeigt den Formulardruck, die in Abb.2 dargestellte Rückseite die mit Kohlepapierfarbe versehenen Flächen.
- Der endlose Papierstrang a wird, -"ie Abb. 3 zeigt. zunächst durch den Plattenzylinder b und den Gegendruckzylinder c der Rotationsmaschine mit Schöndruck versehen, läuft dann über die Numerierzylinder d und e, den Längsperforierzylinder f und den Querperforierzylinder g. Er wird dann in ununterbrochenem Arbeitsgange den Papierführungsrollen k des Kohlepapierfarbauftragwerkes zugeleitet und läuft zwischen dessen gemustertem Tränkzylinder h und der Gegenwalze i hindurch, um dann weiter über die Schneidzylinder I und die Sammelzylinder in dem Ablegetisch n zugeleitet zu werden. Die Durchschreibfarbe wird von dem Farbbehälter o durch den Schöpfzylinder p entnommen; der Preß- und Verteilungszylinder g gestaltet den Farbauftrag gleichmäßig und bringt die Farbe auf den Tränkzylinder k auf, der sie auf den Papierstrang a weitergibt. Der Schöpfzylinder p und der Verteilungszylinder g sind, wie aus der Abbildung zu ersehen ist, schwenkbar angeordnet, sie lassen sich mit Hilfe der Verstellschrauber einander nähern und voneinander entfernen, so daß sich der Farbauftrag verteilen und regeln läßt. Die vier Walzen des Kdhlepapierfarbauftragwerkes sind außerdem mit Heizrohren s versehen, durch die das Heizmittel, z. B. Dampf, geleitet wird.
- Damit die Formulare nur an den Stellen, wo sie beschrieben werden sollen, auf der Rückseite mit dem Durchschreibfarbbelag versehen werden, wird die Auftragwalze k an allen anderen Stellen so ausgebildet, daß sie von der Verteilerwalze keine Farbe aufnimmt; es werden also beispielsweise die farbauftragenden Flächen gegenüber den nicht farbauftragenden Flächen erhöht.
- An Stelle eines Carbonisierwerkes lassen sich auch mehrere Carbonisierwerke zum Zweck des Auftragens mehrerer Farben anbringen. Nicht unterteilte Flächen lassen sich auf dem Carbonisierwerk gleichfalls ausführen.
Claims (2)
- PATENTANSPRÜCHE: i. Verfahren, um Formulare auf einer Seite mit Durchschreibfläehen zu versehen, die in Richtung längs und quer zum Papierlauf unterbrochen sind, dadurch gekennzeichnet, daß eine Durchschreibfarbe von der Art der Kohlepapierfarbe, die in an sich bekannter Weise durch Erwärmung verflüssigt worden ist, durch Abwicklung einer gemusterten Trän h"walze auf dem Papierstrang auf diesen aufgebracht wird.
- 2. Vorrichtung zur Ausübung des Verfahrens nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß die verflüssigte Kohlepapierfarbe aus dem Schöpfbad durch eine Schöpfwalze (p) entnommen und an eine Abpreßwalze (g) abgegeben wird, die die Farbe an die gemusterte @ränk«alze (k) überträgt, worauf die Farbe durch Abwicklung der Trinkwalze (k) auf dem Papierstrang auf diesen aufgebracht wird, wobei eine Gegenwalze das Papier an der Trinkwalze anhält. ;. Vereinigtes Druck- und Isohlepapierfarbauftragwerk zur Herstellung von Formularen, deren Vorderseite Formulardruck trägt und deren Rückseite mit Durchschreibflächen versehen ist, die in Richtun- längs und quer zum Papierlauf unterbrochen sind, dadurch gekennzeichnet, äaß ein hohlepapierfarbauftragwerk nach Anspruch 2 in solcher Weise mit einer Druckmaschine zum Bedrucken des Stranges oder der Bogen verbunden ist, daß der bedruckte Strang oder die bedruckten Bogen dem hoblepapierfarbauftragwerk in ununterbrochenem Arbeitsgang zugeführt werden.
Priority Applications (1)
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