DE48455C - Bestimmung des Härtegrads von Eisen - Google Patents
Bestimmung des Härtegrads von EisenInfo
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- C21—METALLURGY OF IRON
- C21D—MODIFYING THE PHYSICAL STRUCTURE OF FERROUS METALS; GENERAL DEVICES FOR HEAT TREATMENT OF FERROUS OR NON-FERROUS METALS OR ALLOYS; MAKING METAL MALLEABLE, e.g. BY DECARBURISATION OR TEMPERING
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 18: Eisenerzeugung.
(Margretehill, Schweden).
Bestimmung des Härtegrads von Eisen.
Patentirt im Deutschen Reiche vom. 30. Januar 1889 ab.
Bekanntlich hängt der Härtegrad bei Eisen und Stahl nicht allein von dem Kohlenstoffgehalt,
sondern auch von dem Gehalt an anderen im gewöhnlichen Eisen und Stahl vorkommenden Stoffen, wie Kiesel, Mangan,
Phosphor u. A., ab, und ist man deshalb in den Eisen- und Stahlwerken darauf angewiesen,
den Härtegrad mittelst Schmiedeprobe zu bestimmen. Diese Probe verlangt indefs für
höhere Härtegrade eine grofse Geschicklichkeit und langjährige Uebung und ist darin von
Zufälligkeiten abhängig.
Die vorliegende Erfindung bezweckt, die schwer auszuführende Schmiedeprobe entbehrlich
zu machen. Sie gründet sich auf die Thatsache, dafs, wenn der elektrische Strom durch eine Eisen- oder Stahlstange von bestimmtem
Querschnitt geleitet wird, die Stange desto eher abschmilzt, je höheren Härtegrad
sie besitzt, und zwar ohne Anbetracht der Stoffe, deren Gegenwart in dem betreffenden
Eisen bezw. Stahl den Härtegrad bedingt.
Die Prüfung geschieht entweder, indem man die Einwirkung des elektrischen Stromes auf
das zu prüfende Metall und auf Eisen oder Stahl von bekanntem Härtegrad mit einander
vergleicht, oder indem man die Stromstärke, welche zum Schmelzen des zu prüfenden Metalles
aufzuwenden ist, mifst und daraus den Härtegrad unter Berücksichtigung der vorausgegangenen
Normalprobe berechnet.
Vor Ausführung der Prüfung auf dem ersteren Wege verschafft man sich sogen. Normalstahle
von bekanntem Härtegrad, so viel als man zur Ausführung der Probe wünscht bezw. nöthig
hat, und stellt von diesen Normalstahlen durch Ausschmieden oder Ziehen Normalstücke
mit dem gleichen Minimalquerschnitt her. Von dem zu prüfenden Eisen oder Stahl stellt man
auf dieselbe Weise, welche man zur Herstellung der Normalstücke angewendet hat, ein oder
mehrere Probirstücke von derselben Grofse und Form, sowie mit demselben Minimalquerschnitt
wie die Normalstücke her. Sodann werden nach einander oder neben einander das
Probirstück und eines der Normalstücke, dessen Härtegrad man als den der Probe am nächsten
liegend annimmt, in den Stromkreis einer Dynamomaschine oder anderen Elektricitätsquelle
eingeschaltet und der Strom hindurchgeleitet. Dabei wird sowohl das Probirstück als auch das Normalstahlstück erhitzt, und zwar
wird das härteste von beiden am stärksten erhitzt und schmilzt ab, wenn man den Strom
genügend lange andauern la'fst. Indem man solche vergleichenden Versuche mit Normalstücken
von verschiedenem Härtegrad wiederholt, kann man ausreichend genau den Härtegrad
des zu prüfenden Metalles, und zwar in kurzer Zeit bestimmen. ■
Man kann auch die Probe auf die Weise ausführen, dafs man mehrere Normalstücke von
verschiedenem Härtegrad mit dem Probirstück zugleich in den Stromkreis einschaltet und
darauf den Strom so lange hindurchleitet, bis das härteste Stück abschmilzt. Das abgeschmolzene
Stück wird ausgeschaltet und dann der Strom von neuem durch die verbliebenen
Stücke hindurchgeleitet, bis das nächsthärteste Stück abschmilzt, und so fort, bis auch das
Probirstück abschmilzt. Man weifs alsdann, dafs der Härtegrad desselben zwischen dem des
unmittelbar vorher abgeschmolzenen Normalstückes und dem des Normalstückes mit darauf
folgendem niedrigeren Härtegrad liegt.
Um an Zeit und Normalstücken zu sparen, kann man das letztbeschriebene Verfahren dahin
abändern, dafs man von Anfang an den Strom so regulirt, dafs keines der Stücke abschmilzt,
und denselben nur so lange andauern läfst, bis die härtesten Stücke eine mehr oder
weniger rothe oder braune Färbung angenommen haben, worauf man alle diejenigen Stücke, welche hellere Farbe als das Probirstück
zeigen, ausschaltet und alsdann verfährt, wie oben vorgeschrieben.
Zur Ausführung der Prüfung auf dem zweiten Wege bestimmt man zuerst mittelst eines Amperemeters
die Stromstärke, welche erforderlich ist, um Normalstahlstücke von gleichem Minimalq uerschnitt
und bekanntem verschiedenen Härtegrade zu schmelzen, und stellt die Resultate zu einer
Scala zusammen. Sodann macht man aus dem zu prüfenden Stahl oder Eisen Stücke mit dem
gleichen Minimalquerschnitt wie die Normalstücke. Dieses Probirstück schaltet man zusammen
mit dem Amperemeter in den Stromkreis, leitet darauf den Strom hindurch, bis das Probirstück abschmilzt, und liest die Stellung
des Amperemeters im Augenblick des Abschmelzens ab. Mittelst der aufgestellten Scala läfst sich dann der Härtegrad sehr leicht
bestimmen.
Claims (1)
- Patent-Anspruch:Verfahren zur Bestimmung des Härtegrades von Stahl und Eisen durch Abschmelzen mittelst des elektrischen Stromes derart, dafs man das zu prüfende Stück mit Normalstücken von gleichem Minimalquerschnitt und bekannten Härtegraden der Einwirkung desselben elektrischen Stromes bis zum Abschmelzen der Probirstücke aussetzt, oder dafs man die zum Abschmelzen des Probirstückes nöthige Stromstärke mifst und den Härtegrad durch Vergleichung dieser Stromstärke mit den zum Abschmelzen von Normalstücken bekannter Härte nöthigen Stromstärken bestimmt.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE48455C true DE48455C (de) |
Family
ID=323433
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT48455D Expired - Lifetime DE48455C (de) | Bestimmung des Härtegrads von Eisen |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE48455C (de) |
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