-
Selbsttätige Nachstellvorrichtung für Bremsen von Kraftfahrzeugen
Die Erfindung betrifft eine selbsttätige Nachstellvorrichtung für Bremsbacken von
Kraftfahrzeugen mit einem doppelten Anschlag für das Spreizglied, der die Ruhestellung
des Spreizgliedes bestimmt und der Abnutzung des Bremsanschlages. entsprechend beim
Anziehen der Bremse derart verstellt wird, daß der Verstellwinkel des Spreizgliedes
stets gleichbleibt.
-
Erfindungsgemäß ist dieser Anschlag an dem Lager der Spreizgliedwelle
angebracht und das Lager unter Reibung an dem Bremsbackenträger drehbar angeordnet.
-
Auf der Zeichnung sind Ausführungsbeispiele dargestellt.
-
Abb. i ist ein Schnitt einer der Hinterradbremsen eines Kraftfahrzeuges.
-
Abb. 2 ist ein Teilschnitt nach 3-3 der Abb. i zur Erläuterung der
Regelungsart für das Reibungslager.
-
Abb. 3 ist ein Schnitt durch eine der Vorderradbremsen.
-
Abb. 4 ein entsprechender Schnitt der Abb. i durch eine umgeänderte
Regelungsvorrichtung einer der Hinterradbremsen. Jedes Rad ist mit einer Bremse
ausgestattet, die aus einer Trommel 22 besteht, die mit dem Rad umläuft. An der
offenen Seite der Bremstrommel ist ein Bremsbackenträger 24 entweder auf der Hinterachse
18 oder auf dem Achsschenkel 26 des Vorderrades fest aufgesetzt. Der Träger 24 trägt
die Bremsbacken 32, die gegen die Trommel 22 durch das Spreizglied 4o gepreßt werden.
Dieses Spreizglied 40 ist mit einer Nase 52 versehen, welche in einen Ausschnitt
54 des Lagers 58 der Spreizgliedwelle eingreift. Jedes der Lager 58 trägt einen
Flansch, welcher sich unmittelbar oder unter Vermittlung einer Reibscheibe 6o auf
den Bremsbackenträger 24 auflegt, wobei eine Mutter 62 das Lager 58 festhält und
der Verdrehung des Lagers Reibungswiderstand entgegensetzt. Die Nase 52 ist etwas
kleiner als der Ausschnitt 54, so daß das Spreizglied 40 um einen bestimmten Winkel
sich drehen kann, ohne das Lager 58 zu beeinflussen, während wenn die Bremsbacke
abgenutzt ist, die Nase 52 nach Zurücklegung dieses bestimmten Winkels sich auf
eine der Begrenzungsflächen des Ausschnittes 54 auflegt und das Lager 58 durch den
Anschlag 56 beim Anziehen der Bremse um die Achse des Spreizgliedes dreht. Wenn
die Bremse gelockert wird, führt demnach die Nase 52 eine bestimmte Rückbewegung
aus und am Ende dieser Bewegung greift sie auf die andere Begrenzungswand des Ausschnittes
54, wodurch die Rückbewegung des Spreizgliedes 4o begrenzt wird. Das Spreizglied
hält also selbsttätig die Bremsbacken in einer Stellung derart fest, daß dieselben
stets ein bestimmtes Spiel zur Bremstrommel 22 besitzen.
-
Nach Abb. i ruht das eine Ende der Spreizgliedwehe
66
jeder der Hinterbremsen in dem einstellbaren Lager 58 und das andere Ende auf einem
Träger 68 der Radachse 18. Eine auf die Welle 66 aufgeschobene Hülse 7o ist an dem
einen Ende bei 72 geschlitzt und greift über Zapfen 6q., die zu beiden Seiten der
Welle 66 angebracht sind, so daß die Hülse 70 auf der Spreizgliedwelle lediglich
in der Achsenrichtung sich verschieben, aber nicht drehen kann. An dem nach innen
gerichteten Ende ist die Hülse 7o mit geneigten oder schraubenförmigen Riffelungen
7¢ versehen, welche in die ebenfalls geriffelte Nabe des Bremshebels 76 greifen,
der mit der zugehörigen Stange 50 verbunden ist. Die Verschiebung des Hebels
76 auf der Welle 66 wird durch einen Ansatz 78 verhindert, welcher in eine Gabel
8o des Trägers 68 greift, mit dem sie aus einem Stück bestehen kann. Eine Spiralfeder
82 ist zwischen den Hebel 76 und einen Bund 84 der Hülse 7o eingesetzt, und da der
Hebel 76 in der Achsrichtung durch die Gabel 8o festgehalten wird, so hat die Feder
82 ständig das Bestreben, die Hülse 7o nach links zu verschieben (vgl. Abb. i).
Wenn die Bremse gelöst wird und wenn der Bremsbelag so weit abgenutzt ist, daß ein
Verdrehen des Lagers 58 stattfinden muß, wird die Welle 66 durch die Nase 52 festgehalten,
bevor die Stange 5o das Ende ihrer Rückbewegung in die Ruhelage be-. endet hat.
Die Feder 82 kann dann die Hülse 7o nach links drücken und die Riffelung 74 den
Hebel gegenüber der Welle 66 verdrehen, um ihn in die ausgängliche Ruhestellung
zurückzubringen. Hierdurch wird die durch die selbsttätige Verstellung des Spreizgliedes
q.o bewirkte Verschiebung ausgeglichen.
-
In Abb. q. ist eine Ausführungsform der Nachstellvorrichtung dargestellt,
bei welcher die geneigten Riffelungen 88 unmittelbar auf der Welle go des Spreizgliedes
angebracht sind und der ebenfalls geriffelte Bremshebel 92 unmittelbar auf die geneigten
Riffelungen 88 aufgesetzt ist. Eine zwischen die Mutter 62 und den Hebel 92 eingesetzte
Feder 94 bewirkt wie vorher die Verstellung des Hebels auf den Riffelungen behufs
Ausgleichs der Veränderungen der Ruhelage des Spreizgliedes 40 und zur Schaffung
eines bestimmten Spieles der Bremsbacken zur Trommel nach erfolgter Abnutzung.
-
Der Bremsantrieb nach Abb.3 ist gleichzeitig mit einer Einrichtung
versehen, welche die Bremsung auch bei einem Lenkausschlag der Räder gestattet.
Bei dieser Bremsanzugseinrichtung wird die Bremse durch einen Hebel 96 angezogen,
welcher auf einer Welle 98 aufsitzt, die durch ein Universalgelenk ioo mit der verhältnismäßig
kurzen Spreizgliedwelle io2 verbunden ist, welche in dem Lager 58 ruht.. Auf diese
Welle ist das Spreizglied q.o aufgekeilt oder in passender anderer Weise befestigt.
Das Ende der Welle 98, welches dem Rahmen benachbart ist, ist verschiebbar in einer
Hülse 104 gelagert, die durch die Teile io6 und io8, die halbkugelförmig gestaltet
sind und übereinandergreifen, festgehalten wird. Diese beiden kugelförmigen Teile
umfassen beiderseitig eine feststehende Halbkugel iio, welche auf - dem Rahmen io
durch Bolzen befestigt ist. Das Lager 58 ist nach innen zu einer Halbkugel 116 verlängert,
über welche Halbkugeln 117, die auf die Welle 98 aufgesetzt sind, greifen und das
Universalgelenk ioo vollkommen umschließen. Letzteres liegt oberhalb des Lenkzapfens,
und zwar in der geometrischen Achse des Lenkzapfens, welcher den Radachsschenkel
26 mit der Radachse 14 verbindet.
-
Der Hebel 96 sitzt auf den geneigten Riffelungen 116, welche auf der
Welle 98 unmittelbar angebracht sind und wird durch eine Feder 118 auf den Riffelungen
verschoben. Die Feder 118 liegt zwischen dem Hebel 96 und einem festen Anschlag
12o der Welle 98. Der Anschlag 12o dient gleichzeitig als Anlage für die Feder 122,
welche die übergreifenden Halbkugeln 117 mit den Halbkugeln 116 des Spreizgliedwellenlagers
federnd nachgiebig in Berührung hält.
-
Infolge der beschriebenen Einrichtung ist jede der vier Bremsen selbsttätig
und unabhängig von den drei übrigen regelbar, so daß die Größe der Verstellung der
Bremsglieder während des Bremsens und des Lösens der Bremsen einen gleichbleibenden
Wert beibehält ohne Rücksicht auf die Lageveränderung des Gestänges durch den Bremsfußhebel.
Obwohl eine ganze Reihe Ausführungsformen der Erfindung beschrieben sind, können
außerdem noch zahlreiche andere Änderungen vorgenommen werden, ohne aus dem Rahmen
der Erfindung herauszutreten.