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Fahrbarer Förderer Die Erfindung betrifft weit ausladende fahrbare
Förderer, insbesondere Bandförderer, bei welchen das durch die Nutzlast sich laufend
ändernde Kippmoment durch ein bewegliches Gegengewicht ausgeglichen wird.
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Gegengewichte bei Förderern mit großer Ausladung, insbesondere Bandförderern,
sind bekannt, jedoch ist eine vollständige Ausgleichung der Gewichte durch feste
Gegengewichte nicht zu erzielen. Das Eigengewicht der Förderer ist nämlich verhältnismäßig
gering; so daß das von den Förderern zu fördernde Gut dauernde Verschiebungen der
Schwerpunktslage verursacht. Die Kippgefahr wird dadurch erhöht, daß die Abstützung
des Gerätes auf der Fahrbahn im allgemeinen in Punkten erfolgt, die im Verhältnis
zur Ausladung des Förderers sehr nahe beieinander liegen. Infolgedessen sind bewegliche
Gegengewichte zum Ausgleich geeigneter, deren jedesmal wechselnde Einstellung von
der Nutzlast, die der Förderer trägt, abhängig zu machen ist.
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Die Erfindung besteht darin, daß zur Einstellung des Gegengewichtes
die Nutzlast selbst herangezogen wird, indem entweder durch wagebalkenartige Ausbildung
des Förderers und dementsprechende Änderung des Gegendruckes auf der nichtbelasteten
Fördererseite oder auch ohne wagebalkenartige Ausbildung durch die Schütthöhe des
Fördergutes und von ihr abhängige Kontakte an verschiedenen Stellen der Förderbahn
oder durch das Gewicht des in Teilstrecken unterteilten Bandförderers mittels Kontakte
die Einstellung des Gegengewichtes erfolgt. Im ersteren Falle ist mechanische Beeinflussung
der Gegengewichtsstellung möglich, im zweiten und dritten Falle werden zweckmäßig
elektrische Kontakte benutzt, welche die Stellung des Gegengewichtes beeinflussen,
jedoch kann auch im ersten Fall elektrische Beeinflussung, im zweiten und dritten
mechanische Beeinflussung vorgesehen werden, ohne daß sich das Wesen der Einrichtung
ändert.
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In der Zeichnung ist die Erfindung in den Abb. i bis 5 beispielsweise
dargestellt. In den Abbildungen bedeutet a das Fahrgestell, welches auf Schienen
oder Raupenketten läuft. Im Punkt b ist der Träger c gelagert, welcher das über
die Umlenkrollen d und e laufende Förderband f trägt. Das Fördergut
wird etwa durch ein Becherwerk w in an sich bekannter Weise über einen Fülltrichter
dem Förderband zugeleitet.
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In Abb. i ist der Träger c über seinen Drehpunkt b nach rückwärts
zu einem Arm cl verlängert. Durch die Verstrebung h, i, k mit dem Seilzug
l und dem Windwerk m ist es möglich, das Förderband in der Höhenlage zu verstellen.
An dem Arm cl ist ein Seil n befestigt, das über eine Rolle o nach dem doppelarmigen
Hebel p geführt ist. Der Hebel P ist im Punkte q drehbar am Fahrgestell gelagert.
Der längere Arm des Hebels p trägt das Gegengewicht r. Im unbelasteten Zustand wird
der Förderer durch das Fahrgestell und das gesenkte Gegengewicht r ausbalanciert.
Bei Belastung des Förderbandes wird das Gegengewicht y in der Pfeilrichtung ausgeschwenkt
und somit
das Gegenmoment vergrößert. Zweckmäßigerweise wird die
Bewegung des Gegengewichtes nach beiden Richtungen, etwa durch federnde Anschläge,
begrenzt und das Seil n mit einer Spannvorrichtung s versehen zur Einstellung des
Gegengewichtes.
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In Abb. 2 ist an Stelle des schwenkbaren Gegengewichtes ein verschiebbares
Gegengewicht t vorgesehen. Zur Verschiebung dient der Lenker u, welcher einerseits
am Gegengewicht, andererseits im Punkte v am Fahrgestell angelenkt ist. Senkt sich
der Förderer unter zunehmender Belastung, so wird der Arm cl mit dem Gegengewicht
t gehoben und letzteres gleichzeitig durch den Lenkeras nach rückwärts bewegt.
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Nach Abb.3 wird die Verschiebung und Einstellung des Gegengewichtes
elektrisch gesteuert. Als Gegengewicht dient der Elektromotor selbst. Der Motor
ist auf dem Arm cl horizontal verschiebbar aufgestellt. Die Bewegung des Armes cl
wird durch zwei Federbuffer x und x1 begrenzt. Wird eine dieser Federn zusammengedrückt,
so berührt der Arm cl einen der Kontakte y oder y1, wodurch der Motor z in bekannter
Weise eingeschaltet wird. Der Motor wirkt auf ein Zahnrad i, welches als Schraubenmutter
ausgebildet ist und auf der mit dem Arm cl fest verlagerten Schraubenspindel 2 sitzt.
Der Motor und das Zahnrad werden je nach der Einschaltung in dem einen oder anderen
Sinne auf dem Arm cl verschoben, bis das Gleichgewicht wieder hergestellt und die
elektrische Verbindung ausgelöst ist.
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Nach Abb. 4 ist der Förderbandträger c nicht nach rückwärts verlängert.
Das bewegliche Gegengewicht t wird elektrisch verschoben, und der zum Verschieben
dienende Motor kann mit demselben verbunden sein. Zum Ein- und Ausschalten dienen
elektrische Kontakte 3 und 4, erforderlichenfalls in Verbindung mit Endausschaltern.
Gesteuert werden diese Kontakte durch die Tragrollen 5 des Förderbandes. Von diesen
sind je nach Bedarf mehrere durch einen Verbindungsträger 6 zu einer Gruppe zusammengeschlossen.
Wird eine solche Gruppe von Tragrollen durch das Fördergut belastet, so schließt
der mit dem Träger 6 verbundene Kontaktarm 7 durch Berührung eines Kontaktes 3 einen
Stromkreis, durch welchen der Motor nach rückwärts, d. h. vom Gelenkpunkt b fort,
verschoben wird. Wird die Belastung einer Rollengruppe aufgehoben, so wird die Berührung
mit dem zugehörigen Kontakt 3 unterbrochen und der Motor oder das Gegengewicht t
durch einen über dem Kontakt 4 geschlossenen Stromkreis wieder um so viel zurückgebracht,
d. h. gegen den Gelenkpunkt b hin verschoben, daß der Momentenausgleich wieder eintritt.
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Nach Abb. 5 wird der Kontaktschluß durch das auf dem Förderband liegende
Schüttmaterial hervorgebracht. Zu diesem Zweck sind an einzelnen Stellen des Förderbandträgers
c Arme 8 befestigt, welche je einen im Punkte g drehbaren Kontakthebel tragen. Der
Arm io des letzteren wird durch das aufgebrachte3 Schüttmaterial bewegt, während
der Arm ii durch Berührung der Kontakte 3 oder 4 einen Stromkreis schließt oder
öffnet und hierdurch das Gegengewicht t verschiebt.