DE472744C - Verfahren zur Reinigung von Abwasser in einem Belueftungsbecken mit aktiviertem Klaerschlamm - Google Patents
Verfahren zur Reinigung von Abwasser in einem Belueftungsbecken mit aktiviertem KlaerschlammInfo
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Description
- Verfahren zur Reinigung von Abwasser in einem Beliiftungsbecken mit aktiviertem Klärschlamm Die vorliegende-Erfindung bezieht sich auf die Behandlung von fäulnisfähige Stoffe enthaltendem Abwasser mit aktiviertem Klärschlamm, und zwar durch Einführung je nach Bedarf von getrennt gewonnenem gröberen oder feineren aktivierten Klärschlamm oder von einem regelbaren Gemisch aus solchen verschiedenen Aufbereitungsprodukten in den das zu oxydierende Abwasser aufnehmenden Belüftungsraum. Bei dem neuen Verfahren tritt an die Stelle der bisher nur bekannten Wiedereinführung eines regellosen, in seiner mechanischen oder biologischen Wirkung von vornherein nicht beeinflußbaren Schlammniederschlags in den Belüftungsraum eine planmäßige Zurückführung von aussortierten Schlämmen, wie sie in Klärbecken mit nach-;einander überflossenen Schlammsammelräumen anfallen, in der für die zu behandelnden und auszuscheidenden Abwasserstoffe vorteilhaftesten Auswahl und Einzelmenge. So setzt man zu einem Abwasser, welches reich an schwebenden, an kolloiden oder gelösten, aber arm an gut sinkenden, organischen Stoffen ist, vorwiegend gröberen aktivierten Klärschlamm, welcher neben der übertragung biologischer Kräfte auch vermöge seiner physikalischen tigenschaften die mechanische Ausscheidung oxydierter Schwebestoffe usw. im Klärraum zu beschleunigen vermag. Im umgekehrten Fall, also wenn im Rohabwasser Sinkstoffe überwiegen, wird vorteilhafter überwiegend oder nur feiner, d. i. hauptsächlich biologische Kräfte vermittelnder Klärschlamm dem Rohwasser im Belüftungsraum wieder zugeführt. Im ersteren Fall wird das Klärbecken gegenüber den bisher bekannten Verfahren entlastet, im zweiten Fall bleibt ohne Mehrbelastung des Klärbeckens der darin abgesetzte und die Hauptmasse der festen Abwasserbestandteile enthaltende gröbere Schlamm endgültig ausgeschieden. Jeder Veränderung in der Beschaffenheit des Ab- wassers kann durch Abwechseln in der Beschickung des Belüftungsraumes mit gröberem oder feinem aktivierten Schlamm oder mit einem entsprechend abgestimmten Gemenge aus verschiedenen Schlammgattungen Rechnung getragen werden.
- Die Erfindung ist in der beiliegenden Zeichnung eines Längsschnittes durch ein Belüftungsbecken und durch ein nachgeschaltetes Klärbecken mit unteren Schlammsammelräumen, die in bekannter Weise gegen den Klärraum dauernd offen oder zeitweise abschließbar sind, veranschaulicht.
- In der Zeichnung bedeuten die eingetragenen Buchstaben: a den Zulauf für Rohabwasser, b das Belüftungsbecken, c das Klärbecken, d den Ablauf für geklärtes Abwasser, el einen oben offenen Schlammsammelraum, e.= einen gegen den Klärraum abschließbaren Schlammsammelraum, f eine Leitung für aktivierten Schlamm von e1 und e= nach dem Belüftungsbecken b, g einen Absperrschieber in dieser Leitung f, la einen Treibluftanschluß an der Leitung f, i eine Ableitung für Klärschlamm aus. e, bzw. e2 und endlich k eine Verbindung zwischen dem Klärbecken c und dem Schlammraum e2.
- Der Inhalt des Belüftungsraumes b, d. i. bei a eintretendes Rohabwasser vermengt mit durch feingeführtem aktivierten Klärschlamm, wird in bekannter Weise durch Einblasen der für die Oxydation der organischen Abwasserbestandteile erforderlichen Luft von der tiefsten Stelle her in Bewegung gehalten. Nach angemessener Belüftungsdauer tritt das oxydierte Gemenge in das Klärbecken c über und läßt beim Durchfließen gegen den Ablauf d die gröberen Sinkstoffe in den Schlammraum e, die feineren in den Schlammraum e2 absinken. Die für die biologische Behandlung des Rohabwassers in b erforderliche Schlammenge von der nach obiger Überlegung vorteilhaftesten physikalischen Beschaffenheit wird in bekannter Weise mit Hilfe des Ejektors h aus dem Schlammraum e, oder e2 oder aus beiden zugleich in die Leitung f eingesaugt und durch deren Mündung dem bei a eintretenden Rohabwasser beigemengt. Soll nur gröberer Schlamm in das Belüftungsbecken zurückgeführt werden, so wird, wie in der Zeichnung, der Stöpselverschluß. des beispielsweise oben offenen Sammeltrichters e, geöffnet, während der beispielsweise mit einem Balken verschließbare Sammelraum e2 für feinen Schlamm abgedeckt und die Verbindungsleitung k gesperrt sind. Bei der Überführung von nur feinem Schlamm ist der Sammelraume, unten geschlossen, der Sammelraume,. abgedeckt urid die Verbindung k geöffnet. Ein beliebig einstellbares Gemenge von grobem und feinem Schlamm wird eingesaugt, wenn e, abgedeckt und der StöpselverschluB von e1 zugleich mit dem Schieber k mehr oder weniger weit geöffnet ist.
- Die Abschlammung aus den Sammelräumen e, und e2 nach außen erfolgt in an sich bekannter Weise unter dem Wasserüberdruck des Klärbeckens evtl. auch des Belüftungsbeckens. Die in beliebiger Anzahl vorzusehenden Schlammräume können durch entsprechende Benutzung des Systems von Leitungen und Abschlußorganen sowohl gleichzeitig wie einzeln entschlammt werden.
- Die Zeichnung stellt nur ein Ausführungsbeispiel dar. Das neue Verfahren ist unabhängig von der Farm des Belüftungsbeckens, des Klärbeckens und der Schlammräume sowie von der räumlichen Anordnung der verschiedenen Behälter zueinander.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Reinigung von Abwasser in einem Belüftungsbecken mit aktiviertem Klärschlamm aus einem dem Belüftungsbecken nachgeschaltetem Klärbecken, dadurch gekennzeichnet, daß die in bekannter Weise in hintereinanderliegenden Schlammsammelräumen (e" e2) des Klärbeckens sich sammelnden Schlämme von verschiedenem Gewicht bzw. verschiedener Beschaffenheit in regelbarer Menge sowohl einzeln als auch miteinander vermischt dem Belüftungsraum periodisch oder ununterbrochen zugeführt werden.
Priority Applications (1)
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| DE472744C true DE472744C (de) | 1929-03-05 |
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| DEST38590D Expired DE472744C (de) | 1924-10-26 | 1924-10-26 | Verfahren zur Reinigung von Abwasser in einem Belueftungsbecken mit aktiviertem Klaerschlamm |
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1924
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